Samstag, 13. Februar 2021

Rum Artesanal Diamond Distillery VSG 2004 16YO

(the English part is below, just skip the German part)


Servus Leute.

Nach einiger Abwesenheit gibt es mal wieder ein Review von mir. Ich bin immer noch am Arbeiten des nächsten Updates, welches ich so schnell wie möglich fertigstellen will. Verzeiht mir also die langen Wartezeiten. Es ist der zweite Rum dieses Abfüllers auf B.A.M. und ich habe mir reiflich überlegt, wem ich diese Ehre zu teil werden lassen sollte. Natürlich fällt meine Wahl auf den Demerara Rum. Das heutige Review handelt vom Rum Artesanal Diamond Distillery VSG 2004 16YO.

Zur Abfüllung:

Letztes Wochenende gab es ja die ersten drei Abfüllungen für dieses Jahr von RA. Bevor die Rums online überhaupt zu kaufen waren, bekam ich von ganz unerwarteter Seite drei Samples dieser Abfüllungen. Ein herzliches Dankeschön noch einmal an dieser Stelle! Was soll ich schreiben? Das Release letztes Wochenende war ein kleines Lehrstück und eine sehr interessante Erfahrung für mich. Das es so kam hatte ich ja schon geahnt. Eines vorweg: ich kenne alle drei Rums und einen davon konnte ich nicht käuflich erwerben und den brauche ich auch nicht unbedingt. Dennoch war es äußerst lehrreich. Mit meinem Fokus auf Guyana seit meinem Artikel über die dortigen Zuckerfabriken und ihren Brennereien, war die Wahl, welchen der drei Rums ich vorstellen sollte, eigentlich im Vorfeld schon entschieden. Deswegen das „natürlich“ im obigen Satz der Einleitung. Ich habe einige VSG-Rums als Samples oder als Reste von geöffneten Flaschen. Schließlich habe ich zu Beginn alles geöffnet was ich gekauft habe. Auch die mittlerweile sündhaft teuren Veliers. Leider war der Versailles Full Proof Old Demerara Rum 1998 9YO mit 46,5%vol damals schon knapp vorhanden und bei Oldwhisky rasch verschwunden. Über Umwege bekam ich dann ein Sample. Den Versailles des 1. Releases der Rare Cask Collection habe ich mir nie gekauft. Hört man VSG, dann denken viele vielleicht als erstes an den Duncan Taylor Enmore Distillery 1985 27 YO mit 52,5%vol. Mir kam dieser auch zuerst in den Sinn, wenn es um passende Vergleiche bei einem Tasting geht, habe mich aber zuerst nicht hierfür entschieden. Warum? Das Färbemittel. Dieser Rum ist zu 100% gefärbt worden und dieses Mittel beeinflusst den Geschmack dramatisch. Der Duncan Taylor hat diese nicht, also wäre ein Vergleich damit eigentlich nur interessant, wenn man herausfinden will, wie viel von VSG durch die Färbung noch zu schmecken ist. Andere gefärbte Kandidaten wären der Cadenhead Dated Distillation Enmore Distillery REV 1994 11 YO mit 70%vol. oder der Rum Artesanal Enmore Distillery (VSG?) 1994 26YO mit 51,4%vol. Vom Ersteren habe ich allerdings kein Sample mehr, da ich den letzte Rest meines Bestandes den Jungs in Fresendelf im Jahre 2018 bei meiner Abreise hinterließ und der Letztere ist mir komplett entgangen, da ich zu tief in historischen Nachforschungen verstrickt war. So komme ich leider doch auf den Duncan Taylor zurück, aber nur um zu erfahren, wie viel von VSG man wirklich noch erkennen kann. Diese Abfüllung (Cask No. 79) war mindestens 164 Liter stark. Es ist nicht wirklich relevant, aber dennoch interessant zu wissen. Noch eines vorweg: Weder das Sample, welches ich bekam, noch der „Hype“ um diesen Abfüller, haben einen Einfluss auf mich. Diesen Rum wollte ich nach meinen bisher gemachten Erfahrungen mit Demeraras ohnehin kaufen. Wer mehr zur Historie der Brennereien Guyanas wissen will, den verweise ich auf meinen Artikel von 2015. Und nun lasst uns endlich mit der Verkostung beginnen.

