Samstag, 13. Februar 2021

Rum Artesanal Diamond Distillery VSG 2004 16YO

(the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute.

Nach einiger Abwesenheit gibt es mal wieder ein Review von mir. Ich bin immer noch am Arbeiten des nächsten Updates, welches ich so schnell wie möglich fertigstellen will. Verzeiht mir also die langen Wartezeiten. Es ist der zweite Rum dieses Abfüllers auf B.A.M. und ich habe mir reiflich überlegt, wem ich diese Ehre zu teil werden lassen sollte. Natürlich fällt meine Wahl auf den Demerara Rum. Das heutige Review handelt vom Rum Artesanal Diamond Distillery VSG 2004 16YO.

Zur Abfüllung:

Letztes Wochenende gab es ja die ersten drei Abfüllungen für dieses Jahr von RA. Bevor die Rums online überhaupt zu kaufen waren, bekam ich von ganz unerwarteter Seite drei Samples dieser Abfüllungen. Ein herzliches Dankeschön noch einmal an dieser Stelle! Was soll ich schreiben? Das Release letztes Wochenende war ein kleines Lehrstück und eine sehr interessante Erfahrung für mich. Das es so kam hatte ich ja schon geahnt. Eines vorweg: ich kenne alle drei Rums und einen davon konnte ich nicht käuflich erwerben und den brauche ich auch nicht unbedingt. Dennoch war es äußerst lehrreich. Mit meinem Fokus auf Guyana seit meinem Artikel über die dortigen Zuckerfabriken und ihren Brennereien, war die Wahl, welchen der drei Rums ich vorstellen sollte, eigentlich im Vorfeld schon entschieden. Deswegen das „natürlich“ im obigen Satz der Einleitung. Ich habe einige VSG-Rums als Samples oder als Reste von geöffneten Flaschen. Schließlich habe ich zu Beginn alles geöffnet was ich gekauft habe. Auch die mittlerweile sündhaft teuren Veliers. Leider war der Versailles Full Proof Old Demerara Rum 1998 9YO mit 46,5%vol damals schon knapp vorhanden und bei Oldwhisky rasch verschwunden. Über Umwege bekam ich dann ein Sample. Den Versailles des 1. Releases der Rare Cask Collection habe ich mir nie gekauft. Hört man VSG, dann denken viele vielleicht als erstes an den Duncan Taylor Enmore Distillery 1985 27 YO mit 52,5%vol. Mir kam dieser auch zuerst in den Sinn, wenn es um passende Vergleiche bei einem Tasting geht, habe mich aber zuerst nicht hierfür entschieden. Warum? Das Färbemittel. Dieser Rum ist zu 100% gefärbt worden und dieses Mittel beeinflusst den Geschmack dramatisch. Der Duncan Taylor hat diese nicht, also wäre ein Vergleich damit eigentlich nur interessant, wenn man herausfinden will, wie viel von VSG durch die Färbung noch zu schmecken ist. Andere gefärbte Kandidaten wären der Cadenhead Dated Distillation Enmore Distillery REV 1994 11 YO mit 70%vol. oder der Rum Artesanal Enmore Distillery (VSG?) 1994 26YO mit 51,4%vol. Vom Ersteren habe ich allerdings kein Sample mehr, da ich den letzte Rest meines Bestandes den Jungs in Fresendelf im Jahre 2018 bei meiner Abreise hinterließ und der Letztere ist mir komplett entgangen, da ich zu tief in historischen Nachforschungen verstrickt war. So komme ich leider doch auf den Duncan Taylor zurück, aber nur um zu erfahren, wie viel von VSG man wirklich noch erkennen kann. Diese Abfüllung (Cask No. 79) war mindestens 164 Liter stark. Es ist nicht wirklich relevant, aber dennoch interessant zu wissen. Noch eines vorweg: Weder das Sample, welches ich bekam, noch der „Hype“ um diesen Abfüller, haben einen Einfluss auf mich. Diesen Rum wollte ich nach meinen bisher gemachten Erfahrungen mit Demeraras ohnehin kaufen. Wer mehr zur Historie der Brennereien Guyanas wissen will, den verweise ich auf meinen Artikel von 2015. Und nun lasst uns endlich mit der Verkostung beginnen.

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Verkostung :

Preis: Meine wenigen Flaschen rangierten zwischen 78 und 80€. Je nach Shop variierte der Preis ein wenig.

Alter: Der Rum wurde im Juli 2004 gebrannt und im Januar diesen Jahres abgefüllt. Das offizielle beläuft sich nach Adam Riese auf 16 Jahre.

Alkoholstärke: 58,2%vol.

Destillationsverfahren: Hergestellt wurde dieser Rum in der Single Wooden Vat Still mit nachgeschaltetem Rektifizierer der ehemaligen Zuckerfabrik Versailles am Ufer des Flusses Demerara, wo sich heute die letzte Brennerei Guyanas befindet.

Farbe: Starkes Braun mit rötlichen Reflexen im Sonnenlicht.

Viskosität: Sehr ölig. Dies liegt allerdings nicht nur am Rum selbst, sondern auch am Färbemittel, welches man in Guyana 2004 hinzufügte.

