Sonntag, 27. November 2016

Duncan Taylor Fiji Rum South Pacific Distillery 2003 10YO

(the English part is just below, just skip the German part) 


Willkommen zurück zur Freak-Corner des Rums! 

Lange habe ich es angedroht, aber nie richtig durchgezogen. Heute kommt nun das Payback-Review. Von was ich rede? Den ersten Rum aus Fiji auf diesem Blog! Es ist der Duncan Taylor Fiji Rum South Pacific Distillery 2003 10YO!

Zur Abfüllung:

Beginnen wir zuerst mit einem kleinen Ausflug in die Vergangenheit. Schließlich ist dieser Blog bekannt dafür etwas historischen Hintergrund zu den Destillerien in der Karibik zu liefern. Der kommerzielle Anbau von Zuckerrohr begann in den 1870igern. Die erste Fabrik wurde von Paul Joske und William Henry O'Halloran Brewer gegründet, aber einige Jahre danach wieder aufgegeben. Ein Hauptgrund war die schlechte Ernte, bedingt durch den sandigen Boden. Sie befand sich nahe der heutigen Hauptstadt Suva auf der Insel Veti Levu, welche die größeren der beiden Hauptinseln von Fijí ist. Es gab noch eine Reihe weiterer Fabriken. Erwähnenswert wäre da noch die Colonial Sugar Refining Company, welche von Australien aus nach Fiji im Jahre 1882 kam und dort bis 1973 Zuckerrohr von lokalen Bauern aufkaufte und verarbeitete. Mit dem Fortgang übernahm die Regierung die Geschäfte und so wurde 1976 die staatliche Fiji Sugar Marketing Company Limited (kurz FSC) geformt. Nur drei Jahre später, also im Jahre 1979, wurde eine neue Subfirma der FSC gegründet. Es war die South Pacific Distilleries Limited. Seit 1980 brennt diese Destillerie Rum aus der übriggebliebenen Melasse der immer noch aktiven Zuckerrohrindustrie Fijis. Aus eben jener Destillerie stammt die heutige Abfüllung. Es gab schon einige Destillerien vor der South Pacific Distilleries Limited um die vorletzte Jahrhundertwende. Allerdings hat von diesen Brennereien keine einzige überlebt. Bis heute exportiert die Inselnation Zucker in anderer Länder. Die berühmteste Eigenmarke des Rums ist „Bounty Rum“, welcher, warum auch immer, denselben Namen des bekannten „Bounty Rum“ aus St. Lucia hat. Sie besitzen sowohl eine kontinuierlich arbeitende Säulenanlage, als auch eine diskontinuierliche Pot Still. Aus eben jener Pot Still stammen diese Rums von den unabhängigen Abfüllern.

Bisher hatte ich schon Rums von 2001 und 2003 aus dieser bisher nicht groß bekannten Destillerie. Dazu zählt die heutige Abfüllung, der Cadenhead Dated Distillation South Pacific Distillery FSPD 2003 12 YO mit 60,7%vol, den The Rum Cask South Pacific Distillery 2003 10 YO mit 62,9%vol und den Blackadder Raw Cask Finest Fiji Rum 2001 11 YO mit 63,9%vol. Ich hatte noch keinen einzigen Fiji Rum von Berry, Bros & Rudd. Der neue The Rum Cask South Pacific Distillery 2001 15 YO mit 59,3%vol ist schon auf meinem Radar, aber bisher kann ich noch nichts zu diesem Rum berichten. Den Anfang macht dieser Rum von Duncan Taylor. Das Fass Nummer 18 brachte 284 verdünnte Flaschen hervor. D.h. es gab also mindestens 18 Fässer dieses Jahrgangs, welche nach Europa verschifft wurden. Diese Nummern müssen vom Importeur stammen. Ich hoffe auf noch weitere Veröffentlichungen von dieser Brennerei. 

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Verkostung Duncan Taylor Fiji Rum South Pacific Distillery 2003 10YO:

Preis: Der Rum ist noch für rund 60€ käuflich zu erwerben. 

Alter: Das offizielle Alter beläuft sich auf 10 Jahre. Der Rum wurde im April 2003 gebrannt und im September 2013 in Europa abgefüllt.

Alkoholstärke: Der Rum wurde auf 54,8%vol herab verdünnt. Die originale Stärke müsste bei um die 60%vol gewesen sein.

