Sonntag, 7. November 2021

Rhum Agricole Neisson X.O. Rhum Vieux

 (the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute!

Heute gibt es mal wieder eine martinikanische Abfüllung zur Verkostung. Leider zwingt mich eine Erkältung Tasting-Notes von vor knapp einer Woche zu verwenden. Zwischenzeitlich bekam ich ein Sample eines sehr interessanten Demerara Rums, den ich euch heute hier gern vorgestellt hätte, aber mein Körper hat etwas dagegen. Die heutige Abfüllung ist der Rhum Agricole Neisson X.O. Rhum Vieux!


Zur Abfüllung:

Adrien und Jean Hildebert Pamphile Neisson, die beiden Söhne eines kreolischen Metzgers, kauften im Jahre 1932 Land in La Thieubert (Florette Camard-Hayot, 1997). Der jüngere der beiden Brüder, Jean Hildebert, nutzte seine Chance um in Frankreich zu studieren, während sein älterer Bruder Adrien Neisson zurückblieb. Die ursprünglichen 20 Hektar waren ungenügend und so musste er Land in Saint-Pierre pachten. Er gründete eine kleine Brennerei. Sein zugesprochenes Kontingent der Quote, welche von der französischen Regierung allen Kolonien nach Ende des 1. Weltkrieges auferlegt wurde, nachdem kolonialer Alkohol die Metropole im Jahr 1919 regelrecht überflutet hatte, konnte er ohne Probleme vor Ort verkaufen. Es war zu Beginn also nur der heimische Konsum, den die Brennerei bedient hatte. Währenddessen absolvierte sein Bruder Jean erfolgreich sein Studium am Institut de Chimie de Paris und heiratete eine Apothekerin. Er blieb in Paris und gründete eine Firma für Import-Export. Er war es, der die charakteristische Neisson-Flaschenform mit Siebdrucketikett und eckigen Schultern, auch "Zépol Karé" genannt, entwarf. In den 1950igern verweilte Jean nun auf Martinique und widmete sich intensiver der Rhum-Herstellung. Hierbei halfen ihm die in seinem Studium erworbenen Kenntnisse als Chemiker beträchtlich. Im Jahre 1958 wurde schließlich eine neue kupferne „Savalle“ installiert. Diese Savalle ist allerdings nicht diejenige, die man in den alten Patenten findet. Jean modifizierte sie. Diese Modifikationen sollen es sein, welche für die grandiose Qualität von Neisson bürgen. Wenn man sich die Savalle als eine Orgel vorstellt, dann war es Adrien Neisson, welcher ihr die Melodie des „Neisson“ entlockt hat. Nach dem Tod seines Bruders Adrien im Jahre 1971 übernimmt Jean die Leitung des Betriebs und pendelt zwischen Martinique und Paris hin und her. Der Rhumverkauf in Frankreich wurde immer wichtiger. Mit seinem Tod im Jahre 1986 brach eine Zeit der Ungewissheit an. Die Nachfolge war nicht wirklich geklärt. Seine Tochter Claudine Neisson-Vernant übernahm nicht die Leitung des Geschäfts. Allerdings hatte Jean Neisson seine Leidenschaft und sein Wissen an seinen damals 15-jährigen Enkel Grégory weitergegeben. Der Übergang wurde durch seine Schwester Gabrielle, einem engen Familienfreund namens Ernest René-Corail, und des ehemaligen Brenners Emmanuel Fedronic gesichert. So wurde schließlich die Brennerei am Laufen gehalten. Gabrielle selbst starb 1995. Jetzt entschloss sich Claudine Neisson-Vernant den Wunsch ihres Vaters Jean Neisson endlich zu erfüllen und übernahm die Leitung des Geschäfts. Zusammen mit Grégory Vernant hält sie die Brennerei am Laufen und schafften sie es sogar, einen Bio-Rhum mit AOC-Siegel herzustellen. Auf den 40 Hektar großen Gebiet werden nur rund drei- bis viertausend Tonnen an Zuckerrohr geerntet, welche nur 400.000 Liter an Rhum produzieren. Diese bescheidene Menge verhindert, nach eigener Aussage, eine größere Belieferung und sorgt immer wieder für schnelle Ausverkäufe bei den Abfüllungen.

Diese Abfüllung unterschiedet sich vom Namensvetter mit 48,5%vol beim Alter der verwendeten Rhums. Die heutige Abfüllung soll drei bis neun Jahre alte Rhums beinhalten. Die Version mit 48,5%vol neun bis zwölf Jahre. Dies schlug sich deutlich beim geforderten Preis durch, war aber immer noch human. Probiert habe ich nur die heutige Abfüllung mit 45%vol. Ich denke wir haben das Notwendigste abgefrühstückt und können endlich zur Verkostung selbst übergehen.


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Verkostung :

Preis: Ich habe ca. 58 € für meine erste Flasche bezahlt.

Alter: Rhums mit einem Alter von drei bis neun Jahren.

Alkoholstärke: 45%vol.

Destillationsverfahren: Jean Neissons „Savalle“-Still.

Farbe: Sattes Gold.

Viskosität: Langsam fließt der Rhum am Glas hinab und bildet einen schmierigen Film.

Nase: Beim Abnehmen des Deckels entströmt Vanille, Karamell, dezentes Zuckerrohr, ein Hauch von Kokosnuss und Zedernholz dem Glas. Dazu kommen noch exotische Früchte wie Mangos und schwache Bananenaromen. Der Alkohol ist nur sehr schwach präsent. Diese Eindrücke sind etwas weiter entfernt vom Glasrand wahrnehmbar. Taucht man die Nase tief ins Glas, dann wird man mit schwachen Zuckerrohraromen, Zedernholz, Zedernholz und sehr schwachen Esteraromen konfrontiert. Ein wenig werde ich bei dieser Nase an ein exotisches Bananeneis erinnert, in das man Zuckerrohrsaft beigemischt hat. Die Fassreife ist sehr gut eingebunden und zu keiner Zeit dominant. Bei einem tiefen Atemzug denkt man Orangen, Zimt, Eiche und kann auch ein wenig Rauch erkennen. Der Agricole besitzt ein gewisses medizinisches Profil, welches aber zu keinem Zeitpunkt dominant ist. Es ist eher ein wunderschönes Wechselspiel zwischen exotischen Früchten vieler Arten, ganz schwachen Esteraromen, Vanille, Zedernholz und den medizinischen Gerüchen. Die Nase ist leicht süßlich. Das Vanillearome, vermischt mit der Eiche vom Fass verleiht diesem Agricole einen besonderen Touch. Das Zuckerohr ist bei weitem nicht so dominant, wie man es von anderen martinikanischen Agricoles her kennt. Ein Neisson in Fassstärke auf einem Niveau und bei dieser Reife muss etwas Besonderes sein.