Nase: Ich habe den Rum eine gute Stunde abgedeckt atmen lassen. Einige Rums profitieren von dieser langen Zeit. Lasst uns nun sehen ob dieser VSG ebenfalls an Profil gewinnt. Ein vertrauter Geruch von Melasse und Pflaumen entströmt dem Glas. Etwas weiter entfernt rieche ich schwach Vanille, altes Leder und Holz. Die Aromen verschwinden allerdings rasch nach dem Entfernen des Glasdeckels. Benetzt man das Glas erneut mit Rum, dann sticht zuerst der Alkohol in der Nase. Dann erkennt man Melasse, Pflaumen, Jod und Anis. Jetzt kann man ganz schwach Kräuter erkennen. Hier zeigt sich das ursprüngliche Profil von VSG vor der Färbung. Die Kräuter gewinnen an Dominanz im Glas. Thymian? Nach und nach kommen andere Gerüche zum Vorschein. Rauch, wie der eines Lagerfeuers, dazu wieder Leder und Tabak. Der dominanteste Geruch ist aber nach wie vor die Melasse, vermischt mit Pflaumen und dazu Anis mit nicht näher erkennbaren Kräutern. Dieser Mix aus Melasse und Pflaumen erinnert mich an andere Rums aus Enmore. Die Vanille ist am ehesten nach einem Schwenk des Glases zu erkennen, sobald der Alkohol schwächer wird. Allerdings wird sie rasch von anderen Gerüchen verdrängt. Tief im Glas wird die Nase mit Jod, Melasse und Anis bombardiert. Der Rum kommt nur langsam in fahrt. Lässt man ihn lange atmen, dann erkennt man zwar sein volles Potenzial, aber die Eindrücke verschwinden rasch nach dem Abnehmen des Glases.

Gaumen: Zuerst fluten Melasse, Rauch und Jod den Mundraum. Dann brennt der Alkohol sanft am Gaumen. Dann folgen Holz, Kohle und Nelken. Der Alkohol verschwindet rasch. Kurz huschen Kräuter über die Zunge, bevor die Melasse, mit Pflaumen, Leder und Tabak diese wieder verdrängt. Beim zweiten Schluck mehr Rauch, Holzkohle und sehr dominant Melasse. Dann endlich kommen wunderschöne Kräuteraromen zum Vorschein. VSG. Maskiert hinter all den Geschmackskomponenten der Färbung. Dann Leder, Rauch, Holzkohle und Anis. Die Kräuter werden schwächer und die Färbung übernimmt wieder die Führung am Gaumen. Tabak, altes Holz und Rauch umschmeicheln die Zunge. Beim dritten Schluck mehr Melasse, dieses mal mit ebenso dominanten Kräutern und Anis. Dann brennt wieder der Alkohol. Beim Abflauen wieder Rauch, Holzkohle und ein Hauch von Pflaumen, Nelken und Anis. Der Rauch ist dieses Mal stärker ausgeprägt und brennt auf der Zunge. Der Rum ist sehr ölig, mundfüllend und fühlt sich im vergleich zu anderen Rums schwer auf der Zunge an. Am Ende nur noch Nelken, Anis und Kräuter. Dieser Rum verfügt weder in der Nase noch am Gaumen über eine nennenswerte Süße. Er ist wuchtig, trotz der geringen % und sehr mundfüllend. Das Brennen des Alkohols ist angenehm, aber dieses Statement ist mit Vorsicht zu genießen, da ich fassstarke Rums bevorzuge. Die Qualität reicht an einige alte Rums aus 1988 heran. Gerade die Melasse, Rauch, Jod und Holzkohle Kombination könnte einige Genießer abschrecken.

Abgang: Der Abgang beginnt mit Rauch, Holz und Kräuter. Dann kommen Nelken und Anis. Nach dem zweiten Schluck etwas stärkere Kräuteraromen, dann Rauch, Holz und Anis. Nur kurz ist Melasse zu schmecken. Am Ende verweilt ein Hauch von Rauch und Kräutern am Gaumen. Beim dritten Schluck Anis, Nelken, Leder, Toffee und wieder Rauch, der immer weiter aufdreht. Am Ende verweilt ein Hauch von Anis und Nelken am Gaumen. Der Rum ist trocken und regt den Speichelfluss gut an. Auch im Abgang gibt es keinerlei Süße.


