Sonntag, 4. Juli 2021

Rhum J.M. Trés Vieux Rhum Agricole X.O. 45%

 (the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute!

Es ist mal wieder eine kleine Weile seit dem letzten Review vergangen. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Freilich war ich nicht wirklich untätig in jener Zeit. Ich hatte aber weder die Muße, noch das Engagement, mir Zeit für ein Review zu nehmen. Heute ist mal ein offzieller Rhum Agricole an der Reihe. Es geht um den Rhum J.M. Trés Vieux Rhum Agricole X.O. 45%!


Zur Abfüllung:

Eine offizielle Abfüllung? Und nach dazu ein Blend? Dies hatte seinen Grund. Ich wollte Martinique endlich einmal richtig kennen lernen und nicht nur von Samples leben, die ich zu 85% von einem Kenner dieser Rhums bekommen habe, nämlich Sascha Junkert. Ihm verdanke ich fast alle meine Samples. Lange habe ich sie geschmäht, vermochte ich doch wenig mit diesem Stil anzufangen. Dies änderte sich Ende letzten Jahres, als ich mich für Cachaças interessierte. Meine Neugier für Zuckerrohrspirituosen aus frischen Zuckerrohsaft war endgültig geweckt. Ich wollte Rhum Agricoles näher kennenlernen und auch Flaschen besitzen. Bevor ich mir allerdings sündhafte teure Einzelfassabfüllungen zulegen wollte, habe ich mir, wie drückte es ein Freund von mir so schön aus, „Standard“-Abfüllungen ins Haus geholt. Diesen J.M. habe ich mir zusammen mit folgenden Rhums gekauft: Rhum Depaz Très Vieux Rhum Agricole VSOP 45%vol, den Rhum Habitation St. Etienne (HSE) Très Vieux Rhum Agricole VSOP 45%vol, Rhum Clément Single Cask Canne Bleu (Cask 20030076) 41,3% und einen weiteren Rhum Clément, den ich an dieser Stelle noch nicht erwähnen möchte. Eines vorweg: Enttäuscht war ich nur von einer Abfüllung und das hatte ich aber auch erwartet. Es war der Rhum Clément Single Cask Canne Bleu (Cask 20030076) 41,3%vol. Warum? Er schmeckte verwässert. Das Grundmaterial, der Rhum Agricole selbst, ist sehr gut, aber in diesem verwässertem Zustand absolut nicht mein Fall. Leichte Rhum Agricoles vertragen in meinen Augen nicht viel Wasser, bzw. die Qualität fängt an zu leiden, wenn der Alkoholgehalt, sei es durch Zugabe von Wasser oder durch das Angelsshare, unter die 45-46%vol gedrückt wird. Das ist meine absolute Schmerzgrenze. Deswegen habe ich mir auch die VSOP und diesen XO geholt. Andere Abfüllungen dieser Brennereien sind noch niedriger und wie schon beim Rhum Clément Single Cask Canne Bleu befürchtet und auch bestätigt, würden sie mir höchstwahrscheinlich auch nicht gefallen. Diese Warnung einmal gleich vorweg.

Was gibt es zu J.M. zu sagen? Das Land wurde 1790 von Antoine Leroux-Préville gekauft, wodurch diese Habitation auch ihren Namen hat: Habitation Fonds Préville. Die Marke J.M. selbst geht auf Jean-Marie Martin (1799-1868) zurück, welcher die Habitation Sucrerie 1845 aufkaufte und dort eine Destillerie gründete. Im Zuge der Zuckerkrise der französischen Kolonien Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Zuckerproduktion aufgegeben. Stattdessen konzentrierte man sich auf die Rhum-herstellung, die zuerst nur den heimischen Markt im Auge hatte. In der „Metropole“ (sprich Paris) schätzte man zu jenem Zeitpunkt den Rhum der Einwohner (rhum de habitants) nicht wirklich. Dies änderte sich erst im 20. Jahrhundert. Im Jahr 1914 werden die Habitation Bellevue, die Habitation Fonds Préville und die Destillerie durch Gustave Crassous de Médeuil (1876-1920) vereint. Sein Sohn René Crassous de Médeuil (1976) übernahm nach dessen Tod das Geschäft. Ein Rum-Keller zur Reifung wurde 1980 erbaut. Ein Zweiter folgte 1995. Bis 2002 blieb Rhum J.M. in der Familie, wurde dann aber von der heimischen GBH Group (Bernard Hayot Group) übernommen. Es ist ein Unternehmen aus Martinique. Damit ist sichergestellt, dass keine fremden Kapitalgeber diese traditionsreiche Marke übernehmen kann. Das Anwesen, bzw die Distillerie Fond Préville, befindet sich in im nördlichen Teil der Insel Martinique (Macouba), an den Hängen des inaktiven Vulkans Mt. Pelée. In Westlicher Nachbarschaft befindet sich die Habitation Bellevue-Fond Prévilee. Destilliert wird mit zwei „kreolischen“ Kupfer-Kolonnen (deux colonnes créoles en cuivre). Das Ergebnis ist ein Rhum mit 70-73%vol. Während der Erntezeit sollen an die 8.000 Liter Rhum am Tag produziert werden. Verwendet wird, und daraus machen die Besitzer kein Geheimnis, Bäckerhefen (Saccharomyces). Natürlich wird die genaue Rasse nicht verraten. Diese „Injiziierung“ mit Hefekulturen ermöglicht eine vollständige Fermentation innerhalb von 24-36 Stunden. Im Jahre 1996 erhielt J.M. seine AOC-Zulassung (L’Appellation D’Origine Contrôlee) und gehört heute zu einer von 11 Rhum Agricoles, welche diesen Status besitzen. Diese Abfüllung durfte für mindestens für 6 Jahre in einem Bourbon Cask reifen. Abgefüllt wurde meine Flasche am 03/11/2020. All diese Informationen wurden der offiziellen Seite entnommen. Den Link findet ihr weiter unten. Ich denke damit haben wir das Wesentliche abgefrühstückt und können uns nun endlich dem Rhum selbst zuwenden.

Source: rhum-jm-la-distillerie.com

AOC: rhums-aoc.com

 

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Verkostung :

Preis: Ich habe ca. 52€ für meine Flasche bezahlt.

Alter: Der Blend beinhaltet Rum mit mindestens 6 Jahre an Fassreife in Martinique.

Alkoholstärke: Eine gerade noch akzeptable Stärke von 45%vol.

Destillationsverfahren: Kontinuierlich mittels „kreolischer“ Kupfer-Kolonnen.

Farbe: Satter Bernstein.

Viskosität: Der Rum fließt relativ zügig am Glas hinab. Dabei hinterlässt er einen Schmierfilm und lauter kleine Perlen.

Nase: Der Rhum durfte für über eine Stunde im Glas verweilen. Abgedeckt natürlich. Es entweichen Vanille, süßes Karamell, Honig und ein Hauch von frischem Zuckerrohr, vermischt mit Grasaromen. Nähert man sich dem Glasrand, dann erkennt man blumige Nuancen, sehr schwache Aromen von altem Holz, Mangos, Papayas und leicht säuerliche Ananas. Taucht man seine Nase tief ins Glas, dann wird man zuerst mit grasigem Zuckerrohraromen bombardiert. Verlieren diese an Intensität, dann umschmeicheln Eiche, Leder, ein Hauch von Tabak, Anis und ein Mix aus exotischen Früchten die Nase. Der Alkohol ist nach dieser langen Zeit nur sehr schwach vorhanden. Benetzt man das Glas frisch mit Rum, dann verspürt man zuerst ein leichtes Kitzeln in der Nase. Der Alkohol ist nun deutlich präsenter. Eine angenehme Süße, vermischt mit exotischen Früchten wie Mangos und Ananas, und eine dezente Säuerlichkeit gewinnen nach kurzer Zeit die Überhand, während der Alkohol sich abschwächt. Es folgen süßes Karamell, ein Hauch von Bananen und nun auch endlich grasiges Zuckerrohr. Diese letzten Eindrücke wurde zuvor vom Alkohol und den Früchten in den Hintergrund gedrängt. All diesen Gerüche sind mit Gewürzenaromen und einer guten Portion Eiche geschwängert. Nach ca. einer Minute, oder auch etwas mehr, herrscht eine gute Balance zwischen den Gewürzen, der Eiche, dem Zuckerrohr und den exotischen Früchten. Der Rhum zeigt sich von seiner Besten Seite. Man merkt seine noch jugendliche Frische. Allerdings fehlt mir in der Nase das gewisse etwas. Er ist äußert gefällig, verschafft mir aber auch keinen „Wow“-Effekt.

