Sonntag, 17. Januar 2021

St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO

(the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute! Dies ist das dritte Review nach Jahren meiner Abwesenheit auf der Bühne der Rumblogger-Szene. Heute folgt der zweite Rum aus St. Lucia, welcher 2020 veröffentlicht wurde. Es ist der St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO!

Zur Abfüllung:

Ausgewählt wurde dieses Fass von Evanius Harris, der schon seit über 30 Jahren Rums miteinander vermählt und als „Master Blender“ (No pun intended) für St. Lucia Distillers arbeitet. Im Jahre 2011 entstanden unter der Leitung von Laurie Barnard (2012) mit ihm auch die Chairman‘s Reserve 1931 Editionen. Diese ausgewählte Abfüllung besteht nur aus Rum der in der Vendome Pot Still hergestellt wurde. Als ich ihn damals vorstellte, liebte ich den Secret Treasures Selection Privée St. Lucia Distillers Vendome 6 YO ein bisschen mehr als den Secret Treasures Selection Privée St. Lucia Distillers Vendome 9 YO und den Secret Treasures Selection Privée St. Lucia Distillers John Dore 9 YO. Ob das heute auch noch so wäre? Mein Geschmack und meine Präferenzen haben sich in dieser Auszeit ein wenig verändert. Die drei Rums der „The Secret Treasures Selection Priveé“-Reihe kamen damals unerwartet und niemand hatte diese auf dem Schirm. Ich fand sie damals auch nur durch einen Zufall, ließ mir aber mit einem Kauf Zeit. Ein großer Fehler. Einige Wochen später waren die Rums nämlich verschwunden. Ich war dennoch positiv überrascht, da die Rums dem Anschein nach nicht nur mir gefielen, sondern auch andere Liebhaber zugriffen. Später im selben Jahr nahm ich mir meine Auszeit und verlor St. Lucia aus den Augen. Mein Fokus wanderte nach Indien, die Levante, den Inseln im Atlantik und schließlich zu den ehemaligen Kolonien Spaniens und Portugals auf dem neuen amerikanischen Kontinent. Es hatte sich einiges in der Rum-Welt getan, während ich meine Nase in alte Bücher steckte.

Dieses Jahr erschienen noch zwei weitere Rums aus der Vendome Pot-Still in UK. Der St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection „The UK Rum Club“ 2011 9 YO (Cask 1731109) mit 59,5%vol. und der St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection „Royal Mile Whiskies“ 2011 9YO (Cask 1981109) mit 60,9%vol. Beide gibt es nur in UK für rund 90£. Diese beiden Abfüllungen und die Vorgänger aus 2019 kann ich logischerweise nicht miteinander vergleichen, da ich sie nicht besitze. St. Lucia Distillers, welche der Colonial Life Insurance Company (CLICO) gehörte, wechselte im Jahre 2016 für angeblich 80 Millionen $ den Besitzer und wurde von der Groupe Bernard Hayot (GBH) gekauft. Dieses Unternehmen will kräftig in die Ausrüstung der Destillerie investieren. Dazu gehören Gebäude für eine „Must-See Distillery Tour“, neue Fermentations-, Melasse- und Wassertanks. Des weiteren wurden die Arbeiten an zwei Rumkeller, eine Flaschenfüllanlage und einem weiteren Tanklager für „Alkohol“ begonnen. Letzteres Projekt sollte theoretisch im Dezember 2020 abgeschlossen worden sein. Drei Jahre nach dem Verkauf der Brennerei begann dann anscheinend der Verkauf von Single Casks unter dem Chairman's Reserve Master's Selection-Label für diverse Shops bzw. Abfüller. Gerade die letzte Entscheidung der Brennerei habe ich absolut nicht erwartet. Meine letzte Information war, dass St. Lucia nichts mehr an Scheer verkaufen will. Damit waren meine Hoffnungen auf Single Casks eigentlich begraben. Zum Glück kam es nicht so und wir „Nerds“, welche immer noch ein Nischenmarkt im Rum-Business darstellen, werden nun ebenfalls mit diesen Abfüllungen verwöhnt. Das diese nicht lange zum Verkauf stehen und relativ rasch verschwinden spricht aber eigentlich in meinen Augen für ein Nachfrageüberhang, sprich der Bedarf ist größer als das was uns in Europa erreicht. Aber sehen wir es mal positiv: Wir bekommen überhaupt Single-Cask Rums aus St. Lucia. Und wenn ich die Qualität der letzten zwei Abfüllungen aus 2020 betrachte, dann waren diese Fässer keine Ladenhüter, Totalausfälle oder gar Teil des kümmerlichen Rests, der nach dem Blenden des Hauptgeschäfts übrig bleibt und dann als Geste des guten Willens auf diesen Markt abgeschoben wird. Aber genug des Jammerns. Beginnen wir endlich diese Abfüllung zu verkosten!


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Verkostung :

Preis: Ich habe für meine Flaschen je 70€ hingeblättert.