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Fazit: Der Gaumen ist eindeutig besser als die Nase, die sehr verhalten startet. Dieser Rum braucht Zeit, wenn man die vollen Facetten des Geruchsprofils erkennen will. Der Geschmack hat mich doch an einige Rums erinnert. Da wären die Enmores aus 1988, wie der Renegade Enmore Distillery 1988 19 YO (Chateau Latour Finish) mit 46%vol. und der Isla Del Ron Guyana (Enmore Distillery) 1988 25 YO mit 52,6%vol. Alle haben eines gemeinsam: Sie hatten eine Färbung hinter sich. Und zumindest vom Renegade wissen wir: das Batch war ebenfalls mit der Versailles Vat-Still hergestellt worden. Also vielleicht auch ein gefärbter VSG? Der Eindruck drängt sich geradezu auf, da beide sehr ähnlich sind. Zugegeben: Der Renegade hatte nur „schlappe“ 46%vol und ein Fass-Finish. Aber die Ähnlichkeiten sind sehr groß. Der Vergleich mit dem Duncan Taylor Enmore Distillery 1985 27 YO mit 52,5%vol. war insofern interessant, da man sehr gut „sehen“ kann, wie sehr die Färbung das Geschmacksprofil beeinflusst, ja sogar verzerrt hat. Sie sind unterschiedlich wie Tag und Nacht und das kann man hier auch beinahe wörtlich verstehen, wenn man die Flaschen, falls vorhanden, aneinander stellt. Ein Vergleich mit dem Cadenhead Dated Distillation Enmore Distillery REV 1994 11 YO mit 70%vol. wäre von unschätzbarem Wert gewesen, aber da ich mein letztes Sample 2018 meinen Freunden hinterließ, kann ich kein Crosstasting durchführen. Natürlich erinnere ich mich noch einigermaßen an den Geschmack. Er war kraftvoll am Gaumen und trocken im Abgang. Aber einzelne Nuancen? Keine Chance. Er schmeckte definitiv auch nach Melasse. Aber ich traue Erinnerungen nicht gern, da sie die negative Eigenschaft haben, etwas schöner oder romantischer darzustellen, als es tatsächlich war. Vielleicht kann dieser Vergleich von meinem ehemaligen Blogpartner Flo durchgeführt werden, da er den dazugehörigen Rum von RA noch besitzen sollte, falls er es nicht schon längst getan hat. Ich vermute einmal, dass beide Rums (REV und VSG) im gefärbten Zustand sehr ähnlich schmecken müssten, wenn sie nicht sogar ein- und dasselbe sind. Für das Geld konnte man jedenfalls nicht meckern. Ich bereue den Kauf meiner wenigen Flaschen nicht wirklich. Ich bin froh sie zu besitzen. Auch möchte ich Dominik Marwede an dieser Stelle gratulieren. Bisher waren die von mir verkosteten Rums von RA auf gutem bis hohem Niveau. Auf den Hype-Train will ich aber dennoch nicht aufspringen. Auch Duncan Taylor legte damals, im Jahr 2012, einen fulminanten Start mit seinem ersten Release hin. Aber danach kam lange nichts Gutes mehr von diesem Abfüller. Ich bleibe also weiterhin skeptisch und versuche objektiv das Ganze zu betrachten. Deswegen werdet ihr hier auch keine überschwänglichen Wertungen sehen. Vielleicht wäre meine Bewertung ein bisschen höher ausgefallen, wenn ich ein Crosstasting mit dem REV hätte durchführen können, wer weiß? Und falls das in all diesen Worten untergegangen sein sollte noch einmal in Kurzform: Der Rum ist auf einem hohen Niveau. Jeder der diese Flaschen gekauft hat sollte sich glücklich schätzen sie zu besitzen. Jeder Neuling, der diesen Rum im Glas hat, kann nun erahnen, wie die alten Wuchtbrummen aus 1988 von Enmore geschmeckt haben. Es ist geschmacklich in meinen Augen derselbe Stil, d.h. VSG gefärbt.

Ich möchte mich bei allen Lesern dieses Blogs im übrigen entschuldigen. Ihr habt wahrscheinlich auf mehr Reviews gehofft, als ich seit meiner Rückkehr bisher geliefert habe. Ich sehe es ja an den Klick-Zahlen jedes Wochenende. Mir tut es leid für alle die den Blog am Wochenende laden und keinen neuen Post vorfinden. Meine „Inaktivität“ hat seinen Grund. Einen den ich noch nicht im Detail erklären kann. Während ihr diesen Text lest bin ich wahrscheinlich schon wieder am Schreiben. Ich hoffe, dass ihr das Resultat bald lesen könnt. Ich bitte euch um Geduld. Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag und beste Gesundheit. Passt auf euch auf!


Marco Freyer

(91/100)


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Hello folks.

Here comes another review after some time of absence on this blog. I'm still working on the next update for B.A.M., which I want to finish as soon as possible. So please forgive me the long waiting time. It is the second rum from this bottler on B.A.M. and I have thought very carefully about which rum I should give this honor. Of course, my choice falls on the Demerara Rum. Today's review is about the Rum Artesanal Diamond Distillery VSG 2004 16YO.

The Bottling:

Last weekend there were the first three bottlings for this year from RA. Before the rums could even be bought online, I received three samples of these bottlings from a completely unexpected source. Many thanks again at this point! What should I write? The release last weekend was a little lesson and a very interesting experience for me. I had already suspected that this would happen. First of all: I know all three rums and I couldn't buy one of them and I don't necessarily need this one. Still, it was extremely educational. With my focus on Guyana since my article about the local sugar factories and their distilleries, the choice of which of the three rums to introduce was actually decided in advance. Hence the “natural” in the above sentence of the introduction. I have some VSG rums as samples or as leftovers from opened bottles. After all, I opened everything that I bought at the beginning of my "rum-career". Even the now sinfully expensive Veliers. Unfortunately, the Versailles Full Proof Old Demerara Rum 1998 9YO with 46.5% vol was already scarce at that time and quickly disappeared from Oldwhisky. Then, by pure luck, I got a sample. I never bought the Versailles of the 1st release of the Rare Cask Collection. When you hear VSG, many of you may think first of the Duncan Taylor Enmore Distillery 1985 27 YO with 52.5% ABV. This came to my mind first when it comes to making a cross-tasting, but then I decide at first not for such a comparison. Why? The colouring. This rum is 100% coloured and this agent affects the taste dramatically. The Duncan Taylor doesn't have it, so comparing them would only be interesting if you want to find out how much VSG can still be tasted due to the colouring. Other coloured candidates would be the Cadenhead Dated Distillation Enmore Distillery REV 1994 11 YO with 70% abv or the Rum Artesanal Enmore Distillery (VSG?) 1994 26YO with 51.4%abv. I don't have a sample of the former, however, because I left the rest of my sample to "my boys" in Fresendelf when I left in 2018 and the latter has completely escaped me because I was too deeply involved in historical research. So unfortunately I come back to the Duncan Taylor, but only to find out how much of VSG you can really still "see" (ie taste). This bottling (Cask No. 79) was at least 164 liters strong. It's not really relevant, but still interesting to know. One more thing in advance: Neither the sample I received nor the "hype" surrounding this bottler have an impact on me. I wanted to buy this rum anyway after my previous experiences with Demeraras. If you want to know more about the history of the Guyanese distilleries, I refer you to my article from 2015. And now let's finally start with the tasting.

