Sonntag, 29. Mai 2022

Update

Was geht ab?

Stammleser werden es sicher schon bemerkt haben, dass ich seit März kein Review mehr geschrieben habe. Dies ist nicht ganz freiwillig. Meine Arbeitsplatz hat sich zu einer wahren Shitshow mit allen dazu erdenklichen Facetten entwickelt. Aufgrund von, drücken wir es milde aus, suboptimaler Organisation und dem Weggang von Kollegen, müssen die Übrigen bis mindestens Mitte des nächsten Jahres Überstunden machen und Rufbereitschaft am Wochenende erdulden. D.h. mir wird nicht nur Erholungszeit geraubt, sondern auch die Möglichkeit für Tastings, bzw. Alkoholgenuss. Im Moment habe ich absolut keine Muße hierzu, obwohl es mir unter den Fingern brennt. Gerade dieses Wochenende wurde mir wieder einmal versaut und ich war erst vor kurzem auf der Arbeit. Bitte verzeiht mir den Umstand, wenn es zu größeren Abständen bei den Reviews kommt. Dies ist für mich wahrlich keine einfache Zeit. Ich danke für Euer Verständnis und eure Geduld.

Marco Freyer

 

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What's crackin’?

Regular readers will surely have noticed that I haven't written a review since March. This is not entirely voluntary. My workplace has developed into a real shit show with all imaginable facets. Due to, to put it mildly, suboptimal organization and the departure of colleagues, the remainder will have to work overtime and endure weekend on-call duty for at least Summer next next year or so. This means that I am not only deprived of recovery time, but also of the opportunity for tastings and alcohol consumption. At the moment I have absolutely no leisure for this, although it burns under my fingertips to write something. Just this weekend I got messed up again and I was only recently at work. Please forgive me if there are longer gaps in the reviews. This is truly not an easy time for me. Thank you for your understanding and patience.

Marco Freyer

 


 

Sonntag, 27. März 2022

Rhum JM duo bottled by Kirsch: 2015 & 1999.

The English part is below, just skip the German part)

Servus Leute!

Heute machen wir mal wieder einen Ausflug nach Martinique. Dieses mal geht es zur Destillerie JM in der Gemeinde Macouba. Die heutigen Abfüllungen sind der Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#200376) 1999 21YO und der Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180007) Import 2015 5YO!

Zur Abfüllung:

Zur J.M. Destillerie haben wir bereits einige historische Details im Review zum Rhum Agricole J.M. X.O. näher kennengelernt. Produziert wird dort mittels zweier „kreolischer“ Kupfer-Kolonnen (deux colonnes créoles en cuivre). Das Ergebnis der Destillation ist ein Rhum mit 70-73%vol. Die beiden heutigen Abfüllungen sind keineswegs die ersten Single Barrel von JM. Es gab u.a. den Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180011) 1999 20YO 43,15%vol (um die 195€) ; den Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180011) 1999 20YO 42,84%vol (um die 170€); den Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole 2004 Kirsch 14YO 43,6%vol.; den Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180011) 2000 20YO 40,82%vol (um die 170€) ; den Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#000295) 2001 19YO 40,12%vol. (um die 160€); und den Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#200383) The Nectar 2015 5YO mit 55,1%vol. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit dieser Liste oder um Exaktheit der Preise. Eigentlich hätte dieses Review schon im Februar veröffentlicht werden sollen. Also noch kurz vor dem Verkaufsstart der heutigen Abfüllungen. Ein Fehler meinerseits machte dieses Vorhaben allerdings zunichte und ich musste mit den Neissons der Profil-Serie improvisieren. Dieser Fauxpas ärgerte mich persönlich doch etwas sehr. Gerade weil mich diese beiden Rhum Agricoles sehr faszinierten und ich sie vor dem Verkaufsstart veröffentlichen wollte. Gerade die niedrige Trinkstärke der älteren J.M. Single Barrels waren ein Grund, warum ich einen weiten Bogen um diese Abfüllungen machte. Die Verdunstung in Martinique, zumindest bei JM. scheint mehr Alkohol als die übrigen Anteile des Rhums zu verzehren. Das Resultat sind Abfüllungen um die 40-43%. Das diese geringe Stärke nicht unbedingt gleich ein Todesurteil für die Abfüllung ist, werden wir nach dem Review feststellen. Und auch das jüngere Pendant hat mich sehr überrascht. Aber dazu mehr am Schluss. Genug geredet und auf zur Verkostung!

 

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Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#200376) 1999 21YO 43,6%vol


Verkostung :

Preis: Um die 80€ für 0,7l

Alter: Der Rhum wurde im Dezember 1999 destilliert. Abgefüllt wurde er am 17. Mai 2021. Das offizielle Alter beläuft sich somit auf 21 Jahre.

Alkoholstärke: 43,6%vol.

Destillationsverfahren: Kontinuierlich mittels „kreolischer“ Kupfer-Kolonnen.

Farbe: Bernstein

Viskosität: Dicke Tropfen fließen sehr träge an der Glaswand hinab. Es verbleibt ein schmieriger Film.

Nase: Der Rum durfte über eine Stunde lang atmen. Nach der Abnahme des Glasdeckels rieche ich zuerst geballte, von Klebstoff überlagerte Fruchtaromen, vermischt mit Zuckerrohr. Wow. Für 43,6%vol. ist dies eine äußert beeindruckende Nase, bedenkt man den hohen Wasseranteil und den geringen geschmacks- und geruchsverstärkenden Alkohol. Starke Aromen von Banane, Zitrusfrüchte und Mangos, vermischt mit feuchtem Muscovado-Zucker und Eiche, bilden den dominierenden Teil des Geruchsprofils. Weiter weg vom Glas rieche ich zartes Zuckerrohr, süßes Karamell, einen Hauch Vanille, exotische Früchte und Gewürze. Tief im Glas wird die Nase mit Aromen von Klebstoffaromen, Gewürzen, altem polierten Holz, Jod und Karamell bombardiert. Die Früchte werden durch diesen intensiven Mix eher in den Hintergrund verdrängt, sind aber noch zu erkennen. Diese Nase erinnert mich unfreiwillig an einen vor kurzem probierten Armagnac. Sehr interessant. Die Klebstoffnuancen sind in dieser Abfüllung äußert gut ausgeprägt. Eine sehr zurückhaltende Süße schwebt über die zuvor beschriebenen Gerüche,. Benetzt man das Glas frisch mit dem Rhum dann kommen zuerst massive Gewürze und Eichenaromen. Er riecht sehr gewürzlastig. Die Nase wird in kurzer Zeit mit einer milden Süße durchzogen. Nun kann man Tabak, exotische Früchte und Klebstoff riechen. Süßes Karamell, Anis, Zitrusfrüchte und blumige Aromen kommen ebenfalls vor. Dann kommt Muscovado-Zucker, Rauch, Zimt und Nelken. Eine äußert beeindruckende Nase.

Gaumen: Zuerst fluten Karamell, Eiche und Zuckerrohr den Mundraum. Der Alkohol brennt so gut wie nicht. Dann Menthol, Klebstoffaromen und ein herber und pflanzlicher Geschmack. Süßes Karamell, Rauch, Holzkohle und Klebstoffaromen nach kurzer Zeit. Dann wandelt sich der Rum mehr hin zu den Gewürzen und Eichenaromen. Im Hintergrund lauert eine dezente Bitterkeit, die aber sehr gut eingebunden ist. Ebenso schmecke ich eine sehr dezente Säure. Jod, Anis, Eiche, Tabak und Jod Am Ende. Leider wird der Rum viel zu schnell verdünnt und verliert an Kraft, aber nicht an Ausdrucksstärke. Beim zweiten Schluck Klebstoffaromen satt mit einem dieses Mal stärkeren Brennen des Alkohols. Der Mundaum wird schön ausgetrocknet. Eiche, Klebstoffaromen, exotische Früchte, Anis und Zimt fluten den gesamten Mundraum. Eine leichte Säure breitet sich aus, aber sie ist immer noch sehr dezent. Jetzt wird der Rhum wieder mehr gewürzlastig und bekommt auch ein pflanzliches Profil. Tabak, Zimt, Anis, altes Eichenholz und Rauch verweilen nun im Mundraum. Beim dritten Schluck wieder dominantes Klebstoff, Eiche, Zimt und ein leicht säuerlicher Geschmack. Dann Tabak, altes Eichenholz, bitteres Karamell, Jod und Zuckerrohr. Der Rum ist für die geringen Volumenprozente sehr ausdrucksstark. Am Ende Eiche, Zimt, Anis und Tabak.

