Sonntag, 11. Januar 2015

BB&R Demerara Rum Enmore Still (Versailles Still) 1988 19 YO

(the English version is below ; just skip the German part) 

Willkommen zurück auf BAM werte Leser.

Heute ist der englische Abfüller Berry, Bros & Rudd im Rampenlicht. Hierbei handelt es sich um eine alte Abfüllung, die selbst in meiner Anfangszeit 2011 noch gut verfügbar war. Es ist die Rede vom BB&R Demerara Rum Enmore 1988 19 YO.

Zur Abfüllung:

Quelle: masterofmalt.com
Diese Abfüllung kam 2007 auf den europäischen Markt und war dort sehr lange verfügbar. Entweder konnten ihm viele nichts abgewinnen oder die Nachfrage nach diesem Stil war einfach nicht groß. Bei dieser Abfüllung handelt es sich um ein bekanntes Batch. Dieses von 1988 brachte schon einige Abfüllungen hervor. Zu nennen wären hier der Velier Enmore 1988 Full Proof Old Demerara 20 YO, der Bristol Enmore 12 YO (1988 - 2000) und der Bristol Enmore 1988 20 YO (1988 – 2008). Gerade letzterer ist immer noch verfügbar und ist selbst auf der Webseite von Bristol Spirits Limited noch nicht ins Archiv verlegt worden, was noch auf einige Bestände im Lager hindeuten könnte. Auf dem Label des BB&R und der Webseite von Bristol Spirits Limited wird eine Pot Still als Urheber genannt. Ebenso auch auf dem Label vom Velier Enmore 1988 Full Proof Old Demerara 20 YO. Dank Velier ist uns auch der Rumstil bekannt: Es ist M.E.A.. Was genau sich hier dahinter verbirgt ist noch ein Rätsel. Dieser Stil wurde auch im Jahre 1990 im Bulk nach Europa verkauft und brachte schon einige Abfüllungen hervor, darunter ebenfalls ein Velier. Beide mit dem Stil M.E.A. habe ich bereits hier auf BAT vorgestellt. Hinter diesen Stil verbirgt sich die Versailles Single Vat Still (a.k.a. Versailles Single Wooden Pot Still). Laut Luca verkauft DDL keine Rums mehr aus dieser Still im Bulk an andere Händler. Dies bedeutet, das dieser Rum quasi einer der letzten Rums aus der Versailles Still ist. Außer Velier verfügt kein anderer Abfüller über einen direkten Zugang mehr zu diesen Rums, sieht man einmal von Restbeständen in UK einmal ab, die irgendwann einmal auch verschwunden sein dürften. Diese Still wird also nur noch für den Eigenbedarf verwendet, was zwar etwas bedauerlich ist, sieht man sich allerdings den Zustand der Vat Stills und ihrer Rektifikationskolonnen auf diversen Bildern an, dann kann man vielleicht erahnen warum dies der Fall ist.

Referenzmaterial
Gerade der Bristol Enmore 1988 20 YO (1988 – 2008), welcher nun schon seit an die ca. 7 Jahren auf dem Markt immer noch verfügbar ist zeigt, dass entweder die Verdünnung (mit 43%) oder der Stil M.E.A. zu einer nicht gerade großen Beliebtheit geführt hat. Mit 7 Jahren ist er eigentlich fast schon etwas zu lange im Regal, aber wenn es in der Zukunft überhaupt keine alten Demeraras mehr geben wird, dann wird man sich wohl auch über diese Reste einmal kloppen oder höhere Preise zahlen müssen. Was sagt uns das Kürzel M.E.A.? Geschmacklich ist es eine leichtere Variante des Stils V.S.G.. Dieser (V.S.G.) Stil kennzeichnet den „echten“ Versailles-Stil. Beide stammen zwar aus derselben Still, sind aber nicht ein-und dasselbe. Bitte beachten sie dies. Vergleichen sie es am Besten mit einer Flöte. Mit ihr kann man auch unterschiedliche Töne erzeugen, die alle etwas anders klingen. So auch hier. Also M.E.A. ≠ V.S.G.. Alle Klarheiten beseitigt? Wunderbar. Dann war die Einführung ja schon erfolgreich. ;-) 

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Verkostung BB&R Demerara Rum Enmore Still (Versailles Still) 1988 19 YO:

Preis: Der Rum rangierte damals ungefähr zwischen 70-85€, wenn ich mich nicht sehr irre. Viel teurer konnte er damals nicht gewesen sein. 