Gaumen: Beim ersten Schluck schmeckt man zuerst süßes Zuckerrohr, dann Vanille, Zedernholz und exotische Früchte, darunter Bananen und Mangos, wobei die Bananen etwas stärker vorhanden sind. Der Alkohol brennt nur sehr sanft am Gaumen und ist zu keinem Zeitpunkt störend. Der Rhum wird zunehmen pflanzlicher. Das Zuckerrohr nimmt etwas zu, bevor es verblasst und medizinischen Geschmackskomponenten den Vorrang überlässt. Exotische Früchte, Rauch, Kräuter und Zuckerrohr verweilen am Ende im Mund. Beim zweiten Schluck brennt der Alkohol nun etwas mehr. Eine leichte Säure flutet den Mundraum, begleitet von Zuckerrohr, exotischen Früchten und Eichenaromen. Dann kommen Gewürze wie Zimt und Rauch zum Vorschein. Das Zuckerrohr ist zu jedem Zeitpunkt sehr dezent und ist immer wieder nur ein Begleiter der anderen Eindrücke und dominiert den Gaumen nicht. Der Rhum wird wieder pflanzlich und schmeckt nach Mangos, einem Hauch Orangen und Zimt. Medizinische Nuancen, Zuckerrohr, Eiche und nur noch minimale Früchte bilden den Abschluss. Beim dritten Schluck zuerst Zederholz, Vanille, Mangos, Bananen und Rauch. Die medizinischen Geschmackskomponenten werden stärker. Die Süße ist verschwunden und der Agricole schmeckt medizinisch bis leicht säuerlich. Dann Rauch satt, vermischt mit Anflügen von Gewürzen. Der Agricole brennt nun am Stärksten, ist aber immer noch ein Gaumenschmeichler.

Abgang: Nach dem ersten Schluck Rauch, Gewürze, Eiche und zartes Zuckerrohr, vermischt mit Leder, Karamell und Mangos. Dann werden die Gewürze stärker und der Abgang wird pflanzlich. Nach dem zweiten Schluck wieder Gewürze, Zuckerrohr und Eiche. Der Agricole wird sehr schnell wieder pflanzlich und trocknet den Mundraum dieses mal aus. Ein medizinischer Geschmack mit Rauch dominiert nun den Abgang des dritten Schlucks. Nur ganz kurz huscht ein Hauch Vanille und Bananenaromen über die Zunge, bevor sie dem Zedernholz weichen. Der Agricole hat keine nennenswerte Bitterkeit und trocknet den Mundraum nun wunderschön aus.


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Fazit: Der Rhum Agricole Neisson XO ist eine kleine Perle unter den martinikanischen Rhum Agricoles. Für dieses Geld bekommt man einen sehr guten landwirtschaftlich hergestellten Rhum. Man kann hier nicht anders, als Grégory Vernant und auch Jean Neisson (1986) für die Erschaffung und den Erhalt dieses Stils zu gratulieren. Auch Claudine Neisson-Vernant gebührt ein großer Respekt für das Geleistete. Es wird hier nicht nur ein sehr solides Produkt abgeliefert, sondern auch eine Abfüllung kreiert, die über viele andere Standard-Abfüllungen thront. Lassen sie sich von der Bewertung bitte nicht täuschen. Es mag nur das obere Ende des Mittelfelds sein, aber diese Bewertungen sind dem Standard der Spirituosenindustrie geschuldet, die ich am Anfang meiner Rum-Karriere nicht praktizieren wollte, weil sie den Abfüllern und den Abfüllungen nicht immer gerecht wird. Wer nur die Punktezahl ohne das Fazit oder das ganze Review zur Kenntnis nimmt, dem wird hier eine kleine Kostbarkeit entgehen. Zugegeben, es gibt bessere Neisson Abfüllungen. Aber für diesen Preis können sie wahrlich nicht Jammern. Die Interaktion zwischen den Eichenaromen und den exotischen Früchten, mit einer ganz dezenten Zuckerrohrnote, verleihen dieser Abfüllung das gewisse extra. Sollte es diese dominante Zuckerrohrnote sein, die sie hassen oder bevorzugen, dann wird sie dementsprechend diese Abfüllung eher überraschen oder gar enttäuschen. Von den verschiedenen „Profil“ Neissons, besitze ich bis jetzt nur den Profil 105. Zu Beginn wollte ich ein Doppelreview machen. Aber dazu kam es leider nicht und so bekommt er nun sein eigenes Review.

Anmerkung in eigener Sache: Es ist nun wieder eine kleine Weile her, seit ich das letzte Review hochgeladen habe. Alle Zeit, die ich momentan zur Freien Verfügung habe, fließt in das gegenwärtige Projekt. Eigentlich wollte ich vor Wochen schon fertig sein und es ins Englische übersetzen. Da es momentan auf meiner Arbeit drunter und drüber geht und das Chaos Woche für Woche zunimmt, wird mir oft die notwendige Energie geraubt. Für ein ausgiebiges Tasting wie dieses, fehlt mir oft auch noch die Zeit. Hierfür möchte ich mich entschuldigen. Ich hoffe, dass dies nicht zum Dauerzustand wird. Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag!


Marco Freyer

(88/100)


Hello folks!


Today there is again a Martinican bottling on the blog. Unfortunately, a cold forces me to use tasting notes from less than a week ago. In the meantime I got a sample of a very interesting Demerara rum that I would have liked to introduce to you today, but my body is against it. Today's bottling is the Rhum Agricole Neisson X.O. Rhum Vieux!


The Bottling:

Adrien and Jean Hildebert Pamphile Neisson, the two sons of a Creole butcher, bought land in La Thieubert in 1932 (Florette Camard-Hayot, 1997). The younger of the two brothers, Jean Hildebert, used his chance to study in France, while his older brother Adrien Neisson stayed behind. The original 20 hectares were insufficient and he had to lease land in Saint-Pierre. He started a small distillery. His allocated quota, which was imposed by the French government on all colonies after the end of World War I, after colonial alcohol had literally flooded the metropolis in 1919, was sold locally without any problems. In the beginning, the distillery supplied only for the domestic consumption. Meanwhile, his brother Jean successfully completed his studies at the Institut de Chimie de Paris and married a pharmacist. He stayed in Paris and started an import-export company. It was he who designed the characteristic Neisson bottle shape with a screen-printed label and angular shoulders, also known as "Zépol Karé". In the 1950s Jean stayed on Martinique and devoted himself more intensively to the production of rhum. The knowledge he acquired as a chemist during his studies helped him considerably. In 1958 a new copper “Savalle” was finally installed. However, this Savalle is not the one found in the old patents. Jean modified the still. These modifications are supposed to vouch for the great quality of Neisson. If you think of the Savalle as an organ, then it was Adrien Neisson who coaxed the melody of “Neisson” from it. After the death of his brother Adrien in 1971, Jean took over the management of the business and commuted back and forth between Martinique and Paris. The sale of rhum in France became more and more important. With his death in 1986 a time of uncertainty began. The succession was not really clarified. His daughter Claudine Neisson-Vernant did not take over the management of the business. However, Jean Neisson had passed on his passion and knowledge to his then 15-year-old grandson, Grégory. The transition was secured by his sister Gabrielle, a close family friend named Ernest René-Corail, and former distiller Emmanuel Fedronic. This is how the distillery was finally kept going. Gabrielle herself died in 1995. Now Claudine Neisson-Vernant finally decided to fulfill the wish of her father Jean Neisson and took over the management of the business. Together with Grégory Vernant, she keeps the distillery running and together they even managed to produce an organic rhum with the AOC seal. On the 40 hectare area, only around three to four thousand tons of sugar cane are harvested, which only produces 400,000 liters of rhum. According to Claudines statement, this modest amount prevents larger deliveries and repeatedly ensures rapid sell-offs of their rhums.


