Sonntag, 26. September 2021

Rhum Agricole Depaz: Three Bottlings. One Review

 (the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute!

Es ist mal wieder eine kleine Weile her. Nach einem Messebesuch in Berlin und einem weiteren sehr angenehmen Treffen in Karlsruhe, wollte ich meinem Körper zuerst etwas Ruhe gönnen. Sprich keinen Alkohol konsumieren. Deswegen diese etwas längere Verzögerung, für die ich mich an dieser Stelle entschuldigen möchte. Da ich immer noch vollauf mit dem Update beschäftigt bin, habe ich mich dazu entschlossen, drei Rhums in ein Review zu packen. Heute geht es ausschließlich um die Marke Depaz. Im Einzelnen: Den Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation, Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP und den Rhum Agricole Depaz X.O.!

Zur Marke:

Die Kolonie Martinique wurde im Jahre 1635 durch Pierre Belain d'Esnambuc (1637) gegründet. Er wurde zum ersten Gouverneur Général des Antilles Françaises. Mit ihm erreichte sein Neffe Jacques Dyel du Parquet (1606–1658) die Insel, welcher nach dem Tod seines Onkels den Gouverneursposten erlangte. Auf ihn geht das Anwesen La Montagne zurück. Ein 6000 Schritte langer Landstreifen am Fuße des Mont Pelée. Auf ihn geht auch die Etablierung der dortigen Zuckerindustrie zurück. Das Anwesen ging nach dem Tode Parquets in den Besitz von vier Männern über. Einer dieser Männer war Jacques Giraud. Im Jahre 1679 schließlich wurde es Eigentum von Charles d´Angennes, Marquis de Maintenon, als er Catherine Giraud heiratete. Das Anwesen wechselte im 18. Jahrhundert schließlich mehrfach den Eigentümer. Die Sieurs de Pougibeau und Valmenières verkauften 1786 ihre Hälfte am Anwesen an einen gewissen Louis Perès (Pairès?). Seine Tochter Eugénie Victoire Perès heiratete Joseph Pécoul, den Geschäftspartner ihres Vaters, im Jahre 1793. Es war Joseph Pécoul welcher alle Anteile des Anwesens „La Montagne“ aufkaufte und es so gänzlich in seinen Besitz brachte. Es sollte bis 1917 in dessen Familie verbleiben. Sie verwalteten zusätzlich noch die das Zuckerrohranwesen Habitation Pécoul in Basse-Pointe. Das Anwesen Pécoul ging schließlich 1895 in den Besitz von Auguste Louis über, während La Montagne bei den Pécouls verblieb. Im Zuge der Zuckerkrise 1883-85, in welchem sich Franzosen und Deutsche einen regelrechten Wettstreit in der Subventionierung ihrer Rübenzuckerindustrie lieferten, wurde auf beiden Habitations die Zuckerherstellung aufgegeben und auf die Manufaktur von Rhum Agricole umgestellt, da sie mit den großen Usinen im eigenen Land und dem französischen Rübenzucker im Mutterland nicht konkurrieren konnten. Was folgte war eine kurze Zeit der Blüte, beflügelt durch zwei Krisen in der Weinindustrie, die mit dem Ausbruch des Mont Pelée im Jahre 1902 kurzfristig beendet wurde. Viele Familienmitglieder kamen bei diesem Ausbruch ums Leben.

Ebenfalls ein Überlebender des Ausbruchs von 1902 war Victor Depaz (1886-1960). Er war zum Zeitpunkt des Vulkanausbruchs in Bordeaux um zu studieren. Im Alter von 16 Jahren war er praktisch alleine und der Besitz seiner Familie wurde komplett zerstört. 1905 wollte Victor Depaz nach Kanada emigrieren und machte zwischenzeitlich auf Trinidad halt. Dort schiffte er sich kurzerhand nach Martinique ein. Entgegen der ursprünglichen Planung verblieb Victor auf Martinique und kaufte 1917 schließlich das 521 Hektar umfassende und brach liegende Anwesen La Montagne von den Pécoul-Erben auf. Er war es der wieder Zuckerrohr auf dem Anwesen pflanzen ließ und vier Jahre später die erste Auszeichnung für seinen Rhum Depaz erhielt. Seine Söhne sollten in seine Fußstapfen treten. Zuerst übernahm Henri Depaz die Arbeit seines verstorbenen Vaters, bis 1984 sein Zwillingsbruder André die Kontrolle über die Plantage und die Brennerei übernahm. Im Jahre 1989 wurde die Brennerei und 5 Hektar an Bardinet S.A. verkauft. Das Anwesen selbst verlieb im Besitz der Familie Depaz. Die Firma Bardinet S.A. selbst trat der Gruppe La Martiniquaise im Jahre 1993 bei. Im Portfolio von Bardinet sind ebenfalls die Marken Old Nick, Negrita, Dillon und Bally. Damit haben wir das Wesentliche quasi auch schon besprochen und gehen unverzüglich zum dreifach Tasting über.


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Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation


Verkostung :

Preis: Ich habe ca. 37€ bezahlt.

Alter: In diesem Blend wurden Rhums verwendet, die mindestens 3 Jahre alt sind.

Alkoholstärke: 45%vol.

Destillationsverfahren: Kontinuierlich.

Farbe: Heller Bernstein.

Viskosität: Die Flüssigkeit fließt relativ schnell an der Glaswand hinab und bildet sehr viele Perlen, welche das gesamte Glas benetzen.

Nase: Ein schwacher Hauch von Zuckerrohr entschwebt dem Glas, begleitet von ganz dezenten exotischen Früchten. Kombiniert werden diese Eindrücke von ebenfalls dezenten Eichenaromen und Gewürzen. Der Rum durfte über eine Stunde atmen, kommt aber immer noch nicht wirklich in Fahrt. Der Alkoholgeruch ist nach dieser langen Zeit sehr schwach. Benetzt man das Glas frisch mit Rhum, dann verstärken sich alle zuvor genannten Eindrücke. Der Alkohol ist nun auch deutlicher vorhanden und kitzelt in der Nase. Ein leichter medizinischer Anklang ist nun sogar zu erkennen. Alles in allem merkt man aber leider das noch junge Alter der verwendeten Rhums für diesen Blend, was äußerst schade ist. Aber für diesen Preis habe ich auch kein wahres Wunder erwartet. Vielleicht kann die Abfüllung am Gaumen punkten?

Gaumen: Zuerst fluten Zuckerrohraromen, dicht gefolgt von exotischen Früchten, den gesamten Mundraum. Danach kommen leicht Gewürze zum Vorschein, die aber von den immer stärker werdenden Zuckerrohraromen zuerst verdrängt werden. Erst nach einigen Minuten ebben diese grasigen Nuancen ab, und die Gewürze, kombiniert mit dezenter Eiche, kommen nun deutlicher zum Vorschein. Der Alkohol brennt so gut wie gar nicht. Schließlich verblasst das Zuckerrohr immer mehr und es verweilt ein Hauch von Gewürzen, sehr schwachen Früchten und Eichenaromen mit leichten Spuren von Bitterkeit am Gaumen. Beim zweiten Schluck sind die Zuckerrohraromen noch deutlicher am Gaumen vorhanden. Ganz schwaches Zedernholz und exotische Früchte wie Mangos und Papayas begleiten den Ersteindruck. Nun schmeckt der Rum leicht brennend und ist etwas säuerlich. Die Früchte und das Zuckerrohr verweilen eine sehr lange Zeit am Gaumen. Beim dritten Schluck wieder geballtes Zuckerrohr, medizinische Nuancen, Zedernholz und wieder exotische Früchte, dieses Mal jedoch deutlich stärker vorhanden. Der Rhum schmeckt nun leicht säuerlich und pfeffrig. Erst nach dem dritten Schluck dreht diese Abfüllung auf.

