Sonntag, 7. Februar 2016

Isla Del Ron Jamaica Rum (Long Pond) 2000 14 YO

(the English part is just below, just skip the German part) 

Willkommen zurück auf B.A.M.!

Heute kommt der dritte Kandidat aus Long Pond von 2000. Bisher hatten wir ja die Abfüller The Rum Cask / The Whisky Cask und das Whiskyhaus Brühl (The Rum Dealers Selection). Heute kommt ein Rum von Malts of Scotland. Es ist der Isla Del Ron Jamaica Rum (Long Pond) 2000 14 YO.

Zur Abfüllung:

Quelle: .whiskyantique.com
Dies ist auch mein drittes Review eines Rums von Malts of Scotland und der Isla del Ron Serie. Die anderen beiden Rums waren sehr sehr gut und besonders der Barbados Rum war eine Granate. Der Jahrgang 2000 hatte bisher wenig Gemeinsamkeiten mit den beiden alten Jahrgängen 1986 und 1993. Leider findet man nur sehr spärlich Informationen über die Destillerie und ihre Ausstattung selbst. Aus den Abfüllungen der Vergangenheit wissen wir, das sie mindestens eine Column Still besitzt und einige Pot Stills. Vielleicht bringt eine Reise dorthin mehr Gewissheit. Nach meinem Kenntnisstand gab es bisher 11 Rum-Abfüllungen vom Malts of Scotland. Dieser Rum hier und der Isla Del Ron Guadeloupe 1998 16 YO (South Pacific Distillery) (1998 – 2014) mit 52,6% waren die letzten beiden Neuen. Zumindest waren Sie es noch, als ich diese Zeilen hier schrieb. Bei dieser Abfüllung war es das Fass „IdR 010“. Also das 10. Fass dieses Abfüllers. Von diesem Rum gab es 185 Flaschen in Fassstärke. Dies sind 129,5 Liter ingesamt. Bei einem normalen Hogshead wären dies 245,5 Liter (54 imperiale Gallonen). Daraus resultiert ein Verlust von 116 Liter bei einem randvollen Fass. Wirklich 116 Liter nach 14 Jahren in Europa? Oder gab es hier eine Fass-Teilung? Wenn nicht, dann wäre das ein Engelsverlust von 45,6%. Wäre dies in der Tat so, dann wäre nach bereits 13-14 Jahren das halbe Fass weg. Leider habe ich keine Vergleichsdaten aus der Whiskyindustrie, die ja eigentlich nach denselben Methoden arbeiten, nur der Inhalt des Fasses ist eben ein anderer. 

Heute gehört die „Long Pond Distillers Limited“ in Clarks Town zur National Rums of Jamaica Limited (NRJ), während die Fabrik des Long Pond Sugar Estates im Jahre 2009 an den Hussey Clan verkauft wurde. Einige Ländereien des Long Pond Estates wurden von der Hussey Familie verpachtet. Damit gehört dieser Familie nun ein Zuckeranwesen (Hampden), eine Zuckerfabrik (die von Long Pond) und die Hampden Distillery. Die Long Pond Distillery hat also nicht mehr denselben Eigentümer und wurde von der Zuckerfabrik getrennt. Nach meinen jetzigen Informationen, gehört sie immer noch zu 100% der National Rums of Jamaica Limited. Neben der Destillerie von Monymusk ist sie also die zweite Rum-Brennerei unter staatlicher Aufsicht (Innswood gibt es nicht mehr). Man kann nur hoffen, dass die jamaikanische Regierung einen anderen Weg einschlägt, wie die Regierung auf Trinidad und Tobago, welche ihr Erbe nicht unbedingt wertschätzten und sowohl die Zuckerindustrie, als auch die Destillerie von Caroni dicht machten. Innswood wurde bereits während eine Restrukturierung geschlossen. Ich hoffe inständig, dass nicht weitere Brennereien auf Jamaika verschwinden werden. 

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Verkostung Isla Del Ron Jamaica Rum (Long Pond) 2000 14 YO:

Preis: Der Preis rangierte zwischen 60 – 70 €. Mein Sample bekam ich von einer Flaschenteilung und war natürlich etwas günstiger.

Alter: Ein offizielle Alter steht, wie immer bei dieser Reihe, nicht auf dem Label. Nur der Jahrgang und das Abfüllungsjahr. Das Alter könnte also knapp oder gut über 14 Jahre sein.

Alkoholstärke: Die Trinkstärke beträgt 55,2%vol. Nicht zu viel und auch nicht zu wenig.

Destillationsverfahren: Hierzu gibt es keine Angabe, aber es dürfte das bereits erwähnte Long Pond Batch sein, welches mit einer Pot Still hergestellt wurde.

Farbe: Der Rum hat einen goldenen Farbton.