Gaumen: Zuerst flutet ein ganz leichtes Brennen den Mundraum, dicht gefolgt von grasigem Zuckerrohr, altem Holz, Karamell und exotische Früchte. Nach kurzer Zeit wird das Zuckerrohr noch präsenter und es gesellen sich blumige Aromen hinzu. Papayas, Mangos, altes verkohltes Holz und Anis umschmeicheln den Gaumen. Das Zuckerrohr wird immer schwächer. Die Gewürze und die Eichenaromen dagegen kommen immer mehr zum Vorschein. Am Ende verweilt nur noch ein Hauch von Blumen und Holz am Mund. Beim zweiten Schluck brennt der Alkohol nun etwas mehr. Zuerst schmecke ich Eiche und Gewürze. Von Früchten fehlt dieses Mal jede Spur. Nur minimal blumige Aromen kommen gegen die Gewürze durch. Auch das Zuckerrohr ist sehr verhalten und sehr schüchtern. Am dominantesten sind nun die Fassaromen. Beim dritten Schluck leichte Klebstoffnuancen und kurz grasiges Zuckerrohr. Dann kommt eine etwas „dreckigere“ Note zum Vorschein, die einen leicht an eine Mischung aus Teer und Terpentin erinnert. Sie ist aber nicht zu krass. Diese Note wandelt sich um in ein blumiges Aroma. Dann wieder dominante Gewürz- und Eichenaromen, die alle andere Eindrücke überdecken. Der Rhum wird mit jedem Schluck deutlich besser, wandelt aber sein Profil. Die Früchte werden immer schwächer und die Gewürze immer dominanter. Möchte man den besten Eindruck dieses Rhums erleben, dann sollte man in meinen Augen diesen nicht zu lange im Mund verweilen lassen. Dann wird auch der Abgang spannender und deutlich besser.

Abgang: Nach dem ersten Schluck schmeckt man zuerst nur Gewürze. Nur sehr kurz huscht ein Hauch von Zuckerrohr über den Gaumen, bevor der Rum allmählich ganz verblasst. Nach dem zweiten Schluck ein Hauch von Zuckerrohr, Blumen, Karamell und Leder. Dann rollen auch schon die Gewürze herab und wischen die anderen Eindrücke beiseite. Ein hauch von Rauch und altem Holz verweilt am Gaumen. Nach dem dritten Schluck Eiche, ein minimaler Hauch von Teer, Holzkohle, Anis, Kümmel und ein hauch Karamell. Am Ende des Abganges verweilt ein Hauch von Gewürzen, Eiche und blumige Aromen im Mundraum.


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Fazit: Er ist weder zu jung, noch wirklich richtig alt. Er ist äußert gefällig, ohne dabei aufzufallen. Leider fehlt mir hier das „Gewisse Etwas“. Verstehen sie mich bitte nicht falsch. Es ist ein guter Rhum. Einen den ich nie ablehnen würde, sollte man ihn mir anbieten. Ich bereue den Kauf auch nicht. Es wird wohl auch noch eine weitere Flasche dieses X.O. folgen. Aber es ist auch keine Abfüllung, über die man stundenlang philosophieren und nachdenken könnte, wie es bei einigen alten Demeraras der Fall ist. Allerdings soll er das auch gar nicht. Dafür hat man den Rum in meinen Augen schon zu viel Wasser hinzugefügt. So fehlt im das Potenzial, welches er in seiner originalen Stärke vielleicht gehabt haben möge. Wissen tun dies nur die Macher in Martinique. Ich könnte mir diesen Stil gar nicht mit 40%vol oder 42%vol vorstellen, da er in diesem Zustand mit 45% schon fast zu handzahm ist. Ohne Frage: Er ist gefällig ohne dabei negativ aufzufallen. Leider schafft er es dabei nicht, sich besonders positiv hervorzuheben. So verweilt er „nur“ im gehobenem Mittelfeld. Die Reife ist für das Alter ganz passabel, aber dem Rhum fehlt einfach etwas an Komplexität, um ihn auf ein höheres Niveau zu heben. Habe ich wirklich etwas anderes für diesen Preis erwartet? Natürlich nicht. Ich wollte einen Martinique Rhum, dessen Flasche man ohne Bedenken um den Preis einfach aufreißen und genießen kann. Manchmal reicht für einen guten Abend, oder als Ausklang einer etwas anstrengenden Woche, ein Rhum wie dieser. Man muss ihm nicht zu viel Zeit geben, bis er sein volles Potenzial entfaltet und man muss sich nicht großartig auf den Rhum einstellen. Bei einem alten Demerara ist dies nicht der Fall. Diese verlangen sowohl Zeit, als auch Muße und sie eignen sich wahrlich nicht für jede Gelegenheit. Das ist die große Stärke dieses X.O., aber zugleich auch seine größte Schwäche. Er ist zu gefällig und hat keine krassen Alleinstellungsmerkmale. Dies habe ich allerdings auch nicht erwartet. Und bei all den sehr guten Rums der letzten Reviews, wird es mal Zeit auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Ist diese Abfüllung für einen Einsteiger ins Thema Agricole geeignet? Dies vermag ich nicht zu sagen. Ich brauchte an die fünf bis sechs Jahre, bis ich bereit für Zuckerrohrspirituosen aus frischem Zuckerrohrsaft war. Es hängt also ganz von Ihnen ab. Das war es auch schon wieder. Ich muss wieder zurück zu meinen Studien, bezüglich des geplanten Updates. Bis demnächst!


Marco Freyer

(85/100)


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Hello folks!

It's been a little while since the last review. I would like to apologize for that. Of course, I wasn't really inactive all that time. But I had neither the leisure nor the commitment to take some time for a review. Today it's the turn of an official Rhum Agricole. It's about the Rhum J.M. Trés Vieux Rhum Agricole X.O. 45%!

The Bottling:

An official bottling? And even a mere 'blend'? There was a reason for this. I wanted to finally get to know Martinique properly and not only live on samples, 85% of which I got from a connoisseur of these rhums, namely Sascha Junkert. I owe almost all of my samples to him. I vilified her for a long time because I could not do much with this style. That changed late last year when I became interested in cachaças. My curiosity for sugar cane spirits made from fresh raw sugar juice was finally aroused. I wanted to get to know Rhum Agricoles better and also wanted to own bottles. Before buying sinfully expensive single cask bottlings I choose to acquire, as a friend of mine put it so beautifully, “standard” bottlings. Together with this J.M. I bought the following rhums: Rhum Depaz Très Vieux Rhum Agricole VSOP 45%abv, the Rhum Habitation St. Etienne (HSE) Très Vieux Rhum Agricole VSOP 45%abv, Rhum Clément Single Cask Canne Bleu (Cask 20030076) 41, 3%abv and another Rhum Clément, which I don't want to mention at this point. First of all: I was only disappointed with one bottling and I had expected that. It was the Rhum Clément Single Cask Canne Bleu (Cask 20030076) 41.3%abv. Why? It tasted watered down. The base material, the Rhum Agricole itself, is very good, but absolutely not my thing in this diluted state. In my opinion, light Rhum Agricoles do not tolerate much water, or the quality begins to suffer when the alcohol content, be it through the addition of water or through the Angelshare, is being reduced below 45-46%abv. This is my absolute pain limit. That's why I got the VSOP and this XO. Other bottlings from these distilleries are even lower and, as feared and confirmed with the Rhum Clément Single Cask Canne Bleu, I would most likely not like them either. So let me give you this warning right away.