This bottling differs from the namesake with 48.5%abv in terms of the age of the rhums used. Today's bottling is said to contain three to nine year old rhums. The version with 48.5%abv has nine to twelve year old rhums combined. This was clearly reflected in the demanded price, but it was still humane. I only tried today's bottling with 45%abv. I think thats it. We have had all the essentials. Lets move on to the tasting!



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Tasting :

Price: I paid about 50€ for my first bottle.

Age: Rhums between three and nine years old.

ABV: 45% abv.

Process of distillation: Jean Neisson's “Savalle” still.

Colour: Rich gold.

Viscosity: The rhum slowly flows down the glass and forms a greasy film.

Nose: When you remove the lid, vanilla, caramel, subtle sugar cane, a hint of coconut and cedarwood are escaping the glass. There are also exotic fruits such as mangoes and faint banana aromas. The alcohol is very weak. These impressions are perceptible a little further away from the edge of the glass. If you dip your nose deep into it, then you are confronted with weak sugar cane aromas, cedar wood, cedar wood and very weak ester aromas. This nose reminds me a little of an exotic banana ice cream into which sugar cane juice has been added. The barrel maturity is very well integrated and at no time too dominant. With a deep breath one thinks oranges, cinnamon, oak and can also see a little smoke. The rhum has a certain medical profile, but this is never dominant. It is rather a wonderful interplay between exotic fruits of many kinds, very weak ester aromas, vanilla, cedar wood and the medicinal smells. The nose is slightly sweet. The vanilla aroma, mixed with the oak from the barrel, gives this rhum a special touch. The sugar cane is by far not as dominant as it is known from other Martinican Rhums. A barrel strength Neisson on this level and at this maturity must be something special.

Palate: With tExotic fruits, smoke, herbs and sugar cane linger in the mouth at the end. With the second sip, the alcohol burns a little more. A slight acidity floods the mouth, accompanied by sugar cane, exotic fruits and oak aromas. Then spices like cinnamon and smoke come out. The sugar cane is very subtle at all times and is always only a companion to the other impressions and does not dominate the palate.he first sip you taste first sweet sugar cane, then vanilla, cedarwood and exotic fruits, including bananas and mangoes, with the bananas being a bit stronger. The alcohol burns very gently on the palate and is at no point bothersome. The rhum is becoming more herbal. The sugar cane will gain some weight before it fades, giving priority to medicinal flavor components. Exotic fruits, smoke, herbs and sugar cane linger in the mouth at the end. With the second sip, the alcohol burns a little more. A slight acidity floods the mouth, accompanied by sugar cane, exotic fruits and oak aromas. Then spices like cinnamon and smoke come out. The sugar cane is very subtle at all times and is always only a companion to the other impressions and does not dominate the palate. The rhum becomes herbal again and tastes like mangoes, a hint of oranges and cinnamon. Medicinal nuances, sugar cane, oak and only minimal fruits form the conclusion. With the third sip, first cedar wood, vanilla, mangoes, bananas and smoke. The medicinal flavor components become stronger. The sweetness has disappeared and the rhum tastes medicinal to slightly sour. Then fed up with smoke, mixed with hints of spices. The rhum burns the hardest now, but is still a delight for the palate.

Finish: After the first sip, smoke, spices, oak and tender sugar cane mixed with leather, caramel and mangoes. Then the spices get stronger and the finish becomes herbal. After the second sip, again spices, sugar cane and oak. The Agricole becomes vegetable again very quickly and this time it dries out the oral cavity. A medicinal taste with smoke now dominates the finish of the third sip. A hint of vanilla and banana aromas flits over the tongue for a very short time before they give way to the cedar wood. The Rhum has no bitterness worth mentioning and now dries out the mouth beautifully.


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Conclusion: The Rhum Agricole Neisson XO is a small pearl among the Martinican Rhum Agricoles. For this money you get a very good agriculturally produced rhum. You can't help but congratulate Grégory Vernant and Jean Neisson († 1986) for creating and maintaining this style. Claudine Neisson-Vernant also deserves great respect for what has been achieved. Not only is a very solid product delivered here, but a bottling is also created that towers above many other standard bottlings. Please do not be fooled by the rating. It may just be the upper end of the midfield, but these ratings are owed to the standards of the liquor industry, which I didn't want to practice early in my rum career because it doesn't always do justice to the bottlers and and the bottlings. If you only take note of the number of points without the conclusion or the entire review, you will miss out on a small treasure here. Granted, there are better bottlings of Neisson. But for this price you really can't complain. The interaction between the oak aromas and the exotic fruits, with a very subtle hint of sugar cane, give this bottling something special. If it is this dominant sugarcane note that you hate or prefer, then this bottling will surprise or disappoint you. Of the various “Profile” Neissons, I only have "Profile 105" so far. At the beginning I wanted to do a double review. But it didn't come to that and so the Profile one will get its own review.

Note on my own behalf: It's been a little while since I uploaded the last review. All the time that I currently have at my disposal goes to the current project. Actually, I wanted to finished it weeks ago and also have it translated into English. Since my workplace is going haywire at the moment and the chaos increases week by week, I often lose the necessary energy. I often don't have the time for an extensive tasting like this. I would like to apologize for this. I hope this does not become permanent. I wish all of you a nice Sunday!


Marco Freyer

(88/100)



Sonntag, 26. September 2021

Rhum Agricole Depaz: Three Bottlings. One Review

 (the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute!

Es ist mal wieder eine kleine Weile her. Nach einem Messebesuch in Berlin und einem weiteren sehr angenehmen Treffen in Karlsruhe, wollte ich meinem Körper zuerst etwas Ruhe gönnen. Sprich keinen Alkohol konsumieren. Deswegen diese etwas längere Verzögerung, für die ich mich an dieser Stelle entschuldigen möchte. Da ich immer noch vollauf mit dem Update beschäftigt bin, habe ich mich dazu entschlossen, drei Rhums in ein Review zu packen. Heute geht es ausschließlich um die Marke Depaz. Im Einzelnen: Den Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation, Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP und den Rhum Agricole Depaz X.O.!

