Sonntag, 28. März 2021

Isla del Ron Fiji (St. Pacific) 2001 19 YO

(the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute!

Willkommen zu einem weiteren Review auf B.A.M.. Ich habe mir mit dieser und einer weiteren Abfüllung sehr viel Zeit gelassen und einige Tastings veranstaltet, um für mich auf Nummer sicher zu gehen. Jetzt da kmeine Meinung steht, möchte ich euch diesen Rum nicht mehr vorenthalten. Heute geht es um den Isla del Ron Fiji (St. Pacific) 2001 19 YO!

Zur Abfüllung:

Der letzte Isla del Ron auf diesem Blog stammte aus der Zeit vor meiner Pause und kam aus Barbados. Es war der Isla Del Ron Barbados (Mount Gay) 2000 16 YO. Es gab einige Rums dieses Abfüllers, die sich bei mir ins Gedächtnis gebrannt haben. Das waren zwei Mount Gay’s (2013, 2016) und ein Guyanese (1988). Den Long Pond (1982) habe ich damals verschmäht, was ich heute als Fehler ansehe. Aber das ist lange her und damit auch Geschichte. In meiner Auszeit habe ich diesen Abfüller, so wie viele andere Dinge, aus den Augen verloren. In diesem Jahr kamen wieder einige Abfüllungen auf den Markt. Einer dieser ist die heutige Abfüllung. Der zweite Rum dieser Neuerscheinungen wird auch aller Voraussicht nach im nächsten Review kommen. Aber heute gilt unsere Aufmerksamkeit Fiji. Von der heutigen Abfüllung gab es 165 Flaschen und es war die 27. des Abfüllers (Cask IdR 027). Auf den Blog haben es einige Rums dieser Destillerie geschafft. Von The Rum Cask stammte der letzte allerdings aus dem Jahre 2016 und war der The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 15YO (59,3%). Den The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 18YO (55,7%) und den The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 19YO (54,8%) hatte ich mir in meiner Auszeit gekauft und nie öffentlich bewertet. Der Beste aller dieser Rums war jedoch der The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 18YO. Der Nachfolger hatte am Gaumen eine sehr komische Geschmacksnuance, die ich mit einem sehr hohen Fasseinfluss in Verbindung brachte. Er kam nicht an den Vorgänger heran. Die neueste Abfüllung, der The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2003 17YO (58,6%), hat ein Fass-Finish und auch dieser kommt nicht an den 18jährigen aus 2019 heran. Hier störte mich sogar der Einfluss des Finishs. Dieser Einfluss geht allerdings immer mehr zurück, je mehr Luft in der Flasche kommt und je mehr Zeit man dem Rum gibt. Für mich ist dieser Fiji leider nichts. Wer mehr auf Rauch und medizinische Aromen abfährt, für den war der Blackadder Finest Fiji Rum South Pacific Distillery2001 11YO vermutlich bisher der Beste Fiji. Wer dagegen mehr Reife, also mehr Honig und Teer mag, für den dürfte der The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 18YO einer der Besten Fijis gewesen sein. Der 15jährige ging schon in diese Richtung, hatte aber nicht diese Reife. Vielleicht gab es noch andere Perlen von dieser Insel, die meiner Aufmerksamkeit (in meiner Auszeit) komplett entgangen sind. Es gab z.B. noch den Blackadder Finest Fiji Rum South Pacific Distillery 2009 9YO, den ich als Sample in einer damaligen Teilung allerdings ergattern konnte. Auch diesen Rum habe ich nicht öffentlich bewertet. Er hat mehr Rauch (weil sehr jung) und gefühlt sehr wenig Honig am Gaumen, aber das offizielle Review hierzu steht noch aus. Der Jahrgang 2009 hat durchaus Potenzial, aber der bisher beste Jahrgang, ist in meinen Augen 2001. Zumindest nach den Abfüllungen die ich besitze und auch verkosten konnte. Ist diese Abfüllung nun wie der 19jährige von The Rum Cask und hat eine bittere Geschmacksnuance? Oder war es bei diesem Fass ein Einzelfall? Die Volumenprozente generieren da mehr Hoffnung als Bedenken. Schaun mer mal. Auch zum neuen SBS Rum Fiji (St. Pacific Distillery) 2009 11YO (57%) kann ich nichts sagen. Mein Fokus lag auf dieser Abfüllung.

 

--------------------------------------------------------------------------------------------


Verkostung :

Preis: Die 0,7l Flasche kostet 88.90€. Er ist 4 Wochen nach Release immer noch zu haben.

Alter: Ein offizielles Alter gibt es nicht. Der Rum wurde 2001 auf Fiji destilliert und Ende letzten Jahres (2020) abgefüllt und kam Ende Februar / Anfang März auf den Markt. Aufgrund des späten Abfüllzeitpunktes nehme ich die 19 Jahre einfach mal an.

Alkoholstärke: 57,2%vol. Damit liegt er unter dem 15jährigen von The Rum Cask, aber immer noch über dem 18jährigen.

Destillationsverfahren: Pot Still.

Farbe: Dunkler Bernstein.

Viskosität: Der Rum fließt träge am Glas entlang. Es bleibt ein schmieriger Film haften, indem man viele kleine Partikel sehen kann.