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Verkostung :

Preis: Meine wenigen Flaschen rangierten zwischen 78 und 80€. Je nach Shop variierte der Preis ein wenig.

Alter: Der Rum wurde im Juli 2004 gebrannt und im Januar diesen Jahres abgefüllt. Das offizielle beläuft sich nach Adam Riese auf 16 Jahre.

Alkoholstärke: 58,2%vol.

Destillationsverfahren: Hergestellt wurde dieser Rum in der Single Wooden Vat Still mit nachgeschaltetem Rektifizierer der ehemaligen Zuckerfabrik Versailles am Ufer des Flusses Demerara, wo sich heute die letzte Brennerei Guyanas befindet.

Farbe: Starkes Braun mit rötlichen Reflexen im Sonnenlicht.

Viskosität: Sehr ölig. Dies liegt allerdings nicht nur am Rum selbst, sondern auch am Färbemittel, welches man in Guyana 2004 hinzufügte.

Nase: Ich habe den Rum eine gute Stunde abgedeckt atmen lassen. Einige Rums profitieren von dieser langen Zeit. Lasst uns nun sehen ob dieser VSG ebenfalls an Profil gewinnt. Ein vertrauter Geruch von Melasse und Pflaumen entströmt dem Glas. Etwas weiter entfernt rieche ich schwach Vanille, altes Leder und Holz. Die Aromen verschwinden allerdings rasch nach dem Entfernen des Glasdeckels. Benetzt man das Glas erneut mit Rum, dann sticht zuerst der Alkohol in der Nase. Dann erkennt man Melasse, Pflaumen, Jod und Anis. Jetzt kann man ganz schwach Kräuter erkennen. Hier zeigt sich das ursprüngliche Profil von VSG vor der Färbung. Die Kräuter gewinnen an Dominanz im Glas. Thymian? Nach und nach kommen andere Gerüche zum Vorschein. Rauch, wie der eines Lagerfeuers, dazu wieder Leder und Tabak. Der dominanteste Geruch ist aber nach wie vor die Melasse, vermischt mit Pflaumen und dazu Anis mit nicht näher erkennbaren Kräutern. Dieser Mix aus Melasse und Pflaumen erinnert mich an andere Rums aus Enmore. Die Vanille ist am ehesten nach einem Schwenk des Glases zu erkennen, sobald der Alkohol schwächer wird. Allerdings wird sie rasch von anderen Gerüchen verdrängt. Tief im Glas wird die Nase mit Jod, Melasse und Anis bombardiert. Der Rum kommt nur langsam in fahrt. Lässt man ihn lange atmen, dann erkennt man zwar sein volles Potenzial, aber die Eindrücke verschwinden rasch nach dem Abnehmen des Glases.