Viskosität: Dicke Tropfen fließen relativ schnell hinab zum Glasgrund und formen dabei lange Streifen. Vereinzelt bleiben auch einzelne Perlen an der Glaswand länger haften.


Nase: Zuerst sticht der Alkohol in der Nase, ist aber sanfter als der TRC oder der RDS. Dann rieche ich Vanille, Karamell, Toffee, leichte Esteraromen und zarte Früchte. Ich erkenne Bananen und Papayas. Es liegt auch ein schwacher medizinischer Geruch im Glas. Dieser Geruch ist hier eindeutig stärker als bei den beiden Vergleichskandidaten. Ich rieche auch Anis, Eichenaromen und herbe Kräuter im Hintergrund des Geruchsprofils. Die Frucht ist nach einem Schwenk des Glases am stärksten zu erkennen. Der Rum riecht dem BB&R Finest Jamaican Rum Long Pond Distillery 1986 18 YO ähnlich. Aber beim direkten Vergleich hat er einfach weniger Esteraromen zu bieten.

Mit Wasser ist der Rum nun deutlich sanfter. Wieder rieche ich Früchte, Leder, leichtes Toffee und nur noch ganz schwach einige Esteraromen. An Früchten erkenne ich mangos, Bananen und Papayas. Auch unreife Äpfel und Zitronen blitzen kurz auf. Die Frucht hat sich definitiv weiter geöffnet. Eiche, Anis und herbe Kräuter sind nun noch schwächer geworden. Der medizinische Geruch wurde auch schwächer. Die Papayas und Bananen sind nach einem Schwenk des Glases am stärksten. Die Nase wurde milder, hat aber auch einige Aromen verloren. Im verdünnten Zustand ist die Nase nun sehr unterschiedlich zum BB&R Finest Jamaican Rum Long Pond Distillery1986 18 YO.

Gaumen: Zuerst leicht süßlich, dann brennt der Alkohol auf der Zunge. Kurz danach kommt die geballte Frucht in Form von Bananen, Mangos und Papayas. Der Rum macht am Gaumen einen sehr fruchtigen Ersteindruck. Nach 10-15 Sekunden ist er sehr sanft geworden. Es kommen mehr Mangos und saure Äpfel zum Vorschein. Dann Toffee, Karamell und schwache Nussaromen. Auch Leder, eichenaromen und Anis sind schmeckbar. Der Rum schmeckt leicht nach herben Kräutern und hat auch am Gaumen einen medizinischen Geschmack. Beim 2. Schluck gewinnt der Rum mehr an diesen medizinischen Geschmack. Auch das Brennen wird stärker. Danach Gewürze und Früchte, darunter Mangos und Äpfel. 

Mit Wasser nun ist der Rum sehr sanft. Wieder schmecke ich Mangos und Äpfel, vermischt mit Eiche, Toffee und Anis. Der Rum schmeckt nun deutlich fruchtiger, hat aber nun auch mehr Gewürze und Kräuter am Gaumen. Selbst verdünnt ist er immer noch kraftvoll am Gaumen. Nach einiger Zeit lässt die Frucht immer mehr nach. Langsam gewinnen Toffee, Leder und Anis mit leicht herben Kräutern die Oberhand. Kurz blitzen auch schwache Nussaromen, verwoben mit Zuckerrohr auf. Selbst nach einer Minute im Mund ist der Rum noch kraftvoll. Beim 2. Schluck schmecke ich nun noch mehr Gewürze und Äpfel. Langsam beginnt der Rum einem Whisky zu ähneln. Er schmeckt leicht medizinisch und rauchig (nicht torfig).

Abgang: Erst Toffee und für sehr kurze Zeit die von den alten Jahrgängen her bekannte Long Pond Nussaromen. Dann Gewürze und Früchte, darunter Mangos und Äpfel. Kurz blitzen auch Eichenaromen und Anis auf. 

Mit Wasser nun zuerst Kräuter und Gewürze. Dann wieder Mangos und unreife Äpfel. Dann ganz leichtes Toffee durchzogen mit Eichenaromen. Leider keine Nussaromen dieses Mal. Erst nach dem 2. Schluck blitzen die Nussaromen sehr kurz auf. 