Nase: Der Rum durfte über eine Stunde lang atmen. Reife Bananen, garniert mit Honig, Vanille und einem Hauch Teer entströmen dem Glas. All diese Nuancen werden von sehr dezenten Esteraromen durchzogen, die in der Nase kitzeln. Näher am Glas wird der Teer dominanter. Dazu kommt nun auch frisch geschnittene Ananas, verbunden mit einem leicht säuerlichen Duft. Weit entfernt vom Glas schweben Karamell, Vanille, Nelken und minimal Teer. Tief im Glas rieche ich medizinische Anklänge, die aber sehr von Ananas, Teer, reifen Bananen und sauren Estern durchzogen sind. Der Alkohol ist nach dieser langen Zeit so gut wie nicht mehr präsent. Nach längerer Zeit erkenne ich noch Eiche, Holzkohle und Nelken. Benetzt man das Glas frisch mit Rum, dann riecht man zu Beginn ganz schwache Raucharomen. Ganz deutlicher dagegen ist eine Mischung aus einer feinen Süße und leicht säuerlichen Ester zu erkennen. Nach einigen Sekunden gewinnen Ananas, Bananen und Papayas die Oberhand. Durchzogen werden diese fruchten Aromen von sehr delikaten Honigaromen und Bienenwachs, während im Hintergrund Teer und Tabak lauern. Zuckerrohr garniert mit Honig? Der Alkohol kitzelt nun leicht in der Nase. Die Süße und die Säure halten sich fast die Waage. Atmet man den Rum schneller ein, dann verstärken sich die medizinischen Komponenten. Der Rum ist und bleibt aber sehr fruchtig. Die Nase kann mich schon einmal sehr begeistern. Aber kann er auch am Gaumen und im Abgang punkten?

Gaumen: Zuerst flutet eine leichte Süße den Mundraum, dicht gefolgt vom Alkohol, der nun sanft am Gaumen brennt. Nun schmeckt der Rum leicht säuerlich. Es kommen Ananas, reife Bananen, Nelken, Gewürze und frisches Zuckerrohr zum Vorschein. Der Alkohol verschwindet. Nun schmeckt man Eiche und ganz minimal Holzkohle. Beim zweiten Schluck zuerst medizinische Anklänge, Ananas, Rauch und Honig. Dann wird der Teer dominanter. Wieder Nelken, Vanille, Tabak, Holzkohle und Eiche. Der Speichelfluss wird gut angeregt. Nach dem dritten Schluck Nelken, Ananas, Butter, Banane, Bienenwachs und delikater Honig. Raucharomen und Teer gewinnen nun die Oberhand, bevor diese Aromen von Gewürzen und Fassaromen verdrängt werden. Der Rum brennt nur sanft am Gaumen. Dieses Brennen wird von einer ganz angenehmen Süße begleitet, die anschließend in einen leicht säuerlichen Geschmack mündet. Diese Säure neutralisiert sich im Laufe der Zeit am Gaumen und gibt weitere Aromen frei. Ich bin nicht imstande dieses äußert komplexe Geschmacksprofil wortgetreu niederzuschreiben. Es gibt noch viele andere Aromen, welche in rascher Abfolge über die Zunge rasen und die ich nicht wirklich einordnen kann.

Abgang: Nach dem ersten Schluck äußerst starke Honigaromen. Dazu kommt nach wenigen Sekunden der Teer. Karamell, Vanille, Tabak und Gewürze huschen über den Gaumen. Ein Hauch von sehr reifen Bananen, Honig und Teer bilden den Abschluss. Nach dem zweiten Schluck zuerst Vanille, Nelken, dann wieder Tabak und Karamell. Reife Bananen, überzogen mit süßem Honig, sehr starken Teer und Eiche folgen. Der Abgang gewinnt nach jedem Schluck an Kraft und wird immer ausdrucksvoller. Nach dem dritten Schluck spüre ich nun ein ganz sanftes Brennen im Hals. Honig, Teer, Gewürze und medizinische Nuancen bilden den Anfang. Dann reife Bananen, Mangos, Vanille und Nelken. Auch diese Aromen sind mit Honig geradezu durchtränkt. Jetzt schmeckt man am Ende auch Anis von der Fasslagerung. Der Rum ist leicht trocken im Abgang und hat keine nennenswerte Bitterkeit. Lässt man den Rum überhaupt nicht lange im Mund verweilen und schluckt ihn zügig hinunter, dann explodieren die Aromen im Abgang und im Hals. Eine sehr schöne Erfahrung, aber dazu wäre der Rum zu eigentlich zu schade.