Alter: Das offizielle Alter ist 9 Jahre. Destilliert wurde der Rum 2011 und dieses Jahr, also 2020, wurde er abgefüllt.

Alkoholstärke: Wuchtige 56%vol. Lt. Saint Lucian Distillers ist das die Fassstärke des Fasses 139022010 (Ex-Bourbon-Cask) gewesen.

Destillationsverfahren: Es wurde hier die Vendome-Pot Still der Destillerie verwendet. Hergestellt wurde diese von Vendome Copper and Brass Works Incorporated (USA, Louisville, Kentucky).

Farbe: Bernstein.

Viskosität: Fette Schlieren bilden sich am Glasrand und hinterlassen einen öligen Film.

Nase: Ich erkenne sehr schwache Klebstoffaromen nach gut einer Stunde, in welcher der Rum unter einem Glasdeckel atmen durfte. Vanille vermischt mit Eichenaromen, Anis und Karamell vom Fass schweben im Glas. Dazu gesellen sich noch allerlei exotische Früchte. Ich erkenne Mangos und reife Papayas. Leder und auch ein Hauch von Toffee kombinieren die bereits zuvor erwähnten Gerüche. Nach einem Schwenk des Glases erkenne ich auch noch ein Hauch von Zimt. Bananen? Aprikosen? Ich bin mir nicht sicher. Was ich definitiv rieche ist ein leichter medizinischer Geruch, vermischt mit Nuancen von Honig. Diese Kombination lässt mein Herz höher schlagen. Alte Leser dieses Blogs kennen diese Geruchs-Kombination vielleicht noch. Benetzt man die Glaswand frisch mit Rum, wartet einige Sekunden und taucht die Nase dann ins Glas, reicht man wunderschöne Zuckerrohraromen und sehr leichte Esternuancen. Kräuter und Tabak übernehmen dann die Oberhand. Tabak und verkohltes Holz. Der Anis lässt mich an schwarzen Tee denken. Lässt man den Rum nicht zu lange Atmen, dann sind die Früchte und der Honig deutlicher vorhanden. Für 9 Jahre riecht dieser Rum sehr gut.

Gaumen: Der Alkohol brennt angenehm im Mundraum. Danach kommen exotische Früchte, darunter Papayas, Bananen und auch Aprikosen, dicht gefolgt vom Fasseinfluss, in Form von Eiche, Anis und herben Tabakblättern. Dann kommen Kräuter, Karamell und Leder zum Vorschein. Wieder Erinnerungen an schwarzem Tee. Am Ende bleibt ein pflanzlicher Geschmack im Mund. Beim zweiten Schluck brennt der Alkohol nun etwas stärker. Wieder starke Fruchtaromen, Eiche und Gewürze. Ich erkenne Anis und einen Hauch von Zimt. Das Fass gewinnt mehr die Oberhand, je mehr Rum man in den Mund nimmt. Er wird wuchtiger. Zu Beginn, also kurz nachdem der Alkohol abflaut und die Früchte den Gaumen fluten, schmeckt man eine ganz leichte Süße, die aber rasch verschwindet, sobald der Tabak und die Eichenaromen die Oberhand gewinnen. Der Rum tendiert dann zu einer leichten und trockenen Bitterkeit. Der Fasseinfluss ist aber nicht zu beherrschend sondern schön eingebunden. Am Schluss schmeckt man Rauch, Kräuter und einen Hauch von Salz am Gaumen.

Abgang: Der Abgang beginnt mit medizinisch Aromen. Dann blitzen kurz Früchte auf, bevor diese von Eiche, Kräuter und auch Anis überrannt und verdrängt werden. Nach dem zweiten Schluck ist der medizinische Geschmack noch stärker. Dieses Mal weniger Früchte, aber dafür mehr Eiche und Tabak, beides verwoben mit einer Spur Zimt. Der Rum ist angenehm trocken im Abgang. Am Ende verweilen nur noch Eiche und Kräuter im Mundraum. Mehrere Schlücke verstärken den trockenen Gaumen sogar noch etwas. Lässt man den Rum zudem nicht zu lange im Mund, dann gelangt sogar die Süße zum Anfang des Abgangs und macht diesen noch intensiver.