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Tasting :

Price: My few bottles ranged between € 78 and € 80. The price varied a little depending on the shop.

Age: The rum was distilled in July 2004 and bottled in January of this year. According to Adam Riese, the official age is 16 years.

ABV: 58,2%abv.

Process of distillation: This rum was produced in the Single Wooden Vat Still in connection with a rectifier from the former Versailles sugar factory on the left banks of the Demerara River, where Guyana's last distillery (Diamond Distillery on the right bank) is now.

Colour: Strong brown with reddish reflections in the sunlight.

Viscosity: Very oily. This is not only due to the rum itself, but also to the colouring, which was added in Guyana in 2004.

Nose: I let the rum breathe for over an hour covered under a glass-lid. Some rums benefit from this long time. Now let's see if this VSG also gains in profile. A familiar smell of molasses and plums emanates from the glass. A little further away I smell faint vanilla, old leather and wood. However, the aromas disappear quickly after removing the glass lid. If you wet the glass with rum again, the alcohol stings your nose at first. Then you can recognize molasses, plums, iodine and aniseed. Now you can smell herbs very faintly. This shows the original profile of VSG before the rum was coloured. The herbs gain dominance in the glass. Thyme? Gradually, other smells do emerge. Smoke like that of a campfire, plus leather and tobacco. The most dominant smell, however, is still the molasses, mixed with plums and aniseed with herbs that are not clearly recognizable. This mix of molasses and plums reminds me of other rums from Enmore. The vanilla is most likely to be recognized after swiveling the glass, as soon as the alcohol becomes weaker. However, it is quickly displaced by other smells. Deep in the glass, the nose is bombarded with iodine, molasses and anise. The rum takes off slowly. If you let it breathe for a long time, you will recognize its full potential, but the impressions quickly disappear after removing the glass.

Palate: First, molasses, smoke and iodine flood the mouth. Then the alcohol burns gently on the palate. Then wood, coal and cloves. The alcohol disappears quickly. Herbs briefly flit across the tongue, before the molasses, with plums, leather and tobacco, displaces them. With the second sip more smoke, charcoal and very dominant molasses. Then finally wonderful herbal aromas are emerging. VSG. Masked behind all of the flavor components from the colouring. Then leather, smoke, charcoal and anise. The herbs become weaker and the colouring takes over again on the palate. Tobacco, old wood and smoke caress the tongue. With the third sip more molasses, this time with equally dominant herbs and aniseed. Then the alcohol burns again. When the smoke subsided again, charcoal and a hint of plums, cloves and aniseed. The smoke is more pronounced this time and burns on the tongue. The rum is very oily, mouth-filling and feels heavy on the tongue compared to other rums. In the end only cloves, aniseed and herbs. This rum has neither a noteworthy sweetness in the nose nor on the palate. It is massive, despite the low percentage, and very mouth-filling. The stinging of the alcohol is pleasant, but this statement should be taken with caution as I prefer rums in cask-strength. The quality comes close to some old rums from 1988. Especially the molasses, smoke, iodine and charcoal combination could put off some connoisseurs.

Finish: The finish begins with smoke, wood and herbs. Then come cloves and aniseed. After the second sip, slightly stronger herbal aromas, then smoke, wood and aniseed. Molasses can only be tasted briefly. At the end, a hint of smoke and herbs lingers on the palate. With the third sip, anise, cloves, leather, toffee and again smoke that keeps turning up. At the end, a hint of aniseed and cloves lingers on the palate. The rum is dry and stimulates the flow of saliva well. There is also no sweetness in the finish.