Zur Marke:

Die Kolonie Martinique wurde im Jahre 1635 durch Pierre Belain d'Esnambuc (1637) gegründet. Er wurde zum ersten Gouverneur Général des Antilles Françaises. Mit ihm erreichte sein Neffe Jacques Dyel du Parquet (1606–1658) die Insel, welcher nach dem Tod seines Onkels den Gouverneursposten erlangte. Auf ihn geht das Anwesen La Montagne zurück. Ein 6000 Schritte langer Landstreifen am Fuße des Mont Pelée. Auf ihn geht auch die Etablierung der dortigen Zuckerindustrie zurück. Das Anwesen ging nach dem Tode Parquets in den Besitz von vier Männern über. Einer dieser Männer war Jacques Giraud. Im Jahre 1679 schließlich wurde es Eigentum von Charles d´Angennes, Marquis de Maintenon, als er Catherine Giraud heiratete. Das Anwesen wechselte im 18. Jahrhundert schließlich mehrfach den Eigentümer. Die Sieurs de Pougibeau und Valmenières verkauften 1786 ihre Hälfte am Anwesen an einen gewissen Louis Perès (Pairès?). Seine Tochter Eugénie Victoire Perès heiratete Joseph Pécoul, den Geschäftspartner ihres Vaters, im Jahre 1793. Es war Joseph Pécoul welcher alle Anteile des Anwesens „La Montagne“ aufkaufte und es so gänzlich in seinen Besitz brachte. Es sollte bis 1917 in dessen Familie verbleiben. Sie verwalteten zusätzlich noch die das Zuckerrohranwesen Habitation Pécoul in Basse-Pointe. Das Anwesen Pécoul ging schließlich 1895 in den Besitz von Auguste Louis über, während La Montagne bei den Pécouls verblieb. Im Zuge der Zuckerkrise 1883-85, in welchem sich Franzosen und Deutsche einen regelrechten Wettstreit in der Subventionierung ihrer Rübenzuckerindustrie lieferten, wurde auf beiden Habitations die Zuckerherstellung aufgegeben und auf die Manufaktur von Rhum Agricole umgestellt, da sie mit den großen Usinen im eigenen Land und dem französischen Rübenzucker im Mutterland nicht konkurrieren konnten. Was folgte war eine kurze Zeit der Blüte, beflügelt durch zwei Krisen in der Weinindustrie, die mit dem Ausbruch des Mont Pelée im Jahre 1902 kurzfristig beendet wurde. Viele Familienmitglieder kamen bei diesem Ausbruch ums Leben.

Ebenfalls ein Überlebender des Ausbruchs von 1902 war Victor Depaz (1886-1960). Er war zum Zeitpunkt des Vulkanausbruchs in Bordeaux um zu studieren. Im Alter von 16 Jahren war er praktisch alleine und der Besitz seiner Familie wurde komplett zerstört. 1905 wollte Victor Depaz nach Kanada emigrieren und machte zwischenzeitlich auf Trinidad halt. Dort schiffte er sich kurzerhand nach Martinique ein. Entgegen der ursprünglichen Planung verblieb Victor auf Martinique und kaufte 1917 schließlich das 521 Hektar umfassende und brach liegende Anwesen La Montagne von den Pécoul-Erben auf. Er war es der wieder Zuckerrohr auf dem Anwesen pflanzen ließ und vier Jahre später die erste Auszeichnung für seinen Rhum Depaz erhielt. Seine Söhne sollten in seine Fußstapfen treten. Zuerst übernahm Henri Depaz die Arbeit seines verstorbenen Vaters, bis 1984 sein Zwillingsbruder André die Kontrolle über die Plantage und die Brennerei übernahm. Im Jahre 1989 wurde die Brennerei und 5 Hektar an Bardinet S.A. verkauft. Das Anwesen selbst verlieb im Besitz der Familie Depaz. Die Firma Bardinet S.A. selbst trat der Gruppe La Martiniquaise im Jahre 1993 bei. Im Portfolio von Bardinet sind ebenfalls die Marken Old Nick, Negrita, Dillon und Bally. Damit haben wir das Wesentliche quasi auch schon besprochen und gehen unverzüglich zum dreifach Tasting über.


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Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation


Verkostung :

Preis: Ich habe ca. 37€ bezahlt.

Alter: In diesem Blend wurden Rhums verwendet, die mindestens 3 Jahre alt sind.

Alkoholstärke: 45%vol.

Destillationsverfahren: Kontinuierlich.

Farbe: Heller Bernstein.

Viskosität: Die Flüssigkeit fließt relativ schnell an der Glaswand hinab und bildet sehr viele Perlen, welche das gesamte Glas benetzen.

Nase: Ein schwacher Hauch von Zuckerrohr entschwebt dem Glas, begleitet von ganz dezenten exotischen Früchten. Kombiniert werden diese Eindrücke von ebenfalls dezenten Eichenaromen und Gewürzen. Der Rum durfte über eine Stunde atmen, kommt aber immer noch nicht wirklich in Fahrt. Der Alkoholgeruch ist nach dieser langen Zeit sehr schwach. Benetzt man das Glas frisch mit Rhum, dann verstärken sich alle zuvor genannten Eindrücke. Der Alkohol ist nun auch deutlicher vorhanden und kitzelt in der Nase. Ein leichter medizinischer Anklang ist nun sogar zu erkennen. Alles in allem merkt man aber leider das noch junge Alter der verwendeten Rhums für diesen Blend, was äußerst schade ist. Aber für diesen Preis habe ich auch kein wahres Wunder erwartet. Vielleicht kann die Abfüllung am Gaumen punkten?

Gaumen: Zuerst fluten Zuckerrohraromen, dicht gefolgt von exotischen Früchten, den gesamten Mundraum. Danach kommen leicht Gewürze zum Vorschein, die aber von den immer stärker werdenden Zuckerrohraromen zuerst verdrängt werden. Erst nach einigen Minuten ebben diese grasigen Nuancen ab, und die Gewürze, kombiniert mit dezenter Eiche, kommen nun deutlicher zum Vorschein. Der Alkohol brennt so gut wie gar nicht. Schließlich verblasst das Zuckerrohr immer mehr und es verweilt ein Hauch von Gewürzen, sehr schwachen Früchten und Eichenaromen mit leichten Spuren von Bitterkeit am Gaumen. Beim zweiten Schluck sind die Zuckerrohraromen noch deutlicher am Gaumen vorhanden. Ganz schwaches Zedernholz und exotische Früchte wie Mangos und Papayas begleiten den Ersteindruck. Nun schmeckt der Rum leicht brennend und ist etwas säuerlich. Die Früchte und das Zuckerrohr verweilen eine sehr lange Zeit am Gaumen. Beim dritten Schluck wieder geballtes Zuckerrohr, medizinische Nuancen, Zedernholz und wieder exotische Früchte, dieses Mal jedoch deutlich stärker vorhanden. Der Rhum schmeckt nun leicht säuerlich und pfeffrig. Erst nach dem dritten Schluck dreht diese Abfüllung auf.