-------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Fazit: Das ist einer der bisher ausdrucksstärkste Rum aus Fiji, wenn es um Honig, Ester und Teer geht, wobei der Honig in meinen Augen die dominanteste Geschmackskomponente ist. Diese „Honigbombe“ zündet aber erst wirklich, sobald man den Rum hinunterschluckt. Dann entfaltet er sein volles Potenzial. Ich werde hier unvermeidlich an „Rockley“ erinnert. Aber dieser Stil aus Fiji ist einfach anders. Für den Teer fehlt mir der Vergleich. Die medizinischen Einflüsse sind bei einem Vergleich mit dem Blackadder Finest Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 11YO wesentlich schwächer, aber dafür sind viele andere Aromen hinzugekommen. Ich konnte ihnen nicht einmal alle Geschmacksnuancen auflisten, da ich viele nicht erkennen konnte. Diese Abfüllung ist für mich eindeutig bisher der beste Fiji. Er vereint eine sehr gute Reife, welche nicht zu dominant ist und den Rum nicht mit einer leichten Bitterkeit beeinflusst hat, welche mir beim The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 19YO negativ auffiel. Wer mehr Rauch und medizinische Anklänge sucht, der wird diese Abfüllung nicht mögen. Wer allerdings wie ich die Honigaromen, die Ester und den Teer zu schätzen weiß, und den The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 15YO und den The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 18YO mochte, der wird hier einen würdigen Nachfolger finden, nur ist der Abfüller dieses Mal ein anderer. Beim ersten Tasting vor 4 Wochen war ich hin und weg, wollte mich aber nicht zu einem vorschnellem Review und einem Vorurteil hinreißen lassen. Rums aus Fiji mit einer sehr guten Reife, wurden bisher nur von The Rum Cask abgefüllt. Ich finde es durchaus schön, dass sich ein weiterer deutscher Abfüller an dieses Land heranwagt, welches noch immer von vielen Connaisseuren verschmäht wird, oder von Experten, die es eigentlich besser wissen sollten, überhaupt nicht beachtet wird, weil er nicht aus der Karibik sondern aus dem Pazifik stammt. Diese Abfüllung zeigt, was ein gut gereifter Fiji leisten kann. Das einzige, was diese Qualität in meinen Augen derzeit toppen könnte, wäre eine völlig tropisch gereifte Variante. Bei all dem Enthusiasmus muss ich sie aber warnen, verehrter Leser. Ich bevorzuge Rums in Fassstärke. Wenn ich diesen Rum als mild und wenig alkoholisch bezeichne, dann sollten sie diese Tatsache berücksichtigen. Hierzu möchte ich eine kleine Anekdote erzählen: Ich erinnere mich noch heute an einen Moment in Garmisch-Partenkirchen (2017), wo ich mir bei unserem Treffen ein Glas des Velier Port Mourant PM 1993 Full Proof 13YO einschenkte und jedem meiner Freunde die Flasche anbot. Ich erntete nur blanke Gesichter. Niemand wollte diesen Rum trinken. Zugegeben, dieser Port Mourant Rum ist sehr extrem. Aber es sollte ihnen verdeutlichen, welchen Typ Rum ich bevorzuge. Die heutige Abfüllung ist bei weitem nicht so extrem wie der PM 1993, aber dennoch mit 57,2%vol ausgestattet und ganz sicher nicht harmlos. Ist er ein brachialer Rachenputzer? Auf keinen Fall! Brauchen sie diesen Rum? Das müssen sie selbst wissen. Diese Entscheidung kann und will ich ihnen nicht abnehmen. Sie müssen für ihr Geld ebenso hart arbeiten wie ich. Mir war es diese Abfüllung wert.

Ich bin nach wie vor am Schreiben des nächsten Updates. Es gestaltet sich leider etwas umfangreicher und komplexer, als ich es geahnt habe. Meinen ersten Veröffentlichungstermin, den ich gegenüber wenigen Personen mündlich erwähnte, ist nicht mehr einzuhalten. Allerdings bekomme ich nun einen guten Vorgeschmack auf das größere Werk. Ich bitte euch weiterhin um Geduld und wünsche euch allen einen schönen Sonntag!

 

Marco Freyer

(94/100)




-----------------------------------------------------------------------------------------------------


Hello folks!

Welcome to another review on B.A.M.. I wanted to take my time with this rum and another one. In order to make the next review I organized a few tastings to be on the safe side. Now that I have an opinion, I don't want to withhold this rum from you any longer. Today’s review is about the Isla del Ron Fiji (St. Pacific) 2001 19 YO!

The Bottling:

The last Isla del Ron on this blog was from before my break and came from Barbados. It was the Isla Del Ron Barbados (Mount Gay) 2000 16 YO. There were some rums from this bottler that stuck in my memory. That was two Mount Gay’s (2013, 2016) and one Guyanese (1988). I spurned the Long Pond (1982) back at the time, which I see as a mistake today. But that was a long time ago and therefore history. During my time off, I lost sight of this bottler, as well as I lost sight off many other things. Some were important. Mistakes were made. This year some new bottlings were released which were quite interesting. One of these is today's bottling. The second rum of these new releases will most likely come in the next review. But today our attention is laid on Fiji. Today's bottling is consisting of 165 bottles and it was the 27th of the bottler (Cask IdR 027). I've made some reviews on B.A.M-.regarding the rums made in this distillery. The last one was from The Rum Cask, however, and it was released in 2016. It is The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 15YO (59.3%). I did buy The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 18YO (55.7%) and The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 19YO (54.8%) during my time-off, but never made the reviews. The best of all these rums, however, was The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 18YO. The successor had a very strange taste nuance on the palate, which I associated with a very high barrel influence. He couldn't get close to its predecessor. The latest bottling, The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2003 17YO (58.6%), has a cask-finish and even this one not come close to the 18-year-old from 2019. Here I was even bothered by the influence of the finish. However, this influence decreases the more air comes into the bottle and the more time you give the rum. This Fiji new TRC Fiji is simply not made for me. If you are more into smoke and medicinal flavors, then the Blackadder Finest Fiji Rum South Pacific Distillery 200111YO was probably the best Fiji so far for you. For those who like more maturity, i.e. more honey and tar, The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 18YO should have been one of the best in Fiji. The 15 year old was already going in this direction, but did not have this maturity. Perhaps there were other pearls from this island that completely escaped my attention (during my time off). For example, there was the Blackadder Finest Fiji Rum South Pacific Distillery 2009 9YO, which I was able to get as a sample in a bottle sharing at that time. I did not rate this rum publicly either. It has more smoke (because it is very young) but very little honey on the palate, but the official review is also still pending. The 2009 vintage certainly has potential, but the best vintage so far is in my opinion 2001. At least according to the bottlings that I own and I have been able to taste. Is this bottling like the 19 year old from The Rum Cask and has a bitter off taste? Or was it an isolated incident with this barrel? The volume percentage of this Isla del Ron gives me hope. But: Lets wait and see. I also can't say anything about the new SBS Rum Fiji (St. Pacific Distillery) 2009 11YO (57%) either. My focus was on this bottling.