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Fazit: Tja. Was soll ich nun abschließend sagen? So weit liegen die drei Abfüllungen von Long Pond aus dem Jahrgang 2000 nicht voneinander entfernt. Weder in Qualität noch im Geschmack. Dies schlägt sich auch in meiner Wertung nun nieder. Aber im Vergleich zu den alten Rums ist sie einfach etwas „schlechter“. Für mich kamen sie nicht an den LPS Single Rum Long Pond Distillery Trelawny 1993 17 YO „2nd release“ oder gar an die älteren Abfüllungen aus 1986 heran. Sind sie jetzt deswegen miese Rums? Nein sind sie nicht. Aber wenn man einmal nahe des Mount Everest gekommen ist, dann erscheinen einem selbst große Berge im selben Land und in Sichtweite einfach kleiner. So auch hier der Fall. Ich hatte bisher drei verdammt gute Rums aus der Long Pond Distillery jenseits der 90, von denen einer besonders hervorragt. Dagegen sind diese einfach nur ein schwächerer Abklatsch, was jedoch nicht deren Qualität mindert. Sie ist aber halt bei einem direkten Vergleich, und darauf beruhen meine Wertungen, einfach nicht so super. Allerdings gibt es die alten Abfüllungen auch längst nicht mehr. Was bleibt sind Youngster, wie diese drei Burschen, die um die Gunst der Käufer buhlen. Ich habe die Vermutung ja schon einmal geäußert und sage es auch hier noch einmal: Ich vermute, dass dieses Batch von 2000 ein „Common Clean“ ist. Beweisen kann ich es nicht, aber die Vergleiche die ich gemacht habe, haben mich zu dieser Annahme geführt. Der Bristol 2002 Vale Royal Wedderburn, wenn es denn wirklich ein Wedderburn ist, könnte diese Annahme entweder bestätigen oder zu Fall bringen. Aber die 43%vol weisen schon auf einen gestreckten und ausgedünnten Long Pond hin. Jetzt aber genug. Bis zum nächsten Mal! 

Marco 

(84 / 100) 

PS Ich ziehe eine Rückkehr zum 7-Tage Zyklus in Erwägung. Das Einzige was momentan dagegen spricht, ist meine Faulheit, bedingt durch eine 10 Jahre lange Leidenszeit, die im Januar endete. Mal sehen.

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Welcome back to BAM!

Today, the third candidate from the Long Pond Distillery with the vintage of 2000 is on for tasting. So far we had the bottlers The Rum Cask / The WhiskyCask and Whiskyhausbrühl (The Rum Dealers Selection). Today comes a rum from Malts of Scotland. It is the Isla Del Ron Jamaica Rum (Long Pond) 2000 14 YO.

The Bottling: 

Source: .whiskyantique.com
This is my third rum-review concerning Malts of Scotland and the Isla del Ron Series. The other two rums were very, very good and especially the Barbados rum was like a grenade. The vintage of 2000 has only little in common with the two old vintages of 1986 and 1993. Unfortunately, I did only find little information about the distillery and their equipment. We know from old bottlings of the past that the distillery has at least one column still and one or more pot stills. Perhaps a journey to Jamaica will bring some certainty here. To my knowledge, there have been 11 Rum bottlings from Malts of Scotland. This rum here and the Isla Del Ron Guadeloupe 1998 16 YO (South Pacific Distillery) (1998 to 2014) with 52.6%abv were the last two newcomers. At least they were newcomers when I did write these lines. This bottling was drawn from cask "IdR 010". So the 10th barrel this bottler. This barrel did produce 185 bottles at cask strength. These are 129.5 liters in total. In a normal Hogshead this would have benn 245.5 liters (54 imperial gallons). This results in a loss of 116 liters in a completely filled up barrel. Really 116 liters already after 14 years in Europe? Or was there a barrel-sharing or barrel-splitting with other bottlers? If not, then that would be an angel loss of 45.6%. If this is indeed so, then nearly half of the barrel after already gone after 13-14 years. Unfortunately I have no comparison data from the whisky industry, which actually works under the same conditions, only the contents of the barrels is just an other spirit.

Today, the "Long Pond Distillers Limited" in Clarks Town is part of the National Rums of Jamaica Limited (NRJ), while the Long Pond Sugar Factory Estate was sold to Hussey Clan in 2009. Some lands of the Long Pond estate were leased to the Hussey family. The family owns now a sugar estate (Hampden), a sugar factory (the Long Pond) and the Hampden Distillery. The Long Pond Distillery therefore is no longer linked to the same owner and has been separated from the sugar factory. According to my present information, it still belongs to 100% the National Rums of Jamaica Limited. Both distilleries, Monymusk and Long Pond, are distilleries under state supervision (Innswood no longer exists). One can only hope that the Jamaican Government strikes a different way, as the government made in Trinidad and Tobago. Their Government thought that their heritage is not necessarily worth to be valued and both the sugar industry and the distillery of Caroni have been shut down. Innswood has been closed while a restructuring of the industry. I sincerely hope that no more distilleries will disappear in Jamaica. 

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Tasting Isla Del Ron Jamaica Rum (Long Pond) 2000 14 YO:

Price: The price ranged between 60 - € 70. I got my sample from a bottle-sharing and thus it was of course a little cheaper.

