Sonntag, 5. Oktober 2014

Duncan Taylor Diamond Distillery (Port Mourant) 2003 10 YO Cask 72

Welcome to B.A.M.!.

Dieses Mal haben wie einen jungen Demerara, den wir auf „Herz und Nieren“ tasten. Diese Rede ist vom Duncan Taylor Diamond 2003 10 YO Cask 72. Dieser Rum wurde nach 2000 hergestellt und bildet quasi zusammen mit seinem „Bruder“ von Cask 71 die neue Generation von Rums, welche nach und nach auf den Markt kommen.

Zur Abfüllung: 

Die Ära der alten Demeraras neigt sich langsam dem Ende. Es wird noch vereinzelt Abfüllungen geben, aber die Hauptmasse aus Guyana werden Rums wie diese Abfüllung bilden. Wohltuend werden sich hier allerdings die noch kommenden und bereits veröffentlichten Rums von Luca Gargano abheben. Mit seinem exklusiven Zugang zur Diamond Distillery (DDL) werden diese Abfüllungen auch hoffentlich noch einige Zeit an Zuwachs erhalten. Alternativen dazu sind Abfüllungen wie diese, die per Bulk-Verkauf nach Europa verschifft werden und dort, nach kurzer oder längerer Lagerzeit, von Unabhängigen Abfüllern wie Duncan Taylor, Berry Bros & Rudd, Cadenhead oder Bristol gekauft und abgefüllt werden. Mal mit guter und mal mit mäßiger Qualität. In was diese Abfüllung einzuordnen ist bleibt abzuwarten. Der Rum wurde in einer Pot Still gebrannt. Hierzu kommen zwei Stills infrage, auch wenn diese eigentlich Vat Still sind und keine klassischen Pot Stills wie man sie vom Whisky her kennt. Entweder die Versailles Vat Still oder die Double Port Mourant Vat Still. Allerdings habe ich das Gerücht gehört, dass die Versailles Vat Still entweder nicht mehr verwendet wird (was ich seltsam finde, da sie 2006 noch mit neuen Holz ausgestattet wurde) oder sie nur noch Rums für die eigenen El Dorado Blends herstellt. Auf der Flasche wird leider kein Mark angegeben, was die Identifizierung des Rum-Stil erschwert. Vielleicht kann uns der Gaumen mehr verraten.

Zusammen mit dieser Abfüllung gab es noch zwei weitere Demeraras. Den Duncan Taylor Uitvlugt Distillery 1998 16 YO und den Duncan Taylor Diamond 2003 10 YO Cask 71. Letzterer wurde im selben Monat destilliert wie diese Abfüllung. Beide Rums entsprangen also nach aller Wahrscheinlichkeit demselben Batch. Die Unterschiede dürften, trotz der Einzigartigkeit der einzelnen Fässer, nicht gewaltig sein. Die Farbe ist zumindest auf den ersten Blick mehr als ähnlich. Von beiden Rums erstand ich Samples von den MastersofMalt in England. Beide Abfüllungen sind dort mittlerweile ausverkauft. Anscheinend erfreute sich der Rum einiger Beliebtheit. Zumindest gab ein Whisky-Experte einer der beiden Abfüllungen eine sehr gute Wertung. Da ich mich allerdings nicht auf Wertungen anderer Connaisseure verlasse, bilde ich hier mit diesem Review ein eigenes Urteil. Lasst uns also mit dem Review beginnen. 

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Verkostung Duncan Taylor Diamond Distillery 2003 10 YO Cask 72:

Preis: Das 3cl Sample kostete rund 7€ und die Abfüllung selbst so um die 70-80€. Das ist sehr ambitioniert für einen 10 Jahre alten Rum. Dies ist nicht weit entfernt von den Abfüllungen von Velier, welche aber allesamt älter sind (durch die doppelt schnellere Reifung in den Tropen). Ist dies der Beginn eines inflationären Anstiegs durch gestiegenen Bedarf oder möchte man mehr Kasse machen?

Alter: Der Rum wurde im Mai 2003 destilliert und abschließend im September 2013, also im letzte Jahr, abgefüllt. Das offizielle Alter beläuft sich auf 10 Jahre Fassreife.

Alkoholstärke: Die Trinkstärke beläuft sich auf 54,4%vol. Hierbei dürfte es sich vermutlich nicht mehr um die volle Fassstärke handeln. Dieses Statement (Cask-Strenght) ist auch nicht auf der Flasche zu finden.

Destillationsverfahren:Das angegebene Verfahren ist die Pot Still. Ich vermute allerdings hier die Port Mourant Vat Still. Ich kann hier natürlich auch falsch liegen.