Abgang: Nach dem ersten Schluck Eiche, Karamell, pflanzliche Nuancen und Rauch. Dann huschen kurz Zuckerrohraromen und exotische Früchte über die Zunge. Leicht bitteres Karamell, Eiche und Tabak verweilen am Ende am Gaumen. Nach dem zweiten Schluck Anis, Zimt, Eichenaromen und kurz Klebstoff. Dann wird der Abgang pflanzlich. Tabak, Karamell und ein Hauch von Jod huschen über den Gaumen. Erst jetzt am Ende erkenne ich eine sehr schwache Bitterkeit. Nach dem dritten Schluck Eichenholz, bitteres Karamell und Zimt. Nur sehr kurz huschen exotische Früchte und Klebstoffaromen über die Zunge und verblassen. Zurück bleibt ein wunderschön ausgetrockneter Mundraum, welcher mit einer leichten und dezenten Bitterkeit überzogen wurde. Sie wirkt nicht störend und ist (noch) gut eingebunden.


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Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180007) 2015 5YO 55,1%vol


Verkostung :

Preis: Um die 200€ für 0,5l.

Alter: Der Rhum wurde Rhum im Dezember 2015 destilliert und am 24. März 2021 abgefüllt. Das offizielle Alter beläuft sich also auf 5 Jahre.

Alkoholstärke: 55,1%vol.

Destillationsverfahren: Kontinuierlich mittels „kreolischer“ Kupfer-Kolonnen.

Farbe: Bernstein

Viskosität: Auch hier bilden sich dicke Tropfen. Der Schmierfilm auf dem Glas ist gefühlt ähnlich dem des 1999er.

Nase: Nach dem Abnehmen des Glasdeckels rieche ich schwache Aromen von Zuckerrohr, Jod, feuchten Rohrzucker, Spuren von Jod. Weit vom Glas entfernt rieche ich feine Vanille, Mangos, Nuancen von Papayas, Zitrusfrüchte und süßes Karamell. Tief im Glas dominieren Eichenaromen, Gewürze, leichte medizinische Anklänge und nur sehr dezente Zuckerrohraromen das Geruchsprofil. Die Nase ist nicht ganz so ausgeprägt und intensiv wie beim 1999er. Es scheint das dieser junge JM nicht ganz von der langen Standzeit von über einer Stunde profitiert hat. Benetzt man das Glas frisch mit Rhum, dann riecht man zuerst den Alkohol. Erst dann kommen dezente Eichenaromen, Karamell, Jod und exotische Früchte zum Vorschein. Das Zuckerrohr ist zu Beginn nur sehr schwach vertreten. Erst mit längerer Standzeit gewinnen diese Aromen an Kraft. Der hohe Alkoholgehalt, im Vergleich zu den anderen JM’s, lässt auf einen sehr konzentrierten Zustand schließen. Ich wage es nicht das kleine Sample, welches ich bekam, mit Wasser zu verdünnen, um diese Theorie zu überprüfen. Aber die Nase ist im Vergleich zum älteren Pendant einfach sehr verhalten und schüchtern.

Gaumen: Zuerst flutet Gewürze, Eichenaromen und Zuckerrohr den Gaumen. Eine angenehme Süße breitet sich aus. Die rasch vom Alkohol beiseite gedrängt wird. Mit zunehmender Verdünnung kommen exotische Früchte, Tabak und Anis zum Vorschein. Das Brennen ist äußert dezent und nicht dominant. Am Ende schmecke ich Jod, altes Holz, Mangos und massive Gewürze. Der Rum schmeckt am Ende leicht bitter. Diese Bitterkeit ist aber sehr dezent. Beim zweiten Schluck brennt der Rhum dieses Mal einen Tick kräftiger. Es gibt keine Süße mehr, dafür scharfe Gewürze, Klebstoffaromen und Eiche. Nach und nach kommen wunderschöne Fruchtaromen, Zuckerrohr, Karamell und blumige Nuancen zum Tragen. Der Rhum wandelt sich von einem leicht scharfen Geschmack weg hin zu einem sehr pflanzlichen Profil mit leichter Säure. Am Ende schmecke ich Rauch, Jod, Holzkohle, Eiche und Zuckerrohraromen mit dezenten Zitrusfrüchten. Beim dritten Schluck starke Klebstoffaromen am Gaumen, gepaart mit einem sehr austrocknendem Brennen im Mundraum. Gewürze, Eiche, Karamell und Jod fluten den Mund bis in die letzten Winkel. Die Süße ist komplett verschwunden. Nach einigen Sekunden schmecke ich schwarzen Tee, Zitrusfrüchte, Anis, Eiche, Jod und Holzkohle. Hinter allem lauert eine gewisse Bitterkeit, die sich aber weder dominant, noch störend verhält. Sie wirkt gut eingebunden.

Abgang: Nach dem ersten Schluck Eichenaromen, dicht gefolgt von exotischen Früchten, die rasch über die Zunge flitzen und nach und nach verschwinden. Was bleibt sind Gewürze, Zuckerrohr, Karamell, Jod und ein Hauch von Eiche. Nach dem zweiten Schluck wieder Gewürze, Eiche und Zuckerrohr. Die exotischen Früchte sind nun schwächer, aber immer noch vorhanden. Die Gewürze gewinnen immer mehr an Dominanz. Medizinische Anklänge, verwoben mit einem pflanzlichen/gewürzlastigen Nachklang, bilden den Abschluss. Nach dem dritten Schluck bitteres Karamell, Jod und Eiche. Dann Anis, blumige Aromen, ganz kurz exotische Früchte und Klebstoffaromen. Der Abgang ist nun sehr gewürzlastig. Der Mundraum wurde wunderschön ausgetrocknet.

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Fazit: Der Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#200376) 1999 21YO 43,6%vol hat mich mehr als positiv überrascht. Diese Abfüllung erinnert mich an einige der alten Veliers, welche von ihren Fässern geformt und geprägt wurden. Das er ein Rhum Agricole ist, dass erkennt man zwar immer noch, aber die sonst sehr dominanten Zuckerrohraromen sind hier nicht so stark ausgeprägt. Die Qualität ist auf demselben Niveau von sehr alten Melasserums, für die man leider mittlerweile sehr viel Geld hinlegen muss. Der einzige Nachteil ist der hohe Wasseranteil. Ich kann mir kaum vorstellen, wie eine noch höhere Aromenkonzentration mit weniger Wasser in diesem Alter von JM schmecken muss. Vermutlich sehr extrem und sehr geil, aber leider gibt es diese Rhums nicht. Zum Glück gibt es nicht viele Rhum Agroicole Trinker in Deutschland, was das Einkaufen noch relativ entspannt gestaltet. Auch die Preise sind nicht auf dem Niveau von gewissen Hypes. Für mich ist diese Qualität aber auf demselben Level. Mit weniger Wasser wären sie vermutlich sogar noch besser. Diese Abfüllung ist für mich mein persönlicher Gewinner dieser beiden Abfüllungen in diesem Vergleich. Aber, und auch das muss ich eingestehen, er ist etwas unfair, wenn man das Alter der beiden Rhums betrachtet.

