(the English version is below, just skip the German part)
Servus und Willkommen auf BAT!
Wieder einmal führt uns unser heutiges Review nach Guyana. Es handelt sich um einen Rum mit Tropenreifung aus dem Hause Velier. Die Rede ist vom Velier Diamond 1996 Full Proof Old Demerara 15 YO. Ein rarer Schatz also und leider auch nicht mehr so häufig in Europa zu finden. Eines kann ich aber schon einmal verraten: Die Suche danach lohnt sich.
Zur Abfüllung:
Einen eindeutigen Rum mit Diamond auf dem Label gab es bereits hier auf BAT. Es war der Velier Diamond 1993 Full Proof Old Demerara 12 YO.
Dieser hatte das Mark <> W (ein W neben einem Diamanten). Was es
genau damit auf sich hat wird wohl nur DDL (Demerara Distillers Limited =
Diamond Distillery) selbst wissen. Die Marks auf den Fässern dieser
Abfüllung trugen die Buchstabenkombination S.V.W.. Auch hier habe ich
aktuell nicht die geringste Ahnung was sich dahinter verbirgt. Es waren
ganze 5 Fässer mit den Nummern 7080, 7081, 7082, 7083 & 7084. Von
Diamond sind mir noch einige weitere Marks bekannt. Der neue Rum Velier
Diamond 1999 15 YO hat <S>, also ein S in einem Diamanten. Auch
habe ich ein Foto mit der Kombination S.S.N. gesehen. Dieses Mark soll
auf den 3 Fässern des zweiten Diamond 1996 gewesen sein.Der Diamond 1981
hatte die Kombination S<W> und ein neuer Blend von Luca Gargano
enthielt Rums aus Diamond von 1995 mit <SV>. Die Unterschiede sind
mir bisher noch nicht klar. Dies sollte uns aber hier weiter nicht
stören. Unter den neuen Rums aus dem Hause Velier waren ursprünglich 8
Abfüllungen aus Guyana. Vier davon verschwanden allerdings schnell
wieder von der Bildfläche und auch von der Webseite von Velier. Einer
dieser war ebenfalls wieder ein Diamond von 1999 und hatte aber genau
dasselbe Mark wie diese Abfüllung von 1996 (SVW). Ich bin gespannt wann
dieser auftauchen wird.
Diese Abfüllung hier hatte einen Nachfolger, welcher nur ein Jahr älter war. Es war der Velier Diamond 1996 Full Proof Old Demerara 16 YO. Da ich den oben erwähnten Rum aus 1993 schon sehr mochte habe ich hier auch schon leider einige Erwartungen an diese Abfüllung. Ich werde mich trotzdem um eine gewisse Objektivität bemühen. Beide Abfüllungen aus 1996 waren tropisch gelagert und dürften also eine sehr gute Reife aufweisen.
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Diese Abfüllung hier hatte einen Nachfolger, welcher nur ein Jahr älter war. Es war der Velier Diamond 1996 Full Proof Old Demerara 16 YO. Da ich den oben erwähnten Rum aus 1993 schon sehr mochte habe ich hier auch schon leider einige Erwartungen an diese Abfüllung. Ich werde mich trotzdem um eine gewisse Objektivität bemühen. Beide Abfüllungen aus 1996 waren tropisch gelagert und dürften also eine sehr gute Reife aufweisen.
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Verkostung Velier Diamond Full Proof Old Demerara 1996 15 YO:
Preis:Für
meine Flasche bezahlte ich noch 112€ ohne Versandspesen. Dies ist
allerdings schon etwas her. Damals gab es den Rum noch bei einigen
Quellen. Meine Flasche stammte aus Frankreich.
Alter:Der Rum wurde 1996 destilliert. Abgefüllt wurde er im Februar 2011. Das offizielleAlter beläuft sich auf 15 Jahre im tropischen Klima Guyanas.
Alkoholstärke:Die volle Fassstärke dieses Rum beträgt noch ganze 64,6%vol. Ich werde einen Teil davon auf ca. 50% herab verdünnen.
Destillationsverfahren:Das offizielle Verfahren ist eine Coffey Still.
Farbe:Der Rum erstrahlt in sehr dunklem Bernstein. Die Reifung hat ihn sichtlich bereichert.
Viskosität:Der Rum bildet einen fast vollständigen dicken Film an der Glaswand. Nur vereinzelt bleiben dicke Tropfen in Zeitlupe daran haften. Die Öligkeit ist für 15 Jahre in den Tropen angemessen.