What is there about to say touching J.M.? The land was bought by Antoine Leroux-Préville in 1790, which is what gives this habitation its name: Habitation Fonds Préville. The J.M. itself goes back to Jean-Marie Martin (1799-1868), who bought the Habitation Sucrerie in 1845 and founded a distillery there. In the course of the sugar crisis in the French colonies at the end of the 19th century, sugar production was given up. Instead, the focus was on the production of rhum, which initially only focused on the domestic market. The rhum of the inhabitants (rhum de habitants) was not really appreciated in the "Métropole" (i.e.Paris) at that time. This only changed in the 20th century. In 1914, the Habitation Bellevue, the Habitation Fonds Préville and the distillery were merged by Gustave Crassous de Médeuil (1876-1920). His son René Crassous de Médeuil († 1976) took over the business after his death. A rum cellar for aging was built in 1980. A second followed in 1995. Until 2002, Rhum J.M. remained in the family, but was then taken over by the local GBH Group (Bernard Hayot Group). It is a company from Martinique. This ensures that no outside investors can take over this traditional brand or the distillery. The property, or the distillery Fond Préville, is located in the northern part of the island of Martinique (Macouba), on the slopes of the inactive volcano Mt. Pelée. The Habitation Bellevue-Fond Prévilee is located in the western neighborhood. The rhum itself is distilled with two "Creole" copper columns (deux colonnes créoles en cuivre). The result is a rum with 70-73% vol. During the harvest season, around 8,000 liters of rhum should be produced per day. It is used, and the owners make no secret of it, a type of baker's yeast (Saccharomyces). Of course, the exact breed is not revealed. This “injection” with yeast cultures enables complete fermentation within 24-36 hours. In 1996 J.M. received its AOC approval (L’Appellation D’Origine Contrôlee) and is now one of 11 Rhum Agricoles that have this status. This bottling was allowed to mature in a Bourbon Cask for at least 6 years. My bottle was filled on 03/11/2020. All of this information was taken from the official site. You can find the link below. I think that is all to say about J.M.. Now lets turn our attention to the rhum itself!

Source: rhum-jm-la-distillerie.com

AOC: rhums-aoc.com


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Tasting :

Price: I paid around € 52 for my bottle.

Age: The blend contains rhum with at least 6 years of barrel maturation in Martinique.

ABV: A just acceptable strength of 45%abv.

Process of distillation: Continuous type with "Creole" copper columns.

Colour: Rich amber.

Viscosity: The rum flows relatively quickly down the glass. It leaves behind a greasy film and lot of small pearls.

Nose: The rhum was allowed to linger in the glass for over an hour. Covered with a lid, of course. Vanilla, sweet caramel, honey and a hint of fresh sugar cane, mixed with grass aromas, are escaping the glass by removing said lid. If your Nose approaches the edge of the glass, you can notice floral nuances, very weak aromas of old wood, mangos, papayas and slightly sour pineapple. If you dip the nose deep into the glass, you will first be bombarded with grassy sugar cane aromas. If these lose their intensity, oak, leather, a hint of tobacco, anise and a mix of exotic fruits caress the nose. The alcohol is very weak after this long time. If you wet the glass freshly with rhum, you will first feel a slight tickling in your nose, caused by the now more pronounced alcohol. A pleasant sweetness, mixed with exotic fruits such as mangos and pineapple, and a subtle sourness gain the upper hand after a short time, while the alcohol weakens. This is followed by sweet caramel, a hint of bananas and now finally grassy sugar cane. These last impressions were pushed into the background by the alcohol and the fruits. All of these smells are impregnated with aromas of spices and a good portion of oak. After about a minute, or a little more, there is a good balance between the spices, oak, sugar cane and exotic fruits. The rhum shows itself from its best side. You can tell it still young and fresh. However, I am missing that certain something in my nose. It is extremely pleasing, but it doesn't give me a “wow” effect.

Palate: At first, a very slight burning sensation floods the mouth, closely followed by grassy sugar cane, old wood, caramel and exotic fruits. After a short time, the sugar cane becomes even more present and flowery aromas are added. Papayas, mangoes, old charred wood and anise caress the palate. The sugar cane is getting weaker and weaker. The spices and oak aromas, on the other hand, come to the fore more and more. In the end, only a hint of flowers and wood lingers on the mouth. With the second sip, the alcohol burns a little more. First I taste oak and spices. This time there is no trace of fruit.Only minimal flowery aromas come through against the spices. The sugar cane is also very restrained and very shy. The barrel aromas are now the most dominant. With the third sip, slight nuances of glue and briefly grassy sugar cane. Then a slightly “dirty” flavour emerges, which reminds one slightly of a mixture of tar and turpentine. But it's not too blatant. This note turns into a flowery aroma. Then again dominant spice and oak aromas that cover all other impressions. The rhum gets significantly better with every sip, but changes its profile. The fruits become weaker and weaker and the spices more and more dominant. If you want to experience the best impression of this rhum, then in my opinion you shouldn't let it linger too long in your mouth. Then the finish will also be more exciting and significantly better.

Finish: After the first sip, you can only taste spices at first. A hint of sugar cane flits over the palate for a very short time before the rhum gradually fades completely. After the second sip, a hint of sugar cane, flowers, caramel and leather. Then the spices roll down and wipe the other impressions aside. A hint of smoke and old wood lingers on the palate. After the third sip oak, nuances of tar, charcoal, anise, caraway and weak flavours of caramel. At the end of the finish, a hint of spices, oak and floral aromas lingers in the mouth.


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Conclusion: He's neither too young nor really that 'old'. He is extremely pleasing without falling into the 'shallow' category. Unfortunately, I am missing the “certain something” here. Please don't get me wrong. It's a good rhum. One that I would never refuse should it be offered to me. I don't regret the purchase either. I will most likely buy another bottle of this X.O. But it's also not a bottling that lures you into a deep state of philosophizing about the rhum itself for hours, as is the case with some old Demeraras. However, he shouldn't do that. Its not supossed to do that. In my opinion, too much water has been added to the rhum to going exactly into this direction. So he lacks the potential that he might have had in his original strength. Only the makers in Martinique know this. I couldn't imagine this style at 40%abv or 42%abv, because in this state it is almost too tame at 45%abv. Without question: He is pleasant in taste. Unfortunately, he doesn't manage to stand out in a particularly stunning way. So the rhum “only” stays in the upper midfield. The maturity is quite acceptable for the age, but the rhum just lacks a bit of complexity to take it to a higher level. Did I really expect something else for this price? Of course not. I wanted a Martinique Rhum whose bottle you can simply tear open and enjoy without worrying about the price. Sometimes a rhum like this is enough for a good evening or to end a somewhat stressful week. You don't have to give it too much time to reach its full potential and you don't have to be "ready" for it. Mentally speaking. This is not the case with an old Demerara. These require both time, leisure and they are truly not suitable for every occasion. That is the great strength of this X.O., but also its greatest weakness. He is too pleasing and has no blatant unique selling points. However, I did not expect this either. And with all the very good rums of the last few reviews, it is time to get back to the 'bottom of the facts'. Is this bottling suitable for a beginner in the field of Rhum Agricole? I cannot say that. It took me about five to six years to be ready for sugar cane spirits made from the fresh sugar cane juice. So it is entirely up to you. That it for now. I must go back to my research for the planned Update. Until next time!