------------------------------------------------------------------------------------------------------


Tasting :

Price: The 0.7l bottle costs € 88.90. It is still available 4 weeks after the release.

Age: There is no official age. The rum was distilled in Fiji in 2001 and bottled at the end of last year (2020) and hit the market in late February / early March. Due to the late bottling time, I simply assume the age of 19 years.

ABV: 57.2% vol. This puts him below the 15 year old from The Rum Cask, but still above the 18 year old.

Process of distillation: Pot still.

Colour: Dark amber.

Viscosity: The rum flows slowly along the glass. A greasy film sticks to it in which you can see many small particles.

Nose: The rum was allowed to breathe for over an hour. Ripe bananas, garnished with honey, vanilla and a hint of tar escape the glass. All these nuances are permeated by very subtle ester aromas that tickle the nose. Closer to the glass, the tar becomes more dominant. In addition, there is now freshly cut pineapple, combined with a slightly sour scent. Far away from the glass are caramel, vanilla, cloves and a little bit of tar. I smell medicinal flavours deep in the glass, but these are very infused with pineapple, tar, ripe bananas and sour esters. After this long time, the alcohol is practically no longer present. After a long time I can still recognize oak, charcoal and cloves. If you wet the glass freshly with rum, you can smell very faint smoke aromas at the beginning. On the other hand, a mixture of a fine sweetness and slightly acidic ester can be smelled more clearly. After a few seconds, pineapples, bananas and papayas gain the upper hand. These fruity aromas are permeated by very delicate honey and beeswax, while tar and tobacco lurk in the background. Sugar cane garnished with honey? The alcohol is now slightly tickling the nose. The sweetness and the acidity are almost in balance. If you inhale the rum faster, then the medicinal components are more noticable. The rum is and remains very fruity. So far so good. The rums is very promising. But can it also score points on the palate and in the finish?

Palate: First, a slight sweetness floods the mouth, followed closely by the alcohol, which now gently burns on the palate. Now the rum tastes slightly sour. Pineapples, ripe bananas, cloves, spices and fresh sugar cane appear. The alcohol disappears. Now you can taste oak and a very small amount of charcoal. With the second sip first medical flavours, pineapple, smoke and honey. Then the tar becomes more dominant. Again cloves, vanilla, tobacco, charcoal and oak. The flow of saliva is well stimulated. After the third sip, cloves, pineapple, butter, banana, beeswax and delicate honey. Smoke aromas and tar now gain the upper hand before they are displaced by spices and aromas from the barrel. The rum burns only gently on the palate. This burning is accompanied by a very pleasant sweetness, which then leads to a slightly sour taste. This acid neutralizes itself over time on the palate and releases further aromas. I am unable to write down every single nuance of this flavour profile. There are many other flavours that race across the tongue in quick succession and I can't really classify them.

Finish: Very strong honey after the first sip. In addition, the tar comes after a few seconds. Caramel, vanilla, tobacco and spices flit across the palate. A touch of very ripe bananas, honey and tar form the end of the finish. After the second sip, first vanilla, cloves, then tobacco and caramel again. Ripe bananas, coated with sweet honey, very strong tar and oak follow. The finish gains in strength after every sip and becomes more and more expressive. After the third sip, I now feel a very gentle burning sensation in my throat. Honey, tar, spices and medicinal nuances are the beginning. Then ripe bananas, mangoes, vanilla and cloves. These aromas are also soaked in honey. Now at the end you can also taste the anise from the barrel. The rum is slightly dry in the finish and has no noteworthy bitterness. If you don't let the rum linger long in your mouth and swallow it quickly, the flavours will explode in the finish and in the throat. A very nice experience, but the rum is too good for just a quick sipping.


---------------------------------------------------------------------------------------------


Conclusion: This is by far the most expressive rum from Fiji to date when it comes to honey, esters and tar, with honey being the most dominant flavour component in my opinion. This “honey bomb” only really ignites as soon as you swallow the rum. Then it unfolds its full potential. I'm inevitably reminded of "Rockley". But this Fiji style is different. I have no comparison for the tar. The medicinal influences are much weaker when compared to the Blackadder Finest Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 11YO, but many other flavours have been added. I couldn't even list all the flavour nuances because I couldn't make out many of them. For me, this bottling is clearly the best Fiji so far. It combines a very good maturity, which is not too dominant and has not influenced the rum with a slight bitterness, which I noticed negatively when sipping The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 19YO. If you are looking for dominant smoke and medical notes, you will not like this bottling. However, if you like the honey, esters and tar, and liked The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 15YO and The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 18YO, you will find todays bottings as a worthy successor, only this time the bottler is different. At the first tasting 4 weeks ago I was blown away, but didn't want to get carried away with a hasty review and too much prejudice. Rums from Fiji with a very good maturity have so far only been bottled by The Rum Cask. I think it's really nice that another German bottler is venturing into this country, which is still spurned by many connoisseurs, or ignored at all by experts who should know better because it is not from the Caribbean but originates from the Pacific. This bottling shows what a well-matured Fiji can do. The only thing that, in my opinion, could currently top this quality would be a completely tropical-matured rum. With all this enthusiasm, I have to warn you, dear reader. I prefer cask strength. If I describe this rum as mild and not very alcoholic, then you should take this fact into account. I would like to tell you a little anecdote about this: I still remember a moment in Garmisch-Partenkirchen (2017) when I poured myself a glass of the Velier Port Mourant PM 1993 Full Proof 13YO at our meeting between 11 a.m. and 12 p.m. I offered the open bottle to all my friends. I only got blank faces. Nobody wanted to drink this rum. Admittedly, this Port Mourant rum is very extreme. But it should make you clear, dear reader, what kind of rum I do in fact prefer. Today's bottling is nowhere near as extreme as the PM 1993, but it still has 57.2%vol and is thewrefore certainly not harmless. Is the rum a brutal throat cleaner? No, it is not! Do you need this rum? You have to decide that for yourself. I cannot and will not make this decision for you. You have to work hard for your money as well as I do. It was worth my money.