Für dieses junge Alter ist die Reife des Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180007) 2015 5YO 55,1%vol. bemerkenswert, auch wenn die Nase mich etwas enttäuscht hat. Dafür punktete diese Abfüllung am Gaumen. Für 5 Jahre in den Tropen hat das Holz den Rhum seinen Stempel aufgedrückt. Und auch wenn ich die höhere Trinkstärke zu schätzen weiß, so ist er doch im Vergleich zum älteren Pendant nicht ganz so gut. Dennoch bin ich dankbar, dass man endlich auch jüngere JM’s in einer höheren Trinkstärke abfüllt. Dies ist zwar keine Abfüllung, an der man stundenlang schnüffeln und phllosophieren kann, welche aber einen Genießer sehr wohl am Gaumen zu beeindrucken weiß. Aber es kann nicht immer nur Gewinner mit sehr hohen Wertungen geben. Ansonsten macht man sich unglaubwürdig. Dennoch kann ich diese Abfüllung alle Interessierte Rhum Agricole Liebhaber empfehlen. Ein unschlagbarer Vorteil: Der Preis ist wesentlich entspannter als beim 1999er. Diese Abfüllung ist in meinen Augen eindeutig zum Genießen im Mund abgefüllt worden. Wenn sie hingegen auch ein nasales Werk der Sinne erfahren wollen, dann kommen sie um den 1999er nicht herum. Oder sie experimentieren mit der Zugabe von Wasser, auf die ich verzichten musste, da mein Sample durch eine zweimalige Verkostung schon aufgebraucht war.

Dieses Tasting war für mich äußert lehrreich. Im Vorfeld nahm ich an, der 5 Jahre alte Rhum müsste besser sein, als sein älteres Pendant, aufgrund des geringeren Wassergehalts. Auch hatte ich beim hohen Alter in den Tropen Bedenken. Ich dachte der 1999er mit seinen 21 Jahren an Fassreife wäre verholzt. Beide Annahmen erwiesen sich als Irrtümer, die ich hier offen eingestehe. An dieser Stelle möchte ich mich bei Kirsch für die beiden Samples und diese kleine Lehrstunde bedanken. Bis zum nächsten Mal!

 

Marco Freyer


Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#200376) 1999 21YO 43,6%vol

(91/100)

Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180007) 2015 5YO 55,1%vol

(86/100)


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Hello folks!

Today we make another trip to Martinique. This time we are going to the JM distillery in the municipality of Macouba. Today's bottlings are the Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#200376) 1999 21YO and the Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180007) Import 2015 5YO!

The Bottling:

We already had some historical details concerning the J.M. Distillery in the review of the Rhum Agricole J.M. X.O. So there is no need to repeat everything over an over again. Just the essential: The Rhums are produced by using two "Creole" copper columns (deux colonnes créoles en cuivre). The result of the distillation is a rhum with 70-73% vol. Today's two bottlings are by no means JM's first single barrels. There was the Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180011) 1999 20YO 43.15%abv (around 195€); the Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180011) 1999 20YO 42.84%abv (around 170€); the Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole 2004 Kirsch 14YO 43.6%abv.; the Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180011) 2000 20YO 40.82%abv (around 170€) ; den Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#000295) 2001 19YO 40.12%abv. (around 160€); and the Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#200383) The Nectar 2015 5YO with 55.1%abv. I make no claim to the completeness of this list or to the exactness of the prices. Actually, this review should have been published in February. So shortly before the start of sales of today's bottlings. However, a mistake on my part put an end to this plan and I had to imrpovise with the Neissons from the Profile series. This faux pas annoyed me a little personally. Precisely because these two rhum agricoles fascinated me and I wanted to publish them before they went on sale. Especially the low drinking level of the older J.M. Single barrels were a reason why I gave these bottlings a wide berth or no attention at all. The evaporation in Martinique, at least at JM., seems to consume more alcohol than the other parts of the rhum. The results are bottlings around 40-43%abv. We will find out after the review that this low strength is not necessarily a death sentence for the bottling. And the younger counterpart also surprised me a lot. But more on that at the end of this review. Enough chit chat and off to the tasting!


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Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#200376) 1999 21YO 43,6%abv


Tasting :

Price: Around €80 for 0.7l

Age: The rhum was distilled in December 1999. It was bottled on May 17, 2021. The official age is therefore at 21 years.

ABV: 43.6% abv.

Process of distillation: Continuous using two "Creole" copper columns.

Colour: Amber

Viscosity: Thick drops flow very sluggishly down the glass wall. A greasy film remains.

Nose: The rum was allowed to breathe for over an hour. After removing the glass lid, I first smell concentrated fruit aromas layered with glue, mixed together with sugar cane. Wow. For 43.6%abv this is an extremely impressive nose, considering the high water content and the low alcohol level (Alcohol enhances the taste and smell). Strong aromas of banana, citrus and mango mixed with moist muscovado sugar and oak make up the dominant part of the olfactory profile. Further away from the glass I smell delicate sugar cane, sweet caramel, a hint of vanilla, exotic fruits and spices. Deep in the glass, the nose is bombarded with aromas of glue, spices, aged polished wood, iodine and caramel. The fruits are pushed into the background by this intense mix, but are still recognizable. This nose involuntarily reminds me of an Armagnac I tried recently. Very interesting. The glue nuances are extremely well pronounced in this bottling. A very restrained sweetness hovers over the previously described smells. If you wet the glass freshly with the rhum, massive spices and oak aromas come first. The rhum smells very spicy. The nose is infused with a mild sweetness in a short time. Now you can smell tobacco, exotic fruits and glue. Sweet caramel, aniseed, citrus and floral aromas are also present. Then comes the muscovado sugar, smoke, cinnamon and cloves. An extremely impressive nose.

Palate: First, caramel, oak and sugar cane flood the mouth. The alcohol hardly burns. Then menthol, glue aromas and a tart and herbal taste. Sweet caramel, smoke, charcoal and again glue aromas after a short time. Then the rum changes more towards the spices and oak aromas. A subtle bitterness lurks in the background, but it is very well integrated. I also taste a very subtle acidity. Iodine, anise, oak, tobacco and iodine at the end. Unfortunately, the rum is diluted far too quickly in the mouth and loses its strength, but not expressiveness. On the second sip, dominant glue flavours, followed with a stronger burn from the alcohol this time. The mouth is dried out nicely. Oak, glue aromas, exotic fruits, anise and cinnamon flood the entire mouth. A slight acidity spreads, but it's still very subtle. Now the rhum becomes more spicy again and also gets a herbal profile. Tobacco, cinnamon, anise, old oak wood and smoke now linger in the mouth. With the third sip, again dominant glue, oak, cinnamon and a slightly sour taste. Then tobacco, old oak, bitter caramel, iodine and sugar cane. The rhum is very expressive for the low volume percentage. At the end oak, cinnamon, anise and tobacco.

Finish: After the first sip, oak, caramel, herbal nuances and smoke. Then sugar cane aromas and exotic fruits scurry across the tongue. Slightly bitter caramel, oak and tobacco linger on the palate at the end. After the second sip, aniseed, cinnamon, oak aromas and briefly glue. Then the finish becomes herbal. Tobacco, caramel and a hint of iodine flit across the palate. Only now at the end do I again recognize a very faint bitterness. After the third sip oak, bitter caramel and cinnamon. Exotic fruits and flavors of glue scurry across the tongue for only a very short time and then fade away. What remains is a beautifully dried-out mouth, which has been coated with a light and subtle bitterness. It is not disturbing and is (still) well integrated.


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Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180007) 2015 5YO 55,1%abv


Tasting :

Price: Around €200 for 0.5l.

Age: The Rhum was Rhum distilled in December 2015 and bottled on March 24th, 2021. So the official age is 5 years.

ABV: 55.1%abv.

Process of distillation: Continuous using two "Creole" copper columns.

Colour: Also amber.

Viscosity: Thick droplets form here too. The smear on the glass feels similar to that of the 1999.