Alter: Das offizielle Alter beläuft sich auf 19 Jahre. Diese dürfte der Rum wohl in UK oder Schottland „abgesessen“ haben.

Alkoholstärke: Auch hier nichts Weltbewegendes: Der Rum hat eine Standard-Trinkstärke von 46%vol..

Destillationsverfahren: Das offizielle Verfahren ist eine Pot Still. Hier ist die Versailles Vat Still gemeint. 

Farbe: Der Rum hat eine helle Goldton-Farbe. Nach 19 Jahren ist das ein bisschen wenig, was wieder mal auf ein nicht sehr aktives Fass schließen lässt. Aber immerhin ist er dunkler als andere Rums. 

 Viskosität: Der Rum fließt relativ schnell zurück zum Glasgrund. Die Öligkeit ist für 19 Jahre ein wenig verhalten, aber immerhin noch akzeptabel vorhanden.

Nase: Eine angenehme Fruchtigkeit entschwebt dem Glas. Ich erkenne Mangos und reife Papayas. Dazu gesellt sich Raucharomen. Daneben rieche ich auch noch Anis- und Holz. Diese Holzaromen können aber unmöglich allein vom Fass sein. Dafür ist er zu blass. Manchmal wüsste ich zu gern was DDL in die Fermentationsbottiche gibt. Die Süße ist sehr gering, was nicht überrascht, bedenkt man doch die etwas helle Farbe des Rums. Die Grundstruktur des Rums ist eindeutig Enmore. Er erinnert mich an den Velier Full Proof Demerara 1988 20 YO. Ganz versteckt im Hintergrund entdecke ich die mir bekannten Beistiftspäne. Eindeutig ein Rum aus der Versailles Single Vat Still.

Gaumen: Eine feine Süße gepaart mit Kräutern beginnt den Mundraum zu füllen. Wieder erkenne ich Bleistiftspäne. Der Alkohol ist nicht zu dominant und genau richtig. Die Fruchtigkeit ist nun nicht ganz so stark wie zuvor in der Nase, aber dennoch zu erkennen. Auch der Rauch ist wieder mit dabei. Im Hintergrund erkenne ich sogar Andeutungen eines Lagerfeuers. Dieses Aroma ist für mich total untypisch für Enmore. Vielleicht irre ich mich auch nur, aber dieser Geschmack ist für mich eindeutig im Hintergrund präsent. In der Nase war die Ähnlichkeit mit dem Velier Full Proof Demerara 1988 20 YO am größten. Am Gaumen zeigen sich nun doch einige Unterschiede. 

Abgang: Rauch und Gewürze bilden den Anfang des Abgangs. Danach folgen die Bleistiftspäne und herben Kräuter. Langsam verblassen diese Eindrücke immer mehr. Ein Hauch von Anisaromen und Rauch verbleiben am Gaumen. Der Abgang ist leider nicht sehr lange, aber immerhin nicht zu kurz. 

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Quelle: classicrum.com
Fazit: Für mich ist dies eindeutig ein Rum des Stils M.E.A.. Die Ähnlichkeiten sind einfach zu groß. Dieser Stil wird wohl endgültig verschwinden, wenn alle Rums aus 1988 und 1990 abgefüllt wurden. Warum er überhaupt destilliert wurde und was sich hinter den Buchstaben verbirgt ist mir leider nicht bekannt. Lange dachte ich, es hätte etwas mit den Plantagen „Mon Repos“ und „De Eendragt“ (Mon Repos Eendragt A) zu tun. Allerdings wäre auch ein modifizierter Enmore (Modified Enmore A) möglich, welcher angeblich für eine Zeit lang mit der Versailles Still hergestellt wurde, als die Coffey Still außer Betrieb war. Allerdings gibt es hier als Quelle nur den Abfüller Bristol Spirits Limited, welcher sich allerdings widerspricht. Auf dem Backlabel (Rücketikett) des Bristol Enmore 1988 20 YO (1988 – 2008) steht etwas von der Enmore Still, was aber für mich eindeutig die Enmore Coffey Still ist. Auf der Homepage des Abfüllers selbst steht allerdings wiederum eine Pot Still als Urheber, so wie es auch BB&R und Velier angeben (wir erinnern uns: selbes Batch aus 1988). Ist dies also eine Version von Enmore aus der Versailles Still? Leider gibt es hierzu keine weiteren Informationen.