I'm still writing the next update. Unfortunately, it turned out to be a bit more extensive and complex than I expected it to be. My first publication date, which I mentioned only to a few people, can no longer be maintained. However, I now get a good experience for the bigger work ahead of me. Please be patient. I wish you all a very nice Sunday!


Marco Freyer

(94/100)

 


Sonntag, 7. März 2021

Magnífica Reserva do Patrão Cachaça 2014 6 YO

 (the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute!

Lange ist es her seit meinem letzten Review und natürlich war ich nicht untätig. Das kommende Update für B.A.M. macht Fortschritte. Nach langer Überlegung habe ich mich dazu entschlossen, den zweiten Cachaça auf meinem Blog zu präsentieren. Es ist der Magnífica Reserva do Patrão Cachaça 2014 6 YO.

Zur Abfüllung:

Bisher habe ich nur den Magnífica Envelhecida Cachaça (ADC) 2006 13YO vorgestellt und für sehr gut befunden. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Reviews war nur noch eine einzige Flasche bei Perola erhältlich. Lange genug hat der Ausverkauf ja auch gedauert. Gut zwei Jahre war die Abfüllung schon auf dem Markt. Dieser Cachaça kam erst letztes Jahr auf den Markt und wurde eigens von Magnífica für Perola zum 10-jährigen Bestehen (2010-2020) abgefüllt. Wird diese Abfüllung das Niveau halten können? Wir werden sehen. Im Vergleich zum Magnífica Envelhecida Cachaça (ADC) 2006 13Y, welcher nur 94 Flaschen umfasste, verfügt diese Abfüllung 162 Flaschen. Bedenkt man, dass die erst genannte Abfüllung für gute zwei Jahre verfügbar war, so hoffe ich wahrlich nicht diese Abfüllung im Jahr 2022 noch im Shop von Perola sehen zu müssen. Zugegeben: Je länger eine Abfüllung vorhanden ist, desto gemächlicher und einfacher ist der Einkauf. Man muss nicht wie verrückt die F5-Taste hämmern und sich keinen Tag hierfür freinehmen. Glaubt mir. Ich weiß wovon ich hier schreibe. Bedenkt man den Hype gewisser Abfüllungen der letzten Monate, dann ist es wahrlich eine willkommene Abwechslung einmal in Ruhe einkaufen zu können. Allerdings möchte ich auch das für Nachschub an erstklassigem Cachaça gesorgt wird. Werden diese Abfüllungen nicht verkauft, dann wird sich der Importeur dies mehrmals überlegen, einen weiteren „Ladenhüter“ ins Haus zu holen. Bei einem Hype hingegen kann man sich sicher sein, dass der Abfüller noch mehr bringen wird, falls er an die Fässer kommt. Alles im Leben hat also Vor- und Nachteile.

Magnífica mit ihrer Fazenda do Anil befindet sich im heutigen Bundeststaat Rio de Janeiros. Die sehr frühen Zeitzeugen in Brasilien schweigen, wenn es um die Existenz von Zuckermühlen (Engenhos) in der Capitania Rio de Janeiro geht. Erst die Jesuiten Fernão Cardim (1625) 1583 und José de Anchieta (1597) im Jahre 1585 erwähnen beide unabhängig voneinander drei Engenhos in der Capitania Rio de Janeiro. Um diese Zeit gab es in den Capitanias Pernambuco und Baía über 100 dieser damals noch kostspieligen Mühlen, welche vorzugsweise mit Wasser aus nahen Bächen oder Flüssen angetrieben wurden. Da der Zuckerpreis in jener Zeit (noch) äußert lukrativ war, wurde alles in Zucker umgewandelt und nach Europa verschifft. Im Zeitraum von 1611-1620 wuchs die Zahl langsam auf 23. Nach der holländischen Invasion von Pernambuco in den 1630igern explodierte die Anzahl der Mühlen in der Capitania Rio de Janeiro. In der Periode 1641-50 gab es bereits 98 Zuckerrohrmühlen. Mit der Vertreibung der Holländer und der Rückeroberung Pernambucos wurde das Wachstum aber nicht gestoppt. Bis zur Periode 1691-1700 gab es 131 Zuckerrohrmühlen. Doch der Aufbau war nicht mehr so kostspielig wie im 16. Jahrhundert. Die Mühlen waren nun kleiner und günstiger. Außerdem wurden in den meisten dieser Mühlen kein Zucker mehr hergestellt. Der Leser ahnt es schon. Der Großteil dieser kleinen Pressen fabrizierte Cachaça, sowohl für den einheimischen Markt in den Goldminen bei Minas Gerais (westlich von Rio de Janeiro), welche Ende des 17. Jahrhunderts ein wahres Goldfieber entfachten, als auch für den Sklavenhandel in Luanda. Die brasilianischen Behörden versuchten die Auswüchse des Konsums in den Goldminen natürlich zu reduzieren. Unterbinden konnten sie ihn allerdings nicht wirklich. Auch die Jesuiten versuchten die Einheimischen Brasiliens vor dem Konsum dieses Feuerwassers zu schützen, indem sie Einfuhrverbote in die betroffenen aldeias der Indianer forderten und auch bekamen. Der illegale Handel bestand trotzdem fort. Mit dem Zuwachs an Bedeutung des Cachaça im 17. Jahrhundert war es praktisch unmöglich geworden, dessen Konsum zu senken. Das Verbot von Cachaça scheiterte schon Mitte des 17. Jahrhunderts. Das 1679 erlassene Importverbot nach Angola verschwand 1695. Es wurde weitestgehend umgangen und war de facto wirkungslos.