Nose: After removing the glass lid, I smell faint aromas of sugar cane, iodine, weak sugar cane and traces of iodine. Far away from the glass I smell fine vanilla, mangoes, nuances of papaya, citrus fruits and sweet caramel. Oak aromas, spices, light medicinal notes and only very subtle sugar cane aromas dominate the olfactory profile deep in the glass. The nose is not quite as pronounced and intense as the 1999. It seems that this young JM hasn't fully benefited from standing for over an hour. If you wet the glass freshly with rhum, the first thing you smell is the alcohol. Only then do subtle oak aromas, caramel, iodine and exotic fruits come to the fore. The sugar cane is only very weakly represented at the beginning. These aromas only gain in strength over longer periods of time. The high alcohol content, compared to the other JM's, suggests a very concentrated state. I did not dare to dilute the small sample I was given with water to test this theory. But the nose is just very reserved and shy compared to its older counterpart.

Palate: First, spices, oak aromas and sugar cane flood the palate. A pleasant sweetness is spreading onto the palate, but is quickly pushed aside by the alcohol. Exotic fruits, tobacco and anise appear with increasing dilution. The burning is extremely subtle and not dominant. In the end I taste iodine, old wood, mangoes and massive spices. The rum tastes slightly bitter at the end. But this bitterness is very subtle. With the second sip, the rhum burns a bit more strongly this time. There is no more sweetness, instead there are hot spices, aromas of glue and oak. Gradually, wonderful fruit aromas, sugar cane, caramel and floral nuances come into play. The rhum shifts from a slightly pungent flavour to a very vegetal profile with a slight acidity. At the end I taste smoke, iodine, charcoal, oak and sugar cane aromas with subtle citrus fruits. On the third sip, strong glue flavours on the palate paired with a very drying burning sensation in the mouth. Spices, oak, caramel and iodine flood the mouth to the last corner. The sweetness is completely gone. After a few seconds I taste black tea, citrus fruits, aniseed, oak, iodine and charcoal. A certain bitterness lurks behind everything, but it is neither dominant nor disturbing. It seems well integrated.

Finish: After the first sip oak aromas, closely followed by exotic fruits that quickly flit across the tongue and gradually disappear. What remains are spices, sugar cane, caramel, iodine and a hint of oak. After the second sip spices again, oak and sugar cane. The exotic fruits are now weaker but still present. Spices are becoming more and more dominant. Medicinal flavours, interwoven with a herbal/spice-heavy aftertaste, form the conclusion. After the third sip, bitter caramel, iodine and oak. Then aniseed, floral aromas, very briefly exotic fruits and aromas of glue. The finish is now very spicy. The mouth is dried out beautifully.


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Conclusion: The Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#200376) 1999 2YO 43.6%abv surprised me more than positively. This bottling reminds me of some of the old Veliers that were heavily shaped by their casks. You can still tell that it is a rhum agricole, but the otherwise very dominant sugar cane aromas are not so pronounced here. The quality is on the same level as very old molasses rums, for which unfortunately you now have to pay a lot of money. The only disadvantage is the high water content. I can't imagine how even higher flavor concentration with less water must taste at this age of JM. Probably very extreme and very nice, but unfortunately these rhums don't exist. Fortunately, there are not many Rhum Agroicole drinkers in Germany (or in Europe for that matter), which makes shopping relatively relaxed. The prices are not at the level of certain “hypes” either. But for me this quality is on the same level. They would probably be even better with less water. This bottling is my personal winner of this comparison. But, and I have to admit that too, it's a bit unfair considering the age of the two rhums.

For this young age, the maturity of the Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180007) 2015 5YO 55.1%abv is remarkable, even if the nose disappointed me a bit. But this bottling scored on the palate. For 5 years in the tropics, the wood left its mark on the rhum. And while I appreciate the higher drinking strength, it's not quite as good compared to its older counterpart. Nevertheless, I am grateful that younger JM's are finally being bottled at a higher drinking strength. Although this is not a bottling that you can sniff and philosophize about for hours, it certainly knows how to impress a connoisseur on the palate. But there can't always be winners with very high ratings. Otherwise you lose credibility. Nevertheless, I can recommend this bottling to all interested Rhum Agricole lovers. An unbeatable advantage: the price is much more relaxed than the 1999 model. In my opinion, this bottling was clearly bottled to be enjoyed in the mouth. On the other hand, if you also want to experience an intense nasal experience, then you can't avoid the 1999er. Or maybe you experiment with adding water to the younger one, which I had to do without because my sample was already used up after using it twice.

This tasting was extremely instructive for me. Beforehand I assumed the 5 year old rhum would have to be better than its older counterpart due to the lower water content. I also had concerns about old age in the tropics. I thought the 1999 with its 21 years of barrel maturity would be too woody. Both assumptions turned out to be mistakes, which I openly admit here. At this point I would like to thank Kirsch for the two samples and this little lesson. Until next time!


Marco Freyer


Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#200376) 1999 21YO 43,6%abv

(91/100)

Rhum JM Single Barrel Trés Vieux Rhum Agricole (#180007) 2015 5YO 55,1%abv

(86/100)


Sonntag, 27. Februar 2022

Martinican Trio. Rhum Agricole Neisson Profile Series

(the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute,

in Anbetracht der außergewöhnlich und beschissenen Umstände, welche zur Zeit in unserem schönen Europa herrschen, wollte ich dieses Review eigentlich nicht veröffentlichen. Nach reiflicher Überlegung veröffentliche ich es dennoch. Heute gibt es wieder ein mehrfach Review. Dieses Mal tauchen wir wieder ab in die Welt des Rhum Agricole. Genauer gesagt begeben wir uns nach Martinique. Erneut wollen wir einige Rhums der Distillerie Neisson unter die Lupe nehmen. Dieses Mal sind es Rhums der Profil-Serie.

Zur Abfüllung:

Bisher gab es drei Abfüllungen dieser kleinen Serie. Der Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 62 49,2%vol wurde von La Maison du Whisky zum 65jährigen Jubiläum ausgewählt. Anscheinend gab es hiervon nur 900 Flaschen. Verwendet wurden Virgin Oak Barrels. Diese Abfüllung war gefühlt äußert schwer in die Hände zu bekommen. Ich konnte nur ein kleines Sample ersteigern. Die zweite Abfüllung ist der Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 105 54,2%vol. Hier wurden anscheinend Fässer mit Dauben aus amerikanischer Weißeiche und französischer Eiche verwendet. Diese wurden laut Velier zuerst mit weißem Rhum gefüllt und nach 4 Monaten wieder entleert. Das Ziel war die Extraktion der Tannine, welche bei frischen Fässern in nicht geringen Mengen an den Inhalt abgegeben werden. Diese Bitterstoff-Zugabe des Holzes an den Rhum wollte man damit also begrenzen. Beim Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 107 52,8%vol. hat man den Rum anders reifen lassen Zuerst wurden Ex-Bourbon-Fässer verwendet und ließ den Profil 107 15 Monate darin verweilen. Danach kam er für einige Monate in Fässer aus französischer Eiche. Man verfolgte also drei unterschiedliche Reifungsstategien. Eigentlich müsste man von fünf Abfüllungen der Profil-Serie sprechen. Es gibt noch zwei weitere Versionen, nämlich jeweils eine Bio-Version des Profils 105 und des Profils 107. Diese beiden Versionen kenne ich allerdings nicht und werde an dieser Stelle auch nicht weiter darauf eingehen. Alle Abfüllungen der Profil-Sreie haben die Bezeichnung Rhum élevé sous bois (ESB) auf dem Label, was schlicht „in Holz gereifter Rhum“ bedeutet. Diese Bezeichnung ist gemäß der Appellation d'Origine Contrôlée (AOC) des Rhums von Martinique eine geschützte Bezeichnung. ESB Rhums müssen mindestens 12 Monate in einem Holz-Fass gereift sein. Erst ab drei Jahren gelten sie als gealterte Rhums (rhum vieux). Außerdem müssen sie noch 250g pro 100 Liter reinen Alkohols an nicht-alkoholischen (flüchtigen) Anteilen aufweisen. Alle Rhums der Profil-Serie erfüllen diese Voraussetzungen. Das die Brennerei trotz der gestiegenen Nachfrage ihrer Rhums sich an diese Experimente herangewagt hat, ist verblüffend. Schließlich ist die Herstellungsmenge eines jeden Jahres aufgrund der begrenzten Menge an Zuckerrohr doch ziemlich beschränkt. Pro Jahr werden nur 400.000 Liter an Rhum hergestellt. Den Anteil der Engel muss man ebenfalls noch berücksichtigen, wenn man an gealterte Rhums dieser Brennerei denkt. Ob diese jungen Exemplare es mit den gealterten Rhums aufnehmen können? Das werden wir mit diesem Tasting mit Sicherheit feststellen können. Zur Geschichte der Brennerei habe ich bereits einige Details im Review des Rhum Agricole Neisson X.O. Rhum Vieux geschrieben. Deswegen werden wir an dieser Stelle gleich zur Verkostung übergehen.