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Conclusion: The palate is clearly better than the nose, which starts off very slowly. This rum takes time if you want to recognize the full facets of the odor profile. The taste reminded me of some old rums. The old Enmores from 1988 for example, like the Renegade Enmore Distillery 1988 19 YO (Chateau Latour Finish) with 46% abv and the Isla Del Ron Guyana (Enmore Distillery) 1988 25 YO with 52.6%abv. They all have one thing in common: they had received a colouring in Guyana prior before shipping to Europe. And at least from the Renegade we know: the batch was also produced with the Versailles Vat-Still. So maybe a coloured VSG? The impression is obvious, since both are very similar. Admittedly: The Renegade only had a “meager” 46% abv and a barrel finish (wine cask). But the similarities are very great. The comparison with the Duncan Taylor Enmore Distillery 1985 27 YO with 52.5% abv was interesting, because I could 'see' how the colouring has influenced, and even distorted, the original taste profile.They are different like day and night and you can understand that almost literally here if you put the bottles next to each other, but only if you have both of course. A comparison with the Cadenhead Dated Distillation Enmore Distillery REV 1994 11 YO with 70% abv would have been invaluable, but since I left my last sample in 2018 to my friends, I can't make a cross-tasting. Of course, I still remember the taste to some extent. It was powerful on the palate and dry on the finish. But individual nuances? No chance. It definitely tasted like molasses too. But I don't like to trust memories because they have the negative quality of depicting something more beautiful or more romantic than it actually was. Perhaps this comparison can be made by my former blog partner Flo, as he should still have the associated rum from RA, if he has not already done so. I suspect that both rums (REV and VSG) should taste very similar in the coloured state, if they are not even one and the same. You couldn't complain for the money. I don't really regret buying my few bottles. I am happy to have them. I would also like to take this opportunity to congratulate Dominik Marwede. So far the rums from RA that I have tasted have been at a good to high level. But I don't want to jump on the hype train. Duncan Taylor also got off to a brilliant start with his first release in 2012. But after that, nothing good came from this bottler for a long time. So I remain skeptical and try to look at the whole thing objectively. That's why you won't see any exuberant ratings here. Maybe my rating would have been a bit higher if I could have made a cross-tasting with the REV, who knows? And in case that got lost in all these words, once again in short form: The rum is at a high level. Anyone who has bought these bottles should consider themselves lucky to own them. Every newcomer who has this rum in the glass can now imagine how the old stunts from Enmore made in 1988 did taste. In my opinion it is flavourwise the same style, i.e. a coloured VSG.

I would also like to apologize to all readers of this blog. You were probably hoping for more reviews than I've delivered since my return. I can see it in the click numbers every weekend. I'm really sorry for everyone who is loading the blog-page and doesn't find a new post. My “inactivity” has a reason. One that I can't explain in detail yet. While you are reading this I am probably already writing again. I hope you can read the result soon. I ask you to be patient. I wish you all a nice day and the best of health. Take care of yourselves!


Marco Freyer

(91/100)



Sonntag, 17. Januar 2021

St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO

(the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute! Dies ist das dritte Review nach Jahren meiner Abwesenheit auf der Bühne der Rumblogger-Szene. Heute folgt der zweite Rum aus St. Lucia, welcher 2020 veröffentlicht wurde. Es ist der St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO!

Zur Abfüllung:

Ausgewählt wurde dieses Fass von Evanius Harris, der schon seit über 30 Jahren Rums miteinander vermählt und als „Master Blender“ (No pun intended) für St. Lucia Distillers arbeitet. Im Jahre 2011 entstanden unter der Leitung von Laurie Barnard (2012) mit ihm auch die Chairman‘s Reserve 1931 Editionen. Diese ausgewählte Abfüllung besteht nur aus Rum der in der Vendome Pot Still hergestellt wurde. Als ich ihn damals vorstellte, liebte ich den Secret Treasures Selection Privée St. Lucia Distillers Vendome 6 YO ein bisschen mehr als den Secret Treasures Selection Privée St. Lucia Distillers Vendome 9 YO und den Secret Treasures Selection Privée St. Lucia Distillers John Dore 9 YO. Ob das heute auch noch so wäre? Mein Geschmack und meine Präferenzen haben sich in dieser Auszeit ein wenig verändert. Die drei Rums der „The Secret Treasures Selection Priveé“-Reihe kamen damals unerwartet und niemand hatte diese auf dem Schirm. Ich fand sie damals auch nur durch einen Zufall, ließ mir aber mit einem Kauf Zeit. Ein großer Fehler. Einige Wochen später waren die Rums nämlich verschwunden. Ich war dennoch positiv überrascht, da die Rums dem Anschein nach nicht nur mir gefielen, sondern auch andere Liebhaber zugriffen. Später im selben Jahr nahm ich mir meine Auszeit und verlor St. Lucia aus den Augen. Mein Fokus wanderte nach Indien, die Levante, den Inseln im Atlantik und schließlich zu den ehemaligen Kolonien Spaniens und Portugals auf dem neuen amerikanischen Kontinent. Es hatte sich einiges in der Rum-Welt getan, während ich meine Nase in alte Bücher steckte.

