Sonntag, 5. März 2017

The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 15YO

(the English part is below, just skip the German part) 

Willkommen zurück!

Heute kommt der vorerst letzte Ausflug zur kleinen Inselnation Fidschi im pazifischen Ozean. Und es handelt sich um eine aktuell noch verfügbare Abfüllung und dürfte damit für viele interessant sein, welche die vohrerigen Reviews lasen, aber die Rums nicht kannten. Die heutige Abfüllung ist der The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 15YO!

Zur Abfüllung: 

Dieser Rum ist der Nachfolger vom The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2003 10YO. Es handelt sich um denselben Jahrgang, der auch schon den Blackadder Finest Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 11YO hervorbrachte. Diesen dürften nur die wenigsten Leser überhaupt kennen. Den TRC-Vorgänger aus 2003 dagegen dürften wesentlich mehr Leute im Glas gehabt haben. Zumindest was die Leser dieses kleinen bescheidenen Blogs anbelangt. Dieser Rum ist auch ganze vier Jahre älter als der Blackadder, und hat damit schon gute Chancen ein Stück weit besser zu sein. Eine Garantie ist das natürlich nicht, da alle Fässer nicht gleich sind. Aber diese Grundlagen sind wohl jedem Leser mittlerweile gut bekannt, vor allem wenn sie aus dem Whiskybereich zum Rum gekommen sind. Dort gibt es haufenweise Informationen zu diesem Thema und auch genau so viele Meinungen. In Verbindung mit der Fassreife oder der Fassqualität wird auch immer wieder gern das Für und Wider von NAS-Abfüllungen debattiert. Anstelle von Jahrgang und Alter besitzen die Whiskies oft fantasievolle Namen, ohne dem Käufer einen wirklichen Informationsgehalt zu bieten. Frische oder neu ausgebrannte Eiche kann zwar mehr Aromen ins Fass bringen, aber macht es dadurch automatisch das Destillat besser? Nicht wenn der Stil zu „rein“ oder das Profil zu flach ist. Dieses Problem existiert mehr beim Rum als beim Whisky. Ein grandioses und negatives Beispiel hierfür ist der Jahrgang 1998 aus der im Jahre 1999 geschlossenen Uitvlugt Destillerie in Guyana, welcher in den letzten Jahren sehr vermehrt aufgetaucht ist. Dieser wurde mit einer kontinuierlichen Brennblase hergestellt. Die kontinentale Reifung konnte ihm nichts positives hinzufügen. Diese Entwicklung zu einem leichten und reinem Profil hat geschichtliche und ökonomische Gründe. Sie liegen in der Entwicklung der Zuckerindustrie begraben, an welche die Brennereien lange gebunden waren. Lustig wird es dann nur, wenn man mit PR versucht dem Käufer glaubhaft zu machen, dass man dies aus Leidenschaft gemacht hätte. Aber das ist ein anderes Thema. Leider liegt mir keine Information bezüglich der Flaschenanzahl vor. Zur Brennerei und Fidschi habe ich in den vorherigen Reviews auch schon genug geschrieben. Beginnen wir also mit der Verkostung! 

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Verkostung The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 15YO:

Preis: Die 0,5l Flasche kostet 49,90€. Das wären 69,86€ für eine imaginäre 0,7l Flasche.

Alter: Das offizielle Alter beträgt 15 Jahre.

Alkoholstärke: Der Rum wurde mit 59,3%vol abgefüllt.

Destillationsverfahren: Das offizielle Verfahren ist eine Pot Still. 

Farbe: Heller Bernstein. 

Viskosität: Der Rum fließt träge in vielen Streifen zurück zum Glasboden.