Quellen:


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Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 62 49,2%vol.

Verkostung:

Preis: Der Rum ist so gut wie verschwunden. Der Preis rangierte von 60 bis 70€. LMDW verkaufte ihn für 59.50€.

Alter: Mindestens 12 Monate.

Alkoholstärke: 49,2%vol.

Destillationsverfahren: Jean Neissons „Savalle“-Still.

Farbe: Sattes Gold.

Viskosität: Es bildet sich eine kleine Krone am gesamten Glas. Der Rhum fließt auf der ganzen Glasoberfläche zurück zum Glasgrund und bildet einen schmierigen Film. Ers6t dann zeigen sich kleine Perlen.

Nase: Nach entfernen des Glasdeckels rieche ich eine ganz dezente Nuance von Vanille. Begleitet wird diese von einer schwachen Süße und dezentem Zuckerrohr. Tief im Glas rieche ich schwache Zitrusfrüchte, Zuckerrohr, Karamell und Vanille. Der Rhum verträgt keine sehr lange Standzeit. Nach über einer Stunde scheint er wieder an Fahrt zu verlieren. Benetzt man das Glas frisch mit Rhum, dann kitzelt zuerst leicht der Alkohol. Es dauert etwas, bis sich Aromen voll entfalten. Ich rieche Gewürze, leichte Eichenaromen, Dezentes Zuckerrohr und exotische Früchte, verwoben mit einer medizinischen Komponente. Es ist leider keine besonders sehr komplexe Nase. Der Alkohol verschwindet nach kurzer Zeit. Die Aromen verblassen leider mit längerer Standzeit ebenso schnell. Entweder liegt es an meinem Sample oder diese Abfüllung ist nicht besonders explosiv in der Nase.

Gaumen: Zuerst fluten Zuckerrohr, Zitrusfrücjhte, Karamell und eine leichte Süße den Gaumen. Dann folgen gewürze, Rauch und Eichenaromen. Die Süße verblasst rasch. Der Rhum wird mehr pflanzlich im Geschmack. Das Zuckerrohr ist nicht so dominant wie ich es erwartet hatte bei einem Rhum mit diesem jungen Alter. Blumige Aromen, exotische Früchte und leicht süßliches Karamell bilden den Abschluss des ersten Schlucks. Beim zweiten Schluck Rauch mit medizinischen Komponenten. Dann Zuckerrohr und schwache Zitrusfrüchte. Limetten? Es folgen Karamell, Leder, Eiche und leichte Gewürzaromen. Nelken und Anis. Der Fasseinfluss ist schon jetzt deutlich vorhanden und gut eingebunden. Am Ende Eiche, Anis und dezent grasige Aromen. Beim letzten Schluck deutlich presäntere Zuckerrohraromen und Zitrusfrüchte. Erst dann kommen süßes Karamell, Gewürze und Eiche zum Vorschein. Der Rhum schmeckt leicht süßlich. Eine gewisse Säure lauert aber im Hintergrund des Profils, kann aber nicht wirklich sich bemerkbar machen. Das Zuckerrohr und die Zitrusfrüchte verweilen lange im Mundraum. Dann kommen Gewürze und leicht blumige Aromen zum Vorschein.

Abgang: Nach dem ersten Schluck Gewürze, darunter Anis und Nelken. Blitzschnell folgen Nuancen von Zimt und Rohrzucker. Danach folgen Eichenaromen und schwaches Zuckerfrohr. Am Ende verweilen süßes Kamarell, Zuckerrohr und Rauch am Gaumen.Nach dem zweiten Schluck Rohrzucker, Zuckerrohr und süßes Karamell, dicht gefolgt von leichtem Rauch und Eichenaromen. Nur sehr schwach kann man Klebstoffnuancen erahnen. Nach dem letzten Schluck Karamell, Zuckerrohr, Zitrusfrüchte, einen Hauch Ananas und Rauch. Die Zitrusfrüchte verweilen dieses Mal lange im Mundraum. Der Gaumen wird wunderschön ausgetrocknet.


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Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 105 54,2%vol.

Verkostung:

Preis: Der Preis rangierte zwischen 48€ und 55€. Einige Shops verlangten auch mehr. Auch hier ist der Rhum schon aus fast vielen Shops verschwunden, ist aber immer noch käuflich zu erwerben.

Alter: Mindestens 12 Monate.

Alkoholstärke: 54,2%vol.

Destillationsverfahren: Jean Neissons „Savalle“-Still.

Farbe: Blasses Gold.

Viskosität: Der Rhum fließt in Form von langen Streifen schnell an der Glaswand hinab.

Nase: Entfernt man den Deckel, dann riecht man zuerst starkes Zuckerrohr, vermischt mit einer ebenso dominanten Vanillenote, gefolgt von Bananeneis, Mangos und Zedernholz. Etwas entfernt vom Glas reicht man auch Zitrusfrüchte, wie Limetten. Dementsprechend leicht säuerlich wirkt er. Tief im Glas dominiert eine Mischung aus Zuckerrohr, Orangen, Banane, Mangos, Zitrusfrüchten, Eichenaromen und auch medizinischen Anklängen. Im Gegensatz zum Neisson X.O., wo ich die Zitrusaromen nur sehr schwer erkannt und unter einer leichten Säure eingestuft habe, sind diese hier deutlich ausgeprägter vorhanden. Sie bereichern das Aromenprofil ungemein. Nach über einer Stunde im Glas kitzelt der Alkohol nur leicht in der Nase. Die 54,2%vol merke ich hier nicht wirklich. Schwenkt man das Glas und benetzt es frisch mit Rhum, dann reicht man zuerst Zitrusfrüchte, Bananen und einen Hauch Kokosnuss. Erst dann machen sich grasige Zuckerrohraromen bemerkbar. Das Bild bei offenem Deckel wandelt sich hin zu einem pflanzlichen und medizinischen Profil. Zuckerrohr, Kräuter und Rauch verdrängen die Früchte immer mehr. Dann kommt ein Hauch von Vanille zum Vorschein. Die Eiche des Fasses ist zwar vorhanden, wird aber von den anderen Eindrücken unterdrückt. Weit weg von Glas reicht man eine leichte Süße, vermischt mit Tabak und Früchten. Im Glas dagegen ist das Profil leicht säuerlich. Die Süße ist verschwunden. Der Alkohol brennt nun mehr in der Nase, ist aber im Vergleich zu anderen Rhums/Rums immer noch sehr dezent.