Destillationsverfahren: Das offizielle Verfahren ist eine Pot Still.

Farbe: Gold. 

Viskosität: Viele Tropfen fließen an der Glaswand hinab und bilden dabei dicke Streifen. Der Rum ist gut ölig.

Nase: Vanille, Karamell, schwache aber doch feine Esteraromen verwoben mit Honig, Toffee, exotischen Früchten und Zuckerrohr schweben über dem Glas. Rosinen und Zitrusfrüchte garniert mit mit Nelken. Der Alkohol brennt nur leicht in der Nase. Diese riecht leicht rauchig, medizinisch und leicht säuerlich. Ich rieche nur minimal süße Aromen. An Früchten rieche ich noch Ananas, Bananen und Mangos, diese werden allerdings von den Zitrusfrüchten in den Hintergrund gedrängt. Aprikosen? Eiche, Anis und Leder vom Fass. Da ist aber noch eine andere Geruchskomponente, welche die Nase beherrscht. Gummi. Eines vorweg: Diese Komponente scheint typisch für gealterte Pot Still Rums aus Fiji zu sein. Ein wenig ähnlich wie das Gummi von Caroni, welches mich ein wenig an abgebrannte oder heiß gefahrene Autoreifen erinnert. Gummi, Honig und Bienenwachs nach längerer Zeit im Glas. In den Hintergrund gedrängt rieche ich auch noch herbe Kräuter. Diese Nase erinnert an eine Kombination aus zwei Destillerien. Eine stammt aus Jamaika, die andere befindet sich auf Barbados.

Gaumen: Der Rum schmeckt zuerst leicht süßlich, dann plötzlich säuerlich. Schließlich rauscht der Alkohol heran und brennt sanft auf der Zunge. Karamell, Rosinen, Akazienhonig, Zuckerrohr und Gummi dominieren zuerst den Gaumen. Nach dem der Alkohol ein wenig nachlässt, beginnt der Rum leicht rauchig und medizinisch zu schmecken. Das Geschmacksprofil wird immer pflanzlicher. Rosinen, Zitrusfrüchte, Ananas, saure Äpfel und Mangos, garniert mit leichten Esteraromen. Kurz blitzen Aprikosen und Bananen auf. Der Rum regt den Speichelfluss enorm an. Selbst bei dieser Trinkstärke und bei kleinen Schlückchen. Nelkne, Kamille, Anis und Toffee. Am Ende schmeckt der Rum sehr herb nach Kräutern. 2. Schluck: Der Alkohol brennt nun etwas intensiver. Wieder schmeckt der Rum zuerst medizinisch und säuerlich. Dann wird er kurz süß.Rosinen, Zuckerrohr, Honig, Bienenwachs, Gummi und Karamell. Wieder Kräuter nach langer Zeit im Mund. 

Abgang: Karamell, Anis, Gummi und Zuckerohr. Dann Rosinen, Früchte, Medizin und Toffee. Kurz Honig. Am Ende herbe Kräuter. Nach dem 2. Schluck wieder Karamell, Anis und Zuckerrohr. Zitrusfrüchte und Rosinen. Medizin, Gummi und Rauch. Im Abgang schmecke ich eine leichte Bitterkeit vom Fass. Der Rum ist leicht trocken am Ende. 

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Fazit: Ein guter Rum, aber leider nur im Mittelfeld des 80iger Bereichs. Für mehr Punkte fehlt es an Reife und dem gewissen Etwas. Kurzum: Von den bisher von mir verkosteten vier Abfüllungen (Stand 26.11.16) ist dies der „schlechteste“ Rum. Er ist für mich aber immer noch besser als viele andere Rums. Da fallen mir spontan einige mit Wasser verpfuschte Rums aus der Hampden Destillerie ein. Warum? Weil dieser Stil aus Fiji einfach mehr zu bieten hat als „nur“ Ester. Selbst verdünnt ist er sehr kräftig am Gaumen. Das Konkurrenzprodukt von The Rum Cask war zu jener Zeit einfach besser. Diese Tatsache, bzw. meine Sichtweise dieser Rums, kann ich schon einmal in diesem Review verraten. Eine Kaufempfehlung spreche ich hier deswegen nicht aus, weil der Rum schon fast verschwunden und das Geschmacksprofil sehr speziell ist. Es ist in etwa eine Kombination von Pot Still Rums aus Hampden (Jamaika) und der West Indies Rum Distillery (Barbados), mit einem Schuss Eigenständigkeit. Diese Eigenständigkeit wäre die Kombination aus Rosinen, Zitrusfrüchten und Gummi. Die Ester und Ananas kennt man von Hampden, den Honig, und das Bienenwachs von der West Indies Rum Distillery. Das Gummi ist einfach anders als jenes, welches man noch in den Rums der geschlossenen Caroni Destillerie auf Trinidad findet. Ich betone das Wort „noch“. Eines Tages werden diese Rums verschwunden und nur noch zu völlig bescheuerten Preisen bei Zwischenhändlern oder Sammlern zu finden sein. Ich hoffe inständig, dass diese Brennerei in Trinidad vorerst die letzte ist, welche geschlossen wurde. Dieser Rum macht Appetit auf mehr und ich freue mich schon auf den Eingangs erwähnten The Rum Cask South Pacific Distillery 2001 15 YO mit 59,3%vol. Den Vorgänger mochte ich sehr. Das war es für heute. Bis zum nächsten Mal! 