Abgang: Nach dem ersten Schluck nur ganz schwache Gewürzaromen. Diese verblassen immer mehr, bis nur noch Anis und Eiche zu erkennen sind. Beim zweiten Schluck exotische Früchte, Zuckerrohr und altes Holz. Dazu mischen sich medizinische Nuancen. Der Abgang wirkt nun leicht trocken. Am Ende verweilte nun Zuckerrohr im Mundraum. Zuckerrohr, Medizin, eine Spur Rauch, Zedernholz, Anis und Manos und Papayas. Nun ist der Abgang sehr kraftvoll und der Rhum zeigt was er kann. Damit diese Abfüllung glänzen kann, darf man keine langen Pausen zwischen den Schlucken einlegen.


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Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP

Verkostung :

Preis: Hier habe ich 49€ bezahlt.

Alter: Hier werden lauf offizieller Information auf dem Back-Label 7 Jahre alte Rhums verwendet.

Alkoholstärke: 45%vol.

Destillationsverfahren: Kontinuierlich.

Farbe: Heller Bernstein.

Viskosität: Im Vergleich zum Depaz Vieux Plantation sind die Perlen weniger und es bildet sich ein schmieriger Film.

Nase: Nach über einer Stunde reiche ich weiter weg vom Glasrand exotische Früchte, vermischt mit Eichenaromen und einem Hauch von Vanille. Tief im Glas kann ich nun die typischen Zuckerrohraromen erkennen, allerdings sind diese eher verhalten und doch schwach ausgeprägt. Eine wunderbare Kombination aus leichter Säure und dezenter Süße, Zedernholz, exotischen Früchten und Gewürzen. Nach einigen Sekunden verschwindet die Säure und es verbleibt nur noch die sehr schwach vorhandene Süße. Die zusätzliche Reife hat diesen Rhums deutlich mehr an Aromen beschert. Mangos, Papayas, Honig und auch eine minimale Spur an medizinischen Anklängen kann man erkennen. Der Alkohol ist nach dieser Zeit nur noch schwach präsent. Benetzt man das Glas frisch mit Rhum, dann riecht man zuerst nur sehr wenig. Ganz langsam kommen die Früchte und das Zedernholz immer mehr zum Vorschein. Jetzt kommen auch die grasigen Zuckerrohraromen eher zum Vorschein, sind aber immer noch sehr dezent. Alles in allem braucht der VSOP seine Zeit im Glas. Erst dann wird man mit einer wunderschönen Nase belohnt. Der Ungeduldige wird dagegen mit einer Nase ähnlich des Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation konfrontiert, die am Anfang wenig aussagekräftig ist.

Gaumen: Zuerst flutet eine leichte Süße den Mundraum, bevor der Alkohol leicht zu brennen beginnt. Dann schmeckt man sehr dominantes Zuckerrohr, vermischt mit altem Holz, Gewürzen und einen Hauch exotischer Früchte. Nach einiger Zeit verblassen die Früchte und die Zuckerrohraromen und Gewürze werden stärker. Leichte medizinische Aromen, vermischt mit Leder und Karamell, umschmeicheln nun auch den Gaumen und betören die Sinne. Am Ende hat man eine Mischung aus Gewürzen, altem Holz und grasigem Rohrzucker im Mund. Beim zweiten Schluck sind die Gewürze und Eichenaromen nun deutlich stärker als zuvor und werden vom Zuckerrohr nicht mehr kontrolliert. Karamell, Leder und eine leichte Säure begleiten nun die zuvor genannten Eindrücke. Der Rum schmeckt zuerst leicht süßlich, wird dann aber sofort etwas säuerlich. Auch hier brennt der Alkohol nun etwas stärker beim zweiten Schluck und der Rhum wirkt etwas pfeffrig. Beim dritten Schluck nun Rauch, starke Eiche, Gewürzaromen und medizinische Geschmackskomponenten. Die Gewürze gewinnen nun deutlich an Kraft. Die Süße ist nicht mehr vorhanden, aber der Rum wirkt nicht übersäuert und scharf am Gaumen. Am Ende schmeckt der Rum sogar leicht salzig am Gaumen. In einer höherer Trinkstärke müsste dies ein sehr guter Blend sein.

Abgang: Zuerst kräftige Eichenaromen, die aber sofort vom Zuckerrohr bedrängt und fast beiseite gewischt werden, bis auch diese wieder verblassen. Am Ende hat man einen einen Mix aus Eiche, exotischen Früchten, Karamell und einen dezenten Hauch von Zuckerrohr im Mundraum. Nach dem zweiten Schluck Rauch, altes Holz, Anis und exotische Früchte. Dann kommt frisches Zuckerrohr, vermischt mit Honig und unraffiniertem Vollrohrzucker. Langsam verblassen diese Eindrücke und der Gaumen wirkt leicht trocken. Es ist keinerlei Bitterkeit vorhanden. Nach dem dritten Schluck kommt nun die Bitterkeit des Fasses zum Vorschein. Sie ist aber alles andere als dominant, sondern wird begleitet von Eiche, Honig, Karamell, Rauch und natürlich Zuckerrohr. Der Mundraum wird wunderschön ausgetrocknet. Ein wahrhaft authentischer Rum aus der Karibik.


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Rhum Agricole Depaz X.O

Verkostung :

Preis: Der übliche Preis fängt ab ca. 70€ an. Nur sehr wenige Quellen bieten ihn für weniger an.

Alter: Im X.O. werden Rhums mit einem Alter von 8 bis zu 10 Jahren verwendet.

Alkoholstärke: 45%vol.

Destillationsverfahren: Kontinuierlich.

Farbe: Dunkler Bernstein.

Viskosität: Der Rum ist ölig und fließt sehr träge am Glas hinab. Auch hier bildet sich ein schmieriger Film.

Nase: Nach über einer Stunde entströmt ein starker Geruch von Eiche, Tabak, Gewürzen und Rohrzucker dem Glas, sobald ich den Glasdeckel abnehme. Dieser Eindruck entschärft sich nach einigen Sekunden etwas. Weiter weg vom Glas erkenne ich Rohrzucker, altes Holz, Karamell und Leder. Tief im Glas rieche ich schwaches Zuckerrohr, welches von den Fassaromen regelrecht überlagert wird. Ein sehr dezenter und blumiger Geruch mit einer sehr schwachen Süße entschwebt nun dem Glas. Die Nase ist nun etwas verhaltener. Die geballte Konzentration an Aromen, die ich zuerst roch als ich den Deckel öffnete, ist verschwunden. Benetzt man das Glas frisch mit Rum, dann riecht man zuerst eine leichte Klebstoffnote, welche von Tabak, altem Holz, Karamell und Leder begleitet wird. Auch das Zuckerrohr ist wieder erkennbar und wird nun von ganz schwachen Aromen exotischer Früchte begleitet. Der VSOP hatte im Vergleich dazu noch eine schöne fruchtige Nase. Hier dagegen dominieren eher die Fassaromen, was einen Genißer bei einer Reife von an die 10 Jahren in den Tropen nicht wundern sollte.