Gaumen: Zu beginn flutet eine leichte Süße den Mundraum. Dann kommt eoine Mischung aus süßem Zuckerrohr, Zedernholz, Bananen und Mangos zum Vorschein, vermischt mit leicht säuerlichen und medizinisch Komponenten. Der Rum brennt nur sehr sanft am Gaumen. Die 54,2%vol merke ich zu keinem Zeitpunkt. Der Rhum wird schnell pflanzlich, während er im Mund verdünnt wird. Kurz schmecke ich Vanille, Orangen und Bananen, bevor diese von Kräutern, Zuckerrohr, Leder und Rauch beiseite gedrängt werden. Beim zweiten Schlucken wieder diese Süße, dieses Mal vermischt mit Klebstoffaromen. Dann folgen Zitrusfrüchte, Bananeneis, Rauch und medizinische Geschmackskomponenten. Dieses mal brennt der Rum stärker, ist aber immer noch sanft im Vergleich zu anderen Abfüllungen. Zedernholz, Zuckerrohr, Bananen und Zitrusfrüchte bilden den Abschluss. Beim dritten Schluck Vanille, Klebstoffaromen, Zuckerrohr und Gewürze vom Fass. Das Profil ist nur schwach süßlich, wobei die Süße rasch verschwindet und einer leichte Säure weicht. Rauch, Gewürze, Banane und Zuckerrohr dominieren den Mundraum. Ein vierter Schluck verändert das Bild nicht mehr großartig. Rauch, Vanille und Zuckerrohr, mit nur noch Nuancen von Klebstoff dominieren den Mundraum. Wieder verblasst die Süße rasch. Alles in allem merkt man diese hohe Trinkstärke nicht. Zumindest mich stört sie nicht.

Abgang: Zu beginn schmeckt man Rauch satt. Dann Kräuter und Zuckerrohr. Minimale Nuancen von Bananeneis huschen über den Gaumen. Rauch, Nuancen von Gewürzen und Kräuter bilden den Abschluss. Nach dem zweiten Schluck zuerst Zitrusfrüchte, Bananen, Gewürze wie Zimt und Muskatnuss, dann Rauch und ein Kräuter. Das Zuckerrohr ist nur sehr dezent vorhanden. Rauch und Kräuter verweilen lange am Gaumen. Nach dem dritten Schluck Rauch satt, vermischt mit delikatem Zuckerrohr, Banane, Vanille und herben Kräutern. Die Früchte verblassen und der Rauch wird stärker. Spätestens nach dem dritten Schluck dreht der Abgang richtig auf. Der Mundraum wird wunderschön ausgetrocknet. Es ist keine Bitterkeit vorhanden.


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Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 107 52,8%vol.

Verkostung:

Preis: Bei LMDW bekommt man ihn noch für 56€. Ansonsten ist auch dieses Exemplar bei vielen Shops, auch in Deutschland, aus dem Sortiment verschwunden..

Alter: Mindestens 12 Monate.

Alkoholstärke: 52,8%vol.

Destillationsverfahren: Jean Neissons „Savalle“-Still.

Farbe: Blasses Gold.

Viskosität: Der Rhum fließt relativ zügig an der Glaswand hinab.

Nase: Hier entweichen grasiges Zuckerrohr, ein Hauch von Rohrzucker und Zedernholz dem Glas. Auch exotische Früchte in Form von Ananas und Papayas kann man erkennen. Gefühlt sind hier die Zedernholz-Aromen schwächer als beim Profil 105. Näher am Glasrand wieder Zuckerrohraromen, medizinische Komponenten in Form von Rauch, und wieder exotische Früchte. Eiche und Karamell kann man zwar auch wahrnehmen, diese werden aber vom Alkohol und dem Rauch in den Hintergrund gedrängt. Ebenfalls wieder mit dabei sind Zitrusfrüchte. Limetten? Der Alkohol ist nach über einer Stunde nicht mehr aufdringlich, aber doch immer noch präsent. Benetzt man das Glas frisch mit dem Rhum, dann kitzelt der Alkohol zuerst kräftig in der Nase. Dieser weicht dominantem Rauch, Zuckerrohr, und schwachen Aromen von Karamell und Eiche. Dann tauchen Zedernholz und exotische Früchte auf. Wieder Zitrusfrüchte und schwache Aromen von Ananas. Die Zitrusfrüchte mit dem Zuckerrohr formen nun den Hauptanteil aller Gerüche. Das Zedernholz verblasst etwas dagegen. Auch hier ist weiter weg vom Glas eine leichte Süße, vermischt mit einer gewissen Säure zu erkennen. Im Glas dagegen überwiegt das medizinische Profil und die Nase ist nicht mehr süß. Im Vergleich zum Profil 105 ist die Nase des Profil 107 gefühlt etwas zurückhaltender.

Gaumen: Beim ersten Schluck flutet delikates Zuckerrohr den Mundraum. Dann brennt der Alkohol leicht auf der Zunge. Anschließend bestürmen medizinischer Rauch, Zitrusfrüchte, ein Hauch Ananas und Eiche die Sinne. Mit der Zeit verschwindet der Alkohol und eine leichte Süße breitet sich aus, die aber rasch säuerlich wird. Zedernholz, Rauch, Karamell und ein Hauch Leder umschmeicheln nun den Gaumen. Beim zweiten Schluck deutlich kräftigeres Zuckerrohr. Der Alkohol ist für 52,8%vol deutlich milder als man erwarten würde. Dann wieder exotische Früchte und Rauch. Limetten, Zitronen und ein Hauch von Ananas. Nur kurz huscht Zedernholz über die Zunge. Die Fassaromen sind zwar vorhanden, aber auch hier dominiert der noch junge Rhum das gesamte Profil. Der Speichelfluss wird durch den Rhum gut angeregt. Beim letzten Schluck erneut dominantes Zuckerrohr, mit ebenso dominanten Raucharomen. Zuerst schmeckt man eine leichte Süße, die wieder zu einer gewissen Säure sich wandelt ohne aufdringlich zu werden. Der Rum brennt angenehm am Gaumen und auf der Zunge. Zitrusfrüchte, Ananas und Nuancen von Zedernholz folgen. Am Ende schmeckt man Gewürze, einen Hauch von Karamell und immer noch medizinischen Rauch. Wahrlich ein ganz junger Bursche.

Abgang: Nach dem ersten Schluck Gewürze, Zuckerrohr, Rauch und Eichenaromen. Das Zuckerrohr verblasst und ein pflanzlicher Geschmack bleibt am Gaumen haften. Am Ende verweilen nur noch Rauch und ein Hauch von Zitrusfrüchten im Mundraum. Nach dem zweiten Schluck erneut Rauch und Zuckerrohr. Dann Zitrusfrüchte, vermischt mit Nuancen von Honig, Leder und Karamell. Am Ende schmeckt man Gewürze und einen Hauch von Eiche. Nach dem letzten Schluck blumige Aromen, grasiges Zuckerrohr und medizinischer Rauch. Das Zuckerrohr dominiert den Abgang. Wieder folgt ein Wechselspiel hin zu einem mehr medizinischen Profil, bei dem nur am Ende Gewürze auftauchen.


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Fazit: Der Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 62 49,2%vol war für mich zuerst eine kleine Enttäuschung in der Nase. Am Gaumen konnte er dann sein Potenzial unter Beweis stellen. Die jungfräuliche Weißeiche hat nach kurzer Zeit schon gute Arbeit geleistet. Ob der Rhum viele Jahre darin aushalten könnte? Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen. Allerdings kann er nicht mit einem Rhum Vieux mithalten. Nach der etwas verhalten Nase wollte ich diesen Profil schon abschreiben, aber der Gaumen konnte einiges wieder gut machen. Ich kann nun etwas verstehen, warum er so schwer für mich zu bekommen war. Er ist und bleibt allerdings nicht der Beste dieser Serie.

Der Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 105 54,2%vol ist für das junge Alter äußerst geschmackvoll. Man schmeckt aber immer noch das sehr junge Alter. Die medizinische Komponente ist ein deutlicher Hinweis darauf. Die 54,2%vol habe ich zu keiner Zeit als störend empfunden. Auch diese Abfüllung kann nicht mit einem Rhum Vieux mithalten. Dennoch zeigt sie eindrucksvoll, was mit der Verwendung unterschiedlicher Holzarten in relativ kurzer Zeit aus dem Rhum gemacht hat. Mein Vergleich hierzu ist der Neisson Rhum Blanc Esprit 70%vol. Mit diesem Rhum hat mich Leo beim Treffen in Karlsruhe (2021) mit nur einem Cocktail abgeschossen. Ich vertrage keine weißen oder ungealterten Rhums. Auch keine Neissons. Diese kurze Reifezeit hat ihn nicht nur trinkbar, sondern auch zu einem Genusserlebnis für mich gemacht.