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Fazit: Für mich ist der St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO besser als die Abfüllung aus dem letzten Review. Der Fasseinfluss war dezenter und der Geschmack der Vendome Pot Still kommt immer noch wunderschön durch. Dagegen verlieren auch die beiden Vendome Rums der „The Secret Treasures Selection Priveé“-Reihe. Damit ist dieser Rum bisher der beste St. Lucia in 2020. Zu den beiden erhältlichen Abfüllungen in UK kann ich absolut nichts sagen, da der BREXIT eine Lieferung nach DE unmöglich machte. Auch der saftige Preis wird mich wohl daran hindern, diese im Januar zu kaufen. Dafür waren die hierzulande verfügbaren beiden Rums, die ich bisher hier vorgestellt habe, zu preiswert und zu gut als das ich dieses Wagnis eingehen werde. Die etwas bessere Bewertung des St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO kann man auf meiner Vorliebe für die Medizin-Honig-Aromen zurückführen. Er kennzeichnet einen Stil, der mir zu Beginn meiner Rum-Karriere die Augen öffnete und mich bis heute prägte. D.h. jetzt allerdings nicht, dass Rums aus den John Dore Pot Stills kategorisch schlechter sind als jene aus der Vendome. Das beste Beispiel hierfür ist der Blackadder Raw Cask St. Lucia 1999 12 YO aus der John Dore I. Dieser Abfüllung ist für mich bis heute der beste Rum aus St. Lucia. Daran ändert auch die heutige Abfüllung nichts. Man kann nur hoffen, dass die neuen Rum-Keller mit einem gemäßigten Fasseinfluß wieder einen solchen Edelstein von gleicher oder gar besserer Qualität hervorbringen. Die Hoffnung darauf habe ich bis jetzt nicht aufgegeben. Dieses Review hatte sich leider etwas verzögert. Zur Zeit arbeite ich mit Druck an der Fertigstellung eines kleinen Werkes, das ich euch hier auf dem Blog präsentieren möchte. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber ihr dürft gespannt sein. Verzeiht mir also bitte, wenn die Reviews die nächste Zeit mit einem etwas größerem Abstand veröffentlicht werden. Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag und bleibt gesund!

 

Marco Freyer

(91/100)

 

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Hello people! This is the third review in years of my absence from the rum blogger scene. Today comes the second rum from St. Lucia, which was released in 2020. It's the St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO!


The Bottling:

This barrel was chosen by Evanius Harris, who has blended rums for over 30 years and works as a "Master Blender" for St. Lucia Distillers. In 2011, under the direction of Laurie Barnard († 2012), the Chairman‘s Reserve 1931 editions were created with him. This selected bottling consists only of rum that was produced in the Vendome Pot Still. When I first introduced them on the blog, I loved the Secret Treasures Selection Privée St. Lucia Distillers Vendome 6 YO a little more than the Secret Treasures Selection Privée St. Lucia Distillers Vendome 9 YO and the Secret Treasures Selection Privée St. Lucia Distillers John Dore 9 YO . Would that still be the case today? My taste and preferences have changed a bit during this break of mine. The three rums of “The Secret Treasures Selection Priveé” series came unexpectedly at the time and iirc nobody made a review or a callout. Back then I only found them by chance, but took my time with the purchase. A big mistake. A few weeks later the rums were gone. Nevertheless, I was pleasantly surprised, as the rums were apparently not only liked by myself but by many others as well. Later that year, I took my time off and lost sight of St. Lucia. My focus moved to India, the Levant, the islands in the Atlantic and finally to the former colonies of Spain and Portugal on the new American continent. A lot had happened in the rum world while I was sticking my nose into old books.

This year two more rums from the Vendome pot still appeared in the UK. The St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection "The UK Rum Club" 2011 9 YO (Cask 1731109) with 59.5% vol. and the St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection “Royal Mile Whiskeys” 2011 9YO (Cask 1981109) with 60.9% vol. Both are only available in the UK for around £ 90. Logically, I cannot compare these two bottlings and the predecessors from 2019, because I do not own them. St. Lucia Distillers, owned by Colonial Life Insurance Company (CLICO), changed hands in 2016 for allegedly $ 80 million and was bought by Groupe Bernard Hayot (GBH). This company wants to invest heavily in the equipment of the distillery. This includes buildings for a “must-see distillery tour”, new fermentation, molasses and water tanks. In addition, work began on two rum cellars, a bottle filling system and another tank storage facility for "alcohol" (whatever that means). The latter project should theoretically have been completed in December 2020. Three years after the sale of the distillery, the sale of single casks apparently began under the Chairman's Reserve Master's Selection label for various shops and bottlers. I absolutely did not expect the distillery's final decision. My last information was that St. Lucia doesn't want to sell any more to Scheer. So my hopes for single casks were actually dead. Luckily it didn't turn out that way and we “nerds”, who are still a niche market in the rum business, are now also spoiled with these bottlings. The fact that these have not been on sale for long and disappear relatively quickly, however, actually speaks in my eyes for a demand overhang, i.e. the demand is greater than what we in Europe are about to get. But let's take a positive view: We get single cask rums from St. Lucia at all. And when I look at the quality of the last two bottlings from 2020, then these barrels were no dust collectors on the shelves, total failures or even part of the meager remainder that is left over after the main blending business has been done and is then pushed onto this market as a (allegedly) gesture of goodwill. I am not pointing fingers but everyone should now who I mean. But enough of the whining. Let's finally start tasting of this rum!


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Tasting :

Price: I paid 70 bucks (i.e. €) for each bottle

Age: The official age is 9 years. The rum was distilled in 2011 and it was bottled last year (2020).

ABV: Massive 56% abv. According to Saint Lucian Distillers this was the cask strength of the barrel 139022010 (ex-Bourbon-Cask).