Gaumen: Zu Beginn schmecke ich geballte Gewürzaromen. Dann kommt der Alkohol und brennt sanft auf der Zunge. Jetzt kommt das so delikate Zuckerrohr endlich zum Vorschein, vermischt mit Rohrzucker, Karamell und altem Holz. Nach einigen Sekunden wandelt sich das Bild hin zu einem medizinischem Profil. Rauch, Holz, Gewürze und eine Spur Teer dominieren nun den Gaumen. Nach wie vor kann man aber das Zuckerrohr schmecken. War der Rum zuerst süßlich/säuerlich, so ist er nun leicht pfeffrig/säuerlich und wirkt am Ende nur noch schwach säuerlich, als die Verdünnung im Mund immer weiter voranschreitet. Beim zweiten Schluck sind die Fassaromen nun noch stärker vorhanden. Wieder Holz, Gewürze und Zuckerrohr, begleitet von interessanten Klebstoffaromen und einer leichte Süße, welche aber von einer leichten Säure gut ausgeglichen wird. Wieder wandelt sich das Profil hin zu einem medizinischen und fasslastigeren Profil hin, wobei Früchte wieder an Zuwachs gewinnen und sich erneut angenehm bemerkbar machen. Der Rum brennt sehr sanft. Zu Beginn des dritten Schluck Klebstoffaromen, Honig und feuchter Melassezucker. Jetzt kann man auch Teer und Jod schmecken. Wieder erscheinen nach kurzer Zeit exotische Früchte und eine leichte Säure, die zu keiner Zeit negativ auffällt. Nun verblassen die Früchte und die Eichenaromen gewinnen immer mehr an Kraft. Ein ganz ausgesprochen leckerer Agricole.

 Abgang: Zuerst schmeckt man Gewürzaromen satt. Dann delikates Zuckerrohr, exotische Früchte und Holzaromen vom Fass. Es huscht kurz eine leichte Süße über den Gaumen die aber sehr schnell wieder verschwindet. Der Abgang ist nun minimal medizinisch. Ein Mix aus Eiche, Gewürzen und Früchten verweilt lange am Gaumen. Nach dem zweiten Schluck Zuckerrohr, Rohrzucker, Honig und Gewürze. Die Eichenaromen sind nun etwas eher in den Hintergrund gedrängt worden. Das Zuckerrohr gewinnt nun deutlich an Kraft und verweilt lange am Gaumen. Diese grasigen Aromen muss man lieben. Auch hier wird der Mundraum langsam auf eine ganz angenehme Art und Weise ausgetrocknet, was zu einem weiteren Schluck des Rhums geradezu verleitet. Beim letzten Schluck Rauch, kandierte Früchte, Honig, Karamell und Leder. Dann grasiges Zuckerrohr und ganz angenehme Eichenaromen. Erst jetzt kann man eine leichter Bitterkeit erahnen, die den Gaumen sehr schwach umschmeichelt, aber zu keiner Zeit aufdringlich oder abstoßend wirkt. Der Mundeaum ist nun angenehm trocken und ein Mix aus Früchten, Fassaromen, Rohrzucker und Eiche verweilt lange am Gaumen.


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Fazit: Der Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation enttäuschte mich leider in der Nase, was er aber am Gaumen teilweise wieder gut machte. Dennoch schafft es der Vieux Plantation nicht ganz mich zu überzeugen und so landet er nur im unteren Mittelfeld. Am Gaumen erinnerte er mich sehr deutlich an eine andere Abfüllung aus Martinique, welche allerdings mit 54,2%vol abgefüllt wurde und von einer anderen Brennerei stammt. Diese andere Abfüllung beweist in meinen Augen auch, dass dieser Stil mehr Volumenprozente benötigt, wenn die Reife fehlt, um in die obere Liga aufzusteigen. Warum er in der Nase so schwach war, kann ich nur mutmaßen. Das junge Alter möchte ich allerdings hierfür nicht verantwortlich machen, denn auch der Konkurrent ist ein junger Rhum. Für diesen geringen Preis habe ich aber auch kein besseres Abschneiden des Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation erwartet.

Der Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP ist zwar kein Überflieger, aber er verweist sein jüngeres Pendant, den Depaz Vieux Plantation, in seine Schranken und zeigt, was für ein Potenzial in den Rhums der Marke Depaz steckt. Erst der Depaz X.O und eine Abfüllung in Fassstärke dieser Marke konnten diesen Ersteindruck noch toppen. Für ca. 49€ bekommt man eine sehr solide Qualität geliefert. Allerdings benötigt hier die Nase ihre Zeit. Die Abfüllung enttäuscht allerdings nicht wie es sein jüngeres Pendant. Der VSOP macht den Depaz Vieux Plantation in meinen Augen mehr als überflüssig. Beide sind aber am Gaumen nicht mehr identisch. Während der Depaz Vieux Plantation noch jugendliche Frische versprüht, besitzt der VSOP bereits eine aussagekräftige Reife am Gaumen. In der Nase kann er nach lange Standzeit ebenfalls überzeugen, was dem Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation dagegen nicht gelang.

Der Rhum Agricole Depaz X.O ist das Beste was die Marke zu bieten hat. Einzig der Preis von 70€ mag auf den einen oder anderen Genießer etwas überzogen wirken, ist hier aber vollauf gerechtfertigt. Bei wem Geld keine Rolle spielt, der sollte gleich zum X.O. greifen und die beiden anderen Abfüllungen ignorieren, es sei denn, er möchte die noch jugendliche frische von Depaz erleben. In diesem Fall sollte er zumindest den VSOP einmal probiert haben. In diesem zugegebenermaßen etwas unfairen Vergleich ist der XO der eindeutige Sieger. Die Punktebewertung mag Bescheiden sein. Aber diese Abfüllung ist wieder mal ein Beispiel dafür, dass eine Bewertung niemals ohne mein Fazit oder ohne das Review gelesen zu haben, zur Rate gezogen werden sollte. Mich hat der XO schwer überrascht. Als ich dieses Jahr in Berlin beim GRF den Depaz-Stand einen Besuch abstattete, fragte ich, ob sie eine Abfüllung in Fassstärke hätten. Das es diese gibt wusste ich bereits, hatte aber noch keine gekauft. Leider hatte man nichts dabei sondern nur die Standard-Range. Nach einen kurzen abschätzenden Blick schenkte mir Benoît Bail-Danel den XO ins Glas, den ich da noch nicht kannte. Was soll ich sagen? Ich war sehr angenehm überrascht. Allen Liebhaber des landwirtschaftlich hergestellten Rhums kann ich diese Abfüllung eigentlich nur ans Herz legen. Das war es dann auch schon wieder für heute. Ich wünsche euch allen noch einen schönen Sonntag!


Marco Freyer

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Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation

(82/100)

Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP

(85/100)

Rhum Agricole Depaz X.O

(88/100)


Hello folks!

It's been a little while again. After visiting a the German Rum Fest in Berlin and another very pleasant meeting in Karlsruhe, I wanted to give my body some rest first, ie no alcohol consumption. Hence this somewhat longer delay, for which I would like to apologize at this point. Since I'm still busy with the update, I decided to put three rhums into one review. Today it's all about Rhum Depaz. In detail: The Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation, Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP and the Rhum Agricole Depaz X.O.!