Gaumen: Zuerst fluten Melasse, Rauch und Jod den Mundraum. Dann brennt der Alkohol sanft am Gaumen. Dann folgen Holz, Kohle und Nelken. Der Alkohol verschwindet rasch. Kurz huschen Kräuter über die Zunge, bevor die Melasse, mit Pflaumen, Leder und Tabak diese wieder verdrängt. Beim zweiten Schluck mehr Rauch, Holzkohle und sehr dominant Melasse. Dann endlich kommen wunderschöne Kräuteraromen zum Vorschein. VSG. Maskiert hinter all den Geschmackskomponenten der Färbung. Dann Leder, Rauch, Holzkohle und Anis. Die Kräuter werden schwächer und die Färbung übernimmt wieder die Führung am Gaumen. Tabak, altes Holz und Rauch umschmeicheln die Zunge. Beim dritten Schluck mehr Melasse, dieses mal mit ebenso dominanten Kräutern und Anis. Dann brennt wieder der Alkohol. Beim Abflauen wieder Rauch, Holzkohle und ein Hauch von Pflaumen, Nelken und Anis. Der Rauch ist dieses Mal stärker ausgeprägt und brennt auf der Zunge. Der Rum ist sehr ölig, mundfüllend und fühlt sich im vergleich zu anderen Rums schwer auf der Zunge an. Am Ende nur noch Nelken, Anis und Kräuter. Dieser Rum verfügt weder in der Nase noch am Gaumen über eine nennenswerte Süße. Er ist wuchtig, trotz der geringen % und sehr mundfüllend. Das Brennen des Alkohols ist angenehm, aber dieses Statement ist mit Vorsicht zu genießen, da ich fassstarke Rums bevorzuge. Die Qualität reicht an einige alte Rums aus 1988 heran. Gerade die Melasse, Rauch, Jod und Holzkohle Kombination könnte einige Genießer abschrecken.

Abgang: Der Abgang beginnt mit Rauch, Holz und Kräuter. Dann kommen Nelken und Anis. Nach dem zweiten Schluck etwas stärkere Kräuteraromen, dann Rauch, Holz und Anis. Nur kurz ist Melasse zu schmecken. Am Ende verweilt ein Hauch von Rauch und Kräutern am Gaumen. Beim dritten Schluck Anis, Nelken, Leder, Toffee und wieder Rauch, der immer weiter aufdreht. Am Ende verweilt ein Hauch von Anis und Nelken am Gaumen. Der Rum ist trocken und regt den Speichelfluss gut an. Auch im Abgang gibt es keinerlei Süße.


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Fazit: Der Gaumen ist eindeutig besser als die Nase, die sehr verhalten startet. Dieser Rum braucht Zeit, wenn man die vollen Facetten des Geruchsprofils erkennen will. Der Geschmack hat mich doch an einige Rums erinnert. Da wären die Enmores aus 1988, wie der Renegade Enmore Distillery 1988 19 YO (Chateau Latour Finish) mit 46%vol. und der Isla Del Ron Guyana (Enmore Distillery) 1988 25 YO mit 52,6%vol. Alle haben eines gemeinsam: Sie hatten eine Färbung hinter sich. Und zumindest vom Renegade wissen wir: das Batch war ebenfalls mit der Versailles Vat-Still hergestellt worden. Also vielleicht auch ein gefärbter