Process of distillation: The vendome pot still of the distillery was used. The Pot Still was manufactured by Vendome Copper and Brass Works Incorporated (USA, Louisville, Kentucky).

Colour: Amber.

Viscosity: Fat streaks form on the glass and leave an oily film.

Nose: I recognize very weak adhesive aromas after an hour in which the rum was allowed to breathe under a glass lid. Vanilla mixed with oak aromas, aniseed and caramel from the barrel float in the glass. There are also all kinds of exotic fruits. I recognize mangoes and ripe papayas. Leather and a touch of toffee combine the aforementioned smells. After swiveling the glass, I can also recognise a hint of cinnamon. Bananas? Apricots? I'm not sure. What I definitely smell is a slight medicinal smell mixed with honey. This combination makes my heart beat faster. Old readers of this blog may still remember this smell combination. If you wet the glass wall freshly with rum, wait a few seconds and then dip your nose into the glass, you will be served with wonderful sugar cane aromas and very light ester nuances. Herbs and tobacco then take over and dominate the nose. Tobacco and charred wood. The anise makes me think of black tea. If you don't let the rum breathe for too long, the fruits and honey are more clearly present. For 9 years of maturation this rum smells very good.

Palate: The alcohol burns pleasantly in the mouth. Then there are exotic fruits, including papayas, bananas and also apricots, closely followed by the barrel influence in the form of oak, anise and tart tobacco leaves. Then herbs, caramel and leather emerge. Memories of black tea again. In the end, a herbal taste remains in the mouth. With the second sip, the alcohol burns a little stronger. Strong fruit aromas again, oak and spices. I recognize anise and a hint of cinnamon. The barrel gains the upper hand the more rum you put in your mouth. It gets bigger. At the beginning, shortly after the alcohol has waned and the fruit floods the palate, you can taste a very slight sweetness, which quickly disappears as soon as the tobacco and oak aromas gain the upper hand. The rum then tends to have a light and dry bitterness. The barrel influence is not too dominant but nicely integrated. At the end you can taste smoke, herbs and a hint of salt on the palate.

Finish: The finish begins with medicinal aromas. Fruits then briefly appear before they are overrun and displaced by oak, herbs and anise. After the second sip, the medicinal taste is even stronger. This time less fruit, but more oak and tobacco, both interwoven with a hint of cinnamon. The rum is pleasantly dry in the finish. In the end, only oak and herbs remain in the mouth. Several sips even strengthen the dry palate a little. If you don't leave the rum in the mouth for too long and swallow it down, then the sweetness even reaches the beginning of the finish and makes it even more intense.


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Conclusion: For me, the St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO is better than the bottling from the last review. The barrel influence was more subtle and the taste of the Vendome Pot Still still comes through beautifully. On the other hand, the two Vendome rums of "The Secret Treasures Selection Priveé" series also lose. This makes this rum the best St. Lucia in 2020 so far. I can't say anything about the two bottlings available in the UK, as the BREXIT made a delivery to Germany impossible. Even the hefty price will probably prevent me from buying them in January when the shipping is planned to be resumed. The two rums available in this country (i.e. Germany), which I have presented here so far, were by far the better deal instead of paying more and taking the risk of customs trouble. The slightly better rating of the St. Lucia Distiller's Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO can be attributed to my preference for the medicine-honey flavors. It marks a style that opened my eyes at the beginning of my rum career and has shaped me to this day. This does not mean, however, that rums from the John Dore pot stills are categorically worse than those from the Vendome. The best example of this is the Blackadder Raw Cask St. Lucia 1999 12 YO from John Dore I. For me, this bottling is still the best rum from St. Lucia. Even today's bottling does not change that. One can only hope that the new rum cellars with a moderate barrel influence will again produce such a gem of the same or even better quality. I haven't given up hope for it yet. Unfortunately, this review was delayed a bit. At the moment I am working hard on the completion of a small work that I would like to present to you here on the blog. I don't want to reveal too much yet, but you can be curious. So please forgive me if the reviews will be published with a bigger delay in bewteen in the near future. I wish you all a nice Sunday and stay healthy!


Marco Freyer

(91/100)



Montag, 28. Dezember 2020

St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection RA & RTN 2011 9YO

 

(the English part is below, just skip the German part)


Ich hoffe ihr hattet eine besinnliche Weinachtszeit. Kommen wir zum Zweiten Review auf B.A.M. seit meiner längeren Auszeit. Das heute ein Rum aus St. Lucia an der Reihe ist stand schon seit dem letzten Review fest. Aber welcher nun genau? Schließlich gab es zwei interessante Abfüllungen in Deutschland. Die Erste folgt heute mit dem Review des St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection RA & RTN 2011 9YO!