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The Bottling: The Martinique colony was founded in 1635 by Pierre Belain d'Esnambuc († 1637). He became the first governor Général des Antilles Françaises. With him, his nephew Jacques Dyel du Parquet (1606-1658) reached the island, who became governor after the death of his uncle. The La Montagne estate goes back to him. A strip of land 6000 yards long at the foot of Mont Pelée. The establishment of the local sugar industry goes back to him. After Parquet's death, the property became the property of four men. One of these men was Jacques Giraud. In 1679 it finally became the property of Charles d´Angennes, Marquis de Maintenon, when he married Catherine Giraud. The property finally changed hands several times in the 18th century. The Sieurs de Pougibeau and Valmenières sold their half of the property to a certain Louis Perès (Pairès?) in 1786. His daughter Eugénie Victoire Perès married Joseph Pécoul, her father's business partner, in 1793. It was Joseph Pécoul who bought up all the shares in the "La Montagne" estate and thus took it entirely into his possession. It was to remain in his family until 1917. They also managed the Habitation Pécoul sugar cane property in Basse-Pointe. The Pécoul estate finally passed into the possession of Auguste Louis in 1895, while La Montagne remained with the Pécouls. In the course of the sugar crisis of 1883-85, in which the French and Germans fought each other to subsidize their beet sugar industry, sugar production was given up on both habitations and they switched to the manufacture of Rhum Agricole, because they were unable to compete with the own competition of the large Usines on Martinique and the French beet sugar industry in the Motherland. What followed was a brief period of prosperity, spurred on by two crises in the wine industry, which ended with the eruption of Mont Pelée in 1902. Many family members were killed in the outbreak.

Victor Depaz (1886-1960) was also a survivor of the 1902 outbreak. At the time of the volcanic eruption he was in Bordeaux to study. By the age of 16 he was practically alone and his family's property was completely destroyed. In 1905 Victor Depaz wanted to emigrate to Canada and in the meantime stopped in Trinidad. There he embarked for Martinique without further ado. Contrary to the original plan, Victor stayed in Martinique and finally bought the 521 hectare La Montagne estate from the Pécoul heirs in 1917. It was he who planted sugar cane on the property again and four years later received the first award for his Rhum Depaz. His sons should follow in his footsteps. First Henri Depaz took over the work of his late father until 1984 when his twin brother André took control of the plantation and the distillery. In 1989 the distillery and 5 hectares were sold and acquired by the Bardinet S.A.. The property itself remained in the possession of the Depaz family. The company Bardinet S.A. himself joined the group La Martiniquaise in 1993. The Bardinet portfolio also includes the brands Old Nick, Negrita, Dillon and Bally. Now that we have already discussed the essentials lets immediately move on to the triple tasting.


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Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation

Tasting :

Price: I paid about 37 €.

Age: Rhums that are at least 3 years old were used in this blend.

ABV: 45%abv.

Process of distillation: Continuous.

Colour: Light amber.

Viscosity: The liquid flows relatively quickly down the glass and forms a large number of pearls that wet the entire wall.

Nose: A faint touch of sugar cane floats from the glass, accompanied by very subtle exotic fruits. These impressions are combined with subtle oak aromas and spices. The rum was allowed to breathe for over an hour, but it still doesn't really get going. The alcohol smell is very faint after this long time. If you wet the glass freshly with rhum, then all the aforementioned impressions are reinforced. The alcohol is now also more clearly present and tickles the nose. A slight medical appeal can now even be recognized. All in all, you unfortunately notice the still young age of the rhums used for this blend, which is a shame. But for this price I didn't expect a real miracle either. Perhaps the bottling can score points on the palate?

Palate: First, sugar cane aromas, closely followed by exotic fruits, flood the entire mouth. Afterwards, spices emerge slightly, but they are first displaced by the increasingly stronger aromas of sugar cane. Only after a few minutes do these grassy nuances subside, and the spices, combined with subtle oak, now appear more clearly. The alcohol hardly burns at all. Finally, the sugar cane fades more and more and there is a hint of spices, very weak fruits and oak aromas with slight traces of bitterness on the palate. With the second sip, the sugar cane aromas are even more evident on the palate. Very weak cedar wood and exotic fruits such as mangoes and papayas accompany the first impression. Now the rum tastes slightly burning and is a bit sour. The fruits and sugar cane linger on the palate for a very long time. With the third sip, again concentrated sugar cane, medicinal nuances, cedarwood and again exotic fruits, but this time much more present. The rum now tastes slightly sour and peppery. This bottling only opens after the third sip.

Finish: After the first sip, only very weak spicy aromas. These fade more and more until only anise and oak can be seen. With the second sip, exotic fruits, sugar cane and old wood. Medical nuances are mixed in with this. The finish now looks slightly dry. In the end, sugar cane lingered in the mouth. Sugar cane, medicine, a trace of smoke, cedar wood, anise and manos and papayas. Now the finish is very powerful and the rhum shows what it can do. In order for this bottling to shine, you shouldn't take long breaks between sips.


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Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP

Tasting :

Price: Here I paid 49 €.

Age: 7 year old rhums are used according to the official information on the back label.

ABV: 45%abv.

Process of distillation: Continuous.

Colour: Light amber.

Viscosity: Compared to the Depaz Vieux Plantation, there are fewer pearls and a greasy film is formed.

Nose: This bottling also was allowed to breathe for over an hour. Further away from the edge of the glass, I recognize exotic fruits, mixed with oak aromas and a hint of vanilla. Now I can smell the typical sugar cane aromas deep within the glass, but these are rather restrained and yet weak. A wonderful combination of light acidity and subtle sweetness, cedar wood, exotic fruits and spices. After a few seconds the acidity disappears and only the very weak sweetness remains. The additional maturation has given these rhums significantly more aromas. Mangos, papayas, honey and also a minimal trace of medicinal hints can be recognized. The alcohol is only weakly present. If you wet the glass freshly with rhum, you first smell very little. Slowly the fruits and the cedar wood appear more and more. Now the grassy sugar cane aromas come to the fore, but they are still very subtle. All in all, the VSOP needs its time to shine. Only then will you be rewarded with a beautiful nose. The impatient, on the other hand, is confronted with a nose similar to the Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation, which is not very expressive at the beginning.

Palate: First, a slight sweetness floods the mouth before the alcohol starts to burn slightly. Then you can taste very dominant sugar cane, mixed with old wood, spices and a hint of exotic fruits. After a while, the fruits will fade and the sugarcane flavors and spices will become stronger. Light medicinal aromas, mixed with leather and caramel, now also caress the palate and beguile the senses. In the end you have a mixture of spices, old wood and grassy cane sugar in your mouth. With the second sip, the spices and oak aromas are now significantly stronger than before and are no longer controlled by the sugar cane. Caramel, leather and a slight acidity now accompany the aforementioned impressions. The rum tastes slightly sweet at first, but then immediately becomes a bit sour. Here, too, the alcohol burns a little stronger with the second sip and the rhum tastes a bit peppery. With the third sip, smoke, strong oak, spicy aromas and medicinal taste components. The spices now gain significantly in strength. The sweetness is no longer there, but the rum does not appear over-acidic and spicy on the palate. In the end, the rum even tastes slightly salty on the palate. In a higher drinking strength, this would have to be a very good blend.