VSG? Der Eindruck drängt sich geradezu auf, da beide sehr ähnlich sind. Zugegeben: Der Renegade hatte nur „schlappe“ 46%vol und ein Fass-Finish. Aber die Ähnlichkeiten sind sehr groß. Der Vergleich mit dem Duncan Taylor Enmore Distillery 1985 27 YO mit 52,5%vol. war insofern interessant, da man sehr gut „sehen“ kann, wie sehr die Färbung das Geschmacksprofil beeinflusst, ja sogar verzerrt hat. Sie sind unterschiedlich wie Tag und Nacht und das kann man hier auch beinahe wörtlich verstehen, wenn man die Flaschen, falls vorhanden, aneinander stellt. Ein Vergleich mit dem Cadenhead Dated Distillation Enmore Distillery REV 1994 11 YO mit 70%vol. wäre von unschätzbarem Wert gewesen, aber da ich mein letztes Sample 2018 meinen Freunden hinterließ, kann ich kein Crosstasting durchführen. Natürlich erinnere ich mich noch einigermaßen an den Geschmack. Er war kraftvoll am Gaumen und trocken im Abgang. Aber einzelne Nuancen? Keine Chance. Er schmeckte definitiv auch nach Melasse. Aber ich traue Erinnerungen nicht gern, da sie die negative Eigenschaft haben, etwas schöner oder romantischer darzustellen, als es tatsächlich war. Vielleicht kann dieser Vergleich von meinem ehemaligen Blogpartner Flo durchgeführt werden, da er den dazugehörigen Rum von RA noch besitzen sollte, falls er es nicht schon längst getan hat. Ich vermute einmal, dass beide Rums (REV und VSG) im gefärbten Zustand sehr ähnlich schmecken müssten, wenn sie nicht sogar ein- und dasselbe sind. Für das Geld konnte man jedenfalls nicht meckern. Ich bereue den Kauf meiner wenigen Flaschen nicht wirklich. Ich bin froh sie zu besitzen. Auch möchte ich Dominik Marwede an dieser Stelle gratulieren. Bisher waren die von mir verkosteten Rums von RA auf gutem bis hohem Niveau. Auf den Hype-Train will ich aber dennoch nicht aufspringen. Auch Duncan Taylor legte damals, im Jahr 2012, einen fulminanten Start mit seinem ersten Release hin. Aber danach kam lange nichts Gutes mehr von diesem Abfüller. Ich bleibe also weiterhin skeptisch und versuche objektiv das Ganze zu betrachten. Deswegen werdet ihr hier auch keine überschwänglichen Wertungen sehen. Vielleicht wäre meine Bewertung ein bisschen höher ausgefallen, wenn ich ein Crosstasting mit dem REV hätte durchführen können, wer weiß? Und falls das in all diesen Worten untergegangen sein sollte noch einmal in Kurzform: Der Rum ist auf einem hohen Niveau. Jeder der diese Flaschen gekauft hat sollte sich glücklich schätzen sie zu besitzen. Jeder Neuling, der diesen Rum im Glas hat, kann nun erahnen, wie die alten Wuchtbrummen aus 1988 von Enmore geschmeckt haben. Es ist geschmacklich in meinen Augen derselbe Stil, d.h. VSG gefärbt.