Der Rum selbst ist robust und hat eine gute Qualität. Er ist zwar kein perfekter und runder Rum oder ein Gaumenschmeichler, aber welcher Rum ist schon perfekt? Diese Abfüllung ist vom Markt verschwunden und nur noch der Rum von Bristol ist bisher aus diesem Batch verblieben. Eine gute Nachricht habe ich aber dennoch für sie. Noch gibt es Rums des Stils MEA. Einen dieser frisch auf den Markt gekommenen Rums werde ich demnächst hier auch vorstellen. Es ist ein 24 Jahre alter Rum aus dem Jahrgang 1990. Wenn sie mit dieser Abfüllung vom königlichen Hoflieferanten glücklich waren, dann könnte der erwähnte Rum ebenfalls etwas für sie sein. Rums aus Guyana mit einer zweistelligen Altersangabe und einer 2 an erster Stelle werden wohl nicht mehr so häufig in Erscheinung treten und wenn, dann dürfte meist der Preis schmerzhaft sein. Aber auch Rums aus jüngeren Jahrgängen werden schon zu meist viel zu teuren Preisen angeboten. Bei tropisch gelagerten Rums mit an die 13 bis 17 Jahren und mehr, und damit auch einer doppelten Reifung im Glas, sehe ich dies noch ein, wenn der Preis im dreistelligen Bereich sich befindet. Bei jungen Rums aus europäischer Lagerung ist dies eine Preistreiberei und Zumutung, bedenkt man die meist gedankenlose Lagerung und die daraus resultierenden unreifen oder auch meist zu leichten (charakterlosen) Destillate, welche auf den Markt kommen. Wer verzweifelt genug ist, der soll diese Mondpreise ruhig bezahlen.

Quelle: rumundco.de
Am Gaumen hatte der Stil MEA eine gewisse Ähnlichkeit mit Versailles (VSG). Er ist geschmacklich so etwas wie eine leichtere Version mit mehr Gewürzen Rauch und weniger Kräuteraromen oder Bleistiftspäne. Der Körper des Rums ist definitiv leichter im Vergleich zu Versailles. Nur der DDL-“Brennmeister“ (Master-Distiller) wird hier wohl die feinen Unterschiede wissen und auch ob man eventuell die Fermentation dementsprechend angepasst hat. Allerdings darf man eines hier nicht vergessen werte Leser: Im tropischen Guyana entsteht in der dortigen Reifung etwas ganz anderes als wir es von der europäischen Lagerung her kennen. D.h. die Resultate der Reifung dort und das was man bei DDL unter den Stilen dort kennt ist nicht ganz identisch mit den Rums, wie wir sie hier in Europa gewohnt sind. Einen solchen Einblick in diese Sichtweise kann man leider nur mit tropisch gelagerten Rums bekommen, von denen bei Guyana nur ein Anbieter zur Zeit existiert. Diese Erkenntnis bekam ich als ich einen Rum des Stils VSG mit Tropenlagerung gegen einen desselben Stils mit europäischer Lagerung verglich. Sie waren nicht identisch, obwohl theoretisch das Ausgangsmaterial (sieht man einmal von kleinen Schwankungen der Jahrgänge und Batches ab) dasselbe war. Die dortige Reifung ist einfach schneller und gründlicher, verhindert aber eine längere Reifung, es sei denn sie können mit Extremfällen etwas anfangen, die an die 30 Jahre dort gelagert wurden und damit auf annährend 60 europäische Jahre (!) kommen können. Ich sehe darin keinen Sinn etwas zu Tode zu lagern, aber natürlich macht die Altersangabe 21 oder 25 Jahre auf einer offiziellen Abfüllung mehr Eindruck als schlichte 12 oder 15 Jahre. Vor allem viele die sich mit dieser Thematik der Tropenlagerung nicht auskennen und nur diese niedrige Zahl sehen, assoziieren oft hiermit eine niedrige Qualität. Dies ist in meinen Augen ein Fehler. Wie verwöhnt wir Europäer doch mittlerweile geworden sind, nicht wahr?