--------------------------------------------------------------------------------------------


Verkostung :

Preis: 69,00€ die 0,7l Flasche.

Alter: Der Cachaça wurde im Februar 2014 hergestellt und im Februar letzten Jahres (2020) für Perola abgefüllt.

Alkoholstärke: 46%vol.

Destillationsverfahren: Das Produkt wurde mit einer „Alambique Alegria“ hergestellt.

Farbe: Sehr dunkler Bernstein.

Viskosität: Sehr ölig. Die Flüssigkeit fließt nur träge zurück zum Glasgrund. Es verbleibt ein schmieriger Film auf dem Glas.

Nase: Nach über eine Stunde entströmen feine Kokosnussaromen, vermischt mit Zuckerrohr und unraffiniertem Rohrzucker dem Glas. Dazu gesellen sich noch Karamell, ein Hauch Vanille, Anis und eine sehr geringe Nuance von Holzkohle. Aromen von Mangos, Zitrusfrüchten und ein sehr schwacher Hauch von Bananen, runden das Geruchsprofil ab. Weiter weg vom Glas entfernt erkenne ich nun auch noch Leder. Tief im Glas schweben Anis, eine Priese Zimt, Eiche, frisches Zuckerrohr und Kokosnussaromen. Orangen? Benetzt man das Glas frisch mit dem Cachaça, dann sticht zuerst leicht der Alkohol. Erst dann kann man einen Hauch von Kokosnüssen und Zuckerrohr erhaschen. Dieser Cachaça braucht wahrlich seine Zeit im Glas. Die Nase startet sehr verhalten. Dies mag zum Teil seinem zu jungem Alter geschuldet sein. Nach knapp einer Minute kommen reife Früchte wie Bananen, eine Nuance Honig, Anis und frisches Zuckerrohr hinzu. Erst nach einer knappen Stunde kann man sein volles Potenzial  riechen.

Gaumen: Zuerst Karamell, Anis und, Eiche den Gaumen. Der Alkohol brennt sanft im Mund. Dann schmeckt man wunderschöne Zuckerrohraromen, vermischt mit Gewürzen wie Zimt, dann Leder und Holzkohle. Beim zweiten Schluck Klebstoffaromen, Eiche, Bananen, Zimt und Nelken. Nur kurz kann man Kokosnüsse erahnen. Dann Leder, Karamell, Anis, Nelken und altes Holz. Beim dritten Schluck starke Klebstoffaromen, schwach Kokosnuss, Tabak, Leder, Zimt, Eiche und medizinische Geschmackskomponenten, die ich nicht wirklich zuordnen kann. Rauch, Tabak und Holzkohle nach etwas längerer Zeit. Die Früchte in der Nase sind am Gaumen leider weniger präsent. Die Fassreife hat den Cachaça sehr geprägt. Man denkt zuerst eine leichte Süße zu schmecken, die aber rasch verschwindet und die Gewürze dem Rum einen leicht herben Geschmack verleihen. Er hat weder eine nennenswerte Süße, noch stark saure Komponenten und erst recht keine große Bitterkeit. Das Profil hält sich noch in Balance. Ein wahrer Gaumenschmeichler. Bedenken sie aber bitte, dass diese Aussage von einem Connaisseur kommt der Fassstärke bevorzugt.

Abgang: Zuerst schmeckt man Gewürze, Zimt, Nelken, Anis und Leder. Dann beginnt der Alkohol sanft den Hals zu wärmen. Nur kurz huschen Zuckerrohraromen über die Zunge. Dieser Cachaça ist sehr würzig im Abgang.Nach dem zweiten Schluck starke Gewürzaromen, gefolgt von medizinischen Komponenten. Ein sehr schwacher Hauch von Rauch und Holzkohle klebt am Gaumen. Nach dem dritten Schluck Tabak, Eiche und wieder Gewürze satt. Anis und Nelken huschen über die Zunge. Der Cachaça ist im Abgang leicht trocken. Lässt man den Cachaça nicht lange im Mund verweilen sondern schluckt in nach wenigen Sekunden herunter, dann ist der Abgang wesentlich intensiver. Man bekommt noch mehr Tabak und Leder zu den sehr präsenten Gewürzen.