Ich möchte mich bei allen Lesern dieses Blogs im übrigen entschuldigen. Ihr habt wahrscheinlich auf mehr Reviews gehofft, als ich seit meiner Rückkehr bisher geliefert habe. Ich sehe es ja an den Klick-Zahlen jedes Wochenende. Mir tut es leid für alle die den Blog am Wochenende laden und keinen neuen Post vorfinden. Meine „Inaktivität“ hat seinen Grund. Einen den ich noch nicht im Detail erklären kann. Während ihr diesen Text lest bin ich wahrscheinlich schon wieder am Schreiben. Ich hoffe, dass ihr das Resultat bald lesen könnt. Ich bitte euch um Geduld. Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag und beste Gesundheit. Passt auf euch auf!


Marco Freyer

(91/100)


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Hello folks.

Here comes another review after some time of absence on this blog. I'm still working on the next update for B.A.M., which I want to finish as soon as possible. So please forgive me the long waiting time. It is the second rum from this bottler on B.A.M. and I have thought very carefully about which rum I should give this honor. Of course, my choice falls on the Demerara Rum. Today's review is about the Rum Artesanal Diamond Distillery VSG 2004 16YO.

The Bottling:

Last weekend there were the first three bottlings for this year from RA. Before the rums could even be bought online, I received three samples of these bottlings from a completely unexpected source. Many thanks again at this point! What should I write? The release last weekend was a little lesson and a very interesting experience for me. I had already suspected that this would happen. First of all: I know all three rums and I couldn't buy one of them and I don't necessarily need this one. Still, it was extremely educational. With my focus on Guyana since my article about the local sugar factories and their distilleries, the choice of which of the three rums to introduce was actually decided in advance. Hence the “natural” in the above sentence of the introduction. I have some VSG rums as samples or as leftovers from opened bottles. After all, I opened everything that I bought at the beginning of my "rum-career". Even the now sinfully expensive Veliers. Unfortunately, the Versailles Full Proof Old Demerara Rum 1998 9YO with 46.5% vol was already scarce at that time and quickly disappeared from Oldwhisky. Then, by pure luck, I got a sample. I never bought the Versailles of the 1st release of the Rare Cask Collection. When you hear VSG, many of you may think first of the Duncan Taylor Enmore Distillery 1985 27 YO with 52.5% ABV. This came to my mind first when it comes to making a cross-tasting, but then I decide at first not for such a comparison. Why? The colouring. This rum is 100% coloured and this agent affects the taste dramatically. The Duncan Taylor doesn't have it, so comparing them would only be interesting if you want to find out how much VSG can still be tasted due to the colouring. Other coloured candidates would be the Cadenhead Dated Distillation Enmore Distillery REV 1994 11 YO with 70% abv or the Rum Artesanal Enmore Distillery (VSG?) 1994 26YO with 51.4%abv. I don't have a sample of the former, however, because I left the rest of my sample to "my boys" in Fresendelf when I left in 2018 and the latter has completely escaped me because I was too deeply involved in historical research. So unfortunately I come back to the Duncan Taylor, but only to find out how much of VSG you can really still "see" (ie taste). This bottling (Cask No. 79) was at least 164 liters strong. It's not really relevant, but still interesting to know. One more thing in advance: Neither the sample I received nor the "hype" surrounding this bottler have an impact on me. I wanted to buy this rum anyway after my previous experiences with Demeraras. If you want to know more about the history of the Guyanese distilleries, I refer you to my article from 2015. And now let's finally start with the tasting.

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Tasting :

Price: My few bottles ranged between € 78 and € 80. The price varied a little depending on the shop.

Age: The rum was distilled in July 2004 and bottled in January of this year. According to Adam Riese, the official age is 16 years.

ABV: 58,2%abv.

Process of distillation: This rum was produced in the Single Wooden Vat Still in connection with a rectifier from the former Versailles sugar factory on the left banks of the Demerara River, where Guyana's last distillery (Diamond Distillery on the right bank) is now.

Colour: Strong brown with reddish reflections in the sunlight.

Viscosity: Very oily. This is not only due to the rum itself, but also to the colouring, which was added in Guyana in 2004.

Nose: I let the rum breathe for over an hour covered under a glass-lid. Some rums benefit from this long time. Now let's see if this VSG also gains in profile. A familiar smell of molasses and plums emanates from the glass. A little further away I smell faint vanilla, old leather and wood. However, the aromas disappear quickly after removing the glass lid. If you wet the glass with rum again, the alcohol stings your nose at first. Then you can recognize molasses, plums, iodine and aniseed. Now you can smell herbs very faintly. This shows the original profile of VSG before the rum was coloured. The herbs gain dominance in the glass. Thyme? Gradually, other smells do emerge. Smoke like that of a campfire, plus leather and tobacco. The most dominant smell, however, is still the molasses, mixed with plums and aniseed with herbs that are not clearly recognizable. This mix of molasses and plums reminds me of other rums from Enmore. The vanilla is most likely to be recognized after swiveling the glass, as soon as the alcohol becomes weaker. However, it is quickly displaced by other smells. Deep in the glass, the nose is bombarded with iodine, molasses and anise. The rum takes off slowly. If you let it breathe for a long time, you will recognize its full potential, but the impressions quickly disappear after removing the glass.

Palate: First, molasses, smoke and iodine flood the mouth. Then the alcohol burns gently on the palate. Then wood, coal and cloves. The alcohol disappears quickly. Herbs briefly flit across the tongue, before the molasses, with plums, leather and tobacco, displaces them. With the second sip more smoke, charcoal and very dominant molasses. Then finally wonderful herbal aromas are emerging. VSG. Masked behind all of the flavor components from the colouring. Then leather, smoke, charcoal and anise. The herbs become weaker and the colouring takes over again on the palate. Tobacco, old wood and smoke caress the tongue. With the third sip more molasses, this time with equally dominant herbs and aniseed. Then the alcohol burns again. When the smoke subsided again, charcoal and a hint of plums, cloves and aniseed. The smoke is more pronounced this time and burns on the tongue. The rum is very oily, mouth-filling and feels heavy on the tongue compared to other rums. In the end only cloves, aniseed and herbs. This rum has neither a noteworthy sweetness in the nose nor on the palate. It is massive, despite the low percentage, and very mouth-filling. The stinging of the alcohol is pleasant, but this statement should be taken with caution as I prefer rums in cask-strength. The quality comes close to some old rums from 1988. Especially the molasses, smoke, iodine and charcoal combination could put off some connoisseurs.