Finish: First strong oak aromas, which are immediately pressed by the sugar cane and almost wiped aside until they also fade again. At the end you have a mix of oak, exotic fruits, caramel and a subtle hint of sugar cane in your mouth. After the second sip, smoke, old wood, aniseed and exotic fruits. Then comes fresh sugar cane mixed with honey and unrefined whole cane sugar. These impressions slowly fade and the palate appears slightly dry. There is no bitterness whatsoever. After the third sip, the bitterness of the barrel comes to the fore. But it is anything but dominant, but is accompanied by oak, honey, caramel, smoke and of course sugar cane. The mouth is beautifully dried out. A truly authentic rum from the Caribbean.


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Rhum Agricole Depaz X.O

Tasting :

Price: The usual price starts around € 70. If you are lucky.

Age: In the X.O. Rhums are blended between the ages of 8 and 10 years.

ABV: 45%abv.

Process of distillation: Continuous.

Colour: Dark amber.

Viscosity: The rum is oily and flows very slowly down the glass. Here, too, a greasy film forms.

Nose: After over an hour, a strong smell of oak, tobacco, spices and cane sugar emanates from the glass as soon as I remove the glass lid. This impression diminishes somewhat after a few seconds. Further away from the glass I recognize cane sugar, old wood, caramel and leather. I smell faint sugar cane deep in the glass, which is literally overlaid by the barrel aromas. A very subtle and flowery smell with a very weak sweetness now floats away from the glass. The nose is now a little more restrained. The concentration of aromas that I first smelled when I opened the lid has disappeared. If you wet the glass freshly with rum, you first smell a slight note of glue, which is accompanied by tobacco, old wood, caramel and leather. The sugar cane is also recognizable again and is now accompanied by very weak aromas of exotic fruits. The VSOP had a nice fruity nose by comparison. Here, on the other hand, the barrel aromas dominate, which should not surprise a connoisseur with a maturity of around 10 years in the tropics.

Palate: At the beginning I taste concentrated aromas of spices. Then the alcohol rushes in and burns gently on the tongue. Now delicate sugar cane flavors are finally emerging, mixed with cane sugar, caramel and old wood. After a few seconds, the image changes into a medical profile. Smoke, wood, spices and a hint of tar now dominate the palate. But you can still taste the sugar cane. If the rum was initially sweet / sour, it is now slightly peppery / sour and at the end only appears slightly sour as the thinning in the mouth progresses further and further. With the second sip, the barrel aromas are now even stronger. Again wood, spices and sugar cane, accompanied by interesting adhesive aromas and a slight sweetness, which is well balanced by a slight acidity. Again, the profile changes to a medicinal and barrel-heavy profile, with fruits growing again and making themselves pleasantly noticeable again. The rum burns very gently. At the beginning of the third sip, glue flavors, honey, and moist molasses sugar. Now you can taste tar and iodine too. After a short time, exotic fruits and a slight acidity appear again, which are not noticeable negatively at any time. Now the fruits fade and the oak aromas gain more and more strength. A very delicious Agricole.

Finish: First of all, you can taste the full aromas of spices. Then delicate sugar cane, exotic fruits and wood aromas from the barrel. A slight sweetness briefly flits over the palate but disappears again very quickly. The finish is now minimally medical. A mix of oak, spices and fruits lingers on the palate for a long time. After the second sip, sugar cane, cane sugar, honey and spices. The oak aromas have now been pushed into the background. The sugar cane is now gaining strength and lingers on the palate for a long time. You have to love these grassy flavors. Here, too, the oral cavity is slowly dried out in a very pleasant way, which almost tempts you to take another sip of the rhum. After the last sip smoke, candied fruit, honey, caramel and leather. Then grassy sugar cane and very pleasant oak aromas. Only now can one suspect a slight bitterness that flatters the palate very weakly, but at no time appears intrusive or repulsive. The mouth is now pleasantly dry and a mix of fruit, barrel aromas, cane sugar and oak lingers on the palate for a long time.


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Conclusion: The Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation unfortunately disappointed me on the nose, which it partly made up for on the palate. Nevertheless, the Vieux Plantation doesn't quite manage to convince me and so it only ends up in the lower midfield. On the palate, it reminded me very clearly of another bottling from Martinique, which, however, was bottled with 54.2% vol and comes from another distillery. In my opinion, this other bottling also proves that this style needs more volume percent when the maturity is lacking in order to move up to the upper league. I can only speculate why he was so weak in the nose. I don't want to blame the young age for this, because the competitor is also a young Rhum. For this low price, I didn't expect the Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation to do better.

The Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP is not a high-flyer, but it puts its younger counterpart, the Depaz Vieux Plantation, in its place and shows the potential in the Rhums of the Depaz brand. Only the Depaz X.O and a bottling in cask strength of this brand were able to top this first impression. For about 49 € you get a very solid quality. However, the nose needs its time. The bottling does not disappoint, however, like its younger counterpart. The VSOP makes the Depaz Vieux Plantation more than superfluous in my opinion. But both are no longer identical on the palate. While the Depaz Vieux Plantation still exudes youthful freshness, the VSOP already has a meaningful maturity on the palate. In the nose it can also convince after a long standing time, which the Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation, on the other hand, did not accomplish.

The Rhum Agricole Depaz X.O is the best the brand has to offer. Only the price of 70 € may seem a bit excessive to one or the other connoisseur, but is fully justified here. For those who don't care about money, they should go straight to the X.O. and ignore the other two bottlings, unless they want to experience the still youthful freshness of Depaz. In this case, he should at least have tried the VSOP once. In this admittedly somewhat unfair comparison, the XO is the clear winner. The scoring may be modest. But this bottling is once again an example that a review should never be consulted without my conclusion or without having read the review. The XO really surprised me. When I paid a visit to the Depaz stand at the GRF in Berlin this year, I asked if they had a cask strength bottling. I already knew that they existed, but hadn't bought any. Unfortunately, they didn't have anything with them, just the standard range. After a brief appraising look, Benoît Bail-Danel poured the XO into my glass, which I didn't know then. What can I say? I was very pleasantly surprised. I can only recommend this bottling to all lovers of rhum agricole. That was it for today. I wish you all a pleasant sunday!


Marco Freyer

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Rhum Agricole Depaz Vieux Plantation

(82/100)

Rhum Agricole Depaz Trés Vieux Agricole VSOP

(85/100)

Rhum Agricole Depaz X.O

(88/100)


Sonntag, 15. August 2021

Rhum Agricole HSE Très Vieux Agricole VSOP

 (the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute!

Das letzte Review ist leider schon wieder eine kleine Weile her. Länger als von mir beabsichtigt. An dieser Stelle möchte ich mich hierfür entschuldigen. Die heutige Abfüllung ist, wieder einmal mit voller Absicht, nichts Besonderes. Es ist der Rhum Agricole HSE Très Vieux Agricole VSOP!