Nase: Der Rum durfte lange Zeit im Glas atmen. Zwischendurch habe ich das Glas noch einmal benetzt, ohne den Deckel abzunehmen. Das erste was ich rieche sind Esteraromen, süßer Honig, Vanille und Rosinen. Leder, Toffee, Karamell und Eiche. Weiter weg vom Glas erkenne ich einen Hauch von Vanille, Karamell, Honig und eine ganz dezente Süße. Tief im Glas beherrschen schwache Ananasaromen, Zitrusfrüchte, Honig, Bienenwachs, Gummi und dezente Esteraromen. Nach über einer Stunde kitzelt der Alkohol nur noch leicht in der Nase. Eiche, Holzkohle und Gewürze. Sehr schwacher Rauch und Medizin durchsetzen alle anderen Aromen wie Nebel ein Bergtal im frühen Morgengrauen. Auch Kräuter und Zuckerrohr kann ich erkennen. Zimt im Hintergrund. Limetten? Ein säuerlicher Geruch liegt im Glas. Er verdrängt die Süße, welche weiter Weg vom Glas zu erkennen ist. Nach einem frischen Schwenk riecht man geballte Zitrusfrüchte, Gummi, Medizin und dezente Esteraromen. Die Nase ist zuerst süßlich, dann wird sie mit der Zeit sauer.

Gaumen: Zuerst schmeckt der Rum leicht süß auf der Zunge, dann brennt auch schon der Alkohol im Mundraum. Medizin, Zitrusfrüchte, Rosinen, Gummi und Rauch sind die ersten Eindrücke, sobald der Alkohol ein wenig nachlässt. Eiche, Toffee und Leder vom Fass. Ester sind kurz nach dem Abebben des Alkohols schmeckbar, verschwinden aber leider relativ schnell. Zuckerrohr, Bienenwachs und Kräuter. Das Gummi wird immer dominanter am Gaumen. Auch der Geschmack nach Medizin wird stärker. An Früchten erkenne ich schwach Papayas und Aromen von Ananas. Karamell, verwoben mit Bienenwachs und am Ende nur noch Kräuter am Gaumen. Beim zweiten Schluck brennt der Alkohol intensiver am Gaumen. Wieder ist der Rum leicht süß, wandelt sich aber dann zu einem leicht säuerlichen Geschmack. Ester, Gummi, Zitrusfrüchte und schwache Ananasaromen. Medizin und Rauch sind nun dominanter als beim ersten Schluck. Kräuter, Zuckerrohr, Anis, Eiche, Toffee und Leder. Mit der einsetzenden Verdünnung im Mund kommt wieder das Bienenwachs zum Vorschein. Kurz Rosinen. Karamell, Nelken, Wachs, Kräuter und Rosinen am Ende. Der Rum ist sehr mundwärmend. Holzkohle? Zimt? 

Abgang: Medizin, Karamell, Vanille und Gummi. Dann Zuckerrohr und…. Krokant? Anis, Kräuter und Mangos. Am Ende Bienenwachs mit Kräuter. Trocken am Gaumen. Nach dem zweiten Schluck Gewürze, Zimt, Karamell und Medizin. Dann Gummi und Kräuter. Sehr kurz Zuckerrohr. Bienenwachs, Mangos und Medizin. Sind das Pilze ganz am Ende? Ich bin mir nicht sicher. Das Mundgefühl am Schluss ist leicht trocken. 

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Fazit: Ich habe diesen Rum zuerst in einer ersten Sessions mit allen Fidschi-Rums meiner Sample-Bibliothek verglichen. Bei einer zweiten und einer dritten Session machte ich einen alleinigen Vergleich mit dieser Abfüllung und dem Rum von Blackadder. Der Unterschied zwischen beiden Rums ist zwar nicht kolossal, aber doch groß genug um ihn eine geringfügig bessere Bewertung zu geben. Dies ist also, bis jetzt, der beste Rum aus Fidschi den ich im Glas hatte. Ich habe mir mit dieser Entscheidung bewusst Zeit gelassen und wollte mich nicht zu einem schnellen Review kurz nach der Veröffentlichung drängen lassen. Diese Zeit war sinnvoll investiert. In der Nase wird der Unterschied nur dann deutlich ersichtlich, wenn man den Rum sehr lange atmen lässt. Am Gaumen dagegen ist es ein bisschen einfacher, wobei auch hier die Differenzen nicht gewaltig, aber doch genug vorhanden sind. Das Preis-Leistungsverhältnis für einen Rum mit 15 Jahren in Fassstärke ist aus meiner Sicht absolut Top. Das sage ich als Kunde. Wer den Vorgänger verpasst hat oder ihn mochte, der wird hier eine wesentlich reifere und in meinen Augen auch bessere Version des alten Rums vorfinden. Dies ist allerdings nur meine Meinung. Der Stil ist und bleibt gewöhnungsbedürftig und hat etwas von einem Whisky. Für einen Whiskytrinker könnte der Rum vielleicht „nicht genug Rum“ sein. Rums in dieser Qualität brauchen sich vor schottischen Whiskies nicht zu Verstecken. Sie ist mehr als ebenbürtig in meinen Augen und fern von den nahezu reinen oder geschmacksarmen Destillaten, welche in der Mitte bis gegen Ende des 19. Jahrhundert auftauchten und nur deshalb Rum genannt werden dürfen, weil die Regulierungen ein Witz sind. Ich kann auf eine große Diversifikation verzichten, welche aus diesen Regulierungen hervorgeht, wenn die große Mehrheit in meinen Augen nur absoluter Schrott ist. Aber ich schweife ab. Dies ist nicht der richtige Ort. Sollten sie den Stil von Fidschi überhaupt nicht kennen, dann rate ich wie üblich vor einem Blindkauf ab. Machen sie an einer Flaschenteilung mit oder kaufen sie ein Sample im offiziellen Shop des Abfüllers. Diesen Service bieten leider nicht viele Abfüller in Europa an. Mit einer allerdings immer größer werdenden Anhängerschaft von Single-Cask Rums ist dies aber auch nicht mehr wirklich notwendig. Dennoch möchte ich diesen Service hervorheben, da er sich wohltuend von der Masse abhebt. Ob sie diesen Rum brauchen müssen sie als Käufer, wie immer, selbst entscheiden. Ich wünsche Euch allen noch ein schönes Restwochenende! 