Dieses Jahr erschienen noch zwei weitere Rums aus der Vendome Pot-Still in UK. Der St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection „The UK Rum Club“ 2011 9 YO (Cask 1731109) mit 59,5%vol. und der St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection „Royal Mile Whiskies“ 2011 9YO (Cask 1981109) mit 60,9%vol. Beide gibt es nur in UK für rund 90£. Diese beiden Abfüllungen und die Vorgänger aus 2019 kann ich logischerweise nicht miteinander vergleichen, da ich sie nicht besitze. St. Lucia Distillers, welche der Colonial Life Insurance Company (CLICO) gehörte, wechselte im Jahre 2016 für angeblich 80 Millionen $ den Besitzer und wurde von der Groupe Bernard Hayot (GBH) gekauft. Dieses Unternehmen will kräftig in die Ausrüstung der Destillerie investieren. Dazu gehören Gebäude für eine „Must-See Distillery Tour“, neue Fermentations-, Melasse- und Wassertanks. Des weiteren wurden die Arbeiten an zwei Rumkeller, eine Flaschenfüllanlage und einem weiteren Tanklager für „Alkohol“ begonnen. Letzteres Projekt sollte theoretisch im Dezember 2020 abgeschlossen worden sein. Drei Jahre nach dem Verkauf der Brennerei begann dann anscheinend der Verkauf von Single Casks unter dem Chairman's Reserve Master's Selection-Label für diverse Shops bzw. Abfüller. Gerade die letzte Entscheidung der Brennerei habe ich absolut nicht erwartet. Meine letzte Information war, dass St. Lucia nichts mehr an Scheer verkaufen will. Damit waren meine Hoffnungen auf Single Casks eigentlich begraben. Zum Glück kam es nicht so und wir „Nerds“, welche immer noch ein Nischenmarkt im Rum-Business darstellen, werden nun ebenfalls mit diesen Abfüllungen verwöhnt. Das diese nicht lange zum Verkauf stehen und relativ rasch verschwinden spricht aber eigentlich in meinen Augen für ein Nachfrageüberhang, sprich der Bedarf ist größer als das was uns in Europa erreicht. Aber sehen wir es mal positiv: Wir bekommen überhaupt Single-Cask Rums aus St. Lucia. Und wenn ich die Qualität der letzten zwei Abfüllungen aus 2020 betrachte, dann waren diese Fässer keine Ladenhüter, Totalausfälle oder gar Teil des kümmerlichen Rests, der nach dem Blenden des Hauptgeschäfts übrig bleibt und dann als Geste des guten Willens auf diesen Markt abgeschoben wird. Aber genug des Jammerns. Beginnen wir endlich diese Abfüllung zu verkosten!


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Verkostung :

Preis: Ich habe für meine Flaschen je 70€ hingeblättert.

Alter: Das offizielle Alter ist 9 Jahre. Destilliert wurde der Rum 2011 und dieses Jahr, also 2020, wurde er abgefüllt.

Alkoholstärke: Wuchtige 56%vol. Lt. Saint Lucian Distillers ist das die Fassstärke des Fasses 139022010 (Ex-Bourbon-Cask) gewesen.

Destillationsverfahren: Es wurde hier die Vendome-Pot Still der Destillerie verwendet. Hergestellt wurde diese von Vendome Copper and Brass Works Incorporated (USA, Louisville, Kentucky).

Farbe: Bernstein.

Viskosität: Fette Schlieren bilden sich am Glasrand und hinterlassen einen öligen Film.

Nase: Ich erkenne sehr schwache Klebstoffaromen nach gut einer Stunde, in welcher der Rum unter einem Glasdeckel atmen durfte. Vanille vermischt mit Eichenaromen, Anis und Karamell vom Fass schweben im Glas. Dazu gesellen sich noch allerlei exotische Früchte. Ich erkenne Mangos und reife Papayas. Leder und auch ein Hauch von Toffee kombinieren die bereits zuvor erwähnten Gerüche. Nach einem Schwenk des Glases erkenne ich auch noch ein Hauch von Zimt. Bananen? Aprikosen? Ich bin mir nicht sicher. Was ich definitiv rieche ist ein leichter medizinischer Geruch, vermischt mit Nuancen von Honig. Diese Kombination lässt mein Herz höher schlagen. Alte Leser dieses Blogs kennen diese Geruchs-Kombination vielleicht noch. Benetzt man die Glaswand frisch mit Rum, wartet einige Sekunden und taucht die Nase dann ins Glas, reicht man wunderschöne Zuckerrohraromen und sehr leichte Esternuancen. Kräuter und Tabak übernehmen dann die Oberhand. Tabak und verkohltes Holz. Der Anis lässt mich an schwarzen Tee denken. Lässt man den Rum nicht zu lange Atmen, dann sind die Früchte und der Honig deutlicher vorhanden. Für 9 Jahre riecht dieser Rum sehr gut.

Gaumen: Der Alkohol brennt angenehm im Mundraum. Danach kommen exotische Früchte, darunter Papayas, Bananen und auch Aprikosen, dicht gefolgt vom Fasseinfluss, in Form von Eiche, Anis und herben Tabakblättern. Dann kommen Kräuter, Karamell und Leder zum Vorschein. Wieder Erinnerungen an schwarzem Tee. Am Ende bleibt ein pflanzlicher Geschmack im Mund. Beim zweiten Schluck brennt der Alkohol nun etwas stärker. Wieder starke Fruchtaromen, Eiche und Gewürze. Ich erkenne Anis und einen Hauch von Zimt. Das Fass gewinnt mehr die Oberhand, je mehr Rum man in den Mund nimmt. Er wird wuchtiger. Zu Beginn, also kurz nachdem der Alkohol abflaut und die Früchte den Gaumen fluten, schmeckt man eine ganz leichte Süße, die aber rasch verschwindet, sobald der Tabak und die Eichenaromen die Oberhand gewinnen. Der Rum tendiert dann zu einer leichten und trockenen Bitterkeit. Der Fasseinfluss ist aber nicht zu beherrschend sondern schön eingebunden. Am Schluss schmeckt man Rauch, Kräuter und einen Hauch von Salz am Gaumen.