Zur Abfüllung:

Hätte ich mein Comeback erst im Januar 2021 gemacht, dann hätte ich wohl die heutige Abfüllung verpasst. Dank Patrick Lingel und Johannes Breit wurde ich auf eine Aufteilung dieser Abfüllung aufmerksam, die unter der Aufsicht von TheRumCask stattfand. So konnte ich mir die letzte Flasche dieser Abfüllung in dieser Aufteilung sicherstellen. Da es aber zu Verzögerungen im Versand zu TheRumCask kam und der Rum schon bei einem großen deutschen Shop ausverkauft war, wurde ich etwas nervös. Schließlich war ich der letzte bei der Teilung und für mich war diese Lieferung nicht selbstverständlich. Zum Glück kam die Flasche von TheRumCask wohlbehalten an. Kurz danach war die Abfüllung fast überall verschwunden. All dies weckte Erinnerungen in mir an die „The Secret Treasures Selection Priveé“-Reihe. Da war der Ausverkauf zwar nicht so schnell, aber damals zögerte ich zu lange mit einer Neubestellung, was ich im Nachhinein bereut habe. Danke Patrick und Johannes für diese Gelegenheit! Diese Abfüllung wäre meiner Aufmerksamkeit sonst wohl gänzlich entgangen. Allerdings kam es zu Verzögerungen meinerseits, weswegen dieses Review sich verspätete. Angepeilt war eine Veröffentlichung vor Weihnachten. Es gab allerdings auch einen guten Grund diese Abfüllung und damit auch das Review hinauszuzögern. Mehr davon im Fazit.

Seitdem meinem Weggang hat sich einiges im Marken-Bereich dieser Destillerie getan. Von den Single Casks welche exklusive Pot-Still Destillate aufwiesen gab es im Jahre 2019 mindestens fünf Stück: Den Chairman’s Reserve Master's Selection 2000 19YO „Spiribam”, den Chairman’s Reserve Master's Selection 2006 13YO „Old Brothers”, den Chairman’s Reserve Master's Selection 2006 13YO „The Whisky Exchange”, den Chairman’s Reserve Master's Selection 2006 13YO “Bitters & Bottlesund last but not least den Chairman’s Reserve Master's Selection 2006 13YO “Royal Mile Whiskies” (56%). Es könnten aber auch noch mehr Abfüllungen gewesen sein. Jene Abfüllungen, die entweder ganz oder zum Teil kontinuierlich hergestellte Rums in sich hatten, habe ich weggelassen. Warum? Eine reine persönliche Entscheidung, die auf einen Fehlkauf zurückzuführen ist. Zu diesem „Fehlkauf“ wird es vielleicht noch ein gesondertes Review geben. Vor relativ kurzer Zeit wurde der St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO (Vendome) und schließlich auch die heutige Abfüllung in Deutschland veröffentlicht, welche zu 50% aus der Vendome Still und zu 50% aus der John Dore Nr. 1 besteht. Diese Abfüllung entstand in einer Zusammenarbeit zwischen Rum Artesanal und den Rum Tasting Notes. Hinter Rum Artesanal (Heinz Eggert GmbH) versteckt sich Dominik Marwede und für die Rum Tasting Notes App ist Oliver Gerhardt verantwortlich. Die Namen der Tester sind mir aber nicht wirklich bekannt. Nur das Ergebnis ihrer Wahl. Noch ein Hinweis in eigener Sache: Ich kann die heutige Abfüllung nur mit den mir zu Verfügung stehenden Rums vergleichen. Alle anderen zuvor genannten Abfüllungen unter dem Chairman's Reserve Master's Selection Label besitze ich nicht und kann hierzu auch keine Assoziationen erstellen. Ein Review zum St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO (Vendome) wird in 2021 folgen.

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Verkostung :

Preis: Der Reguläre Preis war um die 90€.

Alter: Der Rum wurde 2011 hergestellt und dieses Jahr abgefüllt. Damit beläuft sich das Alter auf 9 Jahre. Das Fass hatte die Nummer 209112009 (Ex-Bourbon-Cask) und brachte 261 Flaschen hervor.

Alkoholstärke: Der Blend hat einen Alkoholgehalt von 59,8%vol.

Destillationsverfahren: Der Blend ist ausschließlich mit Pot Stills produziert worden, nämlich mit der John Dore Nr. 1 und der Vendome.

Farbe: Kräftige Bernsteinfarbe.

Viskosität: Viele Schlieren entlang der Glaswand. Es bildet sich zum Abschluss ein öliger Film der am Glas haften bleibt.