Marco Freyer

(85/100)


Sonntag, 23. Mai 2021

Rum Artesanal Fiji 2001 20 YO

(the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute!

Es ist mal wieder eine kleine Weile her seit dem letzten Review. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich habe eine Operation hinter mir und konnte weder davor, noch kurz danach, Alkohol konsumieren. Ich bitte hier also um Verständnis. Das heutige Review wird dem Rum Artesanal Fiji 2001 20 YO gewidmet!

Zur Abfüllung:

Viel gibt es hier eigentlich nicht zu schreiben. Diese Abfüllung wurde nach dem Isla del Ron Fiji (St. Pacific) 2001 19 YO veröffentlicht und bevor ich überhaupt meine Flaschen in die Hand bekam, wurde mir eine Sampleprobe der letzten drei Releases geschickt. Besten Dank an dieser Stelle noch einmal an Donimik! Es grenzte an ein Wunder, dass ich überhaupt an Flaschen dieses Rums kommen konnte. Von dieser Abfüllung gab es 281 Flaschen (0,5l) und der Rum verfügt nicht nur über mehr Monate an Reifezeit im Fass, sondern auch über einige Volumenprozente mehr, als sie der Isla del Ron aufweist. Hat ihm die vergleichsweise längere Reife gut getan? Der Alkoholgehalt lässt auf einer andere Verdunstungsrate als beim Isla del Ron schließen. Aber hierauf auf eine bessere oder schlechtere Qualität vor dem Tasting zu schließen, wäre mehr als gewagt und deswegen tue ich dies auch nicht. Wie immer versuche ich das Tasting so objektiv wie möglich zu gestalten. Meine Reserviertheit gegenüber dem Ausverkauf und Hype dieses Abfüllers hat keinerlei Einfluss auf meine Bewertung. Ebenso wenig Einfluss hat die kostenlose Sampleprobe. Zum Vergleich beim Review verwende ich natürlich den Isla del RonFiji (St. Pacific) 2001 19 YO. Aus persönlichem Interesse vergleiche ich beide Rums noch einmal mit folgenden Abfüllungen: Den The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 15 YO, den The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 18 YO, den The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 19 YO und den Blackadder Finest Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 11 YO. Alle Rums stammen aus dem Jahrgang 2001. Rums von 2003 und jünger habe ich aus diesem Tasting ausgeschlossen. Ich denke das war es auch schon. Zu dieser Abfüllung gibt es, wie oben bereits geschrieben, nicht viel mehr zu berichten. Und künstlich aufblähen möchte ich dieses Review nun wahrlich nicht. Starten wir mit dem Tasting!

Ach bevor ich es vergesse noch eine Anmerkung in eigener Sache: Das Update des Blogs wurde aufgrund neuer Funde etwas zurückgeworfen. Mein eigener Anspruch, sich an Qualität und dem Standard von Historikern messen lassen zu können, vereinfacht die Sache nicht gerade. Ich bitte um Geduld. Sie wird sich bezahlt machen. Die Revidierung des Guyana-Artikels auf einen akademischen Stand steht auch noch an. Das nur so als Info und Hinweis, dass dieses kommende Update im laufe diesen Jahres nicht Guyana gewidmet ist, auch wenn es mir in den Fingern juckt, diesen Artikel von Fehlern zu befreien, die offenbar nur mir auffallen. Aber dazu habe ich im Moment einfach keinerlei Kapazitäten frei. Jetzt aber endgültig Schluss mit dem Gefasel und auf zur Verkostung!


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Verkostung :

Preis: Rund 69,90€ für die 0,5l Pulle.

Alter: Das offizielle Alter ist 20 Jahre. Destilliert wurde der Rum im März 2001 und abgefüllt erst im April diesen Jahres.

Alkoholstärke: Wuchtige 62,8%vol. Nichts für zarte Gemüter.

Destillationsverfahren: Pot Still.

Farbe: Bernstein.

Viskosität: Der Rum fließt träge am Glas hinab und bildet lange Schlieren. Was zurück bleibt ist ein schmieriger Film. Der Rum ist also gut ölig.

Nase: Der Rum durfte über eine Stunde lang im Glas seine volle Wirkung entfalten. Leicht sticht der Alkohol in der Nase. Dann rieche ich Karamell, Nelken, Honig und schwache Zuckerrohraromen. Näher am Glasrand sind nun auch noch Eichenaromen erkennbar. Dazu kommen noch Leder, Zitrusfrüchte, Bananen und ganz schwach medizinische Nuancen. Tiefer im Glas dominieren Honig, Karamell, Leder, Tabak und Gewürze, kombiniert mit sehr schwachen Eichenaromen. Atmet man den Rum schnell ein, dann erkennt man wieder die Zitrusfrüchte und das Zuckerrohr. Benetzt man das Glas frisch mit Rum, dann sticht wieder der Alkohol, dicht gefolgt von medizinischen Gerüchen, Bienenwachs, Honig und Nelken. Lässt man den Rum sehr lange atmen, dann entfaltet sich eine minimale Süße in der Nase. Ist das Glas dagegen frisch mit Rum benetzt, dann ist diese Süße praktisch nicht vorhanden. Es gibt auch keiner leichte Säure. Esteraromen blitzen nur sehr kurz auf, wenn man das Glas schwenkt. Atmet der Rum dagegen länger im Glas, dann sind diese ebenfalls nicht vorhanden. Der Isla del Ron ist im Vergleich zu diesem Rum eine wahre Honigbombe in der Nase. Hier ist der Honig dazu eher verhalten, aber doch immer noch gut präsent.

Gaumen: Zuerst brennt sanft der Alkohol. Dann kommen geballte medizinische Aromen, dicht gefolgt von Bienenwachs, Honig, Nelken und ganz schwachen Zitrusfrüchten. Dann treten Eichenaromen in Erscheinung, in Begleitung von einer leichten Säure. Gewürze entfalten nun ihre Wirkung, darunter erkenne ich eindeutig Zimt und etwas Anis. Am Ende Klebt ein Hauch von Tabak, Rauch und Leder am Gaumen. Beim zweiten Schluck brennt der Alkohol nun etwas stärker. Zitrusfrüchte, Zuckerrohr, Honig und Karamell fluten den Mundraum. Dann bemerke ich eine ganz leichte Bitterkeit, die von einer minimalen Säure beiseite gedrängt wird und anschließend ganz verschwindet. Wieder Lagerfeuerrauch, Gewürze und Tabak. Der Rum regt den Speichelfluss enorm an, was bei dieser Stärke nicht verwundert. Beim dritten Schluck zuerst Nelken. Dann, nachdem der Alkohol nachgelassen hat, wieder Honig, mit Karamell, Leder und Anis. Diese Abfüllung hat wesentlich mehr medizinische Nuancen als der Isla del Ron sie hatte, hat dafür aber gefühlt weniger Honig. Dieser entfaltet sich jetzt nach dem dritten Schluck nach einiger Zeit erst wunderschön am Gaumen. Alle Geschmackskomponenten werden von medizinischen Nuancen begleitet. Whisky-Genießer dürften diese Abfüllung vielleicht eher mögen als den Isla del Ron. Beide haben zwar Gemeinsamkeiten, sind aber doch verschieden

Abgang: Nach dem ersten Schluck zuerst Rauch und Honig. Erst später schmeckt man Eichenaromen und Gewürze. Am Ende verweilt ein Hauch von Mangos am Gaumen. Nach dem zweiten Schluck Gewürze, wie Zimt und Anis. Dann Nelken und Mangos. Der dezente Hauch eines alten Lagerfeuers, kombiniert mit schwachen Eichenaromen, verweilt am Gaumen. Ganz am Schluss schmeckt man eine leichte Säure im Mundraum. Nach dem dritten Schluck Honig und Rauch satt. Erst nach einigen Sekunden schmeckt man Gewürze, Mangos und einen Hauch Karamell.