Zur Abfüllung:

Die Habitation Saint-Etienne wurde auf dem Gebiet der ehemaligen Zuckerfabrik "La Maugée" errichtet, die Anfang des 19. Jahrhunderts erwähnt wird. Sie umfasste damals 440 Hektar, verteilt auf die Gemeinden Gros Morne und Saint-Joseph. Als ein gewisser Heobald Monguy das Anwesen im Jahre 1863 erwarb, wurden die Ländereien aufgeteilt. Die von ihm gegründete Plantage hieß „Saint-Etienne“ und umfasste nur noch 178 Hektar des ursprünglichen Landbesitzes der alten Zuckerfabrik "La Maugée". Monguy verkaufte die Habitation Saint-Etienne bereits wieder im Jahre 1882 an Amédée Aubéry. Zu diesem Zeitpunkt war die Zuckerkrise in Europa im vollem Gang und sollte sich 1884-85 noch ein weiteres mal verschärfen. Amédée Aubéry beschloss, vermutlich spätestens in letztgenannten Zeitbereich, die Zuckerproduktion aufzugeben und das Zuckerrohr der Habitation stattdessen für die Herstellung von landwirtschaftlichem Rhum, Rhum Agricole, zu verwenden. Das Anwesen wurde unter ihm um 75 Hektar erweitert und auch eine kleine Bahnstrecke für den Transport des geernteten Zuckerrohrs wurde erbaut. Aber nicht nur die Erntemethoden wurden verbessert. So war es Amédée Aubéry, welcher das Gebäude der alten Zuckerfabrik restaurierte und mit kunstvollen Bögen erweiterte. Als Amédée Aubéry 1909 starb befand sich in seinem Vermächtnis nicht nur die Habitation Saint-Etienne, sondern ebenso die Habitation Lassalle in Sainte-Marie, die Fabrik Trois Rivières und die Ländereien von Céron in Sainte-Luce. Die Habitation samt Brennerei gelangte schließlich in den Besitz von André Simonnet. Nach dem Tod seiner Frau Blanche Simonnet (geb. Aubéry) im Jahre 1942 überlässt André die Leitung der Brennerei mehr und mehr seinem Sohn Henry Simonnet. Anfang der 1950iger übernimmt er die volle Kontrolle von Saint Etienne. Im gehörten ebenso die Ländereien der Brennerei Long Pré. Im Jahr 1955 verkauft Henry diese Ländereien und transferiert die dortige Kolonne nach Saint-Etienne. Sein Sohn Jean begann ihn allmählich zu unterstützen, so wie er es unter seinen Vater André tat. Es wurde kräftig in die Ausrüstung der Brennerei investiert und eine neue Kupferkolonne samt Mühle angeschafft. Die beiden Zyklone David (1979) und Allen (1980) richtetet großen Schaden an der Plantage an, aber der Betrieb wurde wieder aufgenommen. Im Jahre 1984 trat Jean Simmonet die Simonnet SA (Société Anonyme) an André Dormoy ab, welcher bereits Besitzer von Rhum La Favorite war. Die Dormoy-Gruppe gelangte 1992 in Schwierigkeiten und das Anwesen wurde vernachlässigt. Schließlich kauften Yves und José Hayot im Jahre 1994 das Anwesen samt Brennerei und gliederten die Marke HSE in die Group Bernard Hayot (GBH) ein. Die Kupferkolonne wanderte zur Distillerie Simon, wo sie noch heute benutzt wird.

Nennenswerte „Standard-Abfüllungen“ dieser Marke sind der Rhum Agricole HSE Rhum Vieux VO 42%vol, der Rhum Agricole HSE Rhum Très Vieux VSOP (die heutige Abfüllung) 45%vol und der Rhum Agricole HSE Rhum Extra Vieux XO 43%vol. Des weiteren gibt es noch einige Raritäten (Jahrgänge und Single Casks) und diverse Fass-Abrundungen (Whisky, Wein und Sherry Finish). Bevor ich mir teure Einzelfassabfüllungen zulege, wollte ich eine der gewöhnlichen Impression von HSE erleben. Meine Wahl viel auf den Très Vieux VSOP. Ein Wunder erwarte ich hier allerdings nicht. Das sollte schon der Preis andeuten. Auf der offiziellen Seite ist von einer „sehr langen Reifung in amerikanischen Weißeichenfässern“ die Rede. Eine Quelle erwähnt 3 bis 6 Jahre alte Rhums, die in diesem VSOP vermählt werden. Dies würde zum geforderten Preis auch passen. Ich denke wir haben nun alle wesentlichen Eckpunkte erwähnt und können zur Verkostung übergehen!

 

Quelle:

  • The official Homepage, rhum-hse.com [Accessed on 14.08.2021].


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Verkostung :

Preis: Ich habe rund 44€ für meine Flasche bezahlt.

Alter: Lt. einer Quelle sind die verwendeten Rhums 3 bis 6 Jahre alt.

Alkoholstärke: 45%vol..

Destillationsverfahren: Es wird eine „kreolische“ Kupferkolonne in der Distillerie du Simon verwendet.

Farbe: Bernstein.

Viskosität: Zuerst sieht man einen schmierigen Film. Dann bilden sich Tropfen und lange Schlieren.

Nase: Der Rhum durfte über eine Stunde atmen. Feuchter Roh-Rohrzucker, leichte Zuckerrohraromen, Karamell, dezente Eiche und schwache Gewürze entströmen dem Glas. Etwas näher am Glas rieche ich exotische Früchte wie Bananen und Mangos. Tief im Glas dominieren Eiche, Leder, Karamell, Rohrzucker, wieder Gewürze und dezentes Zuckerrohr. Im Hintergrund, fast verschleiert, schlummern feine Tabakaromen, Anis und ein Hauch von Ananas. Die Nase ist sehr sanft und der Alkohol nicht wirklich präsent. Benetzt man das Glas frisch mit Rhum, dann sticht zuerst minimal der Alkohol in der Nase. Anschließend bemerkt man eine angenehme Süße, welche von exotischen Früchten in Form von Papayas, Mangos und Ananas begleitet wird. Diese Süße wandelt sich rasch in eine leichte Säuerlichkeit um. Zeitgleich werden die Früchte schwächer. Gewürze und Eichenaromen beginnen das Geruchsprofil zu beherrschen. Karamell und Leder machen sich nun ebenfalls bemerkbar. Dieser Rhum braucht leider einige Zeit im Glas um wirklich aufzudrehen und sein volles Potenzial zu zeigen. Das Geruchsprofil ist sehr leicht.

Gaumen: Zuerst flutet der Rhum den gesamten Mundraum und brennt nur sehr schwach am Gaumen. Dann folgen Eiche, Gewürze und Karamell. Dann wandelt sich das Profil hin zu Anis, Leder und einen gewissen pflanzlichen Geschmack, den ich so nicht wirklich einordnen kann. Beim zweiten Schluck brennt der Rhum nun etwas stärker, ist aber immer noch ein Gaumenschmeichler. Dieses Mal huschen sehr kurz Klebstoffaromen über die Zunge, bevor sie von sehr dominanten Eichenaromen und Gewürzen verdrängt werden. Beide Aromen sind sehr dominant. Nach einiger Zeit erkennt man Anis, Kräuter, Rauch und verkohltes Holz. Das Profil wird wieder pflanzlich, je mehr der Rhum im Mundraum verdünnt wird. Nach dem dritten Schluck ist die Klebstoffnote etwas präsenter, wird aber wieder von Eiche und Gewürzen rasch verdrängt. Der Rum schmeckt nun leicht bitter und leicht säuerlich. Die Süße in der Nase ist am Gaumen praktisch nicht vorhanden. Nach einiger Zeit altes Holz, Rauch, Kräuter und massive Gewürze. Kaffee? Jetzt kann man die sonst typischen Zuckerrohraromen für Martinique auch etwas deutlich schmecken. Zuvor sind sie sehr stark in den Hintergrund verdrängt worden.