Nase: Nach einer Stunde im Glas rieche ich etwas entfernt vom Glasrand Honig, Zuckerrohr und Eiche. Direkt am Glas werden die Zuckerrohraromen stärker. Nun sind auch exotische Früchte klar erkennbar. Bananen und überreife Papayas mit einer wunderschönen Süße umschmeicheln die Nase. Dazu kommen noch herber Tabak, verkohltes Holz, Leder und ein Hauch Karamell. Nach dieser Vergleichsweisen langen Zeit im Glas entfaltet der Rum sein ganzes Potenzial. Tief im Glas wird die Süße etwas schwächer. Nuancen von Honig, Gewürze in Form von Zimt und Anis, Eiche, Tabak und Leder dominieren. Fast völlig versteckt erkenne ich einen ganz schwachen Hauch von Estern. Die Früchte vermag ich nicht mehr eindeutig zu erkennen. Auch die Gewürze sind nun zu kompakt, als das ich einzelne Aromen herauspicken könnte. Benetzt man das Glas frisch mit Rum kitzelt der Alkohol leicht in der Nase, begleitet von wunderschönen Eichenaromen, exotischen Früchten und Gewürzen, darunter Nelken und Anis. Ich fühle mich etwas an schwarzen Tee erinnert. Der Anisgeruch wird immer stärker und man kann nun auch den Tabak riechen. Der Alkohol verschwindet relativ rasch. Die eingangs erwähnte Süße blitzt am Anfang nur sehr kurz auf und wird dann schnell von anderen Gerüchen verdrängt. Die Gewürze, Eiche und der Tabak sind zu einfach kräftig ausgeprägt. Möchte man diese Süße Genießen, dann muss man dem Rum Zeit geben.

Gaumen: Leicht brennt der Alkohol am Gaumen. Dann fluten Eichenaromen und Gewürze den Mundraum, dicht gefolgt von sehr schwachen exotischen Früchten, die aber sehr schnell von den Gewürzaromen überrannt und verdrängt werden. Die Süße in der Nase ist am Gaumen nicht vorhanden. Es dominieren die Fassaromen. Leder, Karamell und herber Tabak runden das Erscheinungsbild ab. Man kann zwar exotische Früchte erahnen, aber ich kann diese nicht eindeutig zuordnen. Beim zweiten Schluck steigern sich die Gewürze und die Eiche noch weiter. Toffee? Der Rum schmeckt sehr fasslastig. Eine leicht säuerliche Note blitzt auf, verschwindet aber sehr rasch. Ich kann keinerlei Süße erkennen. Herbe Kräuter, dazu Gewürze wie Anis und auch Tabak begleiten die Eiche. Der dritte Schluck bringt etwas Veränderung in Form von schwarzem Tee, Nelken und Toffee. Das Profil des Rums ist medizinisch, begleitet von Holzkohle und Rauch.

Abgang: Tabak, Rauch und Holzkohle, vermischt mit Gewürzen leiten den Abgang ein. Ich kann Anis und Nelken erkennen. Auch nach dem zweiten Schluck sehr kräftige Eichenaromen und Gewürze. Letztere verbleiben relativ lange am Gaumen. Nach dem dritten Schluck trocknet der Rum den Mund wunderschön aus. Ganz schwach kann ich Aromen von Honig erkennen und.... Bleistiftspäne? Wieder dominieren die Fassaromen. Der Rum ist im Abgang trocken.

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Fazit: Ich habe insgesamt zwei Tastings für dieses Review veranschlagt in dem ich alle St. Lucia Rums miteinander verglich. Besonders nach dem ersten Tasting am 19.12, also kurz nach dem Erhalt der Abfüllung, war ich sehr verunsichert und verwundert, da ich mit einem anderen Ergebnis gerechnet hatte. Jetzt nach dem zweiten Tasting ist meine Meinung allerdings gefestigt. Das Verschieben des Reviews war die richtige Entscheidung. Der Vergleich mit dem TST Selection Priveé St. Lucia Distillers John Dore 9 YO ergab einen deutlichen Unterschied in der Nase nach über 1 Stunde im Glas. Am Gaumen waren die Unterschiede nicht mehr so gravierend. Im Abgang dreht der St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection RA & RTN 2011 9YO allerdings noch einmal auf und wirkt dort gefühlt kräftiger als der TST. Die geschmackliche Fassreife ist meiner Meinung etwas stärker ausgeprägt als beim TST Selection Priveé St. Lucia Distillers John Dore 9 YO. Das merkt man an den Gewürzen besonders im Abgang, wenn man beide Rums miteinander vergleicht. Erst nach etwas längerer Standzeit im Glas nimmt der St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection RA & RTN 2011 9YO an Fahrt auf und überzeugte mit einer wunderschönen Süße. Dieser Rum braucht einige Zeit im Glas. Am Gaumen schenkten sich beide Abfüllungen fast nichts. Alles in allem siegt RA & RTN knapp über den TST, aber nicht so haushoch wie ich persönlich erwartet habe. Der TST muss sich also geschlagen geben. Und weil einige alte Hasen auch zu meinen Lesern gehören, will ich noch einen finalen Vergleich mit dem Blackadder Raw Cask St. Lucia 1999 12 YO aus der John Dore I machen. Den Vergleich verlieren diese beiden Rums allerdings deutlich. Der Blackadder zeigt auch wunderschön, wie kraftvoll und ausgeprägt ein Rum aus der John Dore I Pot Still sein kann, wenn der Fasseinfluss nicht zu groß ist. Außerdem verglich ich die heutige Abfüllung mit beiden Vendom Abfüllungen von TST und dem St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO (Vendome). Gegenüber dem TST Selection Priveé St. Lucia Distillers Vendome 6 YO, den ich damals gut bewertete, ist er nur minimal besser. Das ist zumindest meine Meinung. Und wie sieht es mit dem Rum von Evanius Harris aus? Das erfahrt ihr leider erst im nächsten Review. Ich muss gestehen, dass mir die Entscheidung zur Bewertung nicht leicht fiel. Im ersten Tasting waren der TST und diese Abfüllung auf Augenhöhe. Erst nach dem zweiten Tasting gebe ich dem St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection RA & RTN 2011 9YO einen Vorsprung zum TST. Man sollte auf jeden Fall einen leicht trockenen Abgang bevorzugen, oder man wird diese Abfüllung nicht mögen. Der Fasseinfluss hat hier auch schon den optimalen Einfluss überschritten. Einige Jahre mehr und er wäre mir wohl persönlich zu krass gewesen. Eine sehr gute Balance zwischen Reife und originalem Geschmack der John Dore I hatte bisher in meinen Augen nur der Blackadder vollbracht. Zu den anderen Abfüllungen aus 2019 kann ich nichts sagen, da ich sie nicht besitze. Wenn es um die Rums aus der Vendome ging, so war lange der 6 Jahre alte TST mein Favorit. Bis jetzt jedenfalls. Das war es für heute. Das nächste Review gibt es erst im nächsten Jahr. Ich wünsche Euch allen schon einmal einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr. Bleibt gesund!