Marco

PS Ich möchte hier nicht 'NAS'-Abfüllungen mit einer geringen Reife rechtfertigen, die anhand der Farbe nicht zu erkennen ist (Stichwort: Zuckercouleur) und deren Preise nur Kopfschütteln bei mir hervorrufen. Sei es nun Rum oder Whisky.

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Welcome back to BAT dear readers.

Today the British independent bottler Berry Bros & Rudd is in the spotlight. This is an old filling, which was still readily available when I joined the rum-scene in my early days in 2011. It is the bottling BB&R Demerara Rum Enmore 1988 19 YO.

The Bottling:

Source: masterofmalt.com
In 2007 this bottling was released on the European market and was available there for very long time. Either the content wasn't too good or the demand for this style of rum just was not big enough. This bottling comes from a well-known batch. We already had some rums coming from this year and batch in the past. Worthy of mention are the Velier Enmore 1988 Full Proof Old Demerara 20 YO, the Bristol Enmore 12 YO (1988 - 2000) and the Bristol Enmore 1988 20 YO (1988 - 2008). The latter in particular is still listed among those who are available and is not yet moved to the archive section on the website of Bristol Spirits Limited. This could indicate that there are still bottles left in stock of this particular bottling. On the back label of the BB&R and the website of Bristol Spirits Limited a pot still is mentioned as the official process of distillation. Likewise, on the label by Velier Enmore 1988 Full Proof Old Demerara 20 YO. Thanks to Velier we also know the specific style: It's M.E.A.. What's exactly behind the letters remains a mystery. In 1990 this style of rum was also sold in bulk to Europe and has brought forth some bottlings, also including a Velier. I have already presented both bottlings from Velier with this mark on BAT. Responsible for creating this style of rum was the Versailles Single Vat Still (aka Versailles Single Wooden Pot Still). According to Luca DDL is no more selling any rum made from this Still in bulk to other dealers. This means that this rum is almost one of the last rum from the Versailles still. Except Velier there are no other bottlers with an direct access to these rums, apart from residual stock in the UK, which should be disappear within the next decades. This still is therefore only used for the own El Dorado rum series, which is a bit unfortunate indeed, but if you take a close look at the vat stills and their rectification columns on some of the posted pictures throughout the internet, then maybe you can guess why this is the case. 


Reference material
Just the Bristol Enmore 1988 20 YO (1988 – 2008), who has been on the market now for almost 7 years (6 are more likely) might indicate that either the dilution (43%) or that the style MEA was no particular stunner at all. The availability of 6 to 7 years by now is a bit too long for a rum bottling. But I can imagine newcomers to rum might probably beat themselves desperately in the future in order to get an old demerara bottling like this or will pay heavy price tags in a few decades trying to catch up with the “old guys”. What does the abbreviation MEA tell us? The taste is a lighter version of the style VSG. This (VSG) style was or is the "real" Versailles-style. Although both are made with the same still, but are not one and the same. Please keep this in mind. Compare it best with a flute. With it, you can create different tones, all subtly different from one to another. The same here. So MEA ≠ VSG. Did I eliminate all clarities? Wonderful! Then, the introduction section of this review was already successful. ;-)

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Tasting BB&R Demerara Rum Enmore Still (Versailles Still) 1988 19 YO: 

Price: The rum was ranked approximately between 70-85 € in 2011, if I'm not mistaken. He could not have been much more expensive.

Age: The official age amounts to 19 years. The rum was most-likely (or should I rather say definitely?) stored in Europe for maturation.

ABV: Again, nothing earth shattering. The rum has a standard drinking strength of 46% vol.

Process of distillation: The official method is a pot still. The Versailles Vat Still is meant here.

Colour: The rum has a bright gold color. The barrel must have been not that active. Seems to be perfect for a very long storage but not good enough for a short maturation period.

Viscosity: The rum flows relatively quickly back to the ground of the glass. The oiliness is a little restrained for 19 years, but still acceptable.