Abgang: Der Abgang beginnt mit medizinisch Aromen. Dann blitzen kurz Früchte auf, bevor diese von Eiche, Kräuter und auch Anis überrannt und verdrängt werden. Nach dem zweiten Schluck ist der medizinische Geschmack noch stärker. Dieses Mal weniger Früchte, aber dafür mehr Eiche und Tabak, beides verwoben mit einer Spur Zimt. Der Rum ist angenehm trocken im Abgang. Am Ende verweilen nur noch Eiche und Kräuter im Mundraum. Mehrere Schlücke verstärken den trockenen Gaumen sogar noch etwas. Lässt man den Rum zudem nicht zu lange im Mund, dann gelangt sogar die Süße zum Anfang des Abgangs und macht diesen noch intensiver.


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Fazit: Für mich ist der St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO besser als die Abfüllung aus dem letzten Review. Der Fasseinfluss war dezenter und der Geschmack der Vendome Pot Still kommt immer noch wunderschön durch. Dagegen verlieren auch die beiden Vendome Rums der „The Secret Treasures Selection Priveé“-Reihe. Damit ist dieser Rum bisher der beste St. Lucia in 2020. Zu den beiden erhältlichen Abfüllungen in UK kann ich absolut nichts sagen, da der BREXIT eine Lieferung nach DE unmöglich machte. Auch der saftige Preis wird mich wohl daran hindern, diese im Januar zu kaufen. Dafür waren die hierzulande verfügbaren beiden Rums, die ich bisher hier vorgestellt habe, zu preiswert und zu gut als das ich dieses Wagnis eingehen werde. Die etwas bessere Bewertung des St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO kann man auf meiner Vorliebe für die Medizin-Honig-Aromen zurückführen. Er kennzeichnet einen Stil, der mir zu Beginn meiner Rum-Karriere die Augen öffnete und mich bis heute prägte. D.h. jetzt allerdings nicht, dass Rums aus den John Dore Pot Stills kategorisch schlechter sind als jene aus der Vendome. Das beste Beispiel hierfür ist der Blackadder Raw Cask St. Lucia 1999 12 YO aus der John Dore I. Dieser Abfüllung ist für mich bis heute der beste Rum aus St. Lucia. Daran ändert auch die heutige Abfüllung nichts. Man kann nur hoffen, dass die neuen Rum-Keller mit einem gemäßigten Fasseinfluß wieder einen solchen Edelstein von gleicher oder gar besserer Qualität hervorbringen. Die Hoffnung darauf habe ich bis jetzt nicht aufgegeben. Dieses Review hatte sich leider etwas verzögert. Zur Zeit arbeite ich mit Druck an der Fertigstellung eines kleinen Werkes, das ich euch hier auf dem Blog präsentieren möchte. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber ihr dürft gespannt sein. Verzeiht mir also bitte, wenn die Reviews die nächste Zeit mit einem etwas größerem Abstand veröffentlicht werden. Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag und bleibt gesund!

 

Marco Freyer

(91/100)

 

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Hello people! This is the third review in years of my absence from the rum blogger scene. Today comes the second rum from St. Lucia, which was released in 2020. It's the St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO!


The Bottling:

This barrel was chosen by Evanius Harris, who has blended rums for over 30 years and works as a "Master Blender" for St. Lucia Distillers. In 2011, under the direction of Laurie Barnard († 2012), the Chairman‘s Reserve 1931 editions were created with him. This selected bottling consists only of rum that was produced in the Vendome Pot Still. When I first introduced them on the blog, I loved the Secret Treasures Selection Privée St. Lucia Distillers Vendome 6 YO a little more than the Secret Treasures Selection Privée St. Lucia Distillers Vendome 9 YO and the Secret Treasures Selection Privée St. Lucia Distillers John Dore 9 YO . Would that still be the case today? My taste and preferences have changed a bit during this break of mine. The three rums of “The Secret Treasures Selection Priveé” series came unexpectedly at the time and iirc nobody made a review or a callout. Back then I only found them by chance, but took my time with the purchase. A big mistake. A few weeks later the rums were gone. Nevertheless, I was pleasantly surprised, as the rums were apparently not only liked by myself but by many others as well. Later that year, I took my time off and lost sight of St. Lucia. My focus moved to India, the Levant, the islands in the Atlantic and finally to the former colonies of Spain and Portugal on the new American continent. A lot had happened in the rum world while I was sticking my nose into old books.

This year two more rums from the Vendome pot still appeared in the UK. The St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection "The UK Rum Club" 2011 9 YO (Cask 1731109) with 59.5% vol. and the St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection “Royal Mile Whiskeys” 2011 9YO (Cask 1981109) with 60.9% vol. Both are only available in the UK for around £ 90. Logically, I cannot compare these two bottlings and the predecessors from 2019, because I do not own them. St. Lucia Distillers, owned by Colonial Life Insurance Company (CLICO), changed hands in 2016 for allegedly $ 80 million and was bought by Groupe Bernard Hayot (GBH). This company wants to invest heavily in the equipment of the distillery. This includes buildings for a “must-see distillery tour”, new fermentation, molasses and water tanks. In addition, work began on two rum cellars, a bottle filling system and another tank storage facility for "alcohol" (whatever that means). The latter project should theoretically have been completed in December 2020. Three years after the sale of the distillery, the sale of single casks apparently began under the Chairman's Reserve Master's Selection label for various shops and bottlers. I absolutely did not expect the distillery's final decision. My last information was that St. Lucia doesn't want to sell any more to Scheer. So my hopes for single casks were actually dead. Luckily it didn't turn out that way and we “nerds”, who are still a niche market in the rum business, are now also spoiled with these bottlings. The fact that these have not been on sale for long and disappear relatively quickly, however, actually speaks in my eyes for a demand overhang, i.e. the demand is greater than what we in Europe are about to get. But let's take a positive view: We get single cask rums from St. Lucia at all. And when I look at the quality of the last two bottlings from 2020, then these barrels were no dust collectors on the shelves, total failures or even part of the meager remainder that is left over after the main blending business has been done and is then pushed onto this market as a (allegedly) gesture of goodwill. I am not pointing fingers but everyone should now who I mean. But enough of the whining. Let's finally start tasting of this rum!