Marco Freyer

(90/100)

 

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I hope you had a merry Christmas time. Today will be the second review on B.A.M. since my long time of absence. I already made my decision what rum it will be while I was writing the last review. Today's rum is from St. Lucia. But which one exactly? After all, there were two interesting bottling’s released this winter in Germany. The first of those will be today's review which is the St. Lucia Distiller Chairman's Reserve Master's Selection RA & RTN 2011 9YO!

The Bottling:

Had I made my comeback in January 2021, I would have probably missed today's bottling. Thanks to Patrick Lingel and Johannes Breit, I became aware of a division of this bottling, which took place under the supervision of TheRumCask. So I was able to secure the last bottle of this bottling in this distribution. However, since there were delays in shipping to TheRumCask and the rum was already sold out at a large German shop, I got a bit nervous. After all, I was the last guy to participate in this and I did not expect a guranteed delivery at all. Fortunately, the bottle from TheRumCask arrived safely. Shortly afterwards the bottling had disappeared almost everywhere. All of this brought back some memories of The Secret Treasures Selection Priveé series. The sale back then wasn't that fast, but at the time I hesitated too long before placing a new order, which I regretted in retrospect. Thank you Patrick and Johannes for this opportunity! Otherwise this bottling would have escaped my attention completely. However, there were delays on my part, which is why this review was pushed back. The aim was to release it before Christmas. However, there was also a good reason to postpone this bottling and with it the review. More of that in the conclusion.

A lot has happened around this distillery and their brand portfolio since my long break which started in 2017. There were at least five single casks with exclusive pot-still distillates in 2019: The Chairman's Reserve Master's Selection 2000 19YO “Spiribam”, the Chairman's Reserve Master's Selection 2006 13YO “Old Brothers”, the Chairman's Reserve Master's Selection 2006 13YO “The Whiskey Exchange”, the Chairman's Reserve Master's Selection 2006 13YO “Bitters & Bottles” and last but not least the Chairman's Reserve Master's Selection 2006 13YO “Royal Mile Whiskies” (56%). But it could also have been more bottlings. I left out those bottlings that contained either wholly or partly continuously produced rums. Why? A purely personal decision that can be traced back to a bad buy. There may be a separate review for this “bad buy”. A relatively short time ago, the St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO (Vendome) and finally also today's bottling was published in Germany, which consists 50% of rums made with the Vendome Still and 50% with rums made with the John Dore No. 1. This bottling was created in a collaboration between Rum Artesanal and the Rum Tasting Notes. Dominik Marwede is hiding behind the company Rum Artesanal (Heinz Eggert GmbH) and Oliver Gerhardt is responsible for the Rum Tasting Notes app. The names of the testers are not really known to me. Just the result of their choice. Another note on my own account: I can only compare today's bottling with the rums available to me. I do not own any of the other bottlings mentioned above under the Chairman's Reserve Master's Selection label released in 2019 and I cannot make any associations with them. A review of the St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO (Vendome) will follow in 2021.

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Tasting :

Price: The regular price was around 90€.

Age: The rum was distilled in 2011 and bottled this year. The age is therefore 9 years. The barrel had the number 209112009 (ex-Bourbon-Cask) and produced 261 bottles.

ABV: The blend has an alcohol content of 59.8% vol.

Process of distillation: The blend was produced exclusively with pot stills, namely with the John Dore No. 1 and the Vendome.

Colour: Strong amber.

Viscosity: Many streaks along the glass wall. At the end, an oily film is formed that sticks to the glass.