Marco 

(90/100)



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Welcome back!

Today is, for the time being, our last journey to the small island nation Fiji in the Pacific Ocean. The bottling is a relatively new and available for purchase, which might attract some more attentions as it was the case with the preceding reviews. Today's bottling is The Rum Cask Rum Fiji South Pacific Distillery 2001 15YO!

The Bottling:

This rum is the successor of The Rum Cask Rum Fiji South Pacific Distillery 2003 10YO. It's the same vintage that already spawned the Blackadder Finest Rum Fiji South Pacific Distillery 2001 11YO. Only a few readers do know about this bottling. The predecessor from 2003 bottled by TRC was much more known by comparison. At least as far as the readers of this little blog are concerned. This rum is whole four years older than the Blackadder, and has thus a good chance to be better in quality. Hwoever, a longer maturation period is not a guarantee for a better quality. But these basics and probably every reader does know them very well, especially if they are coming from the whisky scene. There are tons of information about this topic and also many opinions about it can be found. The influence of the barrel aging or barrel quality is mostly linked in the debates about the pros and cons regarding “NAS-bottlings”. Instead of stated age and vintage the whiskies often have fanciful names, without offering any real information to the buyer. Although fresh or newly burned oak can bring more flavours into the destillate, but does this automatically improve the spirit contained in it? Not if the style is to 'pure' or the profile is too shallow. This problem exists more in rum as in whisky. A terrific and negative example of this is the 1998 vintage from the closed Uitvlugt distillery in Guyana. Those bottlings have emerged on the market the last years and they were produced with a continuous still, probably the Savalle French Column one. The continental maturation was unable to positively contribute to the flavour profile of the rum and I doubt that more oak would help it. This “trend” to light and pure rums is based on historical and economic reasons in connection with the sugar industry, to which the rum distillers were tied for a very long time, before they were finally separated in own companys in most cases. It only gets really funny, when the PR tries to tell you that they did the switch to super modern continuous rum stills out of “passion and love for the spirit”. But who would really believe that nonsense anyways? But that's another topic. Unfortunately, there is no information provided by TRC regarding the number of bottles. I have already written enough about the distillery in the last reviews and I don't want to recapitulate myself just to have some more lines to write. So lets start with the actual tasting, shall we? 

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Tasting The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 15YO:

Price: The 0.5 liter bottle costs €49.90. That would be €69.86 for an imaginary 0,7l bottle.

Age: The official age is 15 years.

ABV: The rum was bottled with 59.3% abv.

Process of distillation: The official procedure is a pot still.

Colour: Bright amber.

Viscosity: The Rum flows in many streaks sluggishly back to the glass bottom.