Abgang: Nach dem ersten Schluck nur ganz schwache Gewürzaromen. Diese verblassen immer mehr, bis nur noch Anis und Eiche zu erkennen sind. Beim zweiten Schluck exotische Früchte, Zuckerrohr und altes Holz. Dazu mischen sich medizinische Nuancen. Der Abgang wirkt nun leicht trocken. Am Ende verweilte nun Zuckerrohr im Mundraum. Zuckerrohr, Medizin, eine Spur Rauch, Zedernholz, Anis und Manos und Papayas. Nun ist der Abgang sehr kraftvoll und der Rhum zeigt was er kann. Damit diese Abfüllung glänzen kann, darf man keine langen Pausen zwischen den Schlucken einlegen.


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Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP

Verkostung :

Preis: Hier habe ich 49€ bezahlt.

Alter: Hier werden lauf offizieller Information auf dem Back-Label 7 Jahre alte Rhums verwendet.

Alkoholstärke: 45%vol.

Destillationsverfahren: Kontinuierlich.

Farbe: Heller Bernstein.

Viskosität: Im Vergleich zum Depaz Vieux Plantation sind die Perlen weniger und es bildet sich ein schmieriger Film.

Nase: Nach über einer Stunde reiche ich weiter weg vom Glasrand exotische Früchte, vermischt mit Eichenaromen und einem Hauch von Vanille. Tief im Glas kann ich nun die typischen Zuckerrohraromen erkennen, allerdings sind diese eher verhalten und doch schwach ausgeprägt. Eine wunderbare Kombination aus leichter Säure und dezenter Süße, Zedernholz, exotischen Früchten und Gewürzen. Nach einigen Sekunden verschwindet die Säure und es verbleibt nur noch die sehr schwach vorhandene Süße. Die zusätzliche Reife hat diesen Rhums deutlich mehr an Aromen beschert. Mangos, Papayas, Honig und auch eine minimale Spur an medizinischen Anklängen kann man erkennen. Der Alkohol ist nach dieser Zeit nur noch schwach präsent. Benetzt man das Glas frisch mit Rhum, dann riecht man zuerst nur sehr wenig. Ganz langsam kommen die Früchte und das Zedernholz immer mehr zum Vorschein. Jetzt kommen auch die grasigen Zuckerrohraromen eher zum Vorschein, sind aber immer noch sehr dezent. Alles in allem braucht der VSOP seine Zeit im Glas. Erst dann wird man mit einer wunderschönen Nase belohnt. Der Ungeduldige wird dagegen mit einer Nase ähnlich des Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation konfrontiert, die am Anfang wenig aussagekräftig ist.

Gaumen: Zuerst flutet eine leichte Süße den Mundraum, bevor der Alkohol leicht zu brennen beginnt. Dann schmeckt man sehr dominantes Zuckerrohr, vermischt mit altem Holz, Gewürzen und einen Hauch exotischer Früchte. Nach einiger Zeit verblassen die Früchte und die Zuckerrohraromen und Gewürze werden stärker. Leichte medizinische Aromen, vermischt mit Leder und Karamell, umschmeicheln nun auch den Gaumen und betören die Sinne. Am Ende hat man eine Mischung aus Gewürzen, altem Holz und grasigem Rohrzucker im Mund. Beim zweiten Schluck sind die Gewürze und Eichenaromen nun deutlich stärker als zuvor und werden vom Zuckerrohr nicht mehr kontrolliert. Karamell, Leder und eine leichte Säure begleiten nun die zuvor genannten Eindrücke. Der Rum schmeckt zuerst leicht süßlich, wird dann aber sofort etwas säuerlich. Auch hier brennt der Alkohol nun etwas stärker beim zweiten Schluck und der Rhum wirkt etwas pfeffrig. Beim dritten Schluck nun Rauch, starke Eiche, Gewürzaromen und medizinische Geschmackskomponenten. Die Gewürze gewinnen nun deutlich an Kraft. Die Süße ist nicht mehr vorhanden, aber der Rum wirkt nicht übersäuert und scharf am Gaumen. Am Ende schmeckt der Rum sogar leicht salzig am Gaumen. In einer höherer Trinkstärke müsste dies ein sehr guter Blend sein.

Abgang: Zuerst kräftige Eichenaromen, die aber sofort vom Zuckerrohr bedrängt und fast beiseite gewischt werden, bis auch diese wieder verblassen. Am Ende hat man einen einen Mix aus Eiche, exotischen Früchten, Karamell und einen dezenten Hauch von Zuckerrohr im Mundraum. Nach dem zweiten Schluck Rauch, altes Holz, Anis und exotische Früchte. Dann kommt frisches Zuckerrohr, vermischt mit Honig und unraffiniertem Vollrohrzucker. Langsam verblassen diese Eindrücke und der Gaumen wirkt leicht trocken. Es ist keinerlei Bitterkeit vorhanden. Nach dem dritten Schluck kommt nun die Bitterkeit des Fasses zum Vorschein. Sie ist aber alles andere als dominant, sondern wird begleitet von Eiche, Honig, Karamell, Rauch und natürlich Zuckerrohr. Der Mundraum wird wunderschön ausgetrocknet. Ein wahrhaft authentischer Rum aus der Karibik.


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Rhum Agricole Depaz X.O

Verkostung :

Preis: Der übliche Preis fängt ab ca. 70€ an. Nur sehr wenige Quellen bieten ihn für weniger an.

Alter: Im X.O. werden Rhums mit einem Alter von 8 bis zu 10 Jahren verwendet.

Alkoholstärke: 45%vol.

Destillationsverfahren: Kontinuierlich.

Farbe: Dunkler Bernstein.

Viskosität: Der Rum ist ölig und fließt sehr träge am Glas hinab. Auch hier bildet sich ein schmieriger Film.

Nase: Nach über einer Stunde entströmt ein starker Geruch von Eiche, Tabak, Gewürzen und Rohrzucker dem Glas, sobald ich den Glasdeckel abnehme. Dieser Eindruck entschärft sich nach einigen Sekunden etwas. Weiter weg vom Glas erkenne ich Rohrzucker, altes Holz, Karamell und Leder. Tief im Glas rieche ich schwaches Zuckerrohr, welches von den Fassaromen regelrecht überlagert wird. Ein sehr dezenter und blumiger Geruch mit einer sehr schwachen Süße entschwebt nun dem Glas. Die Nase ist nun etwas verhaltener. Die geballte Konzentration an Aromen, die ich zuerst roch als ich den Deckel öffnete, ist verschwunden. Benetzt man das Glas frisch mit Rum, dann riecht man zuerst eine leichte Klebstoffnote, welche von Tabak, altem Holz, Karamell und Leder begleitet wird. Auch das Zuckerrohr ist wieder erkennbar und wird nun von ganz schwachen Aromen exotischer Früchte begleitet. Der VSOP hatte im Vergleich dazu noch eine schöne fruchtige Nase. Hier dagegen dominieren eher die Fassaromen, was einen Genißer bei einer Reife von an die 10 Jahren in den Tropen nicht wundern sollte.