Farbe: Der Rum erstrahlt in einem blassen Goldton im Glas. Dies ist für 10 Jahre ein bisschen wenig. Das Fass war wohl wenig aktiv und gab dem Inhalt nur wenig an Fassaromen.

Viskosität: Am oberen Rand bilden sich viele Perlen. Nach einiger Zeit fließen diese zum Glasboden zurück. Einige bleiben jedoch an der Glaswand haften. Die Zeit scheint hier stillzustehen.

Nase: Faszinierend. Ich rieche ganz schwache Anisaromen, welche typisch für den Port Mourant Stil sind. Der Rum ist sehr unreif und hat ein rauchiges Aroma. Hier merkt man deutlich das Defizit an Fassreife, welche er in einem aktiveren Fass bekommen hätte. Ich erkenne auch Gewürze und etwas weiter weg vom Glas ganz dezente Vanille-Aromen. Ich rieche auch exotische Früchte. Sie sind allerdings nicht sehr dominant ausgeprägt. Wieder ein Zeichen der Unreife. Dennoch kann ich Papayas und sehr schwach Mangos erkennen. Es handelt sich hier um eine ähnliche Variante von Port Mourant, dürfte aber nicht exakt dieser Stil sein. Zu gern wüsste ich das Mark, welches sich auf dem Fass befand. Rums aus der Versailles Still und welche z.B. 1988 und 1990 mit dem Mark MEA abgefüllt wurden rochen eindeutig anders. Es ist also ein Port Mourant ähnlicher Stil. Mehr kann ich leider nicht hierzu sagen.

Gaumen: Der Rum ist sanft und brennt fast gar nicht am Gaumen. Bedenken sie allerdings bitte, dass ich hohe Trinkstärken mittlerweile bevorzuge und diese auch anders einstufe, als es ein anderer Connaisseur tun würde. Ich schmecke keinerlei Süße. Er bekam also wenig von der amerikanischen Weißeiche ab. Dafür schmecke ich Rauch und Gewürze. Ich kann Nelken und sogar Kamille erkennen. Hierzu gesellen sich schwache Fruchtaromen wie Papayas. Diese sind allerdings nur schwach vorhanden. Ich schmecke außerdem auch ganz schwache Anisaromen, wie man sie von Port Mourant kennt. Der Rum hat eine ganz dezente bittere Note. Das Fass war wohl schon mindestens einmal verwendet worden (nach seiner Verwendung als Bourbon-Fass) und konnte dem Rum keine Süße mehr geben, sondern nur noch einige Bitterstoffe. Ich muss gestehen, ich bin ein wenig enttäuscht. Die Nase hatte mir etwas mehr versprochen.

Abgang: Der Abgang beginnt mit Rauch und Gewürzen. Ganz kurz huschen auch Früchte über den Gaumen. Der Abgang ist nicht kräftig sondern eher schwach ausgeprägt. Anscheinend ist der Stil selber nicht sehr ausdrucksstark und/oder das Fass war wirklich inaktiv und gab dem Rum so gut wie nichts mit. Vielleicht eine Kombination aus beiden Ursachen. Am Ende verbleibt ein Hauch von Rauch und Gewürzen am Gaumen. 