 

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Fazit: Ähnliches Niveau aber doch nicht wirklich identisch. Beide Abfüllungen haben sich im direkten Vergleich nichts geschenkt. Während der Isla del Ron eine Honigbombe ist, die nach dem Schlucken des Rums zündet, so ist der Rum Artesanal ein medizinischer Bursche, der zwar ebenfalls über diese Honigaromen verfügt, aber nicht die extremen Ausmaße des Isla del Ron annimmt. Dafür hat der Rum Artesanal mehr Wucht am Gaumen, was mir durchaus mehr zusagte. Dafür fand ich im direkten Vergleich die Nase beim Rum Artesanal etwas verhaltener als die des IdR. Vielleicht hätte hier Wasser etwas bewirkt, aber ich habe davon abgesehen dieses hinzuzufügen. Auch der Vergleich mit den anderen vier Rums (The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 15 YO ; The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 18 YO ; The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 19 YO ; Blackadder Finest Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 11YO) war äußert interessant. So konnte man wunderschön die verschiedenen Reifestadien dieses außergewöhnlichen Stils von Fiji betrachten. Das Niveau des Idr und des RA ist auf Augenhöhe. Wen sie bevorzugen würden? Das vermag ich nicht zu orakeln. Beide sind verschieden. Die Süße des Isla del Ron besitzt der Rum Artesanal leider nicht. Würde man mir ein Messer auf die Brust setzen und mich zu einer Wahl zwischen den Beiden Rums zwingen, dann würde ich mich für den isla del Ron entscheiden. Dessen Süße hat mir unglaublich gefallen. Und die bloße Tatsache, dass ich über mehr Flaschen des Isla del Ron verfüge, als ich an Flaschen des Rum Artesanal besitze, wird mich ohnehin dazu zwingen, den Isla del Ron öfters den Vorzug zu geben. Beide Abfüllungen beweisen glanzvoll, dass die South Pacific Distillery Fiji eine sehr hohe Qualität abliefert. Für den geforderten Preis konnte man definitiv nicht meckern. Falls man ihn den überhaupt kaufen konnte. Das einzige Manko dieser Abfüllung, und damit das große Manko dieses Abfüllers, ist der Hype. Beliebtheit hat ihren Preis. Rum Artesanal dürfte es aber sicher freuen. Die Aufmerksamkeit rund um diesen Abfüller ist in den letzten Jahren gewaltig gestiegen. Das ist in meinen Augen auch Dominik Marwede zuzurechnen, der für die Fassauswahl zuständig ist. Mittlerweile halte ich auch die Entscheidung, 0,5l Flaschen zu verwenden, für sinnvoll. Damit bleibt doch etwas mehr für alle Genießer übrig. Ich hoffe aber auch, dass uns Michael Lelle und Jens Owczarek (The Rum Cask) weiterhin mit Rums von dieser Insel beglücken werden. Bisher waren fast alle diese Abfüllungen auf guten bis sehr guten Niveau. Und etwas Konkurrenz kann im Sinne des Verbrauchers nie schaden. Das war es für heute. Vielleicht gibt es als Abwechslung im nächsten Review mal einen Rhum Agricole aus Martinique.Bleiben Sie gesund und passen Sie auf sich auf!


Marco Freyer

(94/100)


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Hello people!

It's been a little while since the last review. I would like to apologize for that. I have had an operation and have not been able to consume alcohol either before or shortly afterwards. I simply ask for your understanding of this situation. Today's review is dedicated to the rum Artesanal Fiji 2001 20 YO!

The Bottling: There isn't much to write here. This bottling was released after the Isla del Ron Fiji (St. Pacific) 2001 19 YO and I was sent a sample of the last three releases from Rum Artesanal before I even got my hands on a few bottles. Many thanks to Donimik! It was almost a miracle that I could get bottles of this rum at all. From this bottling there were 281 bottles (0.5l) and the rum not only has more months of maturation time in the barrel, but also a few %abv more than the Isla del Ron has. Was the comparatively longer maturity good for todays bottling? The alcohol content suggests a different evaporation rate than it was the case with the Isla del Ron. But to conclude that the quality is better or worse before the actual tasting would be more than daring and that's why I don't do this. As always, I try to make the tasting as objective as possible. My reservation towards the fast sale and the hype around this bottler has no influence on my rating. The free sample has just as little influence as well. For comparison and settling the score I will of course use the Isla del RonFiji (St. Pacific) 2001 19 YO.. Out of personal interest I compare both rums again with the following bottlings: The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 15 YO, The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 18 YO, The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 19 YO and the Blackadder Finest Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 11 YO. All rums are from the 2001 vintage. I have excluded rums from 2003 and younger from this tasting. I think that's about it. As already written above, there is not much more to report about this bottling. And I really don't want to artificially inflate this review. Let's start with the tasting!

Oh wait. Before I forget it just one more note on my own account: The coming update of the blog was thrown back a little due to new discoveries. My own claim to be measured by the quality and standards of historians doesn't exactly simplify matters. Please be patient. It will pay off. The revision of the Guyana article to an academic level is also pending. Just as information and advice that this upcoming update this year is not dedicated to Guyana, even if I am itching to rid this article of errors that apparently only I do notice. But at the moment I simply don't have any free capacities. But now, finally, an end to the drivel and off to the tasting!


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Tasting :

Price: Around € 69.90 for the 0.5l bottle.

Age: The official age is 20 years. The rum was distilled in March 2001 and bottled in April of this year.

ABV: Whopping 62.8% vol. Not for the faint of heart.

Process of distillation: Pot Still.

Colour: Amber

Viscosity: The rum flows slowly down the glass and forms long streaks. What remains is a greasy film. So the rum is good oily.

Nose: The rum was allowed to develop its full effect in the glass for over an hour. The alcohol stings in your nose quite easily. Then I smell caramel, cloves, honey and faint aromas of sugar cane. Oak aromas can now also be smelled closer to the edge of the glass. There are also leather, citrus fruits, bananas and very weak medicinal nuances. Honey, caramel, leather, tobacco and spices dominate deeper in the glass, combined with very weak oak aromas. If you inhale the rum quickly, you can recognize the citrus fruits and again sugar cane. If you wet the glass freshly with rum, the alcohol stings again, closely followed by medicinal smells, beeswax, honey and cloves. If you let the rum breathe for a long time, a very minimal sweetness unfolds in the nose. If, on the other hand, the glass is freshly wetted with rum, this sweetness is practically non-existent. There is also no slight acidity. Ester aromas only flash very briefly when you swivel the glass. If, on the other hand, the rum breathes longer in the glass, then these are also not existing. The Isla del Ron is a real honey bomb in the nose compared to this rum. Here the honey is rather reserved, but still well present.