Gaumen: Zu Beginn schmecke ich geballte Gewürzaromen. Dann kommt der Alkohol und brennt sanft auf der Zunge. Jetzt kommt das so delikate Zuckerrohr endlich zum Vorschein, vermischt mit Rohrzucker, Karamell und altem Holz. Nach einigen Sekunden wandelt sich das Bild hin zu einem medizinischem Profil. Rauch, Holz, Gewürze und eine Spur Teer dominieren nun den Gaumen. Nach wie vor kann man aber das Zuckerrohr schmecken. War der Rum zuerst süßlich/säuerlich, so ist er nun leicht pfeffrig/säuerlich und wirkt am Ende nur noch schwach säuerlich, als die Verdünnung im Mund immer weiter voranschreitet. Beim zweiten Schluck sind die Fassaromen nun noch stärker vorhanden. Wieder Holz, Gewürze und Zuckerrohr, begleitet von interessanten Klebstoffaromen und einer leichte Süße, welche aber von einer leichten Säure gut ausgeglichen wird. Wieder wandelt sich das Profil hin zu einem medizinischen und fasslastigeren Profil hin, wobei Früchte wieder an Zuwachs gewinnen und sich erneut angenehm bemerkbar machen. Der Rum brennt sehr sanft. Zu Beginn des dritten Schluck Klebstoffaromen, Honig und feuchter Melassezucker. Jetzt kann man auch Teer und Jod schmecken. Wieder erscheinen nach kurzer Zeit exotische Früchte und eine leichte Säure, die zu keiner Zeit negativ auffällt. Nun verblassen die Früchte und die Eichenaromen gewinnen immer mehr an Kraft. Ein ganz ausgesprochen leckerer Agricole.

 Abgang: Zuerst schmeckt man Gewürzaromen satt. Dann delikates Zuckerrohr, exotische Früchte und Holzaromen vom Fass. Es huscht kurz eine leichte Süße über den Gaumen die aber sehr schnell wieder verschwindet. Der Abgang ist nun minimal medizinisch. Ein Mix aus Eiche, Gewürzen und Früchten verweilt lange am Gaumen. Nach dem zweiten Schluck Zuckerrohr, Rohrzucker, Honig und Gewürze. Die Eichenaromen sind nun etwas eher in den Hintergrund gedrängt worden. Das Zuckerrohr gewinnt nun deutlich an Kraft und verweilt lange am Gaumen. Diese grasigen Aromen muss man lieben. Auch hier wird der Mundraum langsam auf eine ganz angenehme Art und Weise ausgetrocknet, was zu einem weiteren Schluck des Rhums geradezu verleitet. Beim letzten Schluck Rauch, kandierte Früchte, Honig, Karamell und Leder. Dann grasiges Zuckerrohr und ganz angenehme Eichenaromen. Erst jetzt kann man eine leichter Bitterkeit erahnen, die den Gaumen sehr schwach umschmeichelt, aber zu keiner Zeit aufdringlich oder abstoßend wirkt. Der Mundeaum ist nun angenehm trocken und ein Mix aus Früchten, Fassaromen, Rohrzucker und Eiche verweilt lange am Gaumen.


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Fazit: Der Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation enttäuschte mich leider in der Nase, was er aber am Gaumen teilweise wieder gut machte. Dennoch schafft es der Vieux Plantation nicht ganz mich zu überzeugen und so landet er nur im unteren Mittelfeld. Am Gaumen erinnerte er mich sehr deutlich an eine andere Abfüllung aus Martinique, welche allerdings mit 54,2%vol abgefüllt wurde und von einer anderen Brennerei stammt. Diese andere Abfüllung beweist in meinen Augen auch, dass dieser Stil mehr Volumenprozente benötigt, wenn die Reife fehlt, um in die obere Liga aufzusteigen. Warum er in der Nase so schwach war, kann ich nur mutmaßen. Das junge Alter möchte ich allerdings hierfür nicht verantwortlich machen, denn auch der Konkurrent ist ein junger Rhum. Für diesen geringen Preis habe ich aber auch kein besseres Abschneiden des Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation erwartet.

Der Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP ist zwar kein Überflieger, aber er verweist sein jüngeres Pendant, den Depaz Vieux Plantation, in seine Schranken und zeigt, was für ein Potenzial in den Rhums der Marke Depaz steckt. Erst der Depaz X.O und eine Abfüllung in Fassstärke dieser Marke konnten diesen Ersteindruck noch toppen. Für ca. 49€ bekommt man eine sehr solide Qualität geliefert. Allerdings benötigt hier die Nase ihre Zeit. Die Abfüllung enttäuscht allerdings nicht wie es sein jüngeres Pendant. Der VSOP macht den Depaz Vieux Plantation in meinen Augen mehr als überflüssig. Beide sind aber am Gaumen nicht mehr identisch. Während der Depaz Vieux Plantation noch jugendliche Frische versprüht, besitzt der VSOP bereits eine aussagekräftige Reife am Gaumen. In der Nase kann er nach lange Standzeit ebenfalls überzeugen, was dem Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation dagegen nicht gelang.

Der Rhum Agricole Depaz X.O ist das Beste was die Marke zu bieten hat. Einzig der Preis von 70€ mag auf den einen oder anderen Genießer etwas überzogen wirken, ist hier aber vollauf gerechtfertigt. Bei wem Geld keine Rolle spielt, der sollte gleich zum X.O. greifen und die beiden anderen Abfüllungen ignorieren, es sei denn, er möchte die noch jugendliche frische von Depaz erleben. In diesem Fall sollte er zumindest den VSOP einmal probiert haben. In diesem zugegebenermaßen etwas unfairen Vergleich ist der XO der eindeutige Sieger. Die Punktebewertung mag Bescheiden sein. Aber diese Abfüllung ist wieder mal ein Beispiel dafür, dass eine Bewertung niemals ohne mein Fazit oder ohne das Review gelesen zu haben, zur Rate gezogen werden sollte. Mich hat der XO schwer überrascht. Als ich dieses Jahr in Berlin beim GRF den Depaz-Stand einen Besuch abstattete, fragte ich, ob sie eine Abfüllung in Fassstärke hätten. Das es diese gibt wusste ich bereits, hatte aber noch keine gekauft. Leider hatte man nichts dabei sondern nur die Standard-Range. Nach einen kurzen abschätzenden Blick schenkte mir Benoît Bail-Danel den XO ins Glas, den ich da noch nicht kannte. Was soll ich sagen? Ich war sehr angenehm überrascht. Allen Liebhaber des landwirtschaftlich hergestellten Rhums kann ich diese Abfüllung eigentlich nur ans Herz legen. Das war es dann auch schon wieder für heute. Ich wünsche euch allen noch einen schönen Sonntag!


Marco Freyer

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Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation

(82/100)

Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP

(85/100)

Rhum Agricole Depaz X.O

(88/100)


Hello folks!