 

-------------------------------------------------------------------------------------------------


Fazit: Ein guter Cachaça und ein wahrer Augenöffner. Er ist gefährlich süffig und sanft. Sein größter Vorteil ist der leichte und unbeschwerte Genuß, ohne dabei auf das seichte Niveau gewisser Rumsorten abzudriften. Man möge mir bitte diese Vergleiche von Cachaça und Rum verzeihen. Sein größter Nachteil ist allerdings die verhaltene Nase. Dieser Cachaça betäubt sie nicht mit dominanten Zuckerrohraromen, wie man es von den billigen Vertretern dieser Zunft kennt. Trotz seines jungen Alters hat er eine gewisse Würde erlangt, von denen manche Rum-Abfüllungen nur träumen können. Sie suchen einen Cachaça der sie fordert aber nicht überfordert? Oder nur einen sinnlichen Genuss der sie, zumindest im Kopf, nach Brasilien befördert? Dann könnte diese Abfüllung etwas für sie sein. Wenn sie nur ungereifte oder billige Cachaças wie Pitú kennen, dann könnten sie enttäuscht werden. Ob sich der Magnífica Reserva do Patrão Cachaça 2014 6 YO gut in einem Cocktail macht, kann ich leider nicht beurteilen, da ich in dieser Kunst sehr wenig Erfahrung besitze und mich hier nicht blamieren möchte. Es wäre schon ein Edel-Cocktail, wenn man den Preis von 69,00€ bedenkt. Es wären mit Sicherheit mehr Punkte drin gewesen, wenn es mehr als 46%vol gewesen wären. Aber das brasilianisches Gesetz deckelt Cachaças nun einmal bei 48%vol. und hier hat man sich für die Standard 46%vol. entschieden. Beim Magnífica Envelhecida Cachaça (ADC) 2006 13YO waren es noch mehr, der aber gesetzlich betrachtet kein Cachaça mehr war. Ich hoffe das Perola uns noch mit weiteren Abfüllungen aus dem Hause Magnífica beehrt. Mir wurde, wenn ich mich noch recht entsinne, der Magnífica Bica do Alambique Cachaça empfohlen. Ob dieser mich allerdings auch pur überzeugen kann ist noch offen, da ich diesen noch nicht gekauft habe. Die Bewertung fiel mir nach dem opulenten Magnífica Envelhecida Cachaça (ADC) 2006 13YO wahrlich nicht leicht. Einerseits möchte man Perola und Magnífica für das geleistete loben, aber andererseits muss man die Kirche auch wieder im Dorf lassen. Es ist aber gut zu wissen, dass man abseits des Hypes noch qualitativ gute Zuckerrohrspirituosen preiswert bekommen kann, um die man sich nicht (virtuell) schlagen muss. Das ist bisher noch ein großer Vorteil von Magnífica oder gereiften Cachaças im Allgemeinen. Sie sind einfach eine Nische, die für Investoren uninteressant sind. Und das ist etwas, auf das wir Connaisseure uns noch freuen können. Ich wünsche Euch allen beste Gesundheit und ein schönes Wochenende!

Marco Freyer

(88/100)

 

-----------------------------------------------------------------------------------------------------


Hello folks!

It's been a long time since my last review and of course I haven't been idle. The upcoming update for B.A.M. is advancing. After much deliberation, I decided to present the second cachaça on my blog. It is the Magnífica Reserva do Patrão Cachaça 2014 6 YO.

The Bottling:

So far I have only presented the Magnífica Envelhecida Cachaça (ADC) 2006 13YO and deemed it to be very good. At the time of writing this review, only one bottle was still available at the shopsite of Perola. The sale lasted long enough. The bottling had already been on the market for a little more than two years. This cachaça only came onto the market last year and was specially bottled by Magnífica for Perola for its 10th anniversary (2010-2020). Will this bottling be able to maintain the level? We will see. Compared to the Magnífica Envelhecida Cachaça (ADC) 2006 13Y, which only consisted of 94 bottles, this bottling has 162 bottles. If you consider that the first mentioned bottling was available for a a little more than two years, I really hope not to see this bottling in the Perola shop in 2022. Admittedly: the longer a bottling is available, the more leisurely and easier it is to shop. You don't have to spam the F5 key like crazy every minute or even faster and you don't have to take a day off to do that in order to get at least one damn bottle. Believe me. I know what I am writing about. If you consider the hype of certain bottlings in the last few months, then it is really a welcome change to be able to shop in peace. However, I would also like that there is a supply of first-class cachaças. If these bottlings are not sold, the importer will think twice about bringing another "slow-moving" product into his shop. In the case of hype, on the other hand, you can be sure that the bottler will bring even more if he gets to the casks. So everything in life has advantages and disadvantages.

Magnífica with its Fazenda do Anil is located in today's state of Rio de Janeiros. The very early witnesses in Brazil are silent when it comes to the existence of sugar mills (Engenhos) in the Capitania Rio de Janeiro. It was not until the Jesuits Fernão Cardim († 1625) in 1583 and José de Anchieta († 1597) in 1585 both independently mention three Engenhos in the Capitania Rio de Janeiro. Around this time there were over 100 of these at that time still expensive mills in the Capitanias Pernambuco and Baía, which were preferably driven with water from nearby streams or rivers. Since the sugar price was (still) extremely lucrative at that time, everything was converted into sugar and shipped to Europe. In the period from 1611-1620 the number grew slowly to 23. After the Dutch invasion of Pernambuco in the 1630s, the number of mills in the Capitania Rio de Janeiro exploded. In the period 1641-50 there were already 98 sugar cane mills. However, with the expulsion of the Dutch and the reconquest of Pernambuco, the growth did not stop. By the period 1691-1700 there were 131 sugar cane mills. But the construction was no longer as expensive as it was in the 16th century. The mills were now smaller and cheaper. In addition, most of these mills stopped producing sugar. The reader might already have an idea what they did produce. The majority of these small presses made cachaça, both for the local market in the gold mines near Minas Gerais (west of Rio de Janeiro), which sparked a real gold fever at the end of the 17th century, and for the slave trade in Luanda. The Brazilian authorities tried, of course, to reduce the excesses of consumption in the gold mines. But they couldn't really stop it. The Jesuits also tried to protect the natives of Brazil from the consumption of this fire water by demanding and getting bans on imports into the affected aldeias of the Indians. The illegal trade continued nonetheless. With the increase in importance of cachaça in the 17th century, it had become practically impossible to reduce its consumption. The ban on cachaça failed as early as the middle of the 17th century. The import ban to Angola issued in 1679 disappeared in 1695. It was largely circumvented and was de facto ineffective.