Finish: The finish begins with smoke, wood and herbs. Then come cloves and aniseed. After the second sip, slightly stronger herbal aromas, then smoke, wood and aniseed. Molasses can only be tasted briefly. At the end, a hint of smoke and herbs lingers on the palate. With the third sip, anise, cloves, leather, toffee and again smoke that keeps turning up. At the end, a hint of aniseed and cloves lingers on the palate. The rum is dry and stimulates the flow of saliva well. There is also no sweetness in the finish.

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Conclusion: The palate is clearly better than the nose, which starts off very slowly. This rum takes time if you want to recognize the full facets of the odor profile. The taste reminded me of some old rums. The old Enmores from 1988 for example, like the Renegade Enmore Distillery 1988 19 YO (Chateau Latour Finish) with 46% abv and the Isla Del Ron Guyana (Enmore Distillery) 1988 25 YO with 52.6%abv. They all have one thing in common: they had received a colouring in Guyana prior before shipping to Europe. And at least from the Renegade we know: the batch was also produced with the Versailles Vat-Still. So maybe a coloured VSG? The impression is obvious, since both are very similar. Admittedly: The Renegade only had a “meager” 46% abv and a barrel finish (wine cask). But the similarities are very great. The comparison with the Duncan Taylor Enmore Distillery 1985 27 YO with 52.5% abv was interesting, because I could 'see' how the colouring has influenced, and even distorted, the original taste profile.They are different like day and night and you can understand that almost literally here if you put the bottles next to each other, but only if you have both of course. A comparison with the Cadenhead Dated Distillation Enmore Distillery REV 1994 11 YO with 70% abv would have been invaluable, but since I left my last sample in 2018 to my friends, I can't make a cross-tasting. Of course, I still remember the taste to some extent. It was powerful on the palate and dry on the finish. But individual nuances? No chance. It definitely tasted like molasses too. But I don't like to trust memories because they have the negative quality of depicting something more beautiful or more romantic than it actually was. Perhaps this comparison can be made by my former blog partner Flo, as he should still have the associated rum from RA, if he has not already done so. I suspect that both rums (REV and VSG) should taste very similar in the coloured state, if they are not even one and the same. You couldn't complain for the money. I don't really regret buying my few bottles. I am happy to have them. I would also like to take this opportunity to congratulate Dominik Marwede. So far the rums from RA that I have tasted have been at a good to high level. But I don't want to jump on the hype train. Duncan Taylor also got off to a brilliant start with his first release in 2012. But after that, nothing good came from this bottler for a long time. So I remain skeptical and try to look at the whole thing objectively. That's why you won't see any exuberant ratings here. Maybe my rating would have been a bit higher if I could have made a cross-tasting with the REV, who knows? And in case that got lost in all these words, once again in short form: The rum is at a high level. Anyone who has bought these bottles should consider themselves lucky to own them. Every newcomer who has this rum in the glass can now imagine how the old stunts from Enmore made in 1988 did taste. In my opinion it is flavourwise the same style, i.e. a coloured VSG.

I would also like to apologize to all readers of this blog. You were probably hoping for more reviews than I've delivered since my return. I can see it in the click numbers every weekend. I'm really sorry for everyone who is loading the blog-page and doesn't find a new post. My “inactivity” has a reason. One that I can't explain in detail yet. While you are reading this I am probably already writing again. I hope you can read the result soon. I ask you to be patient. I wish you all a nice day and the best of health. Take care of yourselves!


Marco Freyer

(91/100)



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