It's been a little while again. After visiting a the German Rum Fest in Berlin and another very pleasant meeting in Karlsruhe, I wanted to give my body some rest first, ie no alcohol consumption. Hence this somewhat longer delay, for which I would like to apologize at this point. Since I'm still busy with the update, I decided to put three rhums into one review. Today it's all about Rhum Depaz. In detail: The Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation, Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP and the Rhum Agricole Depaz X.O.!


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The Bottling: The Martinique colony was founded in 1635 by Pierre Belain d'Esnambuc († 1637). He became the first governor Général des Antilles Françaises. With him, his nephew Jacques Dyel du Parquet (1606-1658) reached the island, who became governor after the death of his uncle. The La Montagne estate goes back to him. A strip of land 6000 yards long at the foot of Mont Pelée. The establishment of the local sugar industry goes back to him. After Parquet's death, the property became the property of four men. One of these men was Jacques Giraud. In 1679 it finally became the property of Charles d´Angennes, Marquis de Maintenon, when he married Catherine Giraud. The property finally changed hands several times in the 18th century. The Sieurs de Pougibeau and Valmenières sold their half of the property to a certain Louis Perès (Pairès?) in 1786. His daughter Eugénie Victoire Perès married Joseph Pécoul, her father's business partner, in 1793. It was Joseph Pécoul who bought up all the shares in the "La Montagne" estate and thus took it entirely into his possession. It was to remain in his family until 1917. They also managed the Habitation Pécoul sugar cane property in Basse-Pointe. The Pécoul estate finally passed into the possession of Auguste Louis in 1895, while La Montagne remained with the Pécouls. In the course of the sugar crisis of 1883-85, in which the French and Germans fought each other to subsidize their beet sugar industry, sugar production was given up on both habitations and they switched to the manufacture of Rhum Agricole, because they were unable to compete with the own competition of the large Usines on Martinique and the French beet sugar industry in the Motherland. What followed was a brief period of prosperity, spurred on by two crises in the wine industry, which ended with the eruption of Mont Pelée in 1902. Many family members were killed in the outbreak.

Victor Depaz (1886-1960) was also a survivor of the 1902 outbreak. At the time of the volcanic eruption he was in Bordeaux to study. By the age of 16 he was practically alone and his family's property was completely destroyed. In 1905 Victor Depaz wanted to emigrate to Canada and in the meantime stopped in Trinidad. There he embarked for Martinique without further ado. Contrary to the original plan, Victor stayed in Martinique and finally bought the 521 hectare La Montagne estate from the Pécoul heirs in 1917. It was he who planted sugar cane on the property again and four years later received the first award for his Rhum Depaz. His sons should follow in his footsteps. First Henri Depaz took over the work of his late father until 1984 when his twin brother André took control of the plantation and the distillery. In 1989 the distillery and 5 hectares were sold and acquired by the Bardinet S.A.. The property itself remained in the possession of the Depaz family. The company Bardinet S.A. himself joined the group La Martiniquaise in 1993. The Bardinet portfolio also includes the brands Old Nick, Negrita, Dillon and Bally. Now that we have already discussed the essentials lets immediately move on to the triple tasting.


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Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation

Tasting :

Price: I paid about 37 €.

Age: Rhums that are at least 3 years old were used in this blend.

ABV: 45%abv.

Process of distillation: Continuous.

Colour: Light amber.

Viscosity: The liquid flows relatively quickly down the glass and forms a large number of pearls that wet the entire wall.

Nose: A faint touch of sugar cane floats from the glass, accompanied by very subtle exotic fruits. These impressions are combined with subtle oak aromas and spices. The rum was allowed to breathe for over an hour, but it still doesn't really get going. The alcohol smell is very faint after this long time. If you wet the glass freshly with rhum, then all the aforementioned impressions are reinforced. The alcohol is now also more clearly present and tickles the nose. A slight medical appeal can now even be recognized. All in all, you unfortunately notice the still young age of the rhums used for this blend, which is a shame. But for this price I didn't expect a real miracle either. Perhaps the bottling can score points on the palate?

Palate: First, sugar cane aromas, closely followed by exotic fruits, flood the entire mouth. Afterwards, spices emerge slightly, but they are first displaced by the increasingly stronger aromas of sugar cane. Only after a few minutes do these grassy nuances subside, and the spices, combined with subtle oak, now appear more clearly. The alcohol hardly burns at all. Finally, the sugar cane fades more and more and there is a hint of spices, very weak fruits and oak aromas with slight traces of bitterness on the palate. With the second sip, the sugar cane aromas are even more evident on the palate. Very weak cedar wood and exotic fruits such as mangoes and papayas accompany the first impression. Now the rum tastes slightly burning and is a bit sour. The fruits and sugar cane linger on the palate for a very long time. With the third sip, again concentrated sugar cane, medicinal nuances, cedarwood and again exotic fruits, but this time much more present. The rum now tastes slightly sour and peppery. This bottling only opens after the third sip.

Finish: After the first sip, only very weak spicy aromas. These fade more and more until only anise and oak can be seen. With the second sip, exotic fruits, sugar cane and old wood. Medical nuances are mixed in with this. The finish now looks slightly dry. In the end, sugar cane lingered in the mouth. Sugar cane, medicine, a trace of smoke, cedar wood, anise and manos and papayas. Now the finish is very powerful and the rhum shows what it can do. In order for this bottling to shine, you shouldn't take long breaks between sips.


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Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP

Tasting :

Price: Here I paid 49 €.

Age: 7 year old rhums are used according to the official information on the back label.

ABV: 45%abv.

Process of distillation: Continuous.

Colour: Light amber.

Viscosity: Compared to the Depaz Vieux Plantation, there are fewer pearls and a greasy film is formed.

Nose: This bottling also was allowed to breathe for over an hour. Further away from the edge of the glass, I recognize exotic fruits, mixed with oak aromas and a hint of vanilla. Now I can smell the typical sugar cane aromas deep within the glass, but these are rather restrained and yet weak. A wonderful combination of light acidity and subtle sweetness, cedar wood, exotic fruits and spices. After a few seconds the acidity disappears and only the very weak sweetness remains. The additional maturation has given these rhums significantly more aromas. Mangos, papayas, honey and also a minimal trace of medicinal hints can be recognized. The alcohol is only weakly present. If you wet the glass freshly with rhum, you first smell very little. Slowly the fruits and the cedar wood appear more and more. Now the grassy sugar cane aromas come to the fore, but they are still very subtle. All in all, the VSOP needs its time to shine. Only then will you be rewarded with a beautiful nose. The impatient, on the other hand, is confronted with a nose similar to the Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation, which is not very expressive at the beginning.