Palate: At first the alcohol burns gently. Then there are concentrated medicinal aromas, closely followed by beeswax, honey, cloves and very weak citrus fruits. Then oak aromas appear, accompanied by a slight acidity. Spices now unfold their effect, underneath I can clearly see cinnamon and some aniseed. At the end there is a hint of tobacco, smoke and leather on the palate. With the second sip, the alcohol burns a little stronger. Citrus fruits, sugar cane, honey and caramel flood the mouth. Then I notice a very slight bitterness that is pushed aside by a minimal acidity and then disappears completely. Again campfire smoke, spices and tobacco. The rum stimulates the flow of saliva enormously, which is not surprising given its strength. In the third sip, cloves first. Then, after the alcohol has subsided, honey again, with caramel, leather and aniseed. This bottling has a lot more medicinal nuances than the Isla del Ron, but it lacks the massive honey aromas. After the third sip, it only unfolds beautifully on the palate after a while. All components of taste are accompanied by medicinal nuances. Whiskey connoisseurs might like this bottling more than Isla del Ron. Both have in common, but are different.

Finish: After the first sip, first smoke and honey. Only later can you taste oak aromas and spices. At the end, a hint of mangoes lingers on the palate. After the second sip, spices such as cinnamon and aniseed. Then cloves and mangoes. The subtle touch of an old campfire, combined with weak oak aromas, lingers on the palate. At the very end you can taste a slight acidity in the mouth. Only after the third sip you get lush honey and again smoke. Ater a few seconds can you taste spices, mangoes and a hint of caramel.


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Conclusion: Similar level but not really identical. In a direct comparison, both bottlings did not give each other anything for free. While the Isla del Ron is a honey bomb that ignites after swallowing the rum, the Rum Artesanal is a medical guy who also has these honey aromas, but does not take on the extreme dimensions of the Isla del Ron. In return, the Artesanal rum has more impact on the palate, which I definitely liked more. On the other hand, in a direct comparison, I found the nose of the Artesanal rum a bit more restrained than that of the usually. Perhaps water would have done something here, but I'm going to leave aside from adding this. Also the comparison with the other four rums (The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 15 YO; The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 18 YO; The Rum Cask Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 19 YO; Blackadder Finest Fiji Rum South Pacific Distillery 2001 11YO) was extremely interesting. So one could beautifully see the different stages of maturity of this extraordinary style of Fiji. The quality of the Idr and the RA is at eye level. Which one would you prefer? I cannot guess that. Both are different. Unfortunately, the Artesanal rum does not have the sweetness of Isla del Ron. If someone actually would put a knife on my chest and forced me to choose between the two rums, then I would go for the Isla del Ron. I really liked its sweetness. And the mere fact that I have more bottles of Isla del Ron than I have bottles of Artesanal rum will force me to give preference to Isla del Ron more often anyways. Both bottlings brilliantly prove that the South Pacific Distillery Fiji delivers a very high quality. For the asking price you definitely couldn't complain. If you could buy it at all. The only shortcoming of this bottling, and thus the big shortcoming of this bottler, is the hype. Popularity has its price. Rum Artesanal is sure to please. The attention around this bottler has increased tremendously in recent years. In my opinion, this can also be attributed to Dominik Marwede, who is responsible for selecting of the casks. Meanwhile, I also think the decision to use 0.5l bottles makes sense. That leaves something more for all connoisseurs. But I also hope that Michael Lelle and Jens Owczarek (The Rum Cask) will continue to delight us with rums from this island. So far, almost all of these bottlings have been at a good to very good level. And a little competition can never hurt the consumer. That is it for today. Maybe there will be a Rhum Agricole from Martinique for a change in the next review. Stay healthy and take care of yourself!


Marco Freyer

(94/100)




Sonntag, 25. April 2021

Isla del Ron Martinique (Clément) 2005 15 YO

 (the English part is below, just skip the German part)

 

Servus Leute!

Ja ich bin noch am Leben und das letzte Review ist schon eine kleine Weile her. Ich bin nach wie vor immer noch mit Nachforschung und Schreiben beschäftigt. Leider war die Zeit hierfür etwas kurz, da es momentan auf meiner Arbeitsstelle etwas turbulent zur Sache geht, aber das nur mal am Rande erwähnt. Das heutige Review dreht sich um einen Rhum Clément. Es ist der Isla del Ron Martinique (Clément) 2005 15YO!

Zur Abfüllung:

Es ist die 28. Abfüllung von Isla del Ron (IdR028) und dieser Rhum, zusammen mit dem Fiji, hatten mich sehr in ihren Bann gezogen. Zunächst einige historische Eckpunkte. Die Habitation Clément geht auf die Domaine de l`Acajou zurück, welchen ihren Usprung im Jahre 1770 auf Martinique hatte. Im Zuge des 19. Jahrhunderts, als der französische Rübenzucker das Leben der eigenen Kolonien schwer machte und sich auch noch dort selbst zentrale Zuckerfabriken etablierten, gaben die kleineren Hersteller immer mehr die eigene Zuckerherstellung auf und wechselten entweder den Besitzer, die Kultivierung oder sie produzierten Rhum für den lokalen Markt auf Martinique. Im Falle der Domaine de l`Acajou wurde aufgrund des Bankrotts des Eigners das Anwesen eingezogen und dieses von Homère Clément (1852-1923) im April 1887 aufgekauft. Er verkaufte sein geerntetes Zuckerrohr an die Usine François. Erst im Zuge des Rhum-Booms während des ersten Weltkrieges, in welchem die Importzahlen nach Frankreich geradezu explodierten, gründete Clément 1917 seine eigene Brennerei. Nach seinem Tod (1923) übernahm sein Sohn Charles Clèment (1973?) den väterlichen Betrieb. Die Marke „Rhum Acajou“ wurde erst 1930 erschaffen und u.a. ins französische Mutterland exportiert. Erst 1940 wurde „Rhum Clément“ zum ersten Mal verkauft, um den verstorbenen Gründer und Vater zu ehren. Charles beide Söhne stiegen in das Unternehmen ein. Einer der beiden Söhne, Georges-Louis Clément, leitete nach dem Tod des Vaters die Brennerei. Der anderer Sohn, Jean-José Clément, eröffnete eine Niederlassung in Bordeaux und kümmerte sich um die Vermarktung des Rhums. Angeblich führten familiäre Streitigkeiten und finanzielle Schwierigkeiten dazu, dass das Management des Unternehmens an die Cointreau-Gruppe übertragen wurde, was die Lage allerdings nicht wirklich verbesserte. Die Familie Clément entschied sich schließlich das Unternehmen 1986 zu verkaufen. Yves und Bernard Hayot kauften die Habitation samt ihrer Brennerei. Zwei Jahre später wurde der Betrieb dort eingestellt und die ursprüngliche Säulenanlage kam zur Rhumerie Du Simon, wo sich außerdem noch die Anlagen der ebenfalls geschlossenen Rhumerie von J. Bally und die der Habitation St. Etienne (Rhum de St. Etienne) befinden. Die Marke gehört heute der Groupe Bernard Hayot (kurz GBH), welche 1960 gegründet wurde. Die ursprüngliche Rhumerie der Habitaion Clément dient heute nur noch als Museum.

Laut dem Therumcollective werden die Rhums aus allen Stills in der Rhumerie Du Simon zur Erschaffung der Clément Rhums verwendet. Für die Rare Casks Reihe werden angeblich Rhums der ursprüngliche alten Anlage von Clément verwendet. Dies würde die Einzelfassabfüllungen von den Blends noch mehr unterschieden. Was sich in dieser Flasche befindet? Ich möchte hierauf zwar keine Wette abschließen, aber ich hoffe einmal auf einen Rhum der alten Anlage von Clément selbst, welcher 2005 in der Rhumerie Du Simon gebrannt wurde. Bei der Fermentation soll belgische Bäckerhefe zum Einsatz kommen. Dies behaupten zumindest zwei Quellen.


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Verkostung :

Preis: 89,00€ die 0,7l Flasche.

Alter: 15 Jahre.

Alkoholstärke: 49,8%vol.

Destillationsverfahren: Eine der Column Stills der Rhumerie Du Simon

Farbe: Bernstein.