Der Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 107 52,8%vol. Ist zwar ein sehr geschmackvoller Rhum Agricole, der durchaus die Neisson-Note in sich trägt. Es mangelt ihn dennoch aber etwas an Reife. Mit älteren Rhums kann er eben sowenig konkurrieren, wie die anderen beiden Abfüllungen. Das sollen diese Abfüllungen aber auch nicht. Für die geringe Reife von mindestens 12 Monaten ist die Qualität schon recht ordentlich. Gefühlt ist hier der Fasseinfluss geringer als beim Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 105 54,2%vol., was sich in der Farbe der Rhums nicht wirklich widerspiegelt. Im Vergleich zum Neisson Rhum Blanc Esprit 70%vol ist diese Version geradezu handzahm und auch pur ein kleiner Genuss.

Die Bewertung dieser noch jungen Neissons viel mir nicht leicht, aber es kann nicht nur immer Gewinner und hohe Wertungen geben. Den Kauf meiner Flaschen bereue ich dennoch nicht. Diese Rhum Agricoles sind für zwischendurch oder auch als Digestif durchaus geschmackvoll. Man kann keine Stunden an ihnen schnüffeln oder die Gedanken schweifen lassen. Diese Rhums sollte man im Mund und nicht in der Nase genießen. Für mich kann hier nur der Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 105 54,2%vol in der Nase und am Gaumen glänzen. Hätte der Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 62 49,2%vol eine bessere Nase gehabt, dann wäre er der Sieger dieses Vergleichs gewesen. So ist es für mich der Profil 105. Der Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 107 52,8%vol ist eine schwächere Version des Profil 105. Die Nase war zwar besser als z.B. beim profil 62, aber am Gaumen verlor er gegen den 62 und 105. Diese Wertung ist allerdings rein subjektiv. Andere Genießer mögen zu einem anderen Fazit kommen. Das war es auch schon wieder. Passt auf euch auf.


Marco Freyer


Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 62 49,2%vol.

(84/100)

Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 105 54,2%vol.

(85/100)

Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 107 52,8%vol.

(83/100)

 



Howdy folks,

I did not really want to publish this review given the extraordinary and shitty circumstances that are currently prevailing in our beautiful Europe. However, after a careful consideration I have decided to publish it regardless. On today’s menu is again a multiple review. This time we go back and dive again into the world of Rhum Agricole. More precisely, we are going to Martinique. Once again we want to take a close look at some rhums from the Neisson distillery. This time we will examine the rhums from the Profil series.

The Bottling:

So far there have been three bottlings of this small series. The Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 62 49.2%vol was selected by La Maison du Whiskey for its 65th anniversary. Apparently there were only 900 bottles of this. Virgin Oak barrels were used. This bottling felt extremely difficult to get your hands on. I was only able to bid on a small sample. The second bottling is the Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 105 54.2% vol. American white oak and French oak staved casks appear to have been used here. According to Velier, these were first filled with white rhum and emptied again after 4 months. The aim was to extract the tannins, which are released into the contents in large quantities in fresh barrels. The goal was to limit the addition of these bitter substances from the wood to the rhum. When Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois profile 107 52.8% vol. did you let the rum mature differently First, ex-bourbon casks were used and the Profil 107 was left to linger in them for 15 months. After that, it was aged in French oak barrels for a few months. Three different maturation strategies were therefore pursued. Actually, one should speak of five bottlings of the profile series. There are two other versions, namely an organic version of the profile 105 and the profile 107. However, I do not know these two versions and will not go into them any further at this point. All bottlings in the Profil series have the designation Rhum élevé sous bois (ESB) on the label, which simply means "rhum aged in wood". This designation is a protected designation according to the Appellation d'Origine Contrôlée (AOC) of rhum from Martinique. ESB rhums must have matured in wooden barrels for at least 12 months. They are only considered aged rhums (rhum vieux) if they are aged to at least three years. They must also have 250g of non-alcoholic (volatile) components per 100 liters of pure alcohol. All rhums in the Profil series meet these requirements. That the distillery has dared to experiment despite the increased demand for their rhums is amazing. After all, each year's production volume is quite limited due to the limited amount of sugar cane. Only 400,000 liters of rhum are produced each year. The Angels share must also be taken into account when thinking of the aged rhums of this distillery. Can these young specimens compete with the aged rhums? We will be able to determine that with certainty with this tasting. I have already given some details about the history of the distillery in the review of the Rhum Agricole Neisson X.O. Rhum Vieux. That's why we're going straight to the tasting at this point.


Sources:


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Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 62 49,2%abv

Tasting:

Price: The rum is all but gone. The price ranged from 60 to 70€. LMDW sold it for €59.50.

Age: At least 12 months.

ABV: 49.2%abv.

Process of distillation: Jean Neisson's "Savalle" still.

Colour: Rich gold.

Viscosity: A small crown forms on the glass. The rhum flows back down the entire surface of the glass to the bottomand forms a greasy film. Only then do small pearls appear.

Nose: After removing the glass lid I smell a very subtle nuance of vanilla. This is accompanied by a weak sweetness and subtle sugar cane. Deep in the glass I smell faint citrus, sugar cane, caramel and vanilla. The rhum does not tolerate a very long standing time. After more than an hour it seems to lose momentum again. If you wet the glass freshly with rhum, the alcohol tickles slightly at first. It takes a while for the aromas to develop fully. I smell spices, light oak aromas, subtle sugar cane and exotic fruits, interwoven with a medicinal component. Unfortunately, it is not a particularly complex nose. The alcohol disappears after a short time. Unfortunately, the aromas fade just as quickly with longer standing times. It's either my sample or this bottling isn't particularly explosive on the nose.

Palate: First, sugar cane, citrus fruits, caramel and a slight sweetness flood the palate. Then spice, smoke and oak aromas follow. The sweetness fades quickly. The rhum becomes more herbal in taste. The sugar cane is not as dominant as I expected for a rhum of this young age. Flowery aromas, exotic fruits and slightly sweet caramel complete the first sip. On the second sip smoke with medicinal components. Then sugar cane and weak citrus. limes? Caramel, leather, oak and light spice aromas follow. cloves and anise. The barrel influence is already clearly present and well integrated. At the end oak, anise and subtle grassy aromas. With the last sip, clearly more present sugar cane aromas and citrus fruits. Only then do sweet caramel, spices and oak emerge. The rum tastes slightly sweet. A certain acidity lurks in the background of the profile, but cannot really make itself felt. The sugar cane and citrus fruits linger in the mouth for a long time. Then spices and slightly floral aromas come to the fore.

Finish: After the first sip, spices including anise and cloves. Nuances of cinnamon and cane sugar follow in a flash. This is followed by oak aromas and weak sugar cane. At the end, sweet camarel, cane and smoke linger on the palate. After the second sip, cane sugar, cane and sweet caramel, closely followed by light smoke and oak flavors. Nuances of adhesive can only be guessed at very faintly. After the last sip, caramel, sugar cane, citrus, hints of pineapple and smoke. The citrus fruits linger in the mouth for a long time this time. The palate is beautifully dried out.


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Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 105 54,2%abv

Tasting:

Price: The price ranged between €48 and €55. Some shops also asked for more. Here, too, the rhum has disappeared from almost many shops, but it can still be purchased.

Age: At least 12 months.

ABV: 54.2% abv.

Process of distillation: Jean Neisson's "Savalle" still.

Colour: Pale gold.

Viscosity: The rhum flows quickly down the glass wall in the form of long streaks.