Palate: First, a slight sweetness floods the mouth before the alcohol starts to burn slightly. Then you can taste very dominant sugar cane, mixed with old wood, spices and a hint of exotic fruits. After a while, the fruits will fade and the sugarcane flavors and spices will become stronger. Light medicinal aromas, mixed with leather and caramel, now also caress the palate and beguile the senses. In the end you have a mixture of spices, old wood and grassy cane sugar in your mouth. With the second sip, the spices and oak aromas are now significantly stronger than before and are no longer controlled by the sugar cane. Caramel, leather and a slight acidity now accompany the aforementioned impressions. The rum tastes slightly sweet at first, but then immediately becomes a bit sour. Here, too, the alcohol burns a little stronger with the second sip and the rhum tastes a bit peppery. With the third sip, smoke, strong oak, spicy aromas and medicinal taste components. The spices now gain significantly in strength. The sweetness is no longer there, but the rum does not appear over-acidic and spicy on the palate. In the end, the rum even tastes slightly salty on the palate. In a higher drinking strength, this would have to be a very good blend.

Finish: First strong oak aromas, which are immediately pressed by the sugar cane and almost wiped aside until they also fade again. At the end you have a mix of oak, exotic fruits, caramel and a subtle hint of sugar cane in your mouth. After the second sip, smoke, old wood, aniseed and exotic fruits. Then comes fresh sugar cane mixed with honey and unrefined whole cane sugar. These impressions slowly fade and the palate appears slightly dry. There is no bitterness whatsoever. After the third sip, the bitterness of the barrel comes to the fore. But it is anything but dominant, but is accompanied by oak, honey, caramel, smoke and of course sugar cane. The mouth is beautifully dried out. A truly authentic rum from the Caribbean.


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Rhum Agricole Depaz X.O

Tasting :

Price: The usual price starts around € 70. If you are lucky.

Age: In the X.O. Rhums are blended between the ages of 8 and 10 years.

ABV: 45%abv.

Process of distillation: Continuous.

Colour: Dark amber.

Viscosity: The rum is oily and flows very slowly down the glass. Here, too, a greasy film forms.

Nose: After over an hour, a strong smell of oak, tobacco, spices and cane sugar emanates from the glass as soon as I remove the glass lid. This impression diminishes somewhat after a few seconds. Further away from the glass I recognize cane sugar, old wood, caramel and leather. I smell faint sugar cane deep in the glass, which is literally overlaid by the barrel aromas. A very subtle and flowery smell with a very weak sweetness now floats away from the glass. The nose is now a little more restrained. The concentration of aromas that I first smelled when I opened the lid has disappeared. If you wet the glass freshly with rum, you first smell a slight note of glue, which is accompanied by tobacco, old wood, caramel and leather. The sugar cane is also recognizable again and is now accompanied by very weak aromas of exotic fruits. The VSOP had a nice fruity nose by comparison. Here, on the other hand, the barrel aromas dominate, which should not surprise a connoisseur with a maturity of around 10 years in the tropics.

Palate: At the beginning I taste concentrated aromas of spices. Then the alcohol rushes in and burns gently on the tongue. Now delicate sugar cane flavors are finally emerging, mixed with cane sugar, caramel and old wood. After a few seconds, the image changes into a medical profile. Smoke, wood, spices and a hint of tar now dominate the palate. But you can still taste the sugar cane. If the rum was initially sweet / sour, it is now slightly peppery / sour and at the end only appears slightly sour as the thinning in the mouth progresses further and further. With the second sip, the barrel aromas are now even stronger. Again wood, spices and sugar cane, accompanied by interesting adhesive aromas and a slight sweetness, which is well balanced by a slight acidity. Again, the profile changes to a medicinal and barrel-heavy profile, with fruits growing again and making themselves pleasantly noticeable again. The rum burns very gently. At the beginning of the third sip, glue flavors, honey, and moist molasses sugar. Now you can taste tar and iodine too. After a short time, exotic fruits and a slight acidity appear again, which are not noticeable negatively at any time. Now the fruits fade and the oak aromas gain more and more strength. A very delicious Agricole.

Finish: First of all, you can taste the full aromas of spices. Then delicate sugar cane, exotic fruits and wood aromas from the barrel. A slight sweetness briefly flits over the palate but disappears again very quickly. The finish is now minimally medical. A mix of oak, spices and fruits lingers on the palate for a long time. After the second sip, sugar cane, cane sugar, honey and spices. The oak aromas have now been pushed into the background. The sugar cane is now gaining strength and lingers on the palate for a long time. You have to love these grassy flavors. Here, too, the oral cavity is slowly dried out in a very pleasant way, which almost tempts you to take another sip of the rhum. After the last sip smoke, candied fruit, honey, caramel and leather. Then grassy sugar cane and very pleasant oak aromas. Only now can one suspect a slight bitterness that flatters the palate very weakly, but at no time appears intrusive or repulsive. The mouth is now pleasantly dry and a mix of fruit, barrel aromas, cane sugar and oak lingers on the palate for a long time.


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Conclusion: The Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation unfortunately disappointed me on the nose, which it partly made up for on the palate. Nevertheless, the Vieux Plantation doesn't quite manage to convince me and so it only ends up in the lower midfield. On the palate, it reminded me very clearly of another bottling from Martinique, which, however, was bottled with 54.2% vol and comes from another distillery. In my opinion, this other bottling also proves that this style needs more volume percent when the maturity is lacking in order to move up to the upper league. I can only speculate why he was so weak in the nose. I don't want to blame the young age for this, because the competitor is also a young Rhum. For this low price, I didn't expect the Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation to do better.

The Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP is not a high-flyer, but it puts its younger counterpart, the Depaz Vieux Plantation, in its place and shows the potential in the Rhums of the Depaz brand. Only the Depaz X.O and a bottling in cask strength of this brand were able to top this first impression. For about 49 € you get a very solid quality. However, the nose needs its time. The bottling does not disappoint, however, like its younger counterpart. The VSOP makes the Depaz Vieux Plantation more than superfluous in my opinion. But both are no longer identical on the palate. While the Depaz Vieux Plantation still exudes youthful freshness, the VSOP already has a meaningful maturity on the palate. In the nose it can also convince after a long standing time, which the Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation, on the other hand, did not accomplish.

The Rhum Agricole Depaz X.O is the best the brand has to offer. Only the price of 70 € may seem a bit excessive to one or the other connoisseur, but is fully justified here. For those who don't care about money, they should go straight to the X.O. and ignore the other two bottlings, unless they want to experience the still youthful freshness of Depaz. In this case, he should at least have tried the VSOP once. In this admittedly somewhat unfair comparison, the XO is the clear winner. The scoring may be modest. But this bottling is once again an example that a review should never be consulted without my conclusion or without having read the review. The XO really surprised me. When I paid a visit to the Depaz stand at the GRF in Berlin this year, I asked if they had a cask strength bottling. I already knew that they existed, but hadn't bought any. Unfortunately, they didn't have anything with them, just the standard range. After a brief appraising look, Benoît Bail-Danel poured the XO into my glass, which I didn't know then. What can I say? I was very pleasantly surprised. I can only recommend this bottling to all lovers of rhum agricole. That was it for today. I wish you all a pleasant sunday!


Marco Freyer

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Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation

(82/100)

Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP

(85/100)

Rhum Agricole Depaz X.O

(88/100)