Viskosität: Der Rum fließt in dicken Tropfen herab zum Glasgrund. Was zurück bleibt ist ein öliger Film.

Nase: Der Rhum durfte über eine Stunde im Glas atmen. Frisches Zuckerrohr mit einem leicht süßlichen Geruch entschwebt dem Glas. Die Nase ist sehr fruchtig. Es ist eine Mischung aus frisch geschnittener Ananas, reife Bananen und Papayas. Zumindest sind das die einzigen Früchte, die ich erkennen kann. Garniert werden diese Früchte von leckeren Honigaromen und einem Hauch Jod. Dazu gesellen sich noch dezente Eiche, Zedernholz und ganz dezente Esteraromen, die ich sonst eher mit einem Melasserum in Verbindung bringe. An der Glaskante erkenne ich medizinische Gerüche, Rauch, Holzkohle und süßes Karamell. Mir fällt absolut nichts vergleichbares zu diesem Profil ein. Dieser Rhum aus Martinique hat etwas ganz eigenartiges an sich. Tief im Glas wird die Süße nun schwächer und der Rum wirkt nun leicht säuerlich. In Verbindung mit den immer noch vorherrschenden Estern wird man hier ganz unbewusst an Hampden erinnert. Die Früchte und der Honig sind nun noch dominanter und konzentrierter vorhanden. Himbeeren? Brombeeren? Benetzt man das Glas mit frischen Rhum, dann taucht sofort die leckere Süße auf, die ich schon zu Beginn etwas weiter entfernt vom Glas erkennen konnte. Ein Hauch von Blumen und ein ganz angenehmer Rosenduft huscht dabei durch die Nase, bevor das Zuckerrohr und die Fruchtaromen an Dominanz gewinnen und diese Eindrücke restlos beiseite wischen. Dann verliert die Süße an Kraft und leichte säuerliche Ester vermischen sich langsam zu dem komplexen Geruchsprofil, dass man nach über einer Stunde erkennen kann. Ich muss gestehen die Nase ist sehr beeindruckend. Die Süße ist nicht zu aufdringlich, aber doch kräftig und überaus angenehm.

Gaumen: Zuerst flutet eine leichte Süße den Mundraum, bevor sich eine gewisse Säuerlichkeit breit macht. Dann brennt der Alkohol sanft auf der Zunge. Frisches Zuckerrohr, Ananas, Mangos, Papayas und Karamell überwältigen die Sinne. Mit dem Abebben des Brennens kommen Rosen zum Vorschein, mit dem bereits oben erwähnten Geschmack an Honig und Jod. Der Rum stimuliert den Speichelfluss und sorgt für eine rasche Verdünnung, wodurch neue Aromen auftauchen. Nun schmeckt man Eiche, Holzkohle, Zimt, bitteres Karamell und Rauch. Beim zweiten Schluck sind die Rosen am Gaumen deutlicher vorhanden. Säuerliche Brombeeren, Zuckerrohr, frische Ananas und Papayas. Der Alkohol brennt nun zwar etwas mehr, aber er ist immer noch sehr sanft am Gaumen. Die Süße ist zu Beginn äußert schwach und verschwindet rasch. Wieder erscheinen Eichenaromen vom Fass, bitteres Karamell, der Rauch eines Lagerfeuers und leicht säuerliche Esteraromen. Beim dritten Schluck ist keine Süße mehr vorhanden, sondern nur noch Zuckerrohr, exotische Früchte und säuerliche Ester. Medizinische Aromen gewinnen nun mehr an Kraft. Lagerfeuerrauch, Holzkohle und Honig, begleitet mit einem leicht säuerlichen Geschmack.

Abgang: Zuerst Gewürze, darunter Nelken, Zimt und Anis, gefolgt von Eichenaromen und Holzkohle. Am Ende verweilt ein Hauch von Ananas, Rosen und säuerlichen Estern auf der Zunge. Nach dem zweiten Schluck erkenne ich zuerst Rosen, Zuckerrohr, und rasch danach wieder Gewürze und die Fassaromen. Der Abgang ist nicht unendlich lang, aber auch nicht zu kurz. Nach dem dritten Schluck geballte Fassaromen. Als diese nachlassen erscheinen exotische Früchte, Rosen und mit Honig garniertes Zuckerrohr. Am Ende verweilen Gewürze und ein hauch von Eiche am Gaumen.


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Fazit: Mir fehlen geeignete Vergleichskandidaten. Ganz entfernt erinnerten mich einzelne Nuancen an andere Zuckerrohrsprituosen. Einen den ich hier erwähnen will, ist der Magnífica Envelhecida Cachaça (ADC) 2006 13YO, den ich letztes Jahr hier vorgestellt habe. Die Esteraromen erinnerten mich ganz entfernt an einen Rum aus der Hampden Distillery, allerdings haben sie keine Gemeinsamkeiten. Als ich diesen Rhum das erste Mal verkostete, war ich absolut verblüfft und beeindruckt. Mir wurde von jemanden gesagt, dass dieser Stil nicht typisch für Martinique wäre. Diese Person hatte bereits sehr viele Rhum Agricole im Glas und deswegen vertraue ich auch dieser Aussage. Mit nur 15 Jahren verfügt diese Abfüllung über eine sehr hohe Qualität. Da ich aber noch nicht die tropisch gereiften Rare Casks von Clément kenne, möchte ich die Bewertung nicht zu hoch ansetzen. Der einzige Vergleich, den ich mit diesem Isla del Ron hatte, war der Homère Clément Cuvée Speciale mit 44%. Dieser schmeckte allerdings anders. Er hatte immer noch die Kombination aus Zuckerrohr, Rosen, Jod und exotischen Früchten, aber die blumigen Aromen waren deutlicher vorhanden und auch der Zedernholzgeruch. Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass die heutige Abfüllung anders ist, als der Cuvée Speciale. Ob es nur an der Reifung liegt vermag ich nicht herauszudeuten. Er war aufgrund seiner 44% definitiv dezenter. Rhum Clément hat meine Aufmerksamkeit gewonnen. Wann ich mir die Rare Casks zulegen werde kann ich noch nicht sagen. Ich kann allerdings nur hervorheben, dass der geforderte Preis von 89,00€ im Vergleich zu den Rare Casks (um die 100€ für 0,5l) nicht zu schlagen ist, bzw war. Das einzige Manko dieser Abfüllung war die geringe Auflage von nur 42 Flaschen. Zum Zeitpunkt, als ich diese Zeilen schrieb, waren aber immer noch 11 Flaschen verfügbar. Ich bereue meine Flaschen auf jeden Fall nicht. Die gelieferte Qualität macht diese Abfüllung zu einem guten PLV-Kracher. Ansonsten kann, bzw. konnte man hier absolut nicht meckern. Rhums wie diese müssen keinen direkten Vergleich mit Rums des britischen Stils fürchten. Die Qualität ist auf Augenhöhe und der Geschmack ist erfrischend anders. Nach 15 Jahren war dieser Rhum ein Gaumenschmeichler. Die 49,8%vol sind mir zu keiner Zeit negativ aufgefallen. Bedenken sie allerdings, dass ich Rums in Fassstärke immer bevorzugen werde. Dies ist das einzige Manko, welches viele Abfüllungen aus Martinique für mich immer noch haben. Sie dümpeln bei 40-42%vol. Das macht die Rare Cask Collection von Clément für mich so interessant. Ich bin gespannt, welche Edelsteine ich noch aus den französischen Antillen finden werde. Meine Neugier ist jedenfalls geweckt. Bis demnächst!

 

Marco Freyer

(92/100)





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Hello folks!