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Quelle: MastersofMalt
Fazit: Eine kleine Enttäuschung. Ich habe wirklich mehr erwartet. Hierfür würde ich keine 70 - 80€ hinlegen. Diese Abfüllung ist ähnlich blass und ausdruckslos wie das Uitvlugt 1998-Batch. Zwar ist sie nicht ganz so mies, aber so viel besser ist sie leider auch nicht. Von der Qualität vieler alter Abfüllungen ist sie meilenweit entfernt. Einem solchen Rum könnte ich keine hohe Wertung verpassen. Dazu hatte ich schon zu viele alte Abfüllungen aus Guyana im Glas und weiß was dort produziert werden kann. Alt ist hier auch im Sinne von lang ausverkauft zu verstehen. Einige 12 Jahre alte Rums aus der PM-Still von Bristol waren einfach sehr gut. Dieser Stil dürfte in meinen Augen auch kein P.M. sein. Natürlich kann ich mich hier auch irren, aber der etwas schwache Auftritt verleitet mich zu dieser Aussage. Die für Port Mourant typische Fruchtigkeit und die Holz-Anis-Kombination ist einfach zu schwach um ein originaler Rum dieses Stils zu sein. Aber es könnte dennoch einer sein. Es erschien in der mittlerweile eingestellten Renegade Rum-Serie ein Rum aus 2003, welcher aus dieser Still stammt. Ob es ein echter PM war weiß ich allerdings nicht, da ich diesen Rum nie im Glas hatte. Natürlich bin ich nur ein Amateur(-Blogger) und kein Experte, aber wenn ein Fass schon lange verwendet wird, dann beginnen nicht nur süße Aromen sondern auch bittere den Inhalt zu beeinflussen. Anscheinend ist es bei einem solchen Exemplar möglich, dass es nach einer gewissen Zeitspanne beim neuen Rum mehr Tannine als Süße abgibt. Dieser Rum würde hier ins Bild passen. Er hat gefühlt überhaupt gar keine Süße. Aber nach zwei Schlückchen dieses Rums merkt man doch diese Bitterkeit, die nur vom Fass kommen kann. Ob der Stil mit einem aktiveren Fass besser geworden wäre? Das ist schwer zu sagen. Vielleicht. Aber in diesem Zustand ist der Rum ähnlich dem des 1998er Uitvlugt Batch einfach nur ein schwacher Zeitgenosse, der den Preis, den er kostet, einfach nicht rechtfertigt. Natürlich spreche ich hier nur für mich als zahlender Kunde. Und als ein solcher würde ich dieses Produkt nicht kaufen oder gar empfehlen, da er mich absolut nicht aus den Latschen haut. Da waren die ersten Abfüllungen von Duncan Taylor viel besser. Vielleicht sollte man einmal die bisherige Fass-Strategie überdenken. Wer auch immer die Fässer auswählt scheint es entweder egal zu sein was mit dem Inhalt geschieht, oder er will das maximale aus seiner Investition rausholen. So kann die neue Generation von Rums niemals an die Qualität alter Jahrgänge herankommen. Auch würde ich niemals alles kaufen, was einem als Abfüller da angeboten wird. Dieses Angebot hätte ich persönlich dankend abgelehnt. Auch würde ich den Inhalt der Fässer im Warenlager regelmäßig checken um die Qualität auch sicherzustellen. Aber was rede ich hier. Ich bin ja nur ein Amateur und Konsument und kein Händler. Ich wünsche Euch noch ein schönes Wochenende!

Marco

Nachtrag (21.02.2015): Nach einigen Vergleichen und einem Tasting mit anderen Rums aus der Port Mourant Still, die eine vergleichsweise Unreife besitzen, bin ich nun der festen Überzeugung, dass dieser Rum ein Rum des Stils "P.M." ist. Er bestzt eine sehr große Ähnlichkeit mit dem A.D. Rattray Port Morant 1999 10 YO und dem Bristol Classic Rum Port Morant 12 YO (1988 - 2000). Ich gestehe hiermit meine Fehleinschätzung im obigen Review öffentlich ein. Betrachtet man den seit kurzem verfügbaren Bristol Classic Rum Port Morant 1999 15 YO (1999-2014) für 65 - 75€ mit einer viel größeren Reife bleibt dennoch die Qual der Wahl. Welchen Rum sie hier nun dem Vorzug geben, bleibt absolut Ihnen überlassen verehrte Leser. 


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Once again, welcome to B.A.M. dear readers.

This time we will have again a young Demerara for a thoroughly test (review I mean). This time it is the Duncan Taylor Diamond 2003 10 YO Cask 72. This rum was produced after 2000 and virtually forms, together with his "brother" from Cask 71, the new generation of rum from Guyana, which are gradually come to the market.

The Bottling:

The era of the old Demeraras is slowly coming to an end. There will be occasional a few last bottlings, but the bulk of Guyana will form rums like this new one. The last rums of Luca Gargano from DDL are making a pleasent contrast to this development. With his exclusive access to the Diamond Distillery (DDL) these bottlings are also have still the authentic taste of the distillery after a tropical maturation. Alternatives are bottlings like this which are shipped via bulk-sales to Europe, where they are purchased and bottled after a brief or prolonged storage period by independent bottlers like Duncan Taylor, Berry Bros & Rudd, Cadenhead or Bristol. Sometimes with good quality, sometimes only in moderate quality. In what this bottling should be classified remains to be seen. The rum was distilled in a pot still. Here are now two stills possible as origins, even if they are actually vat stills and not classic pot stills as we know from the whisky buisness. So its either the Versailles Vat Still or the Port Mourant Double Still Vat. However, I heard the rumor that the Versailles Vat Still is either no longer in use (which I find strange because it was still equipped with new wood in 2006) or it produces only for their own El Dorado blends. There is no mark given on the label. This makes it difficult to identify the "rum-style". Perhaps we can reveal more on the palate. Along with this bottling there were two more Demeraras. The Duncan Taylor Uitvlugt Distillery 1998 16 YO and Duncan Taylor Diamond 2003 10 YO Cask 71. The latter was distilled in the same month as this bottling. So both rums are in all probability from the same batch. The differences are most likely, despite the uniqueness of the individual barrels, not be that huge. The color is, at least at first sight more than similar. I bought two samples from the MastersofMalt in England. Both fillings are sold out there now. Apparently both bottlings did enjoy some popularity. At least a whisky blogger gave one of the two bottlings a very good rating. I, however, do not rely on ratings of other connoisseurs, I make my own judgement with this review. Let us commence. 