Nose: The rum was allowed to breathe for a long time in the glass. In between, I have watted the glass again by panning the rum in it, without lifting the lid. The first flavours I smell are esters, sweet honey, vanilla and raisins. Leather, toffee, caramel and oak. Further away from the glass I recognize hints of vanilla, caramel, honey and a very subtle sweetness. Deep in the glass dominate weak pineapple aromas, strong citrus fruits, honey, beeswax, rubber and discreet ester flavours. After about an hour the alcohol tickles only slightly in the nose. Oak charcoal and spices. Very small amount of smoke and medicine are permeating all other flavours such as fog a mountain valley in the early dawn. I can also recognize herbs and sugar cane. Cinnamon in the background. Limes? A sour smell hovers in the glass. He ousted the sweetness, which is continued to be recognize further away from the glass. After a fresh swing of the glass you smell concentrated citrus, rubber, medicine and discreet ester flavours. The nose is first sweet, then it becomes acidic over time.

Palate: First the rum tastes slightly sweet on the tongue, then the alcohol burns in the entire mouth. Medicine, citrus fruits, raisins, rubber and smoke are the first impressions after the alcohol softens a bit. Oak, toffee and leather from the cask. Esters are tasted shortly after the ebbing of the alcohol, but unfortunately disappear relatively quick. Sugar cane, beeswax and herbs. The rubber is more dominant on the palate. Even the taste of medicine gets stronger. At fruit I recognize weak papayas and aromas of pineapples. Caramel interwoven with beeswax and in the end herbs on the palate. During the second sip the alcohol burns more intense on the palate. Again, the rum is first slightly sweet, but then turns into a slightly sour taste. Esters, rubber, citrus and weak pineapple aromas. Medicine and smoke are now more dominant than it was the case with the first sip. Herbs, sugar cane, anise, oak, toffee and leather. With the onset of dilution in the mouth the beeswax comes back. Short raisins. Caramel, cloves, wax, herbs and raisins at the end. The rum is warming up the mouth, in a good way. Charcoal? Cinnamon?

Finish: Medicine, caramel, vanilla and rubber. Then sugarcane and .... Brittle? Anise, herbs and mangoes. At the end beeswax and herbs. Dry on the palate. After the second sip spices, cinnamon, caramel and medicine. Then rubber and more spices. Briefly very weak sugar cane. Beeswax, mango and medicine. Are the mushrooms at the very end? I'm not sure. The mouthfeel in the end is pleasantly dry. 

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Conclusion: I first compared this rum in a first session with all Fiji rums contained in my sample library. In a second and a third session, I made a comparison with the this bottling and the one of Blackadder. Although the difference between the two rums is not colossal, it is still substantial to give it a different rating. So this is, so far, the best rum from Fiji I had the glass. I did take my time on purpose on bringing up this review. I did not want to be pushed to an early bird review shortly after the release. The time up until to this review was well spent. On the nose the difference will only be clearly seen if you let both rums breath for a very long time in the glass. Regarding the palate it is a bit easier to spot the differences, although they are not massive. The price-performance ratio for a rum with an age of 15 years in cask strength is absolutely top in my point of view. I say this as a customer. This rum will be interesting for those who missed the direct predecessor of this bottling or to anyone who does know it and in fact did like it. It is a mature and better version of the rum from 2003. However, this is only my opinion. The style is and will be something you have to get used to. It has certain parts in it, which do me remind of whiskies. Some people from the whisky-scene or rum-drinkers might object it because it is not rummy enough or too strange on the palate. Rums in this quality are fully equal to Scotch whisky. This is solely my opinion of course. It's the right stuff. Not the “silent” pure ones which did pop up in the mid and late 19th century and are still being repeatedly called rum because the regulations are a joke in that regard. I don't need a big diversification in rum, if the majority in my opinion is next to useless and using this lax regulation as an advantage. But I digress. This is not the right place. If you do not know the rums of Fiji, then I recommend you not to buy this one blind. Participate in a bottle-sharing or get a sample straight from the online-shop of the bottler in order to get in touch with this most interesting style. Sadly not many bottler do offer samples. Its more like a “buy it or leave it” approach to the customer. However, with enough people you can make bottle-sharings anyways, so I do not think they see the need for a service like this. So, do you need this rum? That's something you have to decide for yourself. I can only speak for myself when I say that it was worth my money. But please bear in mind that I love medium to heavy type of rums. That's it for today. I wish you all a nice weekend! 

Marco 

(90/100)

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