Yes, I'm still alive and the last review was a little while ago. I am still doing research and writing. Unfortunately, the time for this was a little short, as things are a bit turbulent at my job at the moment, but I only mentioned that in passing. Today's review is about a Rhum Clément. No official bottling. It's the Isla del Ron Martinique (Clément) 2005 15YO!

The Bottling:

It is the 28th bottling of Isla del Ron (IdR028) and this Rhum, together with the Fiji, had me very much under its spell. First some historical key points. The Habitation Clément goes back to the Domaine de l`Acajou in Martinique, which goes back to 1770. In the course of the 19th century, when French beet sugar made life difficult for their own colonies and central sugar factories established themselves there, the smaller manufacturers (Ihabitations) increasingly gave up their own sugar production and either changed owners, cultivated them or produced rhum for the local market in Martinique. In the case of the Domaine de l`Acajou, the property was confiscated due to the bankruptcy of the owner and it was bought by Homère Clément (1852-1923) in April 1887. He sold his harvested sugar cane to the Usine François. It was only in the course of the rhum boom during the First World War, in which the import figures to France exploded, that Clément founded his own distillery in 1917. After his death (1923), his son Charles Clèment († 1973) Took over his father's business. The “Rhum Acajou” brand was only created in 1930 and exported to mainland France, among others. The brand “Rhum Clément” itself was created in 1940 in honor of the late founder and father. Charles's two sons joined the company. One of the two sons, Georges-Louis Clément, ran the distillery after the death of their father. The other son, Jean-José Clément, opened a branch in Bordeaux and took care of the marketing of their rhum. Allegedly, family disputes and financial difficulties led to the management of the company being transferred to the Cointreau Group, but this did not really improve the situation. The Clément family finally decided to sell the company in 1986. Yves and Bernard Hayot bought the Habitation and its distillery. Two years later, operations ceased there and the original column still came to the Rhumerie Du Simon, which also houses the stills of the also closed Rhumerie of J. Bally and the Habitation St. Etienne (Rhum de St. Etienne). Today the brand belongs to the Groupe Bernard Hayot (GBH for short), which was founded in 1960. The original rhumerie of the Habitaion Clément now only serves as a museum.

According to Therumcollective, the rhums from all stills in the Rhumerie Du Simon are used to create the Clément rhums. The Rare Casks range is said to use rhums from the original old Clément still. This would distinguish the single cask fillings even more from the blends. What's in this bottle? I don't want to bet on this, but I hope it is a rhum from the old Clément still, which was distilled in 2005 on the premises of the Rhumerie Du Simon. Belgian baker's yeast is said to be used in the fermentation. At least two sources claim this.


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Tasting :

Price: € 89.00 the 0.7l bottle.

Age: 15 years.

ABV: 49.8% abv.

Process of distillation: One of the column stills from the Rhumerie Du Simon.

Colour: Amber.

Viscosity: The rum flows down to the bottom of the glass in thick drops. What remains is an oily film.

Nose: The rhum was allowed to breathe in the glass for over an hour. Fresh sugar cane with a slightly sweet smell floats away from the glass. The nose is very fruity. It's a mix of freshly cut pineapple, ripe bananas, and papayas. At least those are the only fruits I can recognize. These fruits are garnished with delicious honey aromas and a hint of iodine. In addition, there are subtle oak, cedar wood and very gentle ester aromas, which I usually associate with a molasses rum. On the edge of the glass I can smell medicinal aromas, smoke, charcoal and sweet caramel. I can think of absolutely nothing comparable to this profile. There is something very peculiar about this rhum from Martinique. Deep in the glass, the sweetness is now weaker and the rum is now slightly sour. In connection with the still prevailing esters, one is subconsciously reminded of Hampden. The fruits and honey are now even more dominant and concentrated. Raspberries? Blackberries? If you wet the glass with fresh rhum, the delicious sweetness appears immediately, which I was able to recognize a little further away from the glass at the beginning. A touch of flowers and a very pleasant scent of roses flits through the nose before the sugar cane and the fruit aromas gain dominance and these impressions are completely driven aside. Then the sweetness loses its strength and slight acidic esters slowly mix into the complex odor profile, which eventually become the odor profile that I described above. I have to admit the nose is very impressive. The sweetness is not too intrusive, but strong and extremely pleasant.

Palate: First, a slight sweetness floods the mouth, before a certain sourness begins to spread. Then the alcohol burns gently on the tongue. Fresh sugar cane, pineapple, mangoes, papayas and caramel overwhelm the senses. As the alcohol burning dies down, roses appear with the taste of honey and iodine. The rhum stimulates the flow of saliva and ensures a rapid dilution, whereby new aromas emerge. Now you can taste oak, charcoal, cinnamon, bitter caramel and smoke. With the second sip, the roses are more prominent on the palate. Sour blackberries, sugar cane, fresh pineapple and papayas. The alcohol burns a little more now, but it is still very gentle on the palate. The sweetness is extremely weak at the beginning and quickly disappears. Again oak aromas from the barrel, bitter caramel, the smoke of a campfire and slightly sour ester aromas appear. With the third sip there is no more sweetness, only sugar cane, exotic fruits and sour esters. Medicinal flavors now gain more strength. Campfire smoke, charcoal and honey, accompanied by a slightly sour taste.

Finish: First spices, including cloves, cinnamon and anise, followed by oak aromas and charcoal. At the end, a hint of pineapple, roses and sour esters lingers on the tongue. After the second sip, I first recognize roses, sugar cane, and quickly afterwards again the spices and barrel aromas. The finish is not infinitely long, but not too short either. After the third sip, concentrated barrel aromas. As these subside, exotic fruits, roses and sugar cane garnished with honey appear. At the end, spices and a hint of oak linger on the palate.


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Conclusion: I am missing suitable candidates for a comparison. Very distantly, individual nuances reminded me of other sugar cane spirits. One that I want to mention is the Magnífica Envelhecida Cachaça (ADC) 2006 13YO, which I reviwed last year. The ester flavours reminded me of a rum from the Hampden Distillery, but they have nothing in common. When I tasted this rhum for the first time, I was absolutely amazed and impressed. I was told by someone that this style was not typical of Martinique. This person has already had a lot of Rhum Agricole in the glass and that's why I trust this statement. With only 15 years, this bottling has a very high quality. But since I am not yet familiar with the tropically matured rare casks from Clément, I do not want to set the scoring too high. The only comparison I had with this Isla del Ron was the Homère Clément Cuvée Speciale with 44%abv. It tasted different, however. It still had the combination of sugar cane, roses, iodine, and exotic fruits, but the floral aromas were more prominent and so was the cedarwood smell. However, I can't shake the feeling that today's bottling is somewhat different from the Cuvée Speciale. I am unable to say whether it is only due to the different maturation. It was definitely more subtle because of its 44%abv. Rhum Clément caught my attention. When I'll get the rare casks I can't say yet. However, I can only emphasize that the required price of € 89.00 compared to the rare casks (around € 100 for 0.5l) cannot or was not to be beat. The only drawback of this bottling was the limited edition of only 42 bottles. At the time I wrote these lines, there were still 11 bottles available. I definitely don't regret my bottles. The quality delivered makes this bottling a very good bargain. I can't really complain here. Rhums like this should never fear a comparison with British style rums. The quality is on par and the taste is refreshingly different. After 15 years this rhum was a flatterer. I never noticed the 49.8%abv. But keep in mind, however, that I will always prefer rums in cask strength. This is the only shortcoming that many bottlings from Martinique still have in my opinion. They bob at 40-42%abv. This is what makes the Clément's Rare Cask Collection so interesting for me. I am curious to see which further gemstones I will be able to find from the French Antilles. In any case, my curiosity is aroused. Up soon!


Marco Freyer

(92/100)