Nase:Der
Alkohol brennt angenehm in der Nase. Dieser wird von feinen
Vanillearomen durchzogen und durch braunen Rohrohrzucker leicht süßlich
garniert. Ich vernehme auch Früchte, wie Aprikosen und flambierte
Bananen. Nach einer Weile gesellen sich Spuren von süßlichem Karamell
und Anisaromen dazu. In Hintergrund verweilen etwas versteckt die
Holzaromen, verursacht von 15 Jahren Reife in den Tropen. Aber ich
rieche keinerlei Bitterkeit. Die leichte Süße der amerikanischen
Weißeiche hat den Rum zu einem leckeren Kunstwerk gemacht. Ich rieche
auch eine Spur Rauch und Jod. Taucht man die Nase tief ins Glas wird man
regelrecht von diesen Aromen bombardiert. Auch Tabakblätter sind in
diesem wunderbaren Mix enthalten. Ein ganz leckerer Rum!
Mit Wasser beginnt der Rum sich nun etwas weiter zu öffnen. Der Alkohol hat spürbar in der Nase nachgelassen. Ich rieche süßliche Früchte wie Papayas, Aprikosen, wieder die flambierten Bananen und diesmal auch einen Hauch von Orangen. Diese letzten Aromen sind mir auch schon beim Velier Diamond Full Proof Old Demerara 1993 12 YO aufgefallen. Sie sind wohl nicht ungewöhnlich für ursprüngliche Rums aus Diamond. Wieder rieche ich Karamell und braunen Rohrohrzucker. Auch Gewürze wie Nelken und Zimt sind enthalten. Versteckt in diesem ganzen Mix sind auch wieder Anisaromen. Die Rauchigkeit hat ein wenig nachgelassen. Minimal ist wieder Jod mit dabei. Dieses mal rieche ich auch ein wenig Melasse.
Alter:Der Rum wurde 1996 destilliert. Abgefüllt wurde er im Februar 2011. Das offizielleAlter beläuft sich auf 15 Jahre im tropischen Klima Guyanas.
Alkoholstärke:Die volle Fassstärke dieses Rum beträgt noch ganze 64,6%vol. Ich werde einen Teil davon auf ca. 50% herab verdünnen.
Destillationsverfahren:Das offizielle Verfahren ist eine Coffey Still.
Farbe:Der Rum erstrahlt in sehr dunklem Bernstein. Die Reifung hat ihn sichtlich bereichert.
Viskosität:Der Rum bildet einen fast vollständigen dicken Film an der Glaswand. Nur vereinzelt bleiben dicke Tropfen in Zeitlupe daran haften. Die Öligkeit ist für 15 Jahre in den Tropen angemessen.
Mit Wasser beginnt der Rum sich nun etwas weiter zu öffnen. Der Alkohol hat spürbar in der Nase nachgelassen. Ich rieche süßliche Früchte wie Papayas, Aprikosen, wieder die flambierten Bananen und diesmal auch einen Hauch von Orangen. Diese letzten Aromen sind mir auch schon beim Velier Diamond Full Proof Old Demerara 1993 12 YO aufgefallen. Sie sind wohl nicht ungewöhnlich für ursprüngliche Rums aus Diamond. Wieder rieche ich Karamell und braunen Rohrohrzucker. Auch Gewürze wie Nelken und Zimt sind enthalten. Versteckt in diesem ganzen Mix sind auch wieder Anisaromen. Die Rauchigkeit hat ein wenig nachgelassen. Minimal ist wieder Jod mit dabei. Dieses mal rieche ich auch ein wenig Melasse.
Der Alkohol ist diesmal wesentlich sanfter am Gaumen. Wieder schmecke ich süßen Rohrohzucker, welcher beinahe untrennbar mit Karamell und Anis verwoben ist. Dazu kommt eine gute Spur Tabak, Rauch und dieses mal schmecke ich die Fruchtaromen einen Tick deutlicher. Ich erkenne aber leider nur überreife Papayas und ganz minimal vorhandene Orangenaromen. Dazu kommen wieder dunkle Gewürze wie Nelken und ein Hauch von Zimt. Nach einigen weiteren Sekunden lässt die Süße komplett nach und ich schmecke nun wieder Jod und Spuren von Melasse. Dieser Rum schmeckt wie Weihnachten. Nur die Tabakaromen erinnern einen daran, dass es sich hier um ein karibisches Produkt handelt.