Nose: I smell a very pleasant fruitiness in the beginning. I recognize mangoes and ripe papayas. There is also smoke. A lot of. In addition, I smell even aniseed and wood. These wood aromas can not possibly originate alone from the cask. He's too pale. Sometimes I like to know what is in the fermentation vats when their distilling in the Diamond Distillery. The sweetness is very low, which is not surprising considering the bright color of the rum. The basic structure of the rum is clearly “Enmore”. He reminds me of the Velier Enmore Full Proof Demerara 1988 20 YO. Hidden away in the background I also discover pencil shavings marinated in alcohol. Clearly a rum from the Versailles Single Vat Still.

Palate: A subtle sweetness combined with herbs begins to fill the mouth. Again, I realize pencil shavings. The alcohol is not too dominant and just right. The fruitiness is now not quite as strong as it was in the nose, but still recognizable. Also, the smoke is back again. Now that may sond strange, but I can also smell some traces of a bonfire. This flavor is totally uncharacteristic of Enmore to me. Maybe I'm wrong, but this nuances are clearly present in the background. On the nose, the similarity with the Velier Enmore Full Proof Demerara in 1988 20 YO was greatest. On the palate now we have some differences.

Finish: Smoke and spices form the beginning of the finisht. Then the pencil shavings and bitter herbs are back again. These impressions are slowly fading away. A hint of aniseed aromas and smoke remains on the palate. The finish is not very long, but it is not too short.

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Source: classicrum.com
Conclusion: This is clearly a rum of the MEA-style. At least for me. The similarities are just too great. But the smoke is a little bit confusing. This style will probably disappear for good, if all rums from 1988 and 1990 are bottled. Why was he distilled and what is hidden behind the letters? Unfortunately, I do not know it. A long time I thought it might have something to do with the plantations "Mon Repos" and "De Eendragt" (Mon Repos Eendragt A). However, a modified Enmore (Modified Enmore A) would also be possible, which was allegedly produced for a short period of time with the Versailles Still, as the Coffey still was out of service (due to repairs). However, there is only one source for this statement. The bottler Bristol Spirits Limited, which however contradicts itself. On the back label of the Bristol Enmore 1988 20 YO (1988 - 2008) is “the Enmore Still” mentioned. This must be the Enmore Coffey Still. On the homepage of the bottler itself, however, is in turn a pot still mentioned, as also specified by BB & R and Velier (remember: same batch of 1988). So is this a version of Enmore from the Versailles Still? Unfortunately there are no further informations.

The rum itself is solid and has a good quality. He's not a perfect and round rum or an appetizer, but which rum is perfect? This bottling has disappeared from the market and only the rum from Bristol has remained from that batch. The good news is: There are still rums of the style MEA out there. One of these newly rums, which entered the market recently, will soon be introduced here. It is a 24 year old rum from the vintage 1990. If you liked this bottling from Berry Bros & Rudd then you might also like this new one. Rum from Guyana with a two-digit indication of age and 2 in the first place will probably not often appear in the future again and if they do, then they will be expensive. But even younger rums from the Diamond Distillery are often offered at too high prices. I can understand a triple digit price tag when it comes to very old ones with a good quality or when the rums have a tropical maturation (with nearly the double time of the age statement). But I can't agree to such prices when it comes to young rums with a continental maturation in very small amounts (due to the light colour if the rums were not coloured in the first place right after the production in Guyana). Such spirits are silent, unripe and imho not worth of such an heavy price tag. Anyone who is desperately enough to pay for these rums should do so, but I won't.