Age: An official age is, as always with this series, not stated on the label. Only the years in which the barrel was filled and emptied. The age could therefore be around of 14 years.

ABV: The drinking strength is 55.2%abv. Not too much and not too little.

Process of distillation: It is unspecified on the label, but we already do know the already mentioned Long Pond batch of 2000, which has been distilled with a pot still.

Colour: Gold.

Viscosity: Thick drops flow relatively quickly down on the glass wall are thereby forming long streaks. A few individual beads are remaining on the glass.


Nose: First the alcohol burns in the nose, but is gentler than the TRC or the RDS was. Then I smell vanilla, caramel, toffee, slight ester aroma and delicate fruits. I recognize bananas and papayas. There is also a faint medical smell hovering in the glass. This smell is clearly stronger than it was in the two comparison candidates. I smell also aniseed, oak aromas and bitter herbs in the background of the odor profile. The fruit can be seen most after you panned the glass. The rum smells similar to the BB&R Finest Jamaican Rum Long Pond Distillery 1986 18 YO. But in a direct comparison it has to offer simply less ester aromas. 

With water the rum is now significantly gentler in the nose. Again, I can smell fruits, leather, light toffee and only faintly ester aromas. On fruits I recognize mangoes, bananas and papayas. Even unripe apples and lemons are flashing up. The fruit has definitely opened a little bit. Oak, anise and bitter herbs have become even weaker. The medical odor is also weakened. The papayas and bananas are strongest after you have panned the glass. The nose has become milder, but also has lost several flavours. Diluted down the nose is now very different from the BB&R Finest Jamaican Rum Long Pond Distillery 1986 18YO.

Palate: First, slightly sweet, then the alcohol burns on the tongue. Shortly thereafter the concentrated fruit comes in the form of bananas, mangoes and papayas. The rum makes a very fruity first impression on the palate. After 10-15 seconds, he has become very gentle. There are now more mangoes and sour apples. Then toffee, caramel and weak nut flavuors. Also leather, oak aromas and aniseed. The Rum tastes like slightly tart herbs and also has a medicinal taste on the palate. At the 2nd sip the rum gains more of these medicinal flavours. Even the burning in the mouth is now stronger. Thereafter, spices and fruits, including mangoes and apples.

With water now the rum is very gentle. Again I taste mangoes and apples, mixed with oak, toffee and anis. The Rum tastes now more fruity, but has now also more spices and herbs on the palate. Even diluted down, he is still powerful on the palate. After some time the fruit is getting weaker. Slowly toffee, leather and anise are getting the upper hand, together with slightly bitter herbs. Very briefly I can recognise some weak nut flavours, interwoven with sugarcane. Even after a minute in the mouth the rum is still powerful. Now after the 2nd sip I taste more spices and apples. Slowly the rum begins to resemble a whisky. It tastes slightly medicinal and smoky (not peaty).

Finish: Only toffee and for a very short time the well-knownnut flavours of old vintages Long Pond. Then spices and fruits, including mangoes and apples. Brief flashes oak aromas and aniseed. 

With water now first herbs and spices. Then again mangoes and unripe apples. Then very slight toffee crisscrossed with oak aromas. No nut flavors this time. Only after the second sip the nut flavours are flashing up very briefly. 

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Conclusion: Well. What should I say in conclusion? So far these three bottlings from Long Pond of the 2000 vintage are not drastically different. Neither in quality nor in taste. This is also reflected in my vote. But compared to the old rums this new vintage is just a little worse. For me, they did not manage to link themselves with the LPS Single Rum Long Pond Distillery Trelawny 1993 17 YO "2nd release" nor do they have any connection to the older bottlings from 1986, taste-wise. Are they "worse rums"? No they are not. But once you have managed to clime up to the top of the Mount Everest you suddenly realize, that every other big mountain is just small by comparison. I had three very good rums from the Long Pond Distillery beyond the score of 90. However, those are just a weaker imitation, but this does not diminish their quality entirely. But dependent on a direct comparison, and on my scores are based on that, they are just not so super. However, there are no longer old bottlings available. What remains are youngster like these three litle fellas who vie for the attention of buyers. I've suggested it before and say it am going to repeat it: I suspect that rums from this batch of 2000 are a "Common Cleans". I can not prove this, but the comparison with other rums is just suggesting this assumption. The Bristol Classic Rum Vale Royal Wedderburn 2002 might, if it really is a Wedderburn, either confirm or bring down this assumption. But the 43%abv are already pointing to a thinned and stretched out Long Pond (too much water). But enough. Until next time! 

Marco 

(84 / 100)

PS I consider a return to the 7-day cycle. The only thing which is currently preventing me from doing this is my laziness, caused by a 10-year ordeal, which ended in January this year. Let's see.

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