Abgang:Brauner Rohrohrzucker, vermischt mit Karamell und Anisaromen bilden den Anfang. Dann folgen schnell Nelken, ein Hauch von Zimt und Jod. Der Abgang ist weder süß noch bitter. Nach einiger Zeit verbleiben nur noch leichte Butteraromen, vermischt mit Anis, Tabak und einer ganz schwachen Fruchtigkeit am Gaumen. Sind das Orangen? Der Abgang ist lang anhaltend und kommt nicht zu kurz. Ganz minimal schmecke ich auch Kräuter. Nach 10 Minuten habe ich den Rum noch immer voll im Mund und er macht keine Anstalten zu verschwinden.
Wieder startet der Abgang mit braunem Rohrzucker vermischt mit Anis. Dunkle Gewürze halten kurz danach Einzug am Gaumen und bringen eine leichte Süße mit sich. Ich schmecke schwach Kräuter und Orangenaromen. Auch Zimt und Nelken kann ich wieder erkennen. Auch hier ist der Abgang lang anhaltend und die Geschmacksaromen verändern sich nur noch minimal, bis sie ganz verblassen.
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Ich denke eine noch längere Reifezeit in den Tropen hätte den Rum mehr geschadet als genützt. Angesichts der hohen Verdunstungsverluste sehe ich auch keinen Sinn dort Rums bis zu 30 Jahre oder mehr zu lagern. Die Ergebnisse sind sehr extrem und werden auch meist nur als Grundbasis für Blends verwendet. Um jungen Rums mit wenig Reife quasi etwas auf die Sprünge in Sachen Geschmack zu helfen. Mir kommen wie immer die Tränen wenn ich daran denke, dass Rums wie diese hier in Blends verschnitten werden und somit eigentlich total untergehen. Mag das Blenden auch noch so eine große Kunst sein, vor der ich zwar großen Respekt habe, aber ich dennoch mit den Ergebnissen oft nichts anfangen kann. Die Nachricht das man in der heißen Karibik nicht einmal weiß, dass man im kalten Europa auch mal gern Fassstärke trinkt und sich gerade ein zarter Trend am Horizont der Abfüllungen in dieser Hinsicht abzeichnet, stimmt mich da nicht gerade optimistischer. Dies ist und bleibt vorerst ein Nischenmarkt. Fast alle hochprozentigen Sachen aus der Karibik sind nur als Basis für Cocktails gedacht. Die Diskrepanz zwischen Karibik und Europa ist also nicht nur geografisch sondern auch geschmacklich begründet. Ich sehe hier auch keine Tendenz, dass sich dies in der Zukunft ändern wird. Viel zu oft werden heute noch Destillate mit einem hohen Alkoholgehalt mit billigen Fusel in Verbindung gebracht. Von jener billigen Qualität ist dieser Rum hier meilenweit entfernt. Ich wünsche euch allen noch einen schönen Sonntag!
Marco
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Hello and welcome to B.A.T.!
Once again I want to present you a rum from Guyana. It is a rum with a tropical maturation and it was bottled by Velier. It's the Velier Diamond 1996 Full Proof Old Demerara 15 YO. A rare gem and therefore nowadays not commonly found in Europe. But I can tell you this in advance: the quest for it is worth the effort.
The Bottling:
The origins of the old Diamond plantation can be traced back to John Carter. In 1753 lot
number 10 was granted to this man. It was located on the east bank of
the Demerara river. A old map dated back to 1759 marked it as a sugar
plantation. Over the decades the sugar factory on this plantation took
over several neighbouring plantations, even on the west bank. Among
those were Farm, Peter's Hall and Providence. In the 20th
century the distillery was finally separated from the sugar factory and
thus survived until today. Many of the other distilleries in British
Guiana just disappeared if the corresponding factory or the sugar mill
ceased its operation. Sugar production and rum were inseparable for a
very long time. One of the first distilleries in the British West
Indies, which was independent from this sugar manufacturing process, was
the West Indies Rum Distillery (est. 1893) on Barbados. The required
molasses was simply bought on the local market. An important role in
British Guiana played the centralization process among the major
manufacturers such as Sandbach, Parker & Company and Booker Bros,
McConnell & Company. Efficiency and rationalization was the key to
survive on the market. So much for history.
Once again I want to present you a rum from Guyana. It is a rum with a tropical maturation and it was bottled by Velier. It's the Velier Diamond 1996 Full Proof Old Demerara 15 YO. A rare gem and therefore nowadays not commonly found in Europe. But I can tell you this in advance: the quest for it is worth the effort.