Source: rumundco.de
On the palate the style MEA had some resemblance to Versailles (VSG). Its taste is something like a lighter version with more spices and smoke, but less herb flavours or pencil shavings. The body of the rum is definitely lighter than Versailles. Only the DDL master distiller may here probably know the subtle differences. However, one must not forget one thing: In the tropical Guyana the rums are becoming something different as they would be with a European / continental storage. This means that the results of the maturation there is not quite the same as the rum, as we are used to consume here in Europe. The same styles are tasting differently. DDL may only know the tropical version of the rums. Unfortunately, such an insight is only given if you buy and taste tropical rums, and by know, only one (independent) bottler is supplying these kind of rums from Guyana. Personally I compared two rums from the VSG-style. One was tropical aged and the other on was a very ripe rum with a continental maturation. They were not identical, although theoretically the basic material (leaving aside small fluctuations of the vintages and batches) was the same. The local maturation is simply faster and more thoroughly, but prevents a longer storage, unless you goal is to create 'beasts' with an extreme flavour profile (such as the Skeldons provide). Those rums would only be for minorities. No distillery would produce such niche-products. They are only used for 'premium-blends' (such as the El Dorado 25YO). Please bear in mind that a tropical age of 30 years means almost a maturation of approximately 60 years (!) in continental climate. You can't avoid a heavy influence from the wood in these years. Besides whats the point in such old age statements? Its simple: A rum with an age statement of 21 or 25 sounds very premium and limited in comparison with younger rums, lets say 12 or 15 years old. Too often younger rums are being equalized with low quality. This flaw in mind ignores the fact of a higher interaction between the wood and the rum inside a barrel in the tropics. Are we Europeans spoiled, aren't we? 

Marco 

PS I'm not justifying expensive 'NAS'-bottlings (regardless of whisky or rum) with a low maturation, which can't be identified by the use of caramel as a colouring matter.

Kommentare:

  1. Danke für das Review, diese Abfüllung interessiert mich schon länger.
    Ich beneide die Leute, die sich schon länger mit Rum beschäftigen. Heute ist es kaum vorstellbar, dass man vor einigen Jahren Rums ohne Probleme zu vernünftigen Preisen kaufen konnte, die heute legendär sind. Wie im Schlaraffenland.

    Einige Fragen zu Enmore:
    1) Wissen Sie etwas über das Mark des gefärbten 1988er Batches, das Isla del Ron und Silver Seal abgefüllt haben?
    2) Ist ein Rum mit dem Mark VSG grundsätzlich ungefärbt?
    3) Cadenhead hat auch Enmore Rum von 1988 , allerdings mit dem Mark AWM. Da mir das MEA Mark früher nicht bekannt war, habe ich hinter allen ungefärbten Pot-Still Enmores von 1988 das Mark AWM vermutet. Wissen Sie, ob die beiden Stile sich ähneln?

    Vielen Dank, dass Sie sich (nicht zum ersten Mal) Zeit für meine Fragen nehmen.

    Artur

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    1. Ihre ersten Sätze habe ich mir im Bezug auf viele alte Abfüllungen der 60er, 70er und 80er auch gestellt, die ich nie zu Gesicht bekam und für immer verschwunden sind. Ich denke jeder Einsteiger denkt sich dies.
      1) Nichts konkretes. Silver Seal beharrt auf die Enmore Coffey Still und ich dachte es war bisher die Versailles Still. Je nachdem was der Ursprung ist gibt es andere Möglichkeiten.
      2) Bisher waren sie es. Aber ich möchte hierzu etwas anmerken: Selbst PM kam schon ungefärbt (1993) und gefärbt vor (1974). Möglich das bisher noch keine anonymer Rum eindeutig identifiziert wurde, der VSG und gefärbt war.
      3) Nur bedingt. Diese schwachen Kräuteraromen von MEA finden sie in AWM fast gar nicht. Was sich hinter AWM verbirgt weiß ich auch noch nicht.

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    2. Dass die Enmore Coffey Still hinter den dunklen 88er Abfüllungen steckt, erscheint mir gar nicht so abwegig. Sie erwähnten ja in Ihrem Review des Diamond 2003 von The Rum Swedes, dass es ein Enmore Coffey Rum sein könnte. Ich habe spaßeshalber Ihre Geschmacksnotizen des 2003ers mit denen des Isla del ron 1988 verglichen und es gibt tatsächlich so einige Ähnlichkeiten: Melasse, Kräuteraromen, schwacher Rauch, Jod. Dazu erschien Ihnen der 88er eher sanft für einen Rum aus der Versailles Still. Die Unterschiede lassen sich vielleicht mit dem Alter und verschiedenen Batches erklären.
      Allerdings habe ich beide Rums nie probiert und leite mir alles aus purem Text her. (Vielleicht WILL ich ja nur, dass der Isla del Ron ein Coffey Rum ist, weil es so wenige davon gibt.)

      Artur

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