Marco 

(84 / 100) 


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Welcome back to the freak-Corner of rum!

I have long threatened it, but I actually never really seen it through. Today now comes the payback-review. What I'm talking about? The first rum from Fiji on this blog! It is the Duncan Taylor Fiji Rum South Pacific Distillery 2003 10YO!

The Bottling:

Let's start first with a small excursion into the past. Finally, this blog is famous to deliver some historical background to the distilleries in the Caribbean, isn't it? The commercial cultivation of sugar cane began in the 1870's. The first mill was founded by Paul Joske and William Henry Brewer O'Halloran, but they did abandon the cultivation of sugar cane after a few years. A major reason was the poor crop, caused by the sandy soil. It was located near the present capital Suva on the island Veti Levu, which is the larger of the two main islands of Fiji. There were a number of other factories too. Worth mentioning is the Colonial Sugar Refining Company, which came from Australia to Fiji in 1882 and stayed there up until 1973. In the end it bought sugarcane from local farmers and did manufacture it into sugar. With the retreat of this company the government finally took over the business and so in 1976 the State owned Fiji Sugar Marketing Company Limited (short FSC) was formed. Only three years later, in 1979, a new subsidiary of the FSC was founded. It was the South Pacific Distilleries Limited. Since 1980 this distillery is producing rum from the leftover molasses produced by the still very active sugarcane industry on Fiji. From that very distillery comes today's bottling. Or to be precisely: It was distilled at their distillery. The bottler is a European business. There were quite a few distilleries before the South Pacific Distilleries Limited at the turn of the 19th century. However, none of them did survive. To this very date, the island nation still exports sugar to other countries. The most famous own brand of rum is "Bounty rum", which, for whatever reason, has the same name of the famous "Bounty rum" made in St. Lucia. The distillery in Fiji has both a continuously operating column still and a discontinuous working pot still. It is precisely that pot still which did in fact produce those rum which have been released so far by the independent bottlers in Europe.

So far I had the pleasure of sipping rums of the vintages of 2001 and 2003. Todyas bottling of course, then the Cadenhead Dated Distillation South Pacific Distillery FSPD 2003 12 YO 60.7% abv, The Rum Cask South Pacific Distillery 2003 10 YO with 62.9%abv and the Blackadder Raw Cask Finest Fiji Rum 2001 11 YO with 63.9%abv. I did not have a single Fiji Rum bottled by Berry Bros & Rudd. The new The Rum Cask South Pacific Distillery 2001 15 YO 59.3% abv is already on my radar, but so far I can not say anything about this rum. Today we start with this rum from Duncan Taylor. The barrel number 18 did produce 284 bottles. So there were at least 18 barrels of this vintage, which were shipped to Europe. These numbers must be from the importer. I would love to see more bottling's coming from this distillery. 

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Tasting Duncan Taylor Fiji Rum South Pacific Distillery 2003 10YO:

Price: The price is or was around 60€.

Age: The official age is 10 years. The rum was distilled in April 2003 and bottled in Europe in September 2013.

ABV: The rum was diluted down to 54.8%abv. The original strength must have been around 60%abv.

Process of distillation: The official process is a pot still.

Colour: Gold.

Viscosity: Many drops flow down along the glass wall, forming thick streaks.