The Bottling:
Among the new releases in 2014 bottled by Velier were originally 8 bottlings from Guyana. However, four of which quickly disappeared from their official website. One of these was a Diamond from 1999 with the same marks on the barrel like the vintage from 1996: S.V.W.. I am eager to get my hands on a bottle or at least a sample of this rum. Today's bottling had a successor. It was the Velier Diamond 1996 Full Proof Old Demerara 16 YO. Same style and same mark. I very much liked the above mentioned Diamond from 1993. So, I have high expectations on this one. But anyways, I'll try to remain neutral while tasting this bottling. Both Diamond bottlings (1996) matured in the tropic climate in Guyana and should therefore have a very good maturity. Maybe even a bit too much, but we will see.
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Tasting Velier Diamond Full Proof Old Demerara 1996 15 YO:
Price:I paid €112 excluding shipping charges. That was in 2013.
Age:The rum was distilled in 1996 and then bottled in February 2011. The official age is 15 tropical years in Guyana.
ABV:The cask strength of this rum is at 64.6% vol. I will dilute a portion of it down to ca. 50% to see what happens.
Process of distillation: The official method is a Coffey still.
Colour:The Rum shines in a very dark amber. Now this might come from the maturation alone but I know the tradition of colouring the rums in Guyana.
Viscosity:The rum forms an almost complete thick film. Only a few big drops remain after a few seconds while moving down in slow motion. The oiliness is appropriate for 15 years in the tropics.
With water the rum has opened up a little bit. The alcohol has worn off considerably in the nose. I smell sweet fruits like papaya, apricots, bananas flambé again and this time also a hint of orange. Now these oranges are reminding me of the Velier Diamond Full Proof Old Demerara 1993 12 YO. Probably not uncommon for original rums from Diamond, but who knows. Again, I can smell caramel and brown cane sugar. Also spices like cloves and cinnamon. Hidden in this whole mix are again aniseed aromas. The smokiness has eased a bit. Also the iodine. This time I smell molasses too.
The alcohol is much gentler this time on the palate. Again I taste sweet raw cane sugar flavours, which are almost inextricably intertwined with caramel and anise. In addition a good portion of tobacco and smoke are joining the mix. This time I also taste the fruit flavours a bit clearer. But unfortunately I recognize only mature papayas and quite minimal existing orange flavours. Spices like cloves come back and a touch of cinnamon is coming foward. After a few more seconds the sweetness is completely gone and now I taste iodine and trace amounts of molasses. This rum tastes like Christmas. Only the tobacco flavours are reminding you that this is a Caribbean product.
Finish:Brown cane sugar, mixed with caramel and aniseed aromas form the beginning. Then cloves, cinnamon and a hint of iodine are following. The finish is neither sweet nor bitter. After some time only a little butter flavour, mixed with anise, tobacco and a very faint fruitiness remains on the palate. Are there oranges too? The finish is relatively long lasting and not too short. I taste quite minimal and herbs. After 10 minutes I had the rum still fully in the mouth.
Again, the finish starts with brown cane sugar mixed with aniseed. Spices like cinnamon and cloves with a little bit of sweetness are following. I taste weak herbs and orange flavours. Again, the finish is relatively long lasting and the flavours change only minimally until they fade out completely.
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I think a longer maturation in the tropics would have done more harm than good to the rum. Given the high evaporation losses I also see no point in storing rums for up to 30 years or longer. The results are extreme in every way, would be pretty expensive and are usually used only as a basic level for blends anyway. It gives younger rums a little bit of flavour and is pimping them overall up. Like every time when tasting such rare rums from DDL my eyes are filled with tears when thinking about their disappearance in meaningless blends. I do know that blending is an art, but the outcome is (for me) mostly somewhat boring and diluted down or drown to death. Word has reached me a few days ago, that the distillers in the Caribbean have no idea about cask strength rums being sold in Europe. I should not have been surpised and yet I was. Have they never looked to the whisky market? The discrepancy between the Caribbean and the Europe is therefore justified not only geographically but also in taste.
Yes there is just a faint trend emerging on the horizon, manifested by the increasing numbers of such cask strength rums bottled in 2014. But I guess the demand is far too low. I do know that I'm buying on a niche market and I have earned more than a few skeptical views from people when I was talking about one of my favourite hobby's. Almost all high-proof stuff are intended as a base for cocktails. The mere thought of sipping such stuff is too much for many people. At least the majority I know behaves this way. An aged spirit in a high strength like this is miles away from such cheap stuff. As is the price. The choice is yours. I wish you all a good Sunday!
Marco
PS This is my first try of a dual review in two languages. Lets see how it works. Sry for the bad English guys. :p
PPS Corrected a mistake concerning the second rum from 1996. The mark was not SVW. It is SSN.
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