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Tasting :

Price: I paid 70 bucks (i.e. €) for each bottle

Age: The official age is 9 years. The rum was distilled in 2011 and it was bottled last year (2020).

ABV: Massive 56% abv. According to Saint Lucian Distillers this was the cask strength of the barrel 139022010 (ex-Bourbon-Cask).

Process of distillation: The vendome pot still of the distillery was used. The Pot Still was manufactured by Vendome Copper and Brass Works Incorporated (USA, Louisville, Kentucky).

Colour: Amber.

Viscosity: Fat streaks form on the glass and leave an oily film.

Nose: I recognize very weak adhesive aromas after an hour in which the rum was allowed to breathe under a glass lid. Vanilla mixed with oak aromas, aniseed and caramel from the barrel float in the glass. There are also all kinds of exotic fruits. I recognize mangoes and ripe papayas. Leather and a touch of toffee combine the aforementioned smells. After swiveling the glass, I can also recognise a hint of cinnamon. Bananas? Apricots? I'm not sure. What I definitely smell is a slight medicinal smell mixed with honey. This combination makes my heart beat faster. Old readers of this blog may still remember this smell combination. If you wet the glass wall freshly with rum, wait a few seconds and then dip your nose into the glass, you will be served with wonderful sugar cane aromas and very light ester nuances. Herbs and tobacco then take over and dominate the nose. Tobacco and charred wood. The anise makes me think of black tea. If you don't let the rum breathe for too long, the fruits and honey are more clearly present. For 9 years of maturation this rum smells very good.

Palate: The alcohol burns pleasantly in the mouth. Then there are exotic fruits, including papayas, bananas and also apricots, closely followed by the barrel influence in the form of oak, anise and tart tobacco leaves. Then herbs, caramel and leather emerge. Memories of black tea again. In the end, a herbal taste remains in the mouth. With the second sip, the alcohol burns a little stronger. Strong fruit aromas again, oak and spices. I recognize anise and a hint of cinnamon. The barrel gains the upper hand the more rum you put in your mouth. It gets bigger. At the beginning, shortly after the alcohol has waned and the fruit floods the palate, you can taste a very slight sweetness, which quickly disappears as soon as the tobacco and oak aromas gain the upper hand. The rum then tends to have a light and dry bitterness. The barrel influence is not too dominant but nicely integrated. At the end you can taste smoke, herbs and a hint of salt on the palate.

Finish: The finish begins with medicinal aromas. Fruits then briefly appear before they are overrun and displaced by oak, herbs and anise. After the second sip, the medicinal taste is even stronger. This time less fruit, but more oak and tobacco, both interwoven with a hint of cinnamon. The rum is pleasantly dry in the finish. In the end, only oak and herbs remain in the mouth. Several sips even strengthen the dry palate a little. If you don't leave the rum in the mouth for too long and swallow it down, then the sweetness even reaches the beginning of the finish and makes it even more intense.


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Conclusion: For me, the St. Lucia Distillers Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO is better than the bottling from the last review. The barrel influence was more subtle and the taste of the Vendome Pot Still still comes through beautifully. On the other hand, the two Vendome rums of "The Secret Treasures Selection Priveé" series also lose. This makes this rum the best St. Lucia in 2020 so far. I can't say anything about the two bottlings available in the UK, as the BREXIT made a delivery to Germany impossible. Even the hefty price will probably prevent me from buying them in January when the shipping is planned to be resumed. The two rums available in this country (i.e. Germany), which I have presented here so far, were by far the better deal instead of paying more and taking the risk of customs trouble. The slightly better rating of the St. Lucia Distiller's Chairman's Reserve Master's Selection Evanius Harris 2011 9YO can be attributed to my preference for the medicine-honey flavors. It marks a style that opened my eyes at the beginning of my rum career and has shaped me to this day. This does not mean, however, that rums from the John Dore pot stills are categorically worse than those from the Vendome. The best example of this is the Blackadder Raw Cask St. Lucia 1999 12 YO from John Dore I. For me, this bottling is still the best rum from St. Lucia. Even today's bottling does not change that. One can only hope that the new rum cellars with a moderate barrel influence will again produce such a gem of the same or even better quality. I haven't given up hope for it yet. Unfortunately, this review was delayed a bit. At the moment I am working hard on the completion of a small work that I would like to present to you here on the blog. I don't want to reveal too much yet, but you can be curious. So please forgive me if the reviews will be published with a bigger delay in bewteen in the near future. I wish you all a nice Sunday and stay healthy!


Marco Freyer

(91/100)