Abgang: Nach dem ersten Schluck schmeckt man feine Eiche, etwas Anis und andere Gewürze. Am Ende verweilt ein Hauch von Butter und Kräutern am Gaumen. Nach dem Zweiten Schluck Gewürze satt, begleitet von einer leichten Säure. Kurz erkennt man exotische Früchte, bevor diese von Eichenaromen, Leder und Kräutern ausgelöscht werden. Nach dem dritten Schluck kurz Klebstoffaromen, bevor die Gewürze diese komplett verdrängen. Dann folgen Eiche und eine Spur Tabak. Am Ende verweilt ein Hauch von Zuckerrohr im Mund. Die Tannine aus dem Fass machen sich deutlich bemerkbar. Der Rhum trocknet den Mundraum wunderschön aus.


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Fazit: Ein solider Rhum Agricole. Für das Geld kann man nicht meckern. Man bekommt einen guten Gaumenschmeichler, der nicht mehr über die übliche Schärfe junger Rhums verfügt. Die tropische Reifung wirkte sich enorm auf den Inhalt der verwendeten Rhums aus. Leider fehlen mir aber auch bei dieser Abfüllung, wie schon beim Rhum Agricole J.M. X.O., einige Herausstellungsmerkamle, die ihn zu etwas Besonderem machen. Verstehen sie mich nicht falsch. Die Qualität ist gut. Aber die Nase könnte etwas ausdrucksstarker und der Gaumen noch kraftvoller sein. Es entsteht kein „Wow“-Effekt. Dennoch fühlt man sich sofort in die Karibik versetzt. Wer trockene Zuckerrohrspirituosen mag, der wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Auch Kaffee-Liebhaber, welche auf Zucker und Milch verzichten, dürften dieser Abfüllung einiges abgewinnen. Der Fasseinfluss hat seine Spuren hinterlassen. Die sonst so typischen krassen grasigen Zuckerrohraromen, die ich mit Martinique in Verbindung bringe, schmeckte ich erst spürbar ab dem dritten Schluck. Davor sind werden diese eher in den Hintergrund gedrückt. Lässt man den übliche Schluck Wasser zwischendurch weg, dann verstärkt sich deren Intensität. Was mir am Gaumen sehr gut Gefallen hat, war die Klebstoffnote, die ich nach dem zweiten, bzw. manchmal auch erst nach dem dritten Schluck, erkannt habe. Für dieses Review habe ich mir mehr als ein Tasting gegönnt. Es fiel mir wirklich schwer die Abfüllung fair zu bewerten. Ich gestehe das ich verwöhnt bin. Andererseits habe ich für diesen Preis, wie ich oben bereits geschrieben habe, auch kein Wunder erwartet. Und man kann nicht immer hohe Wertungen vergeben, oder man macht sich unglaubwürdig. Hätte weniger Fasseinfluss und weniger Wasser im Rhum die Wertung positiv beeinflussen können? Vielleicht. Meine Vorliebe für eine mäßige bis hohe Fassstärke sollte bekannt sein. Man darf aber nicht vergessen, dass es sich hier um einen Blend handelt. Er soll eine annähernd gleichbleibende Qualität liefern. Herausragende Merkmale, welche man vergleichsweise eher in Einzelfassabfüllungen findet, sucht man hier vergeblich. Schlechte Fässer werden mit guten Fässern vermischt. Aber ich hatte bisher auch einen Blend aus Martinique, der mich sofort in seinen Bann verschlagen hat. Leider ist es nicht die heutige Abfüllung. Ist es das geringe Alter? Ich denke nicht. Ich habe zwei Abfüllungen von Clément mit einem Alter von knapp über 3 Jahren. Die Reife ist dort genauso hoch wie hier, aber ich empfand sie als besser. Einer der Beiden ist geradezu sehr viel besser. Beide haben wesentlich mehr als 45%. Der Blend, der mir sehr gut gefällt, hat dagegen auch nur 45% und kann auch in diesem Zustand überzeugen. Verstehen sie mich nicht falsch: Dieser Rhum Agricole mit 45% ist nicht weichgespült, aber mir fehlt das gewisse Etwas. Ist diese Abfüllung als Einsteiger für Neulinge geeignet? Ja und nein. Die krasse Zuckerrohrnote ist hier in meinen Augen nicht sehr dominant. Wenn das ihr Störfaktor war oder sein kann, dann wäre er durchaus geeignet. Man sollte aber einen trockenen Abgang bevorzugen. Wenn es genau das ist was sie suchen und auch bevorzugen, dann könnte ihnen diese Abfüllung gefallen. Die letztendliche Entscheidung liegt aber bei jedem mündigen Käufer selbst. Es ist ein ehrlicher und authentischer Rhum Agricole aus Martinique. Er ist wahrlich keine Legende oder Material aus denen Träume bestehen (i.e. Wertungen mit 90+). Aber er ist angenehmer Zeitgenosse, der in meinen Augen nicht zu den krassesten martinikanischen Rhums gehört, in welchen die Zuckerrohraromen ihren Gaumen bombardieren. Der Einfluss ist dezent. Das war gerade zu Beginn meiner „Rum-Karriere“ ein erhebliches Problem für mich. Ich konnte diese nicht ausstehen. Das gestehe ich öffentlich ein. Mittlerweile mag ich sie. Bereuen tue ich den Kauf nicht, aber es wird wohl bei einer Flasche bleiben. Dafür sind andere Abfüllungen aus Martinique einfach viel zu lecker und noch zu gut verfügbar, als dass ich diesen Rhum so früh noch einmal kaufen müsste. Ich wünsche Euch allen eine angenehme Zeit!

 

Marco Freyer.

(85/100)


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Hello folks!

It's been a while since the last review. Longer than I intended. At this point I would like to apologize for that. Today's bottling is, once again on purpose, nothing special or fancy. It's the Rhum Agricole HSE Très Vieux Agricole VSOP!

The Bottling:

The Habitation Saint-Etienne was built on the site of the former sugar factory "La Maugée" mentioned at the beginning of the 19th century. At that time it covered 440 hectares, divided between the parishes of Gros Morne and Saint-Joseph. When a certain Heobald Monguy bought the property in 1863, the lands were divided. The plantation he founded was called "Saint-Etienne" and comprised only 178 hectares of the original land owned by the old sugar factory "La Maugée". Monguy sold the Habitation Saint-Etienne to Amédée Aubéry in 1882. At this point the sugar crisis in Europe was in full swing and was to get worse again in 1884-85. Amédée Aubéry decided, presumably in the latter period at the latest, to give up sugar production and instead use the habitation's sugar cane for the production of agricultural rhum, Rhum Agricole. The property was expanded by 75 hectares and a small railway line for the transport of the harvested sugar cane was built. But not only the harvesting methods have been improved. It was Amédée Aubéry who restored the building of the old sugar factory and extended it with artistic arches. When Amédée Aubéry died in 1909, his legacy included not only the Habitation Saint-Etienne, but also the Habitation Lassalle in Sainte-Marie, the Trois Rivières factory and the lands of Céron in Sainte-Luce. The habitation including the distillery eventually came into the possession of André Simonnet. After the death of his wife Blanche Simonnet (née Aubéry) in 1942, André increasingly left the management of the distillery to his son Henry Simonnet. In the early 1950s he took full control of Saint Etienne. He also owned the lands and premises of the distillery Long Pré. In 1955 Henry sold these lands and transferred the distilling column to Saint-Etienne. His son Jean gradually began to support him, as he did under his father André. A lot of money was invested in equipping the distillery with a new copper column and a new mill was purchased. The two cyclones David (1979) and Allen (1980) caused great damage to the plantation, but operations were resumed after a while. In 1984, Jean Simmonet ceded Simonnet SA (Société Anonyme) to André Dormoy, who was already the owner of Rhum La Favorite. The Dormoy group got into trouble in 1992 and the property was neglected. Finally, in 1994, Yves and José Hayot bought the property including the distillery and incorporated the HSE brand into the Bernard Hayot Group (GBH). The copper column was moved to the Simon Distillery, where it is still in use today. Notable “standard bottlings” of this brand are the Rhum Agricole HSE Rhum Vieux VO 42% abv, the Rhum Agricole HSE Rhum Très Vieux VSOP (today's bottling) 45%abv and the Rhum Agricole HSE Rhum Extra Vieux XO 43%abv. There are also some rarities (vintages and single casks) and various barrel finishes (whiskey, wine and sherry finish). Before I buy expensive single cask bottlings, I wanted to experience one of the usual impressions of HSE.