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Tasting Duncan Taylor Diamond Distillery (Port Mourant) 2003 10 YO Cask 72

Price: The 3cl Sample did me cost around €7 and the filling itself was at 70-80 €. This is very ambitious for a 10 year old rum. This is not far from the filling of Velier, but which are all older (they get more wood and flavours in the same time). Is this the beginning of inflationary prices increased by demand or do some poeple simply want to make quick cash?

Age: The rum was distilled in May 2003 and bottled in September 2013. The official age is 10 years of barrel maturity.

ABV: The drinking strength amounts to 54.4% vol. Here it would probably not be the full cask strength. However, this statement (Cask-Strength) is not to be found on the bottle in any case.

Process of distillation: The specified method is the pot still. However, I suspect the Port Mourant Vat Still here. I might be wrong, but we will see.

Colour: The rum has a pale gold colour. This is nothing but little after 10 years. The barrel was probably not very active and gave the content only some cask flavors and not a lot.

Viscosity: Many pearls are forming on the top, thereby establishing a crown. After some time, they flow back to the bottom of the glass. However, some stick to the glass wall. Time seems to stand still.

Nose: Fascinating. I smell very weak aniseed aromas, which are typical for the Port Mourant style. The rum is very immature and has a smoky flavour. Here you can clearly see the lack of barrel maturation, which he would have otherwise received in a more active barrel. I also recognize spices and a little further away from the glass quite subtle vanilla flavours. I smell exotic fruits. They are not very dominant. Another sign of immaturity. However, I can recognize papayas and some very weak mangoes. This is a similar variant of Port Mourant, but may not be exactly this style. I would really like to know the marks of the barrel from this bottling. Rum from the Versailles Still for example, which were bottled in 1988 and 1990, with the mark MEA did clearly smell different from VSG. So it is a Port Mourant similar style. This unfortunately all I can say about this.

Palate: The rum is gentle and burns almost not on the palate. Keep in mind, however, that I prefer high drinking strengths and this also makes my impression very differentl from what another connoisseur might think about this. I taste no sweetness whatsoever. The American white oak was almost dead it seems. I taste the smoke from the nose again and some spices. I do recognize cloves and even chamomile. They are being joined by weak fruit flavours such as papayas. However, these are really weak. I also taste quite weak aniseed aromas, as I do know them from Port Mourant. The rum has a very subtle bitterness. The barrel was probably already used at least once (after its use as a bourbon cask) and could give the rum no more sweetness, but only some bitterness from the wood. I must confess, I'm a little disappointed. The nose had promised me something more.

Finish: The finish starts with smoke and spices. Very briefly some fruits are appearing on the palate. The finish is not strong but rather weak. Apparently the style itself is not very expressive or the barrel was really inactive and gave the rum little to nothing. Perhaps a combination of both causes. In the end some smoke and spices are remaining on the palate. 

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Source: MastersofMalt
Conclusion: A small disappointment. I expected more. I would not pay 70 - € 80 for such a low maturity. This bottling is similar pale and expressionless as the infamous 1998 batch from the Uitvlugt distillery. Although it is not quite really bad, but it is unfortunately also not very atonishing.This onme is miles away from the quality of the old bottlings. Such a rum I could not archieve a high scoring. At least not from me. I do own too many samples of old bottlings from Guyana and had them in the glass. With "old" I meant "long sold" and "released a long time ago". Some 12 years old rum from the PM Still bottled by Bristol were just very good. This style should not be a PM in my eyes. Of course I can be wrong here, but the somewhat weak performance led me to this statement. The typical Port Mourant fruitiness and the wood-anise-combination is very light and weak to be an original rum of this style. 
Of course, I'm just an amateur (bloggers) and no expert, but if a barrel is used for a long time, then it begins not only to give the content some sweetness but also some bitter flavours. It appears this applies also for this bottling. It delivers more tannins than sweetness after a certain period of time. This rum here fit into this picture. I did taste no sweetness at all. But after two sips of this rum you can find a certain amount of bitterness that can only come from the barrel. Whether the style with a more active barrel would have been better? That's hard to say. Maybe. But in this state, the rum is similar to that of the 1998 batch Uitvlugt just a pale fellow who simply does not justify the price it costs. Of course, I am only talking to me as a paying customer. And as such, I would not buy this product, or even suggest it to do so, because it absolutely did not blow me out of the socks. Please keep in mind: The first bottlings from Duncan Taylor were much much better. I wish you all a great weekend! 

Marco

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