Nose: If you remove the lid, you first smell strong sugar cane, mixed with an equally dominant vanilla note, followed by banana ice cream, mangoes and cedar wood. Citrus fruits such as limes are also served a little further away from the glass. Accordingly, it has a slightly acidic effect. A mixture of sugar cane, oranges, bananas, mangoes, citrus fruits, oak aromas and medicinal notes dominates deep in the glass. In contrast to the Neisson X.O., where I found it very difficult to recognize the citrus aromas and classified them as slightly acidic, these are much more pronounced here. They enrich the flavor profile immensely. After more than an hour in the glass, the alcohol tickles your nose only slightly. I don't really notice the 54.2% abv. Swirl the glass and sprinkle it with fresh rhum, and you're first served citrus fruits, bananas and a hint of coconut. Only then do grassy sugar cane aromas become noticeable. The open-lid image shifts to a herbal and medicinal profile. Sugar cane, herbs and smoke are increasingly replacing fruit. Then a hint of vanilla appears. The oak of the barrel is present, but suppressed by the other impressions. Far away from glass one reaches a light sweetness, mixed with tobacco and fruits. In the glass, on the other hand, the profile is slightly acidic. The sweetness is gone. The alcohol now burns more in the nose, but is still very subtle compared to other rhums/rums.

Palate: At the beginning, a slight sweetness floods the mouth. Then comes a blend of sweet sugarcane, cedarwood, bananas and mangoes mixed with slightly tart and medicinal components. The rum burns only very gently on the palate. I never notice the 54.2%abv. The rhum quickly becomes vegetal as it is diluted in the mouth. Briefly I taste vanilla, oranges and bananas before these are pushed aside by herbs, sugar cane, leather and smoke. On the second sip, that sweetness again, this time mixed with flavors of glue. Then citrus fruits, banana ice cream, smoke and medicinal flavor components follow. This time the rum burns stronger, but is still gentle compared to other bottlings. Cedar wood, sugar cane, bananas and citrus fruits complete the finish. On the third sip vanilla, glue aromas, sugar cane and spices on tap. The profile is only slightly sweet, with the sweetness quickly dissipating and giving way to a slight acidity. Smoke, spices, banana and sugar cane dominate the mouth. A fourth sip doesn't change the picture much anymore. Smoke, vanilla and sugar cane, with only nuances of glue dominate the mouth. Again the sweetness fades quickly. All in all, you don't notice this high drinking strength. At least not me.

Finish: At the beginning you can taste the smoke. Then herbs and sugar cane. Minimal nuances of banana ice cream flit across the palate. Smoke, nuances of spices and herbs complete the finish. After the second sip first citrus fruits, bananas, spices like cinnamon and nutmeg, then smoke and some herbs. The sugar cane is only very subtle. Smoke and herbs linger on the palate for a long time. After the third sip, full of smoke mixed with delicate sugar cane, banana, vanilla and tart herbs. The fruit fades and the smoke intensifies. After the third sip at the latest, the finish really gets going. The mouth is beautifully dried out. There is no bitterness.

 

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Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 107 52,8%abv

Tasting:

Price: At LMDW you can still get it for 56€. Otherwise, this bottling has also disappeared from the range in many shops, including in Germany.

Age: At least 12 months.

ABV: 52.8%abv.

Process of distillation: Jean Neisson's "Savalle" still.

Colour: Pale gold.

Viscosity: The rhum flows down the glass wall relatively quickly.

Nose: Here grassy sugar cane, a hint of cane sugar and cedar wood escape the glass. Exotic fruits in the form of pineapples and papayas can also be seen. The cedar wood aromas are felt to be weaker here than in the 105 profile. Closer to the edge of the glass, sugar cane aromas again, medicinal components in the form of smoke, and exotic fruits again. Oak and caramel can also be noticed, but these are pushed into the background by the alcohol and the smoke. Citrus fruits are also back. limes? The alcohol is no longer intrusive after more than an hour, but is still present. If you wet the glass freshly with the rhum, the alcohol tickles your nose at first. This gives way to dominant smoke, sugar cane, and faint aromas of caramel and oak. Then cedar wood and exotic fruits appear. Again citrus fruits and faint aromas of pineapple. The citrus fruits with the sugar cane now form the main part of all smells. The cedar wood fades a bit against it. Here, too, a slight sweetness mixed with a certain acidity can be seen further away from the glass. In the glass, on the other hand, the medicinal profile predominates and the nose is no longer sweet. Compared to the profile 105, the nose of the profile 107 feels a little more reserved.

Palate: With the first sip, delicious sugar cane floods your mouth. Then the alcohol burns slightly on the tongue. Medicinal smoke, citrus fruits, a hint of pineapple and oak then assault the senses. Over time, the alcohol disappears and a slight sweetness spreads, but it quickly becomes sour. Cedar wood, smoke, caramel and a touch of leather now caress the palate. With the second sip, significantly stronger sugar cane. The alcohol is much milder than you would expect for 52.8% vol. Then again exotic fruits and smoke. Limes, lemons and a hint of pineapple. Cedar wood only briefly scurries over the tongue. The barrel aromas are present, but the still young rhum dominates the entire profile here as well. The flow of saliva is well stimulated by the rhum. With the last sip, sugar cane dominates again, with smoke aromas that are just as dominant. First you taste a slight sweetness, which changes back to a certain acidity without becoming obtrusive. The rum burns pleasantly on the palate and on the tongue. Citrus fruits, pineapple and hints of cedar wood follow. At the end you can taste spices, a hint of caramel and still medicinal smoke. A very young fellow indeed

Finish: Spices, sugar cane, smoke and oak aromas after the first sip. The sugar cane fades and a vegetal flavor lingers on the palate. In the end, only smoke and a hint of citrus fruits linger in the mouth. After the second sip, smoke and sugar cane again. Then citrus mixed with nuances of honey, leather and caramel. At the end you can taste spices and a hint of oak. After the last sip, floral aromas, grassy sugar cane and medicinal smoke. The sugar cane dominates the finish. Again, there is an interplay towards a more medicinal profile, with spices only appearing at the end.

 

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Conclusion: The Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 62 49.2% abv was a bit of a disappointment for me at first. On the palate it was then able to demonstrate its potential. The virgin white oak has already done a good job after a short time. Could the rhum last for many years in it? The result is quite impressive. However, it cannot compete with a Rhum Vieux. After the somewhat restrained nose, I wanted to write off this profile, but the palate was able to make up for some things. I can now somewhat understand why it was so difficult for me to obtain this one.However, It is not the best bottling of the Pofile Series.

The Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 105 54.2%abv is extremely tasty. This is impressive given its young age. However, you can still taste some remnants of its unaged stage. The medicinal component is a clear indication of this. At no time did I find the 54.2%abv disturbing. This bottling can't keep up with a Rhum Vieux either. Nevertheless, it shows impressively what has become of the rhum with the use of different types of wood in a relatively short amount of time. My comparison to this is the Neisson Rhum Blanc Esprit 70% abv. With this rhum, Leo downed me with just one cocktail at the meeting in Karlsruhe (2021). It is a very powerful but very rough spirit. I can't drink white or unaged rhums. I do not like them. Not even Neissons. This short maturation has not only made this rhum drinkable, but also made it a pleasurable experience for me.

It was not easy for me to rate these young Neissons, but there can't always be winners and high ratings. I still don't regret buying my bottles. These rhum agricoles are delicious for in between meals or as a digestif. You can't spend hours sniffing them or letting your mind wander. These rhums should be enjoyed in the mouth and not in the nose. For me, only the Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 105 54.2%abv can shine on the nose and on the palate. If the Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 62 49.2% abv had had a better nose, then it would have been the winner of this comparison. That's the profile 105 for me. The Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 107 52.8% abv is a weaker version of the profile 105. The nose was better than, for example, the profile 62, but on the palate it lost against the 62 and 105. However, this rating is purely subjective. Other connoisseurs may come to a different conclusion. That's it for today. Take care of yourselves.


Marco Freyer

 

Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 62 49,2%abv

(84/100)

Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 105 54,2%abv

(85/100)

Rhum Agricole Neisson Rhum élevé sous bois Profil 107 52,8%abv

(83/100)