Nose: Vanilla, caramel, weak but fine ester flavours interwoven with honey, toffee, exotic fruits and sugarcane are floating above the glass. Raisins and citrus fruits garnished with with cloves. The alcohol burns only slightly in the nose. The rum smells slightly smoky, medical and slightly sour. I smell only slightly sweet flavours. There are pineapples, bananas and mangoes. However, they have been pushed in the background by the citrus fruits. Apricots? Oak, anise and leather from the barrel. But there is yet another odor component which dominates the nose. Rubber. First of all: This component seems to be typical for aged pot still rums from Fiji. A bit like the rubber of Caroni, which reminds me a little of a hot or burned tire. Rubber, honey and beeswax after a long time in the glass. Pushed into the background I smell even bitter herbs. This nose is reminiscent of a combination of two distilleries. One is located in Jamaica, the other is in Barbados. 

Palate: The rum tastes slightly sweet at first, then suddenly is becomes sour. Finally, the alcohol rushes in and burns gently on the tongue. Caramel, raisins, acacia honey, sugarcane and rubber first dominate the palate. After the alcohol softens a bit, the rum starts slightly smoky and medicinal in taste. The flavour profile is herbal. Raisins, citrus fruits, pineapples, sour apples and mangoes, garnished with slight ester flavours. Short flashes of apricots and bananas. The rum stimulates the salivation enormously. Even in this drinking strength and in small sips. Cloves, chamomile, anise and toffee. At the end the rum tastes very herbal. The 2. sip: The alcohol burns now a little more intense. Again the rum tastes first medically and sour. Then a short sweetness. Raisins, sugarcane, honey, beeswax, rubber and caramel. Again herbs after a long time in the mouth.

Finish: Caramel, aniseed, rubber and sugarcane. Then raisins, fruit, medicine and toffee. Short honey. At the end bitter herbs. After the 2nd sip again caramel, anise and sugar cane. Citrus fruits and raisins. Medicine, rubber and smoke. In the finish I taste a slight bitterness from the barrel. The rum is slightly dry at the end. 

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Conclusion: A good rum, but unfortunately only in the middle of the 80's range. For more points it lacks maturity and something special. In short, of all four previously mentioned rums this is the “worst rum of all (to date 26.11.2016). However, it is still better than many other rums. Certain diluted down to death rums distilled at the Hampden distillery comes in mind. Why? Because this style of Fiji simply has more to offer than "just" ester. Even diluted down with water, it is very strong on the palate. I can already tell you this in advance: The competitor bottled by The Rum Cask at that time was simply better. A buy recommendation is not given because the rum is almost gone and the flavour profile is very special. I do not recommend it to beginners of rum. It is roughly a combination of pot still rums made by Hampden (Jamaica) and the West Indies Rum Distillery (Barbados), with a good portion of originality. This originality would be the combination of raisins, citrus and rubber. The esters and pineapple are familiar with rums from Hampden, the honey and the beeswax of the West Indies Rum Distillery. The rubber is simply different than that which can still be found in rums from Trinidad made in the closed Caroni distillery. I emphasize the word "still". Someday these rums will be gone forever and maybe only accessible to very few people with very high and very stupid price tags via middlemen or collectors. I sincerely hope that for the time being this was last distillery in the Caribbean which had to be closed. This rum makes me hungry for more, and I am looking forward to the aforementioned The Rum Cask South Pacific Distillery 2001 15 YO 59.3%abv. I liked the predecessor very much. That's it for today. Until next time! 

Marco 

(84 / 100)

Kommentare:

  1. Hi Marco. Schöner Artikel. Kennst du auch die 2003 - 2015 Cadenheads Abfüllung? Falls, ja, wie würdest du die im Vergleich zu den anderen Rums der Destillerie einschätzen?
    Gruß,
    WarStarter

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    1. Servus! Ich habe ein Sample des von dir erwähnten Cadenheads. Ich habe die oben erwähnten 4 Rums auch schon für mich bewertet. Es stehen nur noch die Reviews aus. Der Cadenhead ist in Ordnung, aber nicht so wahnsinnig anders was den Stil betrifft.

      Es gibt aber einige Unterschiede zwischen 2003 und 2001. Kann aber auch alleine an den verwendeten Fässern liegen. Der Cadenhead ist für mich besser als der Duncan Taylor, keine Frage. Aber er ist nicht ganz oben auf der Liste der 4 Rums.

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