Nose: After an hour in the glass, I smell honey, sugar cane and oak just a little away from the edge of the glass. The sugar cane is becoming stronger when approaching the edge with the nose. Now exotic fruits are also clearly recognizable. Bananas and overripe papayas with a wonderful sweetness caress the nose. There is also bitter tobacco, charred wood, leather and a touch of caramel. After this relatively long time in the glass, the rum unfolds its full potential. The sweetness is a little weaker deep in the glass. Nuances of honey, spices in the form of cinnamon and anise, oak, tobacco and leather dominate. Almost completely hidden, I smell a very faint hint of esters. I can no longer clearly identify the fruits. The spices are now too compact for me to pick out individual aromas. If you wet the glass freshly with the rum (ie you spin it), the alcohol will tickle your nose, accompanied by beautiful oak aromas, exotic fruits and spices, including cloves and aniseed. I am somehow reminded of black tea while sniffing the rum deep inside the glass. The aniseed smell is getting stronger and you can now recognize the tobacco too. The alcohol disappears relatively quickly. The aforementioned sweetness at the beginning after one hour of breathing now only flashes very briefly and is then quickly displaced by other smells. The spices, oak and tobacco are simply too strong. If you want to enjoy this sweetness and the full potential of the rum, then you have to let it breathe. This one is not really for the impatient.

Palate: The alcohol burns slightly on the palate. Then the oak and spices are flooding the mouth, closely followed by very weak exotic fruits, which are quickly overrun and displaced by the spice aromas. The sweetness in the nose is absent on the palate. The barrel aromas dominate. Leather, caramel and tart tobacco round off the appearance. I can vagely recognize some exotic fruits, but I cannot clearly assign them to specific aromas. The second sip increases the spices and oak even further. The rum tastes very barrel-heavy. Toffee? A slightly sour note flashes, but disappears very quickly. I can't taste any sweetness in this rum, but it is not really bitter either. Tart herbs and spices such as aniseed and tobacco accompany the oak. The third sip brings some change in the form of black tea, clove and toffee. The profile tastes medicinal, accompanied by charcoal and smoke.

Finish: Tobacco, smoke and charcoal mixed with spices introduce the finish. I can identify anise and cloves. After the second sip, very strong oak aromas and spices. The latter remain on the palate for a relatively long time. After the third sip, the rum dries out your mouth beautifully. Now I can taste aromas of very faintly honey too and... pencil shavings?. The barrel dominates again, but there is no bitterness creeping up the tongue. The rum is dry in the finish.

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Conclusion: I conducted a total of two tastings for this review in which I compared all St. Lucia rums with each other. Especially after the first tasting on December 19th, shortly after receiving the bottling, I was very insecure and surprised, as I had expected a different result. Now, after the second tasting, my opinion is solid. Postponing the review was definitely the right decision. The comparison with the TST Selection Priveé St. Lucia Distillers John Dore 9 YO showed a clear difference in the nose after more than 1 hour in the glass. But on the palate these differences were not so vast as I had expected it. In the finish, the St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection RA & RTN 2011 9YO wins again and the rum feels stronger (ie more tasteful) than the TST. In my opinion, the taste of barrel maturation is somewhat more pronounced than that of the TST Selection Priveé St. Lucia Distillers John Dore 9 YO. You notice this in the spices, especially in the finish, when you compare the two rums. After a longer period in the glass the St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection RA & RTN 2011 9YO picks up speed and does impress with a wonderful sweetness. On the palate, both bottling’s quality-wise are nearly on par. All in all, the RA & RTN wins over the TST, but not as big as I personally expected. The TST has to admit defeat. And now, for the old Ones among us, I want to make a final comparison with the Blackadder Raw Cask St. Lucia 1999 12 YO made with the John Dore I. Both young rums lose the comparison. The Blackadder beautifully shows how powerful and pronounced a rum from the John Dore I Pot Still can be if the barrel influence is not too great. I also compared today's bottling with both Vendom bottlings from TST and the St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO (Vendome). The TST Selection Priveé St. Lucia Distillers Vendome 6 YO, which I liked very much back then, is only slightly less good as today’s bottling. But what about the rum from Evanius Harris? Well you’ll have to wait. The Evanius Harris will get its one review, which will soon follow. I have to admit that the decision to evaluate the quality level was not an easy one for me. In the first tasting, the TST and this bottling were at the same quality level. Only after the second tasting I did give the St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection RA & RTN 2011 9YO a little head start over the TST. You should definitely like a slightly dry finish, or you won't like this bottling. The barrel influence has already exceeded the optimal point influence here. A few more years and it would have possibly destroyed the content. A very good balance between maturity and original taste of the John Dore I Pot Still had so far only been achieved by the Blackadder. I can't comment on the other bottling’s from 2019 as I don't own them. When it came to the rums made with the Vendome, the 6 year old TST was my favorite for a long time. Until now anyway. That is it for today. The next review will not be available until next year. I wish you all a Happy New Year. Stay safe and healthy!

Marco Freyer

(90/100)