------------------------------------------------------------------------------------------------------


Tasting :

Price: € 69,00 the 0,7l bottle.

Age: The cachaça was distiled in February 2014 and bottled for Perola in February of last year (2020).

ABV: 46%abv.

Process of distillation: The product was made with an "Alambique Alegria".

Colour: Very dark amber.

Viscosity: Very oily. The liquid flows slowly down the glass. A greasy film remains on it.

Nose: After more than an hour, fine coconut aromas, mixed with sugar cane and unrefined cane sugar, emerge from the glass. In addition, there are caramel, a hint of vanilla, anise and a very slight nuance of charcoal. Aromas of mangos, citrus fruits and a very faint hint of bananas complete the odor profile. Further away from the glass I can now also recognize leather. Anise, a pinch of cinnamon, oak, fresh sugar cane and coconut flavors float deep in the glass. Oranges? If you wet the glass freshly with the cachaça, the alcohol stings slightly at first. Only then can you catch a whiff of coconuts and sugar cane. This cachaça really needs its time in the glass. The nose starts very cautiously. This may be due in part to his too young age. After just under a minute, ripe fruits such as bananas, a nuance of honey, anise and fresh sugar cane are added. Only after an hour can you smell its full potential.

Palate: First caramel, anise and, oak the palate. The alcohol burns gently in the mouth. Then you can taste wonderful aromas of sugar cane mixed with spices like cinnamon, then leather and charcoal. With the second sip, glue aromas, oak, bananas, cinnamon and cloves. You can only guess coconuts for a moment. Then leather, caramel, anise, cloves and old wood. With the third sip, strong adhesive aromas, weak coconut, tobacco, leather, cinnamon, oak and medicinal taste components that I cannot really assign. Smoke, tobacco and charcoal after a little longer. The fruits in the nose are unfortunately less present on the palate. The barrel aging has had a great impact on the cachaça. At first you think you taste a slight sweetness, but it disappears quickly and the spices give the rum a slightly herbal taste. It has neither a noteworthy sweetness, nor strongly sour components and certainly not a lot of bitterness. The profile is still in balance. A real flatterer. But please keep in mind that this statement comes from a connoisseur who prefers cask strength.

Finish: First you can taste spices, cinnamon, cloves, anise and leather. Then the alcohol begins to gently warm your throat. Sugar cane aromas only briefly flit across the tongue. This cachaça has a very spicy finish; after the second sip, strong spicy aromas, followed by medicinal components. A very faint hint of smoke and charcoal sticks to the palate. After the third sip, full of tobacco, oak and spices again. Anise and cloves flit across the tongue. The cachaça is slightly dry in the finish. If you don't let the cachaça stay in your mouth for a long time but swallow it after a few seconds, the finish is much more intense. You get even more tobacco and leather to go with the very present spices.


---------------------------------------------------------------------------------------------


Conclusion: A good cachaça and a real eye opener. It is dangerously drinkable and gentle. Its greatest advantage is the light and carefree enjoyment, without drifting to the shallow level of certain types of rums. Please forgive me these comparisons of cachaça and rum. Its main disadvantage is the restrained nose. This cachaça does not stun you with dominant sugar cane aromas, as you know it from the cheap representatives of this type of spirit. Despite its young age, it has achieved a certain dignity that some rum bottlings can only dream of. Are you looking for a cachaça that challenges you but doesn't overwhelm you? Or do you want just a sensual pleasure that transports you, at least in your head, to Brazil? Then this bottling could be something for you. If you only know unripened or cheap cachaças like Pitú, then you might be disappointed. Unfortunately, I cannot judge whether the Magnífica Reserva do Patrão Cachaça 2014 6 YO would be good as an ingredient in a cocktail, as I have very little experience in this art and I don't want to embarrass myself here. It would be a pricy cocktail considering the price of € 69.00. It would certainly have been more points if it had been more than 46%abv. But the Brazilian law caps cachaças at 48% abv and here you have the standard 46% abv. The Magnífica Envelhecida Cachaça (ADC) 2006 13YO had even more, but legally it was no longer a cachaça. I hope that Perola will honor us with further bottlings from Magnífica. If I remember correctly, the Magnífica Bica do Alambique Cachaça was recommended to me. Whether this can convince me on its own is still open, as I haven't bought it yet. The evaluation was not easy for me after the opulent Magnífica Envelhecida Cachaça (ADC) 2006 13YO. On the one hand you want to praise Perola and Magnífica for what they have achieved, but on the other hand you should not never get carried away. But it is good to know that apart from the hype you can still get good quality sugar cane spirits with a good price tag, which you don't have to (virtually) fight for. This is still a great advantage of magnífica or mature cachaças in general. They are just a niche that is uninteresting to investors. And that's something we connoisseurs can still look forward to. I wish you all the best of health and a nice weekend!

 

 Marco Freyer

(88/100)