For thise purpose I choose the Très Vieux VSOP. I don't expect a miracle here, however. The price should already suggest that. On the official website there is talk of a "very long aging in American white oak barrels". A source mentions 3 to 6 year old rhums who are married in this VSOP. This would also match the asking price. I think we have finally mentioned all the key points and can move on to the tasting!


Source:

  • The official Homepage, rhum-hse.com [Accessed on 14.08.2021].


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Tasting :

Price: I paid around € 44 for my bottle.

Age: According to one source, the rhums used are 3 to 6 years old.

ABV: 45%abv.

Process of distillation: A “Creole” copper column in the Distillerie du Simon is used.

Colour: Amber

Viscosity: First you see a smeary film. Then drops and long streaks along the glass.

Nose: The rhum was allowed to breathe for over an hour. Moist raw cane sugar, light sugar cane aromas, caramel, subtle oak and weak spices flow from the glass. A little closer to the glass I smell exotic fruits like bananas and mangoes. Oak, leather, caramel, cane sugar, again spices and subtle sugar cane dominate deep in the glass. In the background, almost veiled, fine tobacco aromas, aniseed and a hint of pineapple. The nose is very gentle and the alcohol is not really present. If you wet the glass freshly with rhum, the alcohol stings your nose a little at first. Then you notice a pleasant sweetness, which is accompanied by exotic fruits in the form of papayas, mangoes and pineapples. This sweetness quickly turns into a slight sourness. At the same time the fruits become weaker. Spices and oak aromas begin to dominate the odor profile. Caramel and leather are now also noticeable. Unfortunately, this rhum needs some time in the glass to really turn up and show its full potential. The odor profile is very light.

Palate: First, the rhum floods the entire oral cavity and burns only very weakly on the palate. Then there is oak, spices and caramel. After that the profile changes to aniseed, leather and a certain vegetable taste that I can't really classify. With the second sip, the rhum burns a little stronger, but is still a delight for the palate. This time glue flavors flit across the tongue for a very short time before they are displaced by very dominant oak flavors and spices. Both aromas are very dominant. After a while you can see anise, herbs, smoke and charred wood. The profile becomes vegetable again the more the rhum is thinned in the oral cavity. After the third sip, the adhesive note is a bit more present, but is quickly displaced by oak and spices. The rum now tastes slightly bitter and slightly sour. The sweetness in the nose is practically non-existent on the palate. After a while, old wood, smoke, herbs and massive spices. Coffee? Now you can taste the otherwise typical sugar cane aromas for Martinique a little more clearly. Before that they were very much pushed back into the background.

Finish: After the first sip, you can taste fine oak, some anise and other spices. At the end, a hint of butter and herbs lingers on the palate. After the second sip, full of spices, accompanied by a slight acidity. You can briefly recognize exotic fruits before they are extinguished by oak aromas, leather and herbs. After the third sip, briefly glue aromas before the spices completely displace them. This is followed by oak and a trace of tobacco. At the end, a hint of sugar cane lingers in your mouth. The tannin’s from the barrel are clearly noticeable. The rhum dries out the mouth beautifully.


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Conclusion: A solid rhum agricole. You can't complain for the money. You get a good palate flatterer who no longer has the usual sharpness of young rhums. The tropical maturation had an enormous effect on the content of the rhums used. Unfortunately, even with this bottling, as with the Rhum Agricole J.M. X.O., some distinguishing features are missing, which would make this bottling something special. Do not get me wrong. The quality is good. But the nose could be a little more expressive and the palate even more powerful. There is no “wow” effect. Nevertheless, you immediately feel as if you have been transported to the Caribbean. Those who like dry sugar cane spirits will definitely get their money's worth here. Coffee lovers who do without sugar and milk should also enjoy this bottling a lot. The barrel influence has left its mark. The otherwise so typical extreme grassy sugar cane aromas that I associate with Martinique, were only noticeably after the third sip. To me at least. Before that, they tend to be pushed into the background. If you leave out the usual sip of water in between, the intensity increases. What I really liked on the palate was the adhesive note that I recognized after the second, or sometimes only after the third sip. I treated myself to more than one tasting for this review. It was really difficult for me to rate the bottling fairly. I confess that I am spoiled. On the other hand, as I have already written above, I did not expect a miracle for this price. And you can't always give high ratings, or you make yourself untrustworthy. Could less barrel influence and less water in the rhum have had a positive effect on the rating? Perhaps. My preference for moderate to high cask strength should be known. But you shouldn't forget that this is a blend. It should deliver an almost constant quality. One looks in vain for outstanding features, which are comparatively more likely to be found in single cask bottlings. Bad barrels get mixed up with good barrels. But so far I've also had a blend from Martinique that immediately cast a spell over me. Unfortunately it is not today's bottling. Is it the low age? I do not think so. I have two bottlings of Clément that are just over 3 years old. The level of maturity is just as high there as it is here, but I liked them way more, much to my surprise. One of the two is downright much better. Both have well over 45%. The blend, which I like very much, has only 45% and can also convince in this state. Don't get me wrong: This Rhum Agricole with 45% isn't softened, but I miss what we Germans like to call "that certain something". Is this bottling suitable for beginners regarding Rhum Agricoles from Martinique? Yes and no. The otherwise so blatant sugar cane aromas are not very dominant in this bottling in my opinion. If that was or can be your disruptive factor, then it would be quite suitable to your palate. I stress the word "could". But you definitely should prefer a dry finish. If this is exactly what you are looking for and what you prefer, then you might like this bottling. The ultimate decision, however, is entirely rested upon your own experiences, preferences and your own free will. It is an honest and authentic Rhum Agricole from Martinique. It is truly not a legend or material that dreams are made of (i.e. ratings 90+). But it is a pleasant contemporary who, in my opinion, is not one of the most blatant Martinican rhums in which the sugar cane aromas bombard your palate. The influence is subtle. That was a major problem for me, especially at the beginning of my “rum career”. I couldn't stand these aromas. I admit that publicly. But I like them now. I don't regret the purchase, but I won't buy another bottle that soon.. Other bottlings from Martinique are simply too tasty and still too readily available. I have no need atm. I wish you all a pleasant time!